Home / Forum / Liebe & Beziehung / Ich schreib Euch mal was auf...

Ich schreib Euch mal was auf...

6. Juni 2002 um 8:55 Letzte Antwort: 6. Juni 2002 um 16:52

"Hätte Maximiliane jedoch ihre große Liebe heiraten mögen,wäre Sophie dem nicht entgegengetreten. Aber glücklicherweise gab es diese große Liebe nicht. Sophie bertrachtete das eher als Glück,denn sie wußte nicht, ob sie ihrer Tochter ein solches Erlebnis überhaupt wünschen sollte.Bedachte sie es genau, solag doch darin für die Frau die tückischte Form der Zerstörung: Eine große Liebe machte unfrei, hielt die Angst und nahm jede Selbständigkeit.Sophie hatte es ja selber erlebt, wie es war, wenn jeder Gedanke und jedes Gefühl auf ihn gerichtet war, wenn man nichts mehr wahrnahm, weil man nur noch ihn sah, nur für ihn noch einen Sinn, nur für ihn noch ein Interesse hatte.Sie kannte diese ständige Angst, eskönnteihm ein Unglück zustoßen und alles würde plötzlich zuende sein. Sie kannte die Sorge, es könnte ihn plötzlich eine tödliche Krankheit befallen, und sie müßte ohne ihn weiterleben. Oder schlimmer noch: er konnte sein Herz einer anderen zuwenden. Und wie grausam, von all diesen Vorstellungen so sehr aufgerieben zu werden, bis die Seele blank und ungeschütztvor ihm lag, und man,ohne es zu wollen, immer schwächer wurde und immer abhängiger von dem,was er sagte und dem, was er tat. Gar nicht zu denken an all die Nerven,die Kraft und die vielen Stunden, die man dafür vergeudete,um letztendlich doch die Erfahrung zu machen, daß einem der Himmel eröffnet wurde, um daraus verjagt zu werden. Sophie kannte das alles. Wer so wie sie geliebt hatte, der konnte nicht mehr über sich selbst bestimmen, der hielt nicht mehr die Fäden in der Hand und gab sich bis ins letzte preis, denn er verlor Verstand und Überblick. Mag sein, man muß einmal über sich selbst hinausgetragen zu werden, um zu erfahren, was in einem steckte, doch der Preis dafür war allemal zu hoch. Denn letztlich konnte keine Seeligkeit von Dauer sein. Damals,alsalles mit Wieland zerbrochen war, kam es ihr so vor, als zögen sich die Sterne zurück und es bliebe nur die Nacht. Da fühlet sie sich leer und vernichtet, war wochenlang ohne Antrieb, ohne Gedanken und jede Freude zog wie ein Schatten vorüber. Bloß das nicht erleben müssen! Bloß sich ferhalten von allen Extremen! Symphatie und Achtung für einen Mann genügten. Alles andere war Opfergang und führte zur Selbstaufgabe.!

Renate Feyl, Die profanen Stunden des Glücks

Mehr lesen

6. Juni 2002 um 10:06

...uff
....*gänsehauthab*

Gruessle

Knurpsel

Gefällt mir Hilfreiche Antworten !
6. Juni 2002 um 11:55

Stimmt das ??????
Kann man sich wirklich in eine Psychose oder Neurose schaukeln ??

Langsam bekomm ich ja echt angst vor mir selbst !

Gefällt mir Hilfreiche Antworten !
6. Juni 2002 um 11:59

Lieber Michi, liebe Ute!
Ich habe den Text hier nicht reingestellt, um Menschen mutlos zu machen o.ä.

Er gefällt mir nur so gut, weil ich es selbst so erlebt habe und ich denke, daß viel Wahres darin ist.
Und hier gibt es anscheinend viele Menschen, die ebenso empfinden.

Das soll ja nicht heißen, daß man sich in seinem Kummer vergraben soll, sondern nur, daß eine Zeit der Trauer normal ist, wenn eine große Liebe zuende geht (im Text ist von mehreren Wochen die Rede).

Selbstverständllich hat Michi vollkommen Recht,mit dem, was er schreibt.
Aber es gibt eben Erlebnisse, die lassen sich nicht ganz so einfach wegwischen, wie man es gerne hätte.

Außerdem gibt es Ängste, die sehr wohl berechtigt sind.
Und manchmal finde ich es schrecklich, hier zu lesen, wie jedem gesagt wird, er müsse krampfhaft gegen seine Ängste angehen.

Ist es nicht besser, ein gewisses Maßan Ängsten einfach als normal und hilfreich zu akzeptieren, weil uns Ängste eben auch vor Fehlern schützen, weil viele Sorgen nur etwas widerspiegeln, was wir im Unterbewußtsein schon wahrnehmen, aber erst später bestätigt bekommen,usw.

Natürlich gibt es irrationale Ängste.
Und daß man sich von denen nicht kaputt machen lassen soll - keine Frage!

Liebe Grüße, harter Kern

Gefällt mir Hilfreiche Antworten !
6. Juni 2002 um 14:37

Liebe Ute,
ich habe mich nicht angegriffen gefühlt.

Ich weiß auch wohl, daß Du Dich sehr intensiv mit Ängsten auseinandersetzt und sehe viele Deiner Beiträge durchaus gut platziert, wenn es um das Thema geht.

Was ich damit sagen wollte, ist einfach, daß eben nicht jede Angst aus dem Kopf kommt, sondern viele Ängste auch durchaus berechtigte Reaktionen auf vorher Geschehenes sind.

Niemand soll sich von seiner Angst auffressen lassen und jeder sollte sich mit seinen Ängsten auseinandersetzen.
Aber man muß sie doch nicht immer bekämpfen, sondern kann die Angst auch als konstuktive Kraft sehen.

Leider hat nunmal die "große Liebe" ganz viel mit Ängsten zu tun.
Denn je wertvoller einem etwas ist, desto größere Verlustängste hat man, desto mehr Angst, etwas falsch zu machen.

Je gleichgültiger ich jemandem gegenüberstehe, desto weniger interessiert mich sein Schicksal, was ich ihm antuen könnte, mein Einfluß auf diese Person, usw.

Die Gefühlswelten aller Menschen sind unterschiedlich - aber die jedes einzelnen ist kompliziert.
Und für mich gehören Ängste (immer als "im normalen Rahmen" gesehen) zum Leben dazu.
Nicht in der Form, daß ich mich ihnen ausliefere, sondern in der Form, daß ich sie als Ratgeber ansehe, die mich weiterleiten, wenn ich mch mit ihnen auseinandergesetzt habe und gegebenenfalls versuche, sie zu überwinden.

Ich finde einfach, daß zu viele Ängste, die hier im Forum herumgeistern, im ersten Moment als unberechtigt abgetan werden und angeblich bekämpft werden müssen.
Manchmal kommt ein paar Beiträge später hervor, daß sehr wohl ein guter Grund für diese Ängste besteht, manchmal scheint es mir auch,als ob die Person gar nicht mehr darüber berichten möchte, weil ihre Angst als unsinnig eingestuft wird.

Daß meine Meinung dazu jetzt gerade im Anschluß an Deinen Beitrag hier zu finden ist, hängt einfach damit zusammen, daß ich die Sache offenbar ins Rollen gebracht habe - hat aber nichts mit Dir persönlich zu tun!

Liebe Grüße, harter Kern

P.s.: Der Wieland, von dem im Text die Rede ist, hat Sophie mit einer anderen betrogen. Sie standen sich aber bis an ihr Lebensende sehr nahe.
Ist übrigens eine "wahre Geschichte",sprich eine Biographie.

Gefällt mir Hilfreiche Antworten !
6. Juni 2002 um 14:45

Wer ...
... nicht bereit ist, Liebe zu investieren, wird nie die wahre Liebe erleben.
Liebe ist immer ein Risiko, aber wenn sie da ist, dann haben sich alle Risiken gelohnt.

Dalì

Gefällt mir Hilfreiche Antworten !
6. Juni 2002 um 16:36

Ich glaube,
wir liegen mit unseren Meinungen gar nicht so weit auseinander.

Dein Beispiel zeigt für mich (wenn ich es richtig verstanden habe) ein Art von übersteigertem Angstempfinden und fällt damit für mich in den Bereich, den ich hier immer von den "normalen" Ängsten abgrenze.

Es freut mich, daß Du die Ursache gefunden hast und offenbar tapfer dagegen angehst.

Wenn es in solche Bereiche geht, halte ich mich mit meinem Kommentaren auch immer tunlichst zurück, denn ich leide nicht gerade an mangelndem Selbstbewußtsein, kann mich da nicht immer so in die Lage der Betroffenen versetzen und wünsche mir höchstens, ich könnte ihnen etwas von meinem Mut abgeben.

Meine Ängste sind glücklicherweise fast immer real,bzw. so gelagert, daß jeder Laie in 5 Minuten sagen kann, was dahintersteckt.
Und damit ist man ja schon immer einen Schritt auf dem richtigen Weg.
(Meine Höhenangst, die mich davon abhält, auch nur eine Trittleiter zu besteigen jetzt mal ausgenommen, aber selbst dafür liegt eine medizinische Erklärung nahe. )

Ich kann zu Deinem Beispiel nur noch sagen: Und was ist, wenn die Sehnsucht nicht unbegründet ist? Wenn die Lösung nicht in einem selbst liegt?
Weil die Sehnsucht einfach wirklich nicht die Erfüllung findet, die ihr zusteht,damit sie aufhört?
Das sind eher die Fälle, die ich meine.
Das sind die Fälle, die hier im Forum oft auftauchen und bei denen man einfach einen anderen Lösungsweg anstreben muß. Denke ich zumindest...

Liebe Grüße, harter Kern

Gefällt mir Hilfreiche Antworten !
6. Juni 2002 um 16:52

Bevor ichs noch ganz vergesse...
Liebe Temptress,

hast Du es Dir ausgesucht?
Kannst Du 100%ig sagen, daß Dir das nie wieder passiert?
Macht das Fliegen nicht auch ein wenig süchtig?
Und ist nicht alles bodenständige, was danach kommt, nur noch eine halbe Sache?

Ich bin sehr gespannt, ob wir nicht doch irgendwann von Dir wieder hören, daß Du fliegst...

Liebe Grüße vom harten Kern, der momentan auch lieber am Boden bleibt, weil ihm der kurz Rundflug auch nicht immer gut bekommen ist!

Gefällt mir Hilfreiche Antworten !
Du willst nichts mehr verpassen?
facebook