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Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll...Trennung/Scheidung

20. Februar 2012 um 14:13

Liebe Forum - Leser,

ich bin seit gestern einfach nur noch in einem tiefen Loch, in einem regelrechten Schockzustand, fassungslos, tieftraurig, sauer, alles zusammen...

Wenn ich von vorne beginne, dann brauche ich gar nicht sehr weit zurückgehen. Wir haben vor 1Jahr geheiratet (waren zuvor 3,5Jahre zusammen) und waren glücklich miteinander. Zumindest dachte ich das.

Natürlich streitet man sich in jeder Beziehung/Ehe, aber es gab keine großen Probleme oder ähnliches, die nicht auch andere Paare haben.

Vorgestern hatten wir eine Familienfeier. Kurz vor der Abfahrt kündigte er an, dass er nicht mitkommen wolle, er habe keine Lust auf die Fahrt, dann sitze man sowieso den ganzen Tag nur rum und schlage sich den Bauch voll...er könne sich sinnvolleres vorstellen. Ich war etwas iritiiert und auch enttäuscht, er hätte mich ja zumindest ab Vorabend mal vorwarnen können. Bin dann eben alleine gefahren und hab mir einen netten Abend gemacht,

Als ich heimkam, ist mir sofort aufgefallen, dass sein Ehering im Flur auf der Kommode lag. Er saß er vor dem Fernseher und war sichtlich schlecht gelaunt. Ein Gespräch kam nicht recht in Gange,irgendwie hab ich ihn dann gefragt, was denn los sei und dass er doch bitte mit mir reden soll.

Daraufhin ist mir im wahrsten Sinn des Wortes die Kinnlade runtergefallen
Er verstehe überhaupt nicht, was wir uns dabei gedacht hätten, "was hätte diese Hochzeit denn gebracht? Wer braucht denn sowas? Was hat sich denn verändert dadruch? Nichts! Im Gegenteil, wenn man sich trennen will, braucht man eine Scheidung total aufwendig..."

Ich war einfach nur fassungslos, konnte erstmal gar nichts sagen, obwohl ich normalerweise wirklich nicht auf den Mund gefallen bin.
Dann folgte eine Schimpforgie auf alle möglichen Lebensumstände (er hat sich vor unserer Beziehung eine Wohnung gekauft, die er noch abzahlen muss). Zum Beispiel, dass er nun nur noch einen alten Audi hätte und andere einen Sportwagen. Dass die Zinsen nun viel billige wären, als zum Kaufzeitpunkt usw.

Ich wusste gar nicht, wie mir geschieht.
Mal ganz davon abgesehen, wie sehr er mich mit der Aussage auf unsere Ehe verletzte hatte, konnte ich auch seine anderen Äußerungen nicht nachvollziehen. So ist sein Auto gerade 6Jahre und in einem tadellosen Zustand ist. Mein Reden half nichts, auch nicht die Klarstellung, dass er durch die Wohnung doch einen Gegenwert habe, man sie verkaufen könne usw.Alles, was er sonst so sehr an seinem Leben geschätzt hatte, redete er in Grund und Boden. Meinem Empfinden nach, war er tierisch unzufrieden mit sich selbst (warum auch immer) und ich sollte dafür herhalten.

Irgendwann bin ich aus dem Raum gegangen, weil ich sichtlich fehl am Platz war. Als ich nach einer halben Stunde zurückkam, habe ich ihn höflich gebeten, mir doch zu erklären, was denn eigentlich vorgefallen sei.
Daraufhin kam der nächste Kracher: Mit uns, das sei alles nichts. Er frage sich, wie er auf die Idee gekommen sei, mich zu heiraten. So ein Schwachsinn, nochmal würde er das nicht tun.
Ich hatte Tränen in den Augen und wusste erstmal nicht, was ich sagen soll.
Dann fiel mir ein, dass er vor der Hochzeit eigentlich immer derjenige war, der gefragt hat, ob ich mir im Klaren darüber sei, dass man nach einer Hochzeit immer zusammen halten muss und nicht einfach alles hinwerfen kann. Daran habe ich ihn erinnert und gefragt, ob er das schon vergessen hätte. Und ob es ihm nichts wert sei, was er im Standesamt versprochen hätte.

Seine Antwort war ernüchternd:
Er hätte gar nichts versprochen. Im Standesamt handelt man Formalitäten ab, nicht mehr und nich weniger.
Ich bin dann mit dem Worten "Wenn es für dich nicht mehr als das war" aus dem Zimmer gegangen.

Die gesamte Nacht und den gesamten Vormittag fühle ich mich wie in einem Eispanzer, erstarrt und gefühlskalt.
Er hat heute vor der Arbeit zahlreiche Annäherungen gemacht (Arm um mich gelegt), aber ich kann diese nicht erwidern. Bin ihm aus dem Weg gegangen und ich glaube, es ist auch nicht so falsch,ihn meine Verletztheit spüren zu lassen.
Er hingegen tut so, als wäre nichts gewesen. Bevor er losging, fragte er doch tatsächlich noch, ob er nun seine Taufurkunde besorgen solle (die wir für die Beantragung der geplanten kirchlichen Hochzeit im nächsten Sommer noch einreichen müssen).
Vielleicht ist das seine Art Versöhnungsangebot?
Ich finde es aber weder amüsant, noch originell, noch kann ich auf ihn zugehen.

Weiß gerade gar nichts.




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20. Februar 2012 um 15:19

Hab gerade noch ein bisschen über meine Gefühle nachgesinnt...
Was mich so absolut mundtot macht, ist die Tatsache, dass eine derartige Eskalation für mich nie zur Debatte stand.

Wer verheiratet ist, weiß vielleicht, was ich meine/denke/fühle.
Man ist sich doch irgendwie sicher, dass man seinen Mann endgültig hat. Ich meine jetzt nicht im Sinn von vereinahmen oder einengen, aber man hat einen Bund geschlossen, der für sich spricht.

Natürlich kann man auch in der Ehe streiten und toben, sich wieder versöhnen und im schlimmsten Fall auseinander leben. Damit hab ich auch generell kein Problem. Ich finde aber, dass man seinem Partner gegenüber fair bleiben muss und vorallem bedeutet Ehe für mich auch Bereitschaft, füreinander einzustehen und zu kämpfen. Immer wieder an der Beziehung zu arbeiten usw.

Deshalb ist es für mich absolut unverständlich, dass er nun davon spricht,dass unsere Ehe ein Fehler wäre etc. Er hat sich doch ebenso bewusst wie ich dafür entschieden!
Mit allen Rechten, aber auch Pflichten.

Ein Kommentar, der mich ebenfalls schockiert hat, war folgender:
"Schau mal,wenn du jetzt arbeitslos wirst, dann bin ich für dich verantwortlich, nur weil wir verheiratet sind."

Ich hab gedacht, ich höre nicht recht. Im umgekehrten Fall wäre ich ebenfalls für ihn verantwortlich und ich wäre es gerne! Er ist mein Mann!
Mal ganz davon abgesehen, dass ich niemand bin ,der ihm auf der Tasche liegt oder je gelegen war. Ich bin mir für keine Arbeit zu schade und hab mich immer selbstständig über Wasser gehalten (während der Ausbildung und dem Studium auch ohne meine Eltern usw.).

Was würdet ihr denken, wenn eurer Partner so spricht?
Ich erkenne ihn nicht wieder und bin total traurig.

Kann ihm aber momentan aber weder meine Wut, meine Trauer noch meine Liebe zeigen, weil ich so verletzt bin.

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20. Februar 2012 um 15:50

Danke,
du hast Recht. Mein erster Gedanke war auch, dass er einfach mit allem unzufrieden ist. Im weiteren Gespräch/Streit hat es sich dann doch stark auf unsere Ehe fokusiert. Es kann natürlich auch sein, dass das daher kam, weil ich gerade anwesend war und prima als Frustableiter herhalten konnte.
Er hat mir unheimlich weh getan, weil ich der Meinung bin,dass man immer einen gewissen Respekt wahren sollte.
Deshalb kann ich gar nicht anders, als ihn auf Distanz halten.
Auch wenn ich ihn liebe und seine Nähe vermisse, ist in mir irgendwas kaputt gegangen.

Ich finde, er sollte sich entschuldigen, nicht nur mit einem "Sorry" oder einer Umarmung. Aber scheinbar denkt er, es wird schon wieder alles ins Lot kommen, wenn er so weitermacht, wie sonst (siehe Besorgen des Taufzeugnisses).

Aber mal ehrlich: Ich kann doch nicht mit einem Mann die kirchliche Trauung planen, der mir solche Dinge an den Kopf wirft und auch noch sagt, dass er es blöd findet, als Ehemann für mich verantwortlich sein zu müssen

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27. Februar 2012 um 17:24

Hallo
Habe gerade deine Zeilen gelesen, ich bin ein Mann und kenne das andersherum. Es ist Traurig und Verletzend, mir haben diese Worte das Herz gebrochen, Ich konnte nicht mehr Verzrauen. Niemand gibt einen das Recht den anderen so zu Verletzen. Ich habe mit meinem Herzen Endschieden, und bin leise gegangen, Guido

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