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Ich verstehs nicht: aus und vorbei

2. Januar 2010 um 6:05 Letzte Antwort: 2. Januar 2010 um 11:55

HALLO an alle


Ich hatte jemanden kennengelernt, M., 36 Jahre jung. Wir haben uns langsam kennen gelernt, über eine Partnerböse. Beide hatten wir keine Beziehungsabsichten, weil er 300 km weit weg wohnt. Wir haben uns anfangs einfach gut verstanden, viel geschrieben, irgendwann telefoniert und dann wurde es irgendwie anders zwischen uns...ernster. Wir merkten das beide und so kam es, dass ich ihn besuchen fuhr. Es funkte bei uns beiden und am dritten Tag meines Besuches haben wir uns geküßt. Am fünften Tag bin ich wieder nach Hause gefahren (Arbeit).
Wir haben dann tgl. telefoniert,was mir manchmal auch zu viel war, aber andererseits fand ich es auch toll, dass da jemand war, mit dem ich frei reden konnte.
Dann kam er mich besuchen und es knallte etwas. Er reagiert leicht eingeschnappt, wenn man ihm was sagt, das stimm, was er auch weiss, aber nicht hören will. (jaja, ich weiss, klingt nicht famos)
War aber nicht weiter schlimm. Dann haben wir uns 10 Tage nicht gesehen, was ok war, denn ich sollte die nächsten 8 Tage um Weihnachten und Silvester zu ihm kommen. )
Wir haben uns riesig darauf gefreut, doch schon nach 3,5 Tagen war Schluss mit lustig. Er fing an sich zurückzuziehen, wirkte genervt und irgendwann meinte er zu mir, er kann das nicht. Das wäre ihm alles zu viel, ich würde emotional so viel in ihm ansprechen, Gefühle in ihm auslösen, die er selber von sich bis dato gar nicht kannte usw.
Vorher hieß es: ich bin toll, ja er ist verliebt, wir wollen es versuchen, er hat ein gutes Bauchgefühl (und das hatte ich auch, deshalb verstehe ich das einfach nicht) und er merkt, dass er mit mir richtig wachsen kann.
Seine Stimmung, als ich bei ihm war, ging immer mehr in Richtung Keller, bis er anfing mich von der Seite anzumachen, wurde aggressiv, laut. Da habe ich dann entschieden, dass ich fahre. Damit war er sehr einverstanden.
Was in dem Moment so in mir vorging kann ich gut mit Fassungslosigkeit beschreiben. Ich möchte dazu sagen, dass das meinerseits zum ersten Mal nach Jahren so war, dass ich ein gutes Bauchgefühl hatte, diese Beziehung zu ihm wirklich wollte und bis zu diesem Moment bei ihm für mich alles ok war.
Er selbst hat seit seiner Kindheit seine Gefühle unterdrückt, musste immer auf eine bestimmte Art und Weise für seine Mutter da sein. Er zwingt sich oft, zu lächeln. Da gab es eine absurde Szene: wir saßen im Bus, ich schaute seiner Meinung nach ernst, er versuchte die ganze Zeit lustig zu wirken und dann meinte er doch zu mir, ich soll gefälligst lächeln! Ja, da hab ich erstmal gedacht ich spinne und dann habe ich ihm gesagt, dass ich nicht auf Kommando lächle, sondern wenn ich mich danach fühle, es auch tue.
Als ich also bei ihm war, hätte ich ihn - nach seinen Worten- auf eine Art gespiegelt, die ihm nicht gefiel. Das Bild, welches er von sich im Kopf hatte, stimmte mit der Spiegelung, die er von mir bekam nicht überein und das würde ihn total aus der Bahn werfen.

Ich merke gerade selber, dass ich um diesen Menschen nicht weiter trauern muss. Ich kapiere es: er dachte, er wäre schon weit gekommen und bei mir merkt er dann, oder hat das Gefühl, dass dem nicht so ist...
Seit ich zu Hause bin, meldet er sich nicht bei mir. Ich habe ihm per mail gesagt, dass ich keinen Kontakt mehr zu ihm möchte. Mir fällt das aber ehrlich gesagt sehr sehr schwer, denn ich habe ja Gefühle für ihn. Ihm bin ich allerdings ziemlich egal. Eben noch große Liebe und im nächsten Moment bin ich ihm total egal. DAS verstehe ich nicht. Das geht nicht in meinen Kopf rein.

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2. Januar 2010 um 6:27

Ja
das hilft. Ich habe auch schon gedacht, ob das eine ernste psychische Störung ist. Gestern Abend hatten wir telefoniert und ich erlebte da jemanden am anderen Ende der Leitung, der so um 180 Grad anders war, als der Mensch, mit dem ich sonst geredet habe. Na fast 180 Grad
Auf einmal war er kalt, abweisend und er meint, er braucht Zeit für sich, meldet sich dann wieder bei mir, wenn es ihm besser geht.
Mir ist das langsam auch unheimlich. Ich spüre so eine aufgestaute Wut bei ihm und ich dachte schon bei mir, dass genau diese stillen, immer zwanghaft lächelnden Menschen dann auch mal die sind, die mit nem Messer aus dem vermeintlichen Nichts auf dich einstechen. Ist ein krasser Gedanke, ist mir klar.
Aber wenn jemand seine Gefühle chronisch unterdrückt, dann explodiert der doch irgendwann.
Ich fühl mich vor allem verarscht, auch wenn er das nicht mit Absicht gemacht hat. Und ich fühle mich im Stich gelassen. Auf einmal interessiert ihn nichts mehr an mir, weder wie es mir geht, noch wie ich mich fühle, was ich denke usw. Immer nur er, er, er! Ich frag mich ernsthaft, in wen er dann angeblich verliebt war. In ein Bild von mir, aber doch nicht in mich als Mensch.
Strange Sache!

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2. Januar 2010 um 11:55

*trost*
Ich habe gerade auch einen ähnlichen Mann getroffen. Wir haben uns verliebt und wollten uns eine Chance geben. Er sah unsere Beziehung sehr optimistisch und hattte mir noch sehr viel Mut und Vertrauen gegeben. Doch plötzlich kehrte er seine Einstellung und wollte keine Beziehung mehr haben. Ich war fassungslos.
Ich habe den Kontakt abgebrochen, als es schlimmer wurde. Als ich ihm im Mail schrieb, dass ich den Kontakt endgültig abbrechen wollte, hatte es mich auch sehr geschmerzt. Und in den nächsten Tage und (vor allem) Nächte auch. Aber nach einer Woche fühlte ich mich plötzlich sehr viel besser und ich verstand nicht mehr, wieso ich wegen diesem Mann so viel geweint hatte. Mein Gefühl Verliebtheit war weg und ich konnte wieder vernünfig denken. Und je mehr ich darüber nachdachte, desto schlechter fand ich diesen Mann.
Okay, kann sein, dass er tatsächlich überfordert mit der Sache war. Trotzdem könnte er in einer oder anderer Situation sich besser bzw. rücksichtsvoller verhalten.

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