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Ich muss das loswerden, ich bin noch immer so wütend!

1. März 2012 um 10:47

Ich habe vor einiger Zeit jemanden per Fb kennen gelernt, auch wenn mir solche Internet-Romanzen nicht geheuer sind und ich sie im realen Leben bevorzuge.
Das war leider nicht möglich, denn er wohnt in der Nähe von Berlin und ich in Österreich.

Wir haben jeden Tag über Skype telefoniert, haben uns gut verstanden, auch wenn wir uns nicht überall einig waren, aber das ist ja völlig normal und in Ordnung.
Tja. Und dann habe ich ihm, weil er auch immer sehr offen und vertraut mit mir gesprochen hat über Ängste, Erfahrungen bisher und und und, erzählt, dass ich einmal mit 16 eine Abtreibung hatte. Ich war zu der Zeit psychisch kaputt, hatte keine Ausbildung, keinen Job, keinen Halt. Und ich möchte jetzt keine Vorwürfe hören, denn darum geht es mir nicht im Speziellen.
Sondern seine Reaktion darauf. Mir ist bewusst, dass das für manche Menschen sehr schwierig ist, so etwas erstmal zu verdauen, aber er hat mich zusätzlich angefangen als Mensch abzuwerten. Das ist ein halbes Jahrzehnt her, ich habe daraus gelernt (oh gott, das habe ich wirklich!) und bin mir bewusst, dass es mein Fehler war. Ich habe das alles schlichtweg nicht abschätzen können, was ich da getan habe. (Habe einmal die Pille vergessen und es meinem Freund nichts gesagt, weil ich mir dachte, einmal ist keinmal. Tja.)

Er meinte zuvor immer, er sei so wahnsinnig in mich verliebt und wegen etwas, dass ihn nicht berührt, dass so lange her ist und es zu meiner fernen Vergangenheit gehört, wollte er mich nicht mehr sehen. Und plötzlich fand er sehr viele Haare in der Suppe. Plötzlich hatte er eine komplett andere, ethische Einstellung, usw. Das würde nur heißen, er wäre ein intoleranter, rassistischer, sexistischer Misanthrop, aber okay, wenn er meint...

Ich bin einfach extrem verletzt. Es ist ein Fehler, den ich begangen daraus gelernt habe. Und mir das noch vorzuwerfen, mich als weniger Wert anzusehen und mich als Schwerverbrecher zu bezeichnen, ist einfach nur verletzend und macht mich sehr wütend. Kontakt ist abgebrochen worden meinerseits gestern.
Auch begründete er seine Meinungen immer darauf, dass alle seine Freunde ja genauso denken würden. Er hat kaum soziale Kontakte früher gehabt, weswegen er kaum Erfahrungen hat. Und das merkte man auch, da er ein total realitätsfremdes Bild hatte, wenn er über alles mögliche sprach, wie Beziehungen oder Sexualität zB.

Ich bin einfach so enorm wütend, dass jemand mich in den Himmel hebt, mir das Gefühl gibt, ich brauche keine Angst vor Verurteilungen oder sonstigem haben und dann werde ich wegen so etwas sitzen gelassen. Meine Ex-Freunde und auch sonstigen Freunde und Freundinnen verurteilen mich nicht, sie haben absolut kein Problem damit, weil ich für sie trotzdem oder generell eine liebenswerte und verständnisvolle Person bin.
Es tut weh, wie die Menschen so schnell über einen richten und mit dem Finger auf jemanden zeigen, ohne sich viel Gedanken davor gemacht zu haben.

Ich habe eigentlich sogesehen keine Frage, aber ich wollte es los werden, denn mich kotzt das so an... Es ist mir unbegreiflich, wie manche sagen können, wir seien eine zivilisierte Gesellschaft, und dann kommen solche Dinge daher...

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1. März 2012 um 10:57

Also ...
... erst einmal: gott verdammt hast du ne niedliche Katze !!!!! Gottchen is die süüüüüß

zum zweiten:
es gibt halt Männer, die sind "ethisch" nunmal so eingestellt das eine Abtreibung "Mord" ist - nicht Gottes Wille oder ähnliches.
Ich würde nicht soviel auf seine Meinung etwas geben - schließlich ist es eine INTERNETbekanntschaft - wen kümmerts? Lösch ihn aus deinen Listen und damit ist Ruhe. Soll er doch denken was er will.
Manche Menschen sind halt engstirnig, intolerant und distanziert sobald etwas komplett anders ist als deren Meinung es vorstrebt.

Es gibt aber auch Menschen die sind verständnisvoll und einfühlsam - ich hoffe für dich, solche triffst du auch -> und lässt das Erlebnis mit dem Männeke jetzt ruhen ...

heju

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1. März 2012 um 12:18

Danke
für eure lieben Antworten! Und danke wegen dem Bild^^
Ich glaube auch, ich sollte so etwas, egal, wie offen jemand zu mir ist, nicht mehr so schnell erzählen. Ich schäme mich nicht dafür, dass es mir "passiert" ist. Aber wenn Menschen vorgelebt bekommen, dass solche wie "wir" Monster und Mörder sind, kann das leider zu einem Problem werden. Ich finde es sehr schade, dass manche ihren Horizont nicht erweitern und die Dinge so nehmen, wie sie ihnen gezeigt werden.
Aber jeder soll seine eigenen Grenzen setzen.
Aja, und entschuldigt den ein oder anderen Rechtschreibfehler - wenn ich wütend bin, sehe ich sowas nicht mehr!

Und ich wünsche dir, Ivory, dass es dir bald gelingt! Von ganzem Herzen! Es ist etwas schönes, wenn alles andere auch passt, da bin ich mir sicher!

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1. März 2012 um 13:03

Ich wüsste nicht,
warum ich ihm verzeihen sollte, wenn er mich deswegen als Schwerverbrecher bezeichnet. Und wie ich schon geschrieben habe, jeder hat seinen eigenen Horizont. Ich pauschalisiere hier auch nicht, denn manche Fälle von Abtreibung finde ich auch nicht in Ordnung, wenn man zB einem Kind alles bieten könnte, aber einfach nicht verhütet hat und jetzt das als eine Art "Pille danach" verwendet.

Irgendwann ist man Alt genug, dass man das, was einem beigebracht worden ist, die Moral und Ethik überdenkt und seine eigene Meinung bildet. Es wäre ein Paradoxon, wenn ich tolerant gegenüber Intoleranz bin. Ich bin ein Mensch, der humanistisch denkt, und ich glaube kaum, dass das verwerflich ist.
Was mit den Tieren passiert, ist für mich ebenso furchtbar und nicht nachvollziehbar. Denn wer solche (sexuellen) Neigungen lebt, muss leider gestörte Ansichten haben, nach Freud der Todestrieb, auch Thanatos genannt. Aber ich schweife ab.

Ich respektiere solche Meinungen nicht, aber ich akzeptiere sie, dass manche nicht fähig sind, ihre Ängste und Unwissenheit fallen zu lassen und sich auf etwas einlassen, dass generell von der Gesellschaft verteufelt wird.
Wieviele tabuisierte Themen wurden von gewissen, historischen Persönlichkeiten aufgenommen und konnten erst durch diese Anerkennung finden? Man sollte nur an die Schwarzen denken, das Thema Sex, Kindesmissbrauch und und und ...

Wenn ich nur mit dem Finger auf die Dinge zeige, mache ich nichts besser, eher umgekehrt. So bleibt alles beim Alten.

Jemanden abzuwerten, weil er Fehler gemacht hat, die sogar auch noch in meinem Fall lange zurück liegen, ist nicht fair. Warum sollte ich mich entschuldigen?

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1. März 2012 um 13:04

Haha
Achso, ich dachte, du meintest, du übst, ein Kind zu machen Gelassenheit ist aber auch nicht schlecht
Das könnte ich auch probieren... Sonst bekomme ich jetzt schon böse "Denkfalten", die machen später so einen Sauertöpfischen Gesichtsausdruck

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1. März 2012 um 13:29
In Antwort auf esmeri_11872307

Danke
für eure lieben Antworten! Und danke wegen dem Bild^^
Ich glaube auch, ich sollte so etwas, egal, wie offen jemand zu mir ist, nicht mehr so schnell erzählen. Ich schäme mich nicht dafür, dass es mir "passiert" ist. Aber wenn Menschen vorgelebt bekommen, dass solche wie "wir" Monster und Mörder sind, kann das leider zu einem Problem werden. Ich finde es sehr schade, dass manche ihren Horizont nicht erweitern und die Dinge so nehmen, wie sie ihnen gezeigt werden.
Aber jeder soll seine eigenen Grenzen setzen.
Aja, und entschuldigt den ein oder anderen Rechtschreibfehler - wenn ich wütend bin, sehe ich sowas nicht mehr!

Und ich wünsche dir, Ivory, dass es dir bald gelingt! Von ganzem Herzen! Es ist etwas schönes, wenn alles andere auch passt, da bin ich mir sicher!

Oder besser abwägen...
wann man wem, was erzählt.
Denn eigendlich war es ja gut, dass du so offen deine "Leiche" ausgegraben hast...
So konntest du schnell erkennen, welch Geistes Kind du da vor dir hast.
Ist doch super, im Endeffekt

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1. März 2012 um 21:36


also ganz ehrlich.... die Frau ist doch LEIH- Körper. Nur weil der Mann ein kind haben will, muss doch die Frau das nicht austragen, wenn sie das in dem Moment für "nicht richtig" empfindet!

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1. März 2012 um 21:36
In Antwort auf melete_12094492


also ganz ehrlich.... die Frau ist doch LEIH- Körper. Nur weil der Mann ein kind haben will, muss doch die Frau das nicht austragen, wenn sie das in dem Moment für "nicht richtig" empfindet!


Kein LEIH- Körper xD

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2. März 2012 um 11:29

Hallo,
ich wusste nicht, dass man so angegriffen wird, wenn man abtreibt.
Und einer 16-jährigen kann man das schon garnicht vorwerfen.
Kein Wunder, dass man immer weniger von sich preisgibt. Viele verwenden jede Schwäche sofort gegen dich.

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2. März 2012 um 11:51

Oje
Vergiss ihn. Er ist es nicht wert sich aufzuregen auch wenn es dir jetzt anders geht.
Seine Reaktion ist unangemessen. Egal welche Einstellung man zur Abtreibung hat, hat man nicht das Recht dazu Leute deswegen zu verurteilen. Dir muss es elend gegangen sein und so lange es für dich die richtige Entscheidung war, ist das Begründung genug. Ich selbst würde nicht abtreiben, aber ich war weder in der Lage, noch sage ich, dass es keiner machen darf.

Zu dem Thema wo vorher Jemand geschrieben hat, er würde Fremde oder Leute die er nicht so kennt, mehr verurteilen. Naja bei mir ist bei solchen Sachen das Gegenteil der Fall, weil ich die Gründe aus der Distanz nicht nachvollziehen kann.

Jemand der frisch verliebt ist, rastet bei so etwas nicht so aus, ohne danach rückzurudern wenn ihm das Gegenüber wirklich wichtig ist. Wenn er ernsthaft Probleme mit Abtreibungen hat, dann hat die Sache eh keine Zukunft da er DIR das immer wieder vorhalten wird.

Ich selbst hätte das frühestens bei einem persönlichen Treffen mit mehr Vertrauen erzählt - aber das ist Ansichtssache. Ein gutes hat es dennoch, er hat relativ früh sein wahres Gesicht gezeigt.

Manchmal passt es einfach nicht. Aber der Passende kommt schon noch - meist dann, wenn man es nicht erwartet.

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2. März 2012 um 18:56

Ich denke
nicht, dass man alles tolerieren und verstehen bzw nachvollziehen kann. Ich wurde aber von ihm auch mit einem psychisch gestörten Schwerverbrecher gleichgestellt. (Ich wünschte, das wäre nur ein schlechter Scherz gewesen.) Und DAS geht definitiv zu weit. Er hat mir genauso alles offen erzählt, dass er gehänselt worden ist, weil er eine seltene Hautkrankheit hat, etc pp. Deswegen dachte ich mir, wenn er so offen spricht, dann könnte ich es doch auch... Nein, konnte ich wohl nicht.
Auch, dass er meinte, besser er wisse es jetzt als es später zu erfahren. Wobei ich mir denke, dass ich ihm weder fremdgegangen (was man so gar nicht sagen kann) oder sonstiges sei, und keine Rechenschaft ablegen muss/müsste.
Es sagt über mich natürlich aus, dass ich verantwortungslos und naiv damit umgegangen bin. Und natürlich wusste ich, dass man durch Sex Kinder zeugen kann. Aber ich konnte die Konsequenzen, wie sich das dann "anfühlt", nicht abschätzen. Und mittlerweile, vor allem auch dadurch, habe ich gelernt, für mich und andere Verantwortung zu übernehmen und nicht nur in solcher Hinsicht aufzupassen.

Ich zweifle nicht daran, dass der Kontaktabbruch meinerseits falsch war. Aber ich kann so viel Verständnis für ihn aufbringen, dass er es nicht verstehen kann, da er durch das Mobbing kaum oder keine sozialen Kontakte hatte und nicht rausgehen und Fehler machen konnte, wie viele andere.
Er ist nur daheim gesessen, hat Videospiele gespielt und konnte keine Erfahrungen in solchen und anderen Hinsichten machen.
Ich mag offenherzig gewesen sein, ja, aber ich dachte eben, ich "dürfte" das auch sein, wenn er es ist, ohne dafür gleich fallen gelassen zu werden.

Die dümmste und zugleich gemeinste Aussage war: "Meine Freunde würden das nicht mal annähernd tolerieren!" Mhm. Was geht das seine Freunde an? Ich habe es doch ihm anvertraut... Oder MUSS er die gleiche Meinung wie seine Freunde haben?
Ich finde es traurig... Oder bessergesagt: So etwas macht mich traurig.

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