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Ich schäme mich für meinen Freund und hasse es immer stark sein zu müssen! (lang, sorry)

13. Mai 2006 um 1:20

Hallo erstmal. Ich bin so froh, dass es so ein Forum gibt...ich weiß echt nicht mehr mit wem ich noch reden soll.
Ich (20J. Studentin) bin seit 3 1/2 Jahren mit meinem Freund (Mechaniker)zusammen. Eigentlich glücklich doch in regelmäßigen Abständen tauchen immer wieder diese Zweifel auf, die ihre Hauptursache in 2 Dingen haben:
1. Ich habe oft das Gefühl mehr die "Lehrerin" meines Freundes zu sein. Ich habe immer das Kommando, weil er mir alles überlässt, Ansichten von mir einfach übernimmt. Ich helfe ihm bei Problemen, aber wenn ich einen Rat brauche dann kommt nur: Du/Wir schaffen das schon!"
2. Mein Freund ist wirklich sensibel, tierlieb, kinderlieb, freundlich, höflich, ehrlich, treu, liebevoll, ein toller Liebhaber, aber er ist auch nicht der Intelligenteste. Er hat so gut wie keine Allgemeinbildung und Bemerkungen zu bestimmten aktuellen politischen Themen etc. ignoriere ich schon seit langem.Das meine ich nicht böse und ich weiß, es muss jetzt ziemlich arrogant klingen, aber wir sind irgendwie auf 2 versch. Ebenen. Wenn wir in der Öffentlichkeit sind, mischt er sich oft mit ziemlich dummen und unbeholfenen und einfach total unpassenden Kommentaren ein, die nicht nur mich nerven, sondern auch die anderen. Das ist schwer zu beschreiben....und es klingt jetzt wahrscheinlich nicht so schlimm, aber es ist wirklich sehr belastend und ich schäme mich manchmal richtig für ihn. Meine Freunde wundern sich warum ich mit ihm zusammen bin und bei ihnen ist er schon als "dumm" abgeschrieben ...auch ich merke, wie mich das immer mehr stört, obwohl ich Intelligenz eigentlich früher nie soooo wichtig fand.Ich dachte immer solange ich ihn liebe reicht das, aber jetzt bin ich kurz davor Schluss zu machen. Vielleicht ist Intelligenz auch nicht der richtige Begriff....es ist auch einfach so eine gewisse Reife, versteht ihr???
Ich fühle mich so schlecht, weil ich ihm auch nicht wehtun möchte...ich kann mit ihm ja schlecht über den 2. Punkt reden...das wäre ja wie eine Beleidigung. Ich weiß echt nicht mehr weiter, das belastet mich so sehr.
Ich will meine Freudn mit in die Öffentlichkeit nehmen können ohne dass sich andere über ihn lustig machen und ich will auch mal schwach sein dürfen! Ich bin keine von diesen "Ich-brauche-einen-großen-starken-Beschützer-Mädch-en", aber ich kann doch erwarten, dass ich auch mal einen brauchbaren Ratschlag kriege!?

Danke für Antworten! Ich brauche sie nämlich dringend...

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13. Mai 2006 um 8:26

Hört sich wie meine Geschichte an...
Hi!

Ich habe fast das Gefühl, dass ich meine eigene Geschichte lese... Bei mir ist es so ziemlich genauso und ich habe erst jetzt festgestellt, dass so grundsätzl. Unterschiede wie Bildung (auch wenn es sich fies anhört), echt zu einem Problem werden können.

Ich habe meinen Mann mit 19 kennengelernt. Ich war zur der Zeit noch in einer schul. Ausbildung, er Handwerker. Wir hatten durch den Sport und auch so viele gemeinsame Interessen. Im Laufe der Zeit habe ich mich aber schon verändert. Während ich mich weitergebildet habe, war er so mit sich zufrieden, was mich aber auch noch nicht so gestört hat. Nachdem ich mit 31 meinen Job verloren habe, habe ich ein Studium begonnen, was ihn anfangs sehr gestört hat, weil er Angst hatte, ich könnte mich für "was Besseres" halten. Seine "Freunde" und Arbeitskollegen unterstützten ihn in dem Gedanken auch noch.
Es ist wirklich so, dass ich nicht nur wg. des Studium Zeitschriften wie den "Spiegel" etc. lese, während er immer noch auf die "Bild" schwört. Wenn wir was mit Freunden unternehmen, kommen bei ihm auch oft so Stammtisch-Parolen und dumme Sprüche, für die ich mich auch schäme.
Dazu kommt auch, wie bei Dir, dass ich immer die Starke sein muss. Alle Dinge, muss ich erledigen, er verlässt sich bei allem auf mich, anstatt mal selbst aktiv zu werden. Es kommt dann immer "du kannst das besser".
Mich stören diese Dinge aber nicht erst seit meinem Studium, es war schon vorher so, aber wie soll man so etwas sagen?!

Tja, ich habe jetzt jemanden kennengelernt, mit dem ich mich toll unterhalten kann und auch sonst mir das Gefühl gibt, dass ich auch mal "schwach" sein darf. Ich weiss nicht, wie sich das weiterentwickelt. Aber es hat mir gezeigt, dass ich wohl mit meinem Mann keine Beziehung mehr führen kann.
Ich hatte nie gedacht, dass sich solche Reife- oder Bildungsunterschiede mal wirklich auswirken können. Aber es beeinflusst ja auch das intime Miteinander.

Ich weiss noch nicht, wie ich meinem Mann das alles erklären soll, aber so geht es nicht mehr weiter.
Ich denke auch, dass Deine Beziehung leider auch nicht auf Dauer gutgehen kann...

Sakura1805

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15. Mai 2006 um 12:51
In Antwort auf sakura1805

Hört sich wie meine Geschichte an...
Hi!

Ich habe fast das Gefühl, dass ich meine eigene Geschichte lese... Bei mir ist es so ziemlich genauso und ich habe erst jetzt festgestellt, dass so grundsätzl. Unterschiede wie Bildung (auch wenn es sich fies anhört), echt zu einem Problem werden können.

Ich habe meinen Mann mit 19 kennengelernt. Ich war zur der Zeit noch in einer schul. Ausbildung, er Handwerker. Wir hatten durch den Sport und auch so viele gemeinsame Interessen. Im Laufe der Zeit habe ich mich aber schon verändert. Während ich mich weitergebildet habe, war er so mit sich zufrieden, was mich aber auch noch nicht so gestört hat. Nachdem ich mit 31 meinen Job verloren habe, habe ich ein Studium begonnen, was ihn anfangs sehr gestört hat, weil er Angst hatte, ich könnte mich für "was Besseres" halten. Seine "Freunde" und Arbeitskollegen unterstützten ihn in dem Gedanken auch noch.
Es ist wirklich so, dass ich nicht nur wg. des Studium Zeitschriften wie den "Spiegel" etc. lese, während er immer noch auf die "Bild" schwört. Wenn wir was mit Freunden unternehmen, kommen bei ihm auch oft so Stammtisch-Parolen und dumme Sprüche, für die ich mich auch schäme.
Dazu kommt auch, wie bei Dir, dass ich immer die Starke sein muss. Alle Dinge, muss ich erledigen, er verlässt sich bei allem auf mich, anstatt mal selbst aktiv zu werden. Es kommt dann immer "du kannst das besser".
Mich stören diese Dinge aber nicht erst seit meinem Studium, es war schon vorher so, aber wie soll man so etwas sagen?!

Tja, ich habe jetzt jemanden kennengelernt, mit dem ich mich toll unterhalten kann und auch sonst mir das Gefühl gibt, dass ich auch mal "schwach" sein darf. Ich weiss nicht, wie sich das weiterentwickelt. Aber es hat mir gezeigt, dass ich wohl mit meinem Mann keine Beziehung mehr führen kann.
Ich hatte nie gedacht, dass sich solche Reife- oder Bildungsunterschiede mal wirklich auswirken können. Aber es beeinflusst ja auch das intime Miteinander.

Ich weiss noch nicht, wie ich meinem Mann das alles erklären soll, aber so geht es nicht mehr weiter.
Ich denke auch, dass Deine Beziehung leider auch nicht auf Dauer gutgehen kann...

Sakura1805

Liebe und IQ
Hallo Sekura,

deine Geschichte könnte auch meine sein. Während des Studiums hatte ich so 2-3 Beziehungen zu Männern, die mir intellektuell nicht das Wasser reichen konnten. Sie hatten alle Attribute, die auch du aufgezählt hast. Aber ich habe nach kurzer Zeit immer gemerkt, dass sie mich nicht "weiterbringen". Sie konnten meinem "Hirn" auf Dauer nichts bieten. Dieses Bedürfnis kann man kurzzeitig ausschalten und sich woanders holen (Freunde, Bekannte ...), aber auf die Dauer entsteht eine große Kluft. Diese wird immer größer, je mehr du dich entwickelst. Irgendwann wird er so seine Probleme damit haben. Irgendwann kommen andere Probleme (z.B. dass du mehr als er verdienst, dass besser er der Hausmann sein könnte etc.). Ich könnte dir x Problemfelder aufzählen, die ich selber erlebt habe. Mein jetziger Freund hat eine ähnliche Bildung genossen wie ich. Wir können sehr gut miteinander reden und haben auch dieselben/ähnliche Interessen. Leider verfügt er über geringen berufl. Aktionismus. Jetzt stehe ich wieder vor einer Entscheidung: Karriere, weil er keine Familie (selbst kurzzeitig) ernähren könnte oder Kinder (allerdings mit jmd. anderen). Das klingt alles furchtbar berechnend, aber auf die Dauer versiegen Gefühle, wenn man nicht das bekommt, was man braucht. Dazu gehört dann auch ein intelligenter, berufl. aktiver Mann (für mich zumindest). Ich muß dazu sagen, dass ich berufl. sehr aktiv bin und schon immer für mich alleine sorgen konnte. Ich habe aber auch die letzten 8 Jahre immer für einen Mann gesorgt (wenn auch teilweise). Und das geht mir so langsam aber sicher soo sehr auf die Nerven. Denn dann entsteht eine Art Abhängigkeit, ein Mutter-Sohn Verhältnis. Ich sage dir, emotional und finanziell immer die Stütze zu sein ist sehr erdrückend. Alles muß sich in der Waage halten. Ich habe mir selber 10000000000000 mal gesagt: Das geht schon, dafür ist er doch soo lieb etc. Mein erster Freund wollte mich im Studium gleich schwängern. Er war nicht in der Lage, meine Zukunfstperspektive von seiner zu differenzieren. Er fand das völlig normal, dass eine Frau für Mann und Kind alles hinwirft. Der zweite hat sich von mir getrennt, weil er selber bemerkte, dass da keine Basis ist. Der dritte wollte mich auch gleich heiraten, mit mir auswandern und irgendwo ein Restaurant eröffnen. Es hat quasi kein ... interessiert, dass ich studiert habe und Karriere machen wollte. Ach ja, oh mein Gott, und da war noch einer, der ging mal mit in die Vorlesung (Psychologie) und erzählte dort nur Müll. Hilfe, Erdboden, tue dich auf. Danach war er der Meinung, er wüßte nun, was ich tue. Nach der Trennung mußte ich ihn gerichtlich von mir fernhalten. "Bevor du einen anderen hast, bringe ich dich um. Du wirst mich schon noch lieben LERNEN." Hallelujah!

Tja, das sind meine Erfahrungen. Ich bin 10 Jahre älter als du. Du wirst vermutlich noch mehr Erfahrungen machen!

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18. Mai 2006 um 11:18

Liebe auf allen Ebenen..
Hallo Caleidia,

ich kann mich den anderen Meinungen nur anschließen.. Auch wenn Du Deinen Freund liebst, wird Dich das auf dauer nicht glücklich machen. Auch für mich spielt der Intellekt bzw. die Intelligenz eines Mannes eine gewisse Rolle. Dabei gibt es natürlich auch gewaltige Unterschiede. Ich habe auch einen akademischen Abschluss und mein Freund hat "nur" eine Ausbildung gemacht. Das stört mich allerdings nicht, denn er hat eine wirklich gute Allgemeinbildung und seine eigene Meinung zu politischen, wirtschaftlichen und partnerschaftlichen Themen. Er bereut es zutiefst, damals nicht studiert zu haben.
Was ich damit sagen möchte ist, dass wir uns sowohl in der Öffentlichkeit, als auch privat sehr gut unterhalten, austauschen und miteinander diskutieren können. Und auch das ist ein wichtiger Punkt in der Beziehung.

Was andere von dir denken, sollte Dir erstmal nicht so wichtig sein. Du musst für Dich entscheiden, ob Du ihn weiterhin so akzeptieren kannst.

Aber wie schon von den anderen erwähnt.. manchmal möchte man als Frau ja auchmal einen Rat von seinem Partner hören und zu ihm aufblicken. Wenn er dir das nicht geben kann, solltest du rnsthaft in Erwägung ziehen, dich von ihm zu trennen.

Best Grüsse, Bea

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18. Mai 2006 um 13:01

Oh Mann...
das kenne ich zu gut! Bin selbst Studentin und mein Ex war Automechaniker. Auch wenn sich das jetzt echt herablassend anhört, aber er war einfach nicht auf meinem Niveau. Kaum Allgemeinwissen, keine Bemühungen, sich weiterzubilden etc. Er wollte auf "Bauernfeten", ich in Clubs. Ich wollte in die Großstadt ziehen, er in seinem Dorf (bei Mami und Papi) wohnen. Bei mir ging es sogar so weit, dass mein kompletter Freundeskreis und sogar meine Familie gesagt haben, dass wir überhaupt nicht zusammenpassen. Bis ich das einsehen wollte, sind leider 2 Jahre vergangen. Möchte aber nicht behaupten, dass das etwas mit der Bildung bzw. dem Beruf zu tun hat, sondern einfach mit der Einstellung zum Leben. Kann ja jeder was aus sich machen, egal welchen Schulabschluss er hat.

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