Forum / Liebe & Beziehung

Ich war ein Pflegekind

Letzte Nachricht: 14. Oktober 2016 um 6:35
U
urbana_12306970
13.10.16 um 22:49

Hallo Community 
mein Name ist Jeanne und ich bin 26 Jahre alt. Meine Mutter starb an leukämie als ich 9 Monate alt war, ich kam in ein Heim, dann zu meinem Vater, dann in eine Pflegefamilie und mit 2 Jahren stark abgemagert in eine andere Pflegefamilie. Da gab es dann Scheidung und Trennungen. Männer haben nie gut abgeschnitten, in meinem bisherigen Leben. Zu meine Pflegemutter habe ich noch Kontakt und sie kümmert sich rührend um mich, bis heute! Zu meinem Problem: Trotz Therapien, Selbstreflektion, Tagebuch (200 Seiten), gelingt es mir einfach nicht eine Partnerschaft zu halten, geschweige denn zuzulassen. Ich kann sagen ich hatte noch nie eine Beziehung. Ich verliebe mich regelmäßig, aber halte mich zurück, weil ich bisher mit Männern immer auf die Schnute gefallen bin. Ich weiß von meiner Angst vor Nähe. Ich weiß auch, dass ich oft Männer anziehe, die nicht gut für mich sind um nicht zu viel Nähe aufzubauen. Aber es gab auch schon tolle Männer in die ich verliebt war. Kaum waren sie es auch, war ich wie schockiert und empfand irgendwie ablehnung und eine ungeheure Angst. Dann wirke ich auf Männer unnahbar und als brauche ich niemanden. Sie verlieren das Interesse. Ich bin ein Kopfmensch und einsam. Durch Sport lässt sich mein Leben leichter leben und ich hole neben der Arbeit mein Abi nach. Bin also voll ausgelastet. Ich will weiter kommen, die Vergangenheit hinter mich lassen und an mir arbeiten. Mein Unterbewusstsein, mene Ängste und meine Einsamkeit machen mir ein Strich durch die Rechnung. Ich bin immer mal wieder nah dran an einer Depression, letztes Jahr hatte ich nach einer Trennung einen Burnout. Wo ist mein Denkfehler?? Warum kann ich trotz Einsamkeit nicht einfach meine Gefühle zeigen und warum gibt es so wenig tiefgründige Männer, die sich mal Zeit nehmen, einen Menschen kennen zu lernen. Sie wollen oft nur meinen Körper und das kommt einfach nicht in Frage! Männer, warum lernt ihr Frauen nicht erstmal kennen und lieben. Das Herz muss mitschlagen. Habt ihr das verlernt? Ich verliere den Glauben an euch. Ich will immer mich ändern, aber vllt sollten Männer daran erinnert werden, was es heißt eine Frau kennen zu lernen. Ihr mustert mich und meinen Körper, aber schaut nicht unter die oberfläche, warum?

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deaetlunn
deaetlunn
14.10.16 um 6:16

Guten Morgen,

dein Denkfehler ist, dass du dein persönliches Lebensglück von anderen Menschen und Umständen abhängig machst, auf die du keinen Einfluss hast. Das zeigt schon deine Überschrift, die ja eigentlich gar nicht das Thema ist.

Du solltest deinen Frieden mit der Vergangenheit machen und dein Leben leben. Was hat die Tatsache, dass du ein Pflegekind warst, mit deinen Beziehungen zu tun? Auch leibliche Väter können schlecht sein. Aber die Hälfte der Menschheit dafür verantwortlich zu machen, was dir in der Kindheit passiert ist, schadet nur einer Person, nämlich dir selbst. Du schreibst ja selbst, dass du an sich ausgelastet bist in deinem Alltag. Hast du Freunde?

Du klingst ziemlich verzweifelt und vermutlich lässt du das die Männer auch spüren. Ich kann es nicht beurteilen, ich kenne dich ja nicht, aber meistens ist da ein spürbarer Druck hinter. So findet man aber keinen Partner. Du musst erstmal mit dir selbst im reinen sein, dann erst kannst du auch eine gute Partnerin sein. Ein Mann ist kein Lückenfüller für das, was einem im Leben fehlt.

Und wenn du mit dir selbst zufrieden bist, dann wirkst du auch ganz anders auf Männer

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U
urbana_12306970
14.10.16 um 6:35

Danke für deine ausführliche Antwort. Man sieht oft vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr. 
In der Psychologie sagt man, dass man unverarbeitete Traumata im erwachsenen Alter unbewusst wiederholt, bei mir das Verlassenwerden. Dachte da gäbe es einen zusammenhang. Aber ehrlich, ich habe meinen Frieden damit geschlossen. Ich trauere nicht mehr und bin ganz ausgeglichen. Meine Psyche lässt sich durch Sport, unabhängiges Leben und gute Leistungen stabilisieren. Ich erwarte auch keinen Partner sofort, im Gegenteil, ich lerne gerne Menschen kennen und freue mich wenn man auf einer Wellenlänge ist. Ich habe tolle Freunde! Zeit eher weniger, aber das tut wahren Freundschaften keinen Abbruch. Ich frage mich halt wo der Fehler ist: Will ich vielleicht einfach keinen Partner, wovor habe ich denn Angst, warum gab es bisher niemanden, außer die Bad Boys mit ihren Lügen und Halbwahrheiten nur um mich ins Bett zu bekommen. Und die meisten hatten Altlasten, die sie mir erst sehr spät aufzwangen. Ich wurde oft ausgenutzt als Ego-pusher. Wie kann ich das in der Zukuft verhindern? Männer lieben wohl meinen Körper und vllt wirke ich zu aufgeschlossen (bin ein sehr geselliger Mensch und bedingungslos liebend, aber man kann es sich halt auch mit mir verscherzen, aber deftig). Ich möchte nicht wirken als könne man mich einfach bügeln! Wie verhindert man das?
Vergessen wir die Vergangenheit. Was passiert hier und jetzt falsch. Es würde mir genügen die oberflächlichen Männer loszusein. Ich signalisiere auch nichts in die Richtung, oft warne ich und wehre mich dagegen, bevor sie mich als Betthäschen abstempeln. Das bin ich nicht!

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