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Ich mach alles falsch und hasse mich so sehr dafür!

31. Januar 2003 um 8:47

hallo ihr lieben,
ich bin momentan in einer situation aus der ich allein nicht wieder rauskomme und sogar schon an professionelle hilfe gedacht habe!

es wird ein längerer beitrag werden und ich hoffe einfach nur auf evtl. zuhörende und verständnis:

alles begann vor 2 jahren. ich hatte in einer neuen firma begonnen und lernte dort den absoluten traummann in gestalt eines engels kennen. (er ist der liebste mensch auf der ganzen welt und ich hab ihn nun für immer verloren **heul-schluchz**).

wir lernten uns also in dieser firma kennen und alles lief ganz normal, er war ein arbeitskollege und ich in einer kaputten beziehung mit meinem damaligen freund! ein jahr verging und dieser arbeitskollege und ich kamen uns auf einmal näher. so wie das nun manchmal läuft. da waren leidenschaft und gefühle, die ich mir niemals erträumen hätte können. wir trafen uns ein paar mal und er eröffnete mir eines tages seine zuneigung und liebe. auch ich war hin und weg, aber noch immer in dieser kaputten beziehung und auch einfach nicht in der lage sie zu beenden. er schrieb mir lange romantische briefe und buhlte wie ein verrückter. das ganze lief 4 monate lang und der kollege gab einfach nicht auf, ich allerdings irgentwann nach! alles eskalierte, mein damaliger partner war verdammt verletzt, aber im mai 2001 war es dann soweit. ich war soooo glücklich und endlich vereint mit meiner heissen affaire. alles lief gut. er verwöhnte mich, umwarb mich und erklärte mir, ich sei seine traumfrau.

nun muss man dazusagen, dass er lange lange zeit allein war und sehr unter der trennung seiner ex-freundin gelitten hatte. sie ist damals ins ausland gegangen auf absehbare zeit und aber niemals wieder zurückgekehrt. dieser sache hatte er mehr als 3 jahre trauerzeit gewährt, bis ich in sein leben trat und er das erste mal seitdem wieder richtig doll verliebt war (seine worte). nach einem jahr voller leidenschaft und der tatsache, dass ich meine damalige wohnung aus finanziellen und auch prinzipiellen gründen aufgab um ganz neu mit dem "mann fürs leben" anfangen zu können, ging plötzlich nichts mehr...um geld sparen zu können, nistete ich uns beide bei meinen eltern ein, leider nur einem angebauten 10qm kleinem zimmerchen ohne inneliegendem klo und ohne eigene küche (hört sich krass an, ist aber nur halb so wild). und es war ja auf absehbare zeit, denn wir waren ja auf der suche nach einer kleinen gemeinsamen wohnung.

da wir aber zusammen arbeiteten und uns quasi nun 24 stunden am tag "auf der pelle hingen" und das auch ohne ausweichmöglichkeiten, drohte unsere beziehung zu ersticken. mein problem ist, ich raste mächtig schnell aus und fruste gern alles meiner umwelt entgegen. will ich eigentlich gar nicht, aber es passiert mitunter und in dieser zeit eben ständig. im februar/märz letzten jahres, als ich mal wieder nen streit vom zaun brach, packte er seine sachen (nachdem er mich mehrmals drauf hingewiesen hatte, dass er so absolut keinen spaß mehr an mir hat)und meinte, er müsse raus und bräuchte ne auszeit. soweit so gut, ich war am boden zerstört, gelobte besserung und sah alle fehler auf einmal ein. wir einigten uns auf eine etwas gelöstere beziehung. er suchte sich eine eigene kleine wohnung, während ich weiter bei den eltern hauste.

leider gab es dann auch betriebliche probleme und ich musste aus diesen gründen die filiale wechseln. seit juni 2002 bin ich nun sowohl räumlich als auch betrieblich von ihm getrennt und statt dass es unserer beziehung wieder etwas pepp gibt, wurde es immer schlimmer. ich warf ihm die schlimmsten dinge vor und erwartete immer mehr von ihm, das vertrauen brach, ich wurde grundlos eifersüchtig und vergass dabei den schmerz, den ich erst einige monate zuvor ertragen hatte.

richtig schlimm wurde es dann im dezember letzten jahres, ich legte mich mit alles und jeden an. die kollegen in der neuen filiale, die mich sehr familiär aufgenommen hatten, schossen plötzlich und das berechtigt, gegen mich. es wurden gespräche mit dem chef geführt und kunden beschwerten sich über mein unhöfliches und gestresstes verhalten. nun am montag in der letzten woche hatte ich das zweite gespräch mit dem chef der filiale, in der ich erst seit 6 monaten tätig war. er "belohnte" meine blankliegenden nerven mit einer richtig krassen abmahnung, die ich gestern in schriftlicher form erhielt. eine welt brach für mich zuammen, noch nie musste es soweit kommen, noch nie hatte ich soviel pech auf einmal, denn damit nicht genug.

obwohl ich ja eigentlich geld sparen wollte, hatte ich in den letzten monaten auf äusserst hohem fuss gelebt, war auch nie wirklich zu hause, weil ich mich dort ja auch nicht wirklich wohlfühlte. ich lebte quasi seitdem mein liebster ausgezogen war, im auto. kam nie wirklich zur ruhe, was meine nerven sicher auch nicht grad schonte. mal war ich bei ihm und dann wieder zu hause. dieses ewige hin und her machten mich echt tierisch fertig. jedenfalls kamen nun auch geldprobleme hinzu und alles kam in der letzten woche auf einmal auf mich eingestürzt und anstatt mich in seine starken arme fallen zu lassen, fing ich mal wieder an gegen IHN zu frusten, der doch gar nix dafür konnte...ich glaub, dieser streit war dieses mal der auslöser und gestern telefonierten wir noch einmal. er meinte, eine trennung wär unumgänglich, es gäbe keine andere lösung mehr für uns. er will nicht mehr, er kann nicht mehr. er möchte lieber wieder alleine sein.
er meinte sogar, er würde mich nicht mehr so lieben wie am anfang. gefühle würden kommen und gehen und die letzten monate hätten dazu beigetragen!

was soll ich nur tun? ich hab alles verloren. und es ist alles meine eigene schuld! ich hasse mich dafür, ich will so nicht sein, so hektisch, oft in brast und dabei fast immer ungerecht werdend. ich liebe ihn so sehr und ich danke ihm dafür, dass er mich erobert hat, aber nun habe ich endgültig die rote karte von ihm bekommen. und er hat sogar recht.

jetzt seh ich ein, wie schlimm und rücksichtsvoll ich mich vor allem in den letzten monaten nicht nur ihm gegenüber verhalten hab. ich werde zum arzt gehen und weitere massnahmen besprechen, um mich und meine art und weise endlich in den griff zu bekommen. ich sehe meine fehler, aber ich bin nicht in der lage sie abzustellen. was soll ich nur tun? ich bin so verzweifelt! mein job ist gefährdet und meine geldprobleme...bekomm ich wohl in den griff, aber das schlimmste ist, dass meine beziehung zerstört ist und er hat mir doch eigentlich so gut getan. er ist doch der liebste mensch auf der ganzen welt, sicherlich mit macken, aber so lieb!

ich weiss der beitrag ist arg lang geworden, aber wie soll ichs sonst erklären? ziemlich verfahren alles! vielleicht hat jemand von euch lieben ne idee, wie ich mich in meiner misére noch verhalten kann.

liebe grüße
das zickleindeluxe

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31. Januar 2003 um 13:58

Super...
dass du dir echt die zeit genommen hast, dir mein geplänkel durchzulesen und dann sogar noch stellung zu nehmen. ich bin dankbar für jeden rat! also als erstes mal zu deinen fragen:

**...da hat jeder von euch euch in einer eigenen wohnung gewohnt, richtig?
ja also er lebte in einer wg, war aber die meiste zeit bei mir und meine wohnung hab ich aufgegeben, nachdem er sich von der wg gelöst hatte, da er eben eh nur bei mir war und da wir ja geld sparen wollten, weils für beide nicht allzu rosig aussah, hab ich uns eben bei den ellies eingenistet (nicht auf dauer war eigentl. für uns beide klar)

**dann kam dein filialwechsel. in eine andere stadt? wie weit denn weg?
ach, sogar im selbigen stadtteil wurde ich untergebracht. die entfernung hat dabei sicherlich keine rolle gespielt...

**und was geschah dann?
naja ich wurde unsicher, würd ich sagen. hab mir viele dinge eingeredet, wurde grundlos eifersüchtig. ich denke, anstatt ihm zu beweisen, dass seine bedenken bezgl. des zusammenziehens völlig grundlos waren, habe ich ihn immer weiter in die enge getrieben und ihn in seinem vorhaben bestätigt. wollte ich wie gesagt,gar nicht. eigentlich hätte ich mich auch in seiner gegenwart entspannen müssen, war ich nicht in der lage dazu!! hab immer nur gedacht, er macht mir eh was vor, er will mich gar nicht wirklich mehr, er ist nur noch aus gewohnheit mit mir zusammen und und und...ich hab ihm einfach total unrecht getan. und die sache mit den ursachen...das ist ja mein problem! ich weiss ja auch nicht woran es lag, aber eins weiss ich sicher. so will und kann ich einfach nicht weitermachen!

der wechsel in die andere filiale war ja wie gesagt, betriebsbedingt und ich war nicht sonderlich begeistert damals, als es hiess, dass ich eben vom buchhaltungsbüro in den kundendienst wechseln soll, weil ich eben wusste, ich bin der mensch, der gern abarbeitet und nicht dem direkten streß ausgesetzt werden kann. leider hatte ich gar keine wahl, denn arb.plätze sollten nunmal abgebaut werden und einer davon war meiner. ich könnte ja froh sein, dass ich überhaupt noch ne arbeit hatte, aber es ist eben nicht mein ding. soweit die erkenntnis, statt mich nun anderweitig umzuschauen, bin ich eben hier kleben geblieben und hab meinem frust freien lauf gelassen. ich denke, das wäre ne eventuelle ursache. die tatsache, dass ich eben aus meiner gewohnten umgebung, in der ich mich wohlgefühlt hab und wo mir meine arbeit freude bereitet hat, hat mich noch mehr verbittern und frusten lassen! meinst du, dass das ne mögliche erklärung für das ständig in die falsche richtung vorschreitende stadium wäre?

auf alle fälle geb ich dir recht, dass ich generell was an meiner lebenseinstellung ändern sollte und das ist es auch, was ich mir gaaaanz fest vorgenommen hab undzwar auch genau aus diesen gründen, die du mir genannt hast. ich bin total begeistert von der idee mit dem autogenen training und versuch in jedem fall soetwas in der art in angriff zu nehmen, nur wird man mir sicher keine weitere chance geben mich zu beweisen, zu zeigen ich kann doch auch anders, wenn ich nur will und meine innere ruhe endlich gefunden habe.

momentan befinde ich mich in einer total depressiven phase und geh alles auch etwas langamer und ruhiger an. ich bin dabei, mein leben etwas in eine andere richtung zu lenken. zuerst werd ich mir ne bleibe schaffen, in der ich mich selbst auch wohl fühle, wo ich eine stunde, wie du schon sagst, ganz für mich allein hab und in mich gehen kann!

dass ich meinen traumprinzen wohl oder übel ziehen lassen muss, damit hab ich mich mittlerweile abgefunden, aber es tut wahnsinnig weh und hätte so auch nicht enden müssen. gut, jetzt werd ich mich auf mich selbst konzentrieren und dann werd ich ja weitersehen.

allerdings der gang zum arzt ist unumgänglich und das schon deshalb, weil ich eh mit meiner schilddrüse in behandlung bin und es über 1 jahr schleifen lassen hab und einfach meine tabletten abgesetzt hab. na mal schaun.

ich dank dir ganz doll fürs "zuhören" und auch für deine tipps. gut, dass es menschen gibt, die sich für die belange anderer noch interessieren.

ganz ganz liebe grüße und supi wochenende für dich
das traurige zickleindeluxe

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31. Januar 2003 um 14:24

Oh...
...ganz so krass hätt ichs nie wirklich gesehen, aber du hast sicherlich nicht unrecht mit deiner theorie. hört sich jedenfalls nicht paradox an, sondern eher einleuchtend.

und eben auf ein und dieselbe sache läufts immer wieder hinaus: ich muss mich mit mir selbst beschäftigen und ruhiger werden um mich selbst auch wieder zu mögen und gleichzeitig meine zufriedenheit wiederum auf meine umwelt auszustrahlen. ich glaube, diesen fehler mache ich schon seit jahren!!! kann ja auch nicht normal sein?!

sicherlich ist es nicht so, dass ich schon in einer super-depressiven phase bin, aber die ersten ansätze waren sogar schon vorhanden bevor alles aus den bahnen geraten ist. immer dieses auf und ab, mal war alles total schön und supi in ordnung und dann wieder hab ich nur noch das gefühl gehabt, ich fall in ein gaaanz tiefes loch und niemand ist da und niemanden interessiert es auch nur überhaupt. ich mein, ich kann nicht behaupten, dass ich keine freunde hab oder in derartigen kreisen total unbeliebt bin...meine leute wissen, wie sie mich teilweise nehmen müssen. ich bin ja auch immer für jeden da und hab ein offenes ohr! und genauso is es eben auch andersrum.

was mich wie gesagt am meisten ärgert, ist dass ich einfach, trotzdem mir die probleme bekannt sind, nicht in der lage bin, gewisse dinge zu ändern, die auch zu ändern wären!!!

in diesem sinne und großen dank für deine auseinandersetzung mit meinen problemen. ein schönes we und alles liebe.
bis demnächst!

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