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Ich mag ihn aber fühle mich nicht verliebt

29. Oktober um 13:21

Ich brauche etwas Hilfe meine Situation zu reflektieren. Ich bin 28 und treffe mich nun seit bald zwei Monaten mit jemanden. Wir haben uns schon letztes Jahr kennengelernt, wobei ich mitlerweile ins Ausland ging und vorher den Kontakt abgebrochen habe. Es war rein sexuell und ich habe schon damals den Schlusstrich gemacht, weil er mir zu anhänglich war und ich auchh wusste ich bin bald weg. Als ich zurück kam hab ich mich wieder gemeldet, mal auf gut Glück ob er noch single sei.

Also haben wir wieder uns getroffen, und wieder fängt es an sich ernster anzufühlen als mir lieb wär. Ich weiss er versucht absichtlich mich nicht ein zu engen, jedoch passiert es teils halt doch, wenn wir an einem Abend uns treffen und wir letztendlich dann doch wieder uns das ganze Wochenende lang nicht trennen. Wir haben viele Gemeinsamkeiten, kamen uns von Anfang an sehr vertraut vor, konnten über alles reden und er macht quasi alles um mir zu gefallen, was ich mir von Ex-Freunden gewünscht hätte (romantisch, kocht, hilft aus mit Gefallen etc). Er investiert mehr in uns als ich ist mir bewusst geworden. Schon seit meiner ersten Trennung habe ich Bindungsängste entwickelt. Nun bin ich mir nicht sicher, ob einfach trotzdem etwas "Chemie" fehlt, weil ich einfach nicht aufgeregt bin, mich nocht verliebt fühle.. Ob ich einfach mehr "Misterie" benötige, oder ich einfach wieder einen Rückzieher machen will wegen meiner Bindungsphobie und auch nicht seine Zeit verschwenden will, da er wohl emotional mehr dein ist als ich

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29. Oktober um 13:58

Ich finde es schwer zu beurteilen ob Deine Gefühle wirklich nicht so ausgeprägt sind wie seine und ob sie nicht für mehr ausreichen.
Die Frage wäre z.B. nach dem unplanmässigen Wochenenden, hast Du die Zeit mit ihm genossen oder warst Du auch froh, als Du wieder alleine warst.
Vielleicht erwartest Du zuviel (Himmel voller Geigen, Schmetterlinge im Bauch), er ist nicht der Mann zum wirklichen verlieben für Dich oder Deine kopflastige Bindungsangst steht Dir im Weg. Falls letzteres solltest Du die ursächliche frühere Trennung mal aufarbeiten

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29. Oktober um 14:36
In Antwort auf eisbluete7

Ich brauche etwas Hilfe meine Situation zu reflektieren. Ich bin 28 und treffe mich nun seit bald zwei Monaten mit jemanden. Wir haben uns schon letztes Jahr kennengelernt, wobei ich mitlerweile ins Ausland ging und vorher den Kontakt abgebrochen habe. Es war rein sexuell und ich habe schon damals den Schlusstrich gemacht, weil er mir zu anhänglich war und ich auchh wusste ich bin bald weg. Als ich zurück kam hab ich mich wieder gemeldet, mal auf gut Glück ob er noch single sei.

Also haben wir wieder uns getroffen, und wieder fängt es an sich ernster anzufühlen als mir lieb wär. Ich weiss er versucht absichtlich mich nicht ein zu engen, jedoch passiert es teils halt doch, wenn wir an einem Abend uns treffen und wir letztendlich dann doch wieder uns das ganze Wochenende lang nicht trennen. Wir haben viele Gemeinsamkeiten, kamen uns von Anfang an sehr vertraut vor, konnten über alles reden und er macht quasi alles um mir zu gefallen, was ich mir von Ex-Freunden gewünscht hätte (romantisch, kocht, hilft aus mit Gefallen etc). Er investiert mehr in uns als ich ist mir bewusst geworden. Schon seit meiner ersten Trennung habe ich Bindungsängste entwickelt. Nun bin ich mir nicht sicher, ob einfach trotzdem etwas "Chemie" fehlt, weil ich einfach nicht aufgeregt bin, mich nocht verliebt fühle.. Ob ich einfach mehr "Misterie" benötige, oder ich einfach wieder einen Rückzieher machen will wegen meiner Bindungsphobie und auch nicht seine Zeit verschwenden will, da er wohl emotional mehr dein ist als ich

Vermutlich musst du dir klar werden, was für dich unabdingbar bei einem Mann gegeben sein muss, damit du dich in ihn verliebst bzw. Gefühle des Verliebtseins, der Liebe entwickeln kannst Und natürlich geht es für dich auch darum, ob du überhaupt bereit bist, eine verbindliche Beziehung einzugehen (Alter, Sozialisierung, Lebensplan usw.)  
Als Mann bin ich früher nicht gerade selten auf Frauen wie dich gestossen. Und ich muss dir mit einer gehörigen Portion Selbstreflektion sagen, ich verstehe dich, auch wenn es für die Betroffenen verflucht anstrengend ist. Aber bemerkenswert ist schon, dass in solchen Konstellationen offenbar (fast) alles stimmen würde, bis hin zum Sex, und dann doch nicht mehr passiert bzw. möglich ist.
Auf dich bezogen frage ich somit kritisch nach: Was stört dich denn an diesem Mann so sehr, dass du dich nicht fallen lassen bzw. ihm voll und ganz hingeben kannst? Und was waren das früher für Männer, Bindungen und Beziehungen, die dich ängstlich haben werden lassen? Und glaubst du wirklich, dass es sich lohnen kann, wieder auf einen solchen Mann zu warten, den du dann zwar liebst, aber alles andere wieder nicht so richtig stimmt? Und frage dich mal was eigentlich die Essenz dessen ist, mit jemandem so richtig gut ins Leben zu starten bzw. durchs Leben zu gehen. 
Wir Leser hier kennen deine Biografie nicht. Aber ich fürchte ein wenig, dass du auf ein Männerbild konditioniert bist, welches dir zwar vertraut ist aber nicht wirklich gut tut. Dich davon zu lösen fällt dir nun schwer und es überfordert dich, den Kompass neu auszurichten. Bei allem Verständnis für die Sehnsucht nach den Schmetterlingen, du kannst dir diesen unbeschwerten Flug in die Sonne selber verbieten in dem du im Schatten sitzen bleibst.
Zum Schluss noch eine Empfehlung: Sich bei einem Menschen zu melden, der offenbar in einem verliebt ist, ihm Hoffnungen zu machen, gar Sex zu haben und dann doch nicht so richtig zu wollen, ist zwar furchtbar modern, aber auch furchtbar selbstsüchtig. Tiefe erreicht man nicht, in dem man an der Oberfläche schwimmen bleibt, dort treibt bekanntlich auch der ganze Müll.
Viel Glück! 

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29. Oktober um 14:57

Ich kann deine Situation gut nachempfinden. Komme auch immer wieder in diese Situation.

Ich habe mich bis jetzt immer für die Schmetterlings variante entschieden..aber es ist immer schief gelaufen.
Nun bin ich wieder an den punkt. Hab jemanden kennengelernt. Theoretisch echt super..aber die Schmetterlinge fehlen.
Nur wenn man so gepolt ist, hat man ohne schmetterlinge keine Lust auf körperlichkeiten und andere mönner sind noch sehr präsent. Ist das bei dir auch so?

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29. Oktober um 16:44

"Warum netten Männern die Frauen weglaufen" kann unter diesem Titel auf welt.de nachgelesen werden. Der Einfachheit halber das Einstiegszitat aus diesem Artikel: "Wer immer zuvorkommend und gefällig ist, wirkt auf potenzielle Partner nicht attraktiv. Er investiert zu viel, ist zu verfügbar, belohnt Respektlosigkeit und lässt der Hoffnung keine Chance." Im weiteren: "Die unbewusste Annahme, dass Dinge oder Menschen, die schwer zu bekommen sind, besonders wertvoll sind, ist tief im Menschen verwurzelt."
Die Psycholgie spricht aber auch von der damit verbundenen Illusion, dass es so scheint zu sein. Womit sich ein mittelprächtiges Problem offenbart, insbesondere in der  Kennenlern- oder Startphase eine Beziehung. Was am Anfang wichtig scheint um Neugier, Attraktivität und Begehren zu fördern, wird später schnell einmal vermisst oder als unzureichend gesehen, vorallem wenn es sich um handfeste charakterliche Defizite handelt. Sich spröde zu geben um sich interessant zu machen, ist das eine, mit einem Gletscher oder Mundtoten, einem Selbstverliebten, einem Egoisten oder einem Narzisten eine Beziehung führen zu wollen ein Albtraum (zumindest für die meisten).
Und wie will ich erkennen, ob jemand spielt (Stratgeie) oder schlicht und einfach so tickt? Ich glaube, dass genau bei diesem Punkt viele auf die Schnauze fallen und ernüchtert feststellen, dass sie bei aller Strahlkraft schon wieder bei einem Arsch gelandet sind (jetzt mal aus der weiblichen Perspektive gesprochen, gibt es natürlich auch umgekehrt).
Ich meine, dass es möglich sein kann und vielleicht auch sinnvoller wäre, diese Muster zu überdenken, insbesondere wenn es wirklich um den Wunsch geht, mit jemandem zusammensein zu wollen, der wirklich passt.  

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29. Oktober um 21:00
In Antwort auf steinundwasser

Vermutlich musst du dir klar werden, was für dich unabdingbar bei einem Mann gegeben sein muss, damit du dich in ihn verliebst bzw. Gefühle des Verliebtseins, der Liebe entwickeln kannst Und natürlich geht es für dich auch darum, ob du überhaupt bereit bist, eine verbindliche Beziehung einzugehen (Alter, Sozialisierung, Lebensplan usw.)  
Als Mann bin ich früher nicht gerade selten auf Frauen wie dich gestossen. Und ich muss dir mit einer gehörigen Portion Selbstreflektion sagen, ich verstehe dich, auch wenn es für die Betroffenen verflucht anstrengend ist. Aber bemerkenswert ist schon, dass in solchen Konstellationen offenbar (fast) alles stimmen würde, bis hin zum Sex, und dann doch nicht mehr passiert bzw. möglich ist.
Auf dich bezogen frage ich somit kritisch nach: Was stört dich denn an diesem Mann so sehr, dass du dich nicht fallen lassen bzw. ihm voll und ganz hingeben kannst? Und was waren das früher für Männer, Bindungen und Beziehungen, die dich ängstlich haben werden lassen? Und glaubst du wirklich, dass es sich lohnen kann, wieder auf einen solchen Mann zu warten, den du dann zwar liebst, aber alles andere wieder nicht so richtig stimmt? Und frage dich mal was eigentlich die Essenz dessen ist, mit jemandem so richtig gut ins Leben zu starten bzw. durchs Leben zu gehen. 
Wir Leser hier kennen deine Biografie nicht. Aber ich fürchte ein wenig, dass du auf ein Männerbild konditioniert bist, welches dir zwar vertraut ist aber nicht wirklich gut tut. Dich davon zu lösen fällt dir nun schwer und es überfordert dich, den Kompass neu auszurichten. Bei allem Verständnis für die Sehnsucht nach den Schmetterlingen, du kannst dir diesen unbeschwerten Flug in die Sonne selber verbieten in dem du im Schatten sitzen bleibst.
Zum Schluss noch eine Empfehlung: Sich bei einem Menschen zu melden, der offenbar in einem verliebt ist, ihm Hoffnungen zu machen, gar Sex zu haben und dann doch nicht so richtig zu wollen, ist zwar furchtbar modern, aber auch furchtbar selbstsüchtig. Tiefe erreicht man nicht, in dem man an der Oberfläche schwimmen bleibt, dort treibt bekanntlich auch der ganze Müll.
Viel Glück! 

Vielen dank für deine Antwort! Ich denke du hast den Nagel ziemlich auf den Kopf getroffen und mir viel Stoff zum Nachdenken / Reflektieren gegeben!

Und das ist es eben auch, ich will nicht am ende jemanden Ausnutzen aber ich will auch nicht zu früh aufgeben, falls da eigendlich doch ein grosses Potential für uns wäre.

Aus Erfahrung bin ich nämlich nicht natürlich zu Leuten angezogen, welche mir tatsächlich gut tun, das beisst meine Instinkte täuschten mich gerne in der Vergangenheit. Und auch als ich es mal mit einem "von den guten" versuchte, welcher anfangs "zu nett" gewirkt hat (was auch nicht sehr attraktiv war aber eben wegen Bindungsängsten konnte ich nicht unterscheiden ob ich mich einfach selber sabotiere) bin ich auch wieder auf einen Narzissten reingefallen 😞 

ich werd mir jedenfalls es zu herzen nenmen was du geschrieben hast  

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30. Oktober um 9:17

"ich es mal mit einem "von den guten" versuchte, welcher anfangs "zu nett" gewirkt hat (was auch nicht sehr attraktiv war aber eben wegen Bindungsängsten konnte ich nicht unterscheiden ob ich mich einfach selber sabotiere) bin ich auch wieder auf einen Narzissten reingefallen"

Vielleicht hast du aus der Bindungsangst heraus, dich ihm viel zu sehr hingegeben. Dich von einem Pol zum Gegenpol hin bewegt und bist dort verweilt. Du hast dich zu sehr angelehnt, deine Grenzen verloren, mehr als 100 Prozent Vertrauen gewährt - ihm möglicherweise zu viel Verantwortung für deine Person überlassen. Ein durchschnittlicher Mensch würde dich dann auffordern mehr Eigenverantwortung zu übernehmen, während der Egomane gerne die Regie und eigennützige Einflussnahme übernimmt, um den größten Gewinn -im wahrsten Sinn des Wortes- zu erzielen....

 

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30. Oktober um 10:20
In Antwort auf eisbluete7

Vielen dank für deine Antwort! Ich denke du hast den Nagel ziemlich auf den Kopf getroffen und mir viel Stoff zum Nachdenken / Reflektieren gegeben!

Und das ist es eben auch, ich will nicht am ende jemanden Ausnutzen aber ich will auch nicht zu früh aufgeben, falls da eigendlich doch ein grosses Potential für uns wäre.

Aus Erfahrung bin ich nämlich nicht natürlich zu Leuten angezogen, welche mir tatsächlich gut tun, das beisst meine Instinkte täuschten mich gerne in der Vergangenheit. Und auch als ich es mal mit einem "von den guten" versuchte, welcher anfangs "zu nett" gewirkt hat (was auch nicht sehr attraktiv war aber eben wegen Bindungsängsten konnte ich nicht unterscheiden ob ich mich einfach selber sabotiere) bin ich auch wieder auf einen Narzissten reingefallen 😞 

ich werd mir jedenfalls es zu herzen nenmen was du geschrieben hast  

Das Problem mit den Narzissten ist tatsächlich, dass sie sich am Anfang sehr zugewandt und nett geben können. Da besteht eine Parallelität zu eigentlich allen Menschen, die von Beginn weg ihr Interesse nicht verstecken, ihre Gefühle zeigen und mit Freundlichkeit und Nettigkeit recht verschwenderisch umgehen.
Die Perspektive eines solchen Mannes an deiner Seite ist stets die, dass er deine Unsicherheit, deine Zurückhaltung, deine Ambivalenz natürlich spürt. Da er von der Richtigkeit seiner Gefühle aber überzeugt ist und zu wissen glaubt, dass du wirklich die richtige bist, versucht er das Ungleichgewicht mit mehr Investment von seiner Seite auszugleichen. Ein Teufelskreis.
Mir ist das selber auch zweimal passiert. Tragisch war, dass ich mir damals über die psychologischen Komponenten gar keine Gedanken gemacht habe. Ich war setes davon überzeugt, dass gerade Frauen mit schlechten Männererfahrungen doch auf einen "netten" wie mich stehen müssten. Es wird schon klappen irgendwann, war dabei Motivation und Triebfeder.
Interessant übrigens, es hätte dann zum Schluss wohl bei beiden Frauen tatsächlich funktioniert. Aber genau zum Zeitpunkt, wo die dann unter meiner Tür standen, konnte, wollte ich nicht mehr. Die Luft war draussen. Und ich habe selten Frauen so verletzt gesehen!
Es könnte sich somit lohnen, dass du mit deinem Freund, Kollege oder was er jetzt halt gerade ist, radikal offen darüber sprichst und aus deinen Gefühlen kein Geheimnis machst.

Nachtrag: Die Psychologie ist das eine. Was ich mich damals selber gefragt habe, ist aber auch immer wieder ein Thema hier im Forum. Geht es in Fällen wie dem deinigen nicht auch um fehlende körperliche oder ökonomische Attraktivität?
Somit: Wünschst du dir all die guten Eigenschaften des "netten" Freundes im Körper des besser aufgestellten, schöneren "Badboys"? Oder nochmals anders, glaubst du über bessere Qulifikationen und Chancen zu verfügen, als dein netter Freund?
Denn es ist schon klar. Solange man glaubt, dass noch was besseres kommt, oder man denkt was besseres verdient zu haben, sind die meisten schnell mal auf der Flucht. War ja ganz nett oder? Aber für immer, niemals!

Was bleibt sind die Zweifel. Ich hielt mich damals an die fernöstliche Weisheit eines Lao Tse. Und bin damit bis heute gut gefahren: 

Der Mensch, wenn er ins Leben tritt,
ist weich und schwach,
und wenn er stirbt,
ist er hart und stark.
Die Pflanze, wenn sie ins Leben tritt,
ist weich und zart,
und wenn sie stirbt,
ist sie dürr und starr.
Darum sind die Harten und Starken
Gesellen des Todes,
die Weichen und Schwachen
Gesellen des Lebens.
 

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