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Ich liebe ihn nur, wenn ich bei ihm bin, wenn nicht, will ich ihn verlassen.

24. April 2018 um 13:13

Hallo liebe Community,

ich habe mich dazu entschieden einen neuen Thread auf zu machen, da ich eine Stunde lang im Internet nach dem Problem gesucht habe, aber bloß ÄHNLICHE aber nicht die gleichen Probleme gefunden habe.

Im Internet findet man lediglich Antworten zum Problem mit der Form:
Ich liebe ihn nur, wenn ich NICHT bei ihm bin. Was für mich relativ simpel zu verstehen ist, da es dieser klassische "ich wills haben, wenn ichs nicht haben kann" - Mechanismus ist.

Bei mir ist das aber leider genau umgekehrt und deswegen sehr verwirrend.

Die Story in aller Kürze: 

Ich, 26, bin seit fast 5 Jahren mit meinem Freund, 29, zusammen und wir haben alles wirklich alles mögliche gemeinsam durchgemacht und durchgestanden. Dazu gehören Höhen, Tiefen, Eifersuchtsdramen von ihm und mir und mehrmalige Untreue aller coleur meinerseits. All das haben wir durchstanden und überwunden.
Der Anfang der Beziehung war etwas holprig, weil ich um sein Herz buhlen musste, ihn aber letztlich für mich gewinnen konnte. Er war total zerstört von seiner Ex, weswegen es etwas gedauert hat, bis die Beziehung in geregelten emotionalen Bahnen verlaufen ist auch das haben wir geschafft.
Im laufe der Beziehung hat er sich komplett auf mich eingelassen und liebt mich. Nach seiner eigenen Aussage hat er wohl sich selbst überwunden, indem er von allen reizvollen Angeboten und Möglichkeiten ablassen konnte um sich auf mich einzustellen, womit er nach eigener aussage auch sehr glücklich und damit mit sich im reinen ist.

Und seit geraumer Zeit zweifle ich nun an der Beziehung.

Zu den essenziellen Problemen, zu denen Familienplanung und Lebensentwurf gehören, möchte ich gerade nicht viel sagen, denn das ist ein anderes Thema, das wir denke ich zu bewältigen wissen und das sich im normalen Rahmen unserer altersspezifischen Entwicklung aufhält. Es sind auch kleinigkeiten die mich nerven, die Art wie er seine Wohnun (nicht) einrichtet, er mich wenn es stressig ist oft nicht so wahr nimmt, wie ich es gerne hätte; jedoch muss ich sagen, dass er mir alles in allem ein wirklich guter Mann ist und ich total glück mit ihm habe. Er ist interessant, gebildet, gutaussehend, wahnsinnig liebevoll und macht etwas aus sich und seinem Leben. Er ist in einem guten Maß wild und progressiv und am ende des Tages doch bodenständig. Er gibt mir zuneigung, ist aber keine jammerklette.

Mein persönliches Problem, das ich seit geraumer Zeit habe ist also viel schlimmer:

Wann immer ich NICHT bei ihm bin will ich mich von ihm trennen. Ich will mich von ihm los lösen OBWOHL ich ihn liebe. Aber ich muss mich trennen, ich weiß nur nicht warum! Ich habe das Gefühl mich von ihm trennen zu müssen.
Sobald ich aber bei ihm bin und mich trennen will (wir hatten schon 4 solcher gespräche) schaffe ich es einfach nicht ihn zu verlassen. Ich kann ihn dann plötzlich nicht mehr verlassen.
Das ist genau das Gegenteil der Probleme die man sonst immer im Internet findet. 
Was ist los mit mir?
Erschwerend kommt hinzu, dass ich sehr leicht von männern zu triggern bin, die mir Aufmerksamkeit und Bestätigung geben und so einer steht auch im Raum. Ich weiß auch, dass der Typ, der da im Raum steht austauschbar ist, aber trotzdem bin ich diesem Mechanismus ausgesetzt. 
Mein Freund weiß von ihm und hat im Letzten die Größe mir zu verzeihen (wie so oft schon) und mir zu sagen, dass ich gehen kann, wenn ich möchte und jeder Zeit zurück kommen kann, wenn ich will. Das hat mir natürlich den Schalter raus gehauen. 

Wieso will ich ihn verlassen, wenn ich nicht bei ihm bin und krieg es nicht übers Herz, wenn ich bei ihm bin? Ich fürchte es ist nicht die Gewohnheit, ich glaube tatsächlich, dass ich mir meiner ehrlichen Gefühle bewusst werde, sobald ich im Realen vor dieser Entscheidung stehe. Sobald ich nicht bei ihm bin bekomme ich genug rationale Gründe zusammen (die Summe der oben genannten Probleme) um ihn zu verlassen.

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24. April 2018 um 13:58

Hat es vielleicht damit zu tun, dass die Liebe in einer langjährigen Partnerschaft nicht mehr so heiss und aufregend ist, das Verliebtsein in einen anderen aber schon? Hat es damit zu tun, dass es langweilig geworden ist?

Das mit dem Triggern dachte ich schon, bevor Du es geschrieben bzw. thematisiert hast. Das hat aber vor allem mit (fehlendem) Selbstwert und (fehlendem) Selbstbewusstsein zu tun. Statt zu lernen, dass Du es Dir selber gibst, beides, nimmst Du den einfacheren, aber nicht nachhaltigen Weg der Anerkennung. Dann kommt ein neuer Mensch in Dein Leben, ein Mann, der Dich verehrt, bewundert, sexy findet, Dir Komplimente macht und das streichelt und liebkost natürlich Dein Ego. Wer Anerkennung braucht und sucht, macht dann künftig alles, um immer wieder Anerkennung zu bekommen... Darum jetzt die (nächste) Frage: Hast Du nen guten Selbstwert, ein gutes Selbstbewusstsein?

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24. April 2018 um 14:53

Liebe bueroloewe,

danke für deine Antwort. Ja das stimmt natürlich. Alle Punkte die du erwähnt hast spielen eine kleine Rolle. Ich wurde in meiner Schulzeit sehr gemobbt und auch von meinem Lehrer psychisch sehr verletzt. Und dass ich deswegen der Bestätigung ausgeliefert bin weiß ich. Ich weiß aber auch, dass das nicht der ausschlaggebende Punkt ist, der mich rumtreibt.

Mir geht es wirklich um das Problem, dass ich mit all meinen Gründen die mich von meinem Freund los reißen, denen die ich nennen kann und denjenigen die bloß als abstraktes Gefühl in mir walten, im Moment des Angesichtes nicht überzeugt bin schluss zu machen. Und das macht mich fertig. Denn immer nur dann wenn ich bei ihm bin, überwiegt plötzlich die sinnliche Erfahrung seines Wesen gegenüber allen meinen Gedanken mit denen ich mich zu lösen versuche.

Hast du / ihr eine Antwort darauf? Das ist nämlich der Punkt in meiner Erzählung den ich nicht erklären kann, der mich aber so wahnsinnig macht.

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24. April 2018 um 15:14
In Antwort auf ariadne1992

Hallo liebe Community,

ich habe mich dazu entschieden einen neuen Thread auf zu machen, da ich eine Stunde lang im Internet nach dem Problem gesucht habe, aber bloß ÄHNLICHE aber nicht die gleichen Probleme gefunden habe.

Im Internet findet man lediglich Antworten zum Problem mit der Form:
Ich liebe ihn nur, wenn ich NICHT bei ihm bin. Was für mich relativ simpel zu verstehen ist, da es dieser klassische "ich wills haben, wenn ichs nicht haben kann" - Mechanismus ist.

Bei mir ist das aber leider genau umgekehrt und deswegen sehr verwirrend.

Die Story in aller Kürze: 

Ich, 26, bin seit fast 5 Jahren mit meinem Freund, 29, zusammen und wir haben alles wirklich alles mögliche gemeinsam durchgemacht und durchgestanden. Dazu gehören Höhen, Tiefen, Eifersuchtsdramen von ihm und mir und mehrmalige Untreue aller coleur meinerseits. All das haben wir durchstanden und überwunden.
Der Anfang der Beziehung war etwas holprig, weil ich um sein Herz buhlen musste, ihn aber letztlich für mich gewinnen konnte. Er war total zerstört von seiner Ex, weswegen es etwas gedauert hat, bis die Beziehung in geregelten emotionalen Bahnen verlaufen ist auch das haben wir geschafft.
Im laufe der Beziehung hat er sich komplett auf mich eingelassen und liebt mich. Nach seiner eigenen Aussage hat er wohl sich selbst überwunden, indem er von allen reizvollen Angeboten und Möglichkeiten ablassen konnte um sich auf mich einzustellen, womit er nach eigener aussage auch sehr glücklich und damit mit sich im reinen ist.

Und seit geraumer Zeit zweifle ich nun an der Beziehung.

Zu den essenziellen Problemen, zu denen Familienplanung und Lebensentwurf gehören, möchte ich gerade nicht viel sagen, denn das ist ein anderes Thema, das wir denke ich zu bewältigen wissen und das sich im normalen Rahmen unserer altersspezifischen Entwicklung aufhält. Es sind auch kleinigkeiten die mich nerven, die Art wie er seine Wohnun (nicht) einrichtet, er mich wenn es stressig ist oft nicht so wahr nimmt, wie ich es gerne hätte; jedoch muss ich sagen, dass er mir alles in allem ein wirklich guter Mann ist und ich total glück mit ihm habe. Er ist interessant, gebildet, gutaussehend, wahnsinnig liebevoll und macht etwas aus sich und seinem Leben. Er ist in einem guten Maß wild und progressiv und am ende des Tages doch bodenständig. Er gibt mir zuneigung, ist aber keine jammerklette.

Mein persönliches Problem, das ich seit geraumer Zeit habe ist also viel schlimmer:

Wann immer ich NICHT bei ihm bin will ich mich von ihm trennen. Ich will mich von ihm los lösen OBWOHL ich ihn liebe. Aber ich muss mich trennen, ich weiß nur nicht warum! Ich habe das Gefühl mich von ihm trennen zu müssen.
Sobald ich aber bei ihm bin und mich trennen will (wir hatten schon 4 solcher gespräche) schaffe ich es einfach nicht ihn zu verlassen. Ich kann ihn dann plötzlich nicht mehr verlassen.
Das ist genau das Gegenteil der Probleme die man sonst immer im Internet findet. 
Was ist los mit mir?
Erschwerend kommt hinzu, dass ich sehr leicht von männern zu triggern bin, die mir Aufmerksamkeit und Bestätigung geben und so einer steht auch im Raum. Ich weiß auch, dass der Typ, der da im Raum steht austauschbar ist, aber trotzdem bin ich diesem Mechanismus ausgesetzt. 
Mein Freund weiß von ihm und hat im Letzten die Größe mir zu verzeihen (wie so oft schon) und mir zu sagen, dass ich gehen kann, wenn ich möchte und jeder Zeit zurück kommen kann, wenn ich will. Das hat mir natürlich den Schalter raus gehauen. 

Wieso will ich ihn verlassen, wenn ich nicht bei ihm bin und krieg es nicht übers Herz, wenn ich bei ihm bin? Ich fürchte es ist nicht die Gewohnheit, ich glaube tatsächlich, dass ich mir meiner ehrlichen Gefühle bewusst werde, sobald ich im Realen vor dieser Entscheidung stehe. Sobald ich nicht bei ihm bin bekomme ich genug rationale Gründe zusammen (die Summe der oben genannten Probleme) um ihn zu verlassen.

Zufälligerweise kenne ich jemand, eine Frau sehr gut, der es ähnlich wie dir erging. Die Antwort ist die, dass du ihn nicht wirklich liebst, auch, wenn er noch so gut zu dir ist, er passt nicht zu dir. Du redest ihn dir bewusst oder unbewusst "schön".

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24. April 2018 um 15:23
In Antwort auf ariadne1992

Liebe bueroloewe,

danke für deine Antwort. Ja das stimmt natürlich. Alle Punkte die du erwähnt hast spielen eine kleine Rolle. Ich wurde in meiner Schulzeit sehr gemobbt und auch von meinem Lehrer psychisch sehr verletzt. Und dass ich deswegen der Bestätigung ausgeliefert bin weiß ich. Ich weiß aber auch, dass das nicht der ausschlaggebende Punkt ist, der mich rumtreibt.

Mir geht es wirklich um das Problem, dass ich mit all meinen Gründen die mich von meinem Freund los reißen, denen die ich nennen kann und denjenigen die bloß als abstraktes Gefühl in mir walten, im Moment des Angesichtes nicht überzeugt bin schluss zu machen. Und das macht mich fertig. Denn immer nur dann wenn ich bei ihm bin, überwiegt plötzlich die sinnliche Erfahrung seines Wesen gegenüber allen meinen Gedanken mit denen ich mich zu lösen versuche.

Hast du / ihr eine Antwort darauf? Das ist nämlich der Punkt in meiner Erzählung den ich nicht erklären kann, der mich aber so wahnsinnig macht.

Warst du je frei - hast du je deine Persönlichkeit frei entfalten können ohne den Einfluss der Eltern, Freunde oder der vielleicht zu großen Familie (einengende gesellschaftliche Verpflichtungen und Klischees)? 

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24. April 2018 um 15:37
In Antwort auf sonnenwind3

Zufälligerweise kenne ich jemand, eine Frau sehr gut, der es ähnlich wie dir erging. Die Antwort ist die, dass du ihn nicht wirklich liebst, auch, wenn er noch so gut zu dir ist, er passt nicht zu dir. Du redest ihn dir bewusst oder unbewusst "schön".

Aber der Witz ist doch der, dass ich ihn mir eben gerade nicht schön rede, sondern eher schlecht rede. Denn sonst würde ich ja nicht Schluss machen wollen wenn ich über ihn nachdenken aber am schluss machen scheitere, wenn ich ihn dann tatsächlich vor mir habe?

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24. April 2018 um 15:47
In Antwort auf sonnenwind3

Zufälligerweise kenne ich jemand, eine Frau sehr gut, der es ähnlich wie dir erging. Die Antwort ist die, dass du ihn nicht wirklich liebst, auch, wenn er noch so gut zu dir ist, er passt nicht zu dir. Du redest ihn dir bewusst oder unbewusst "schön".

Noch eine Frage:

Welchem Teil meiner Psyche soll ich dann glauben?
Dem bewussten "Ich-Gefühl" das aussagt: Ich will mit ihm schluss machen, oder dem
Unbewussten "Es-Gefühl" das mich scheinbar daran hindert es zu tun?

Woher weiß ich denn dann ob ich ihn liebe, wenn ich es bewusst scheinbar nicht will, unbewusst scheinbar schon?

Mit welcher Begründung kannst du sagen, dass ich ihn nicht liebe? Mit welchem Argument kann ich das für mich entscheiden, wenn ich so verwirrt bin?

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24. April 2018 um 15:49
In Antwort auf ariadne1992

Aber der Witz ist doch der, dass ich ihn mir eben gerade nicht schön rede, sondern eher schlecht rede. Denn sonst würde ich ja nicht Schluss machen wollen wenn ich über ihn nachdenken aber am schluss machen scheitere, wenn ich ihn dann tatsächlich vor mir habe?

Ich denke, du bist emotional abhängig von ihm.Das Thema emotionale Abhängigheit ist sehr komplex und hat viele Facetten...du kannst dich mit dem Thema belesen, da kommst du deinen Ursachen näher. Erst, wenn du die Ursachen gefunden hast, kannst du verstehen, was in dir vorgeht...

Hast du je alleine für dich, also selbständig und unabhägig gelebt? 

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24. April 2018 um 15:54

Die Ursache der Beziehungsproblematik erschliesst sich mir nicht, weil Du die Themen anreisst, aber nicht vertiefen willst (Familienplanung, Lebensentwurf). An den Details (Wohnung aufräumen) sollte es kaum scheitern, glaube ich.

Ich stimme Sonnenwind zu, dass Du Deinen Partner mindestens zu wenig liebst, so scheint es. Fraglich ist aber, ob Du einfach die Hitze oder Wärme vermisst, das Feuer, das nur in der Verliebtheitsphase so extrem ist und nachher in keiner Beziehung mehr so vorkommt, also so intensiv.

Er scheint ja eigentlich ein guter Mann zu sein, so verstehe ich zusammengefasst Deinen thread. 

Und mangelnder Selbstwert, mangelndes Selbstbewusstsein musst Du Dir erarbeiten und ist ein längerer Prozess.

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24. April 2018 um 16:08
In Antwort auf ariadne1992

Hallo liebe Community,

ich habe mich dazu entschieden einen neuen Thread auf zu machen, da ich eine Stunde lang im Internet nach dem Problem gesucht habe, aber bloß ÄHNLICHE aber nicht die gleichen Probleme gefunden habe.

Im Internet findet man lediglich Antworten zum Problem mit der Form:
Ich liebe ihn nur, wenn ich NICHT bei ihm bin. Was für mich relativ simpel zu verstehen ist, da es dieser klassische "ich wills haben, wenn ichs nicht haben kann" - Mechanismus ist.

Bei mir ist das aber leider genau umgekehrt und deswegen sehr verwirrend.

Die Story in aller Kürze: 

Ich, 26, bin seit fast 5 Jahren mit meinem Freund, 29, zusammen und wir haben alles wirklich alles mögliche gemeinsam durchgemacht und durchgestanden. Dazu gehören Höhen, Tiefen, Eifersuchtsdramen von ihm und mir und mehrmalige Untreue aller coleur meinerseits. All das haben wir durchstanden und überwunden.
Der Anfang der Beziehung war etwas holprig, weil ich um sein Herz buhlen musste, ihn aber letztlich für mich gewinnen konnte. Er war total zerstört von seiner Ex, weswegen es etwas gedauert hat, bis die Beziehung in geregelten emotionalen Bahnen verlaufen ist auch das haben wir geschafft.
Im laufe der Beziehung hat er sich komplett auf mich eingelassen und liebt mich. Nach seiner eigenen Aussage hat er wohl sich selbst überwunden, indem er von allen reizvollen Angeboten und Möglichkeiten ablassen konnte um sich auf mich einzustellen, womit er nach eigener aussage auch sehr glücklich und damit mit sich im reinen ist.

Und seit geraumer Zeit zweifle ich nun an der Beziehung.

Zu den essenziellen Problemen, zu denen Familienplanung und Lebensentwurf gehören, möchte ich gerade nicht viel sagen, denn das ist ein anderes Thema, das wir denke ich zu bewältigen wissen und das sich im normalen Rahmen unserer altersspezifischen Entwicklung aufhält. Es sind auch kleinigkeiten die mich nerven, die Art wie er seine Wohnun (nicht) einrichtet, er mich wenn es stressig ist oft nicht so wahr nimmt, wie ich es gerne hätte; jedoch muss ich sagen, dass er mir alles in allem ein wirklich guter Mann ist und ich total glück mit ihm habe. Er ist interessant, gebildet, gutaussehend, wahnsinnig liebevoll und macht etwas aus sich und seinem Leben. Er ist in einem guten Maß wild und progressiv und am ende des Tages doch bodenständig. Er gibt mir zuneigung, ist aber keine jammerklette.

Mein persönliches Problem, das ich seit geraumer Zeit habe ist also viel schlimmer:

Wann immer ich NICHT bei ihm bin will ich mich von ihm trennen. Ich will mich von ihm los lösen OBWOHL ich ihn liebe. Aber ich muss mich trennen, ich weiß nur nicht warum! Ich habe das Gefühl mich von ihm trennen zu müssen.
Sobald ich aber bei ihm bin und mich trennen will (wir hatten schon 4 solcher gespräche) schaffe ich es einfach nicht ihn zu verlassen. Ich kann ihn dann plötzlich nicht mehr verlassen.
Das ist genau das Gegenteil der Probleme die man sonst immer im Internet findet. 
Was ist los mit mir?
Erschwerend kommt hinzu, dass ich sehr leicht von männern zu triggern bin, die mir Aufmerksamkeit und Bestätigung geben und so einer steht auch im Raum. Ich weiß auch, dass der Typ, der da im Raum steht austauschbar ist, aber trotzdem bin ich diesem Mechanismus ausgesetzt. 
Mein Freund weiß von ihm und hat im Letzten die Größe mir zu verzeihen (wie so oft schon) und mir zu sagen, dass ich gehen kann, wenn ich möchte und jeder Zeit zurück kommen kann, wenn ich will. Das hat mir natürlich den Schalter raus gehauen. 

Wieso will ich ihn verlassen, wenn ich nicht bei ihm bin und krieg es nicht übers Herz, wenn ich bei ihm bin? Ich fürchte es ist nicht die Gewohnheit, ich glaube tatsächlich, dass ich mir meiner ehrlichen Gefühle bewusst werde, sobald ich im Realen vor dieser Entscheidung stehe. Sobald ich nicht bei ihm bin bekomme ich genug rationale Gründe zusammen (die Summe der oben genannten Probleme) um ihn zu verlassen.

Für mich hört sich das nicht wie Liebe an.

Du hast um sein Herz buhlen müssen. Hast da also eine gehörige Portion Energie reingesteckt, wo auch eine Form von Besitzdenken bzw. unbedingt Habenwollen mit rein spielen kann.

Dann hattest Du ihn und nun wird es langweilig. Du gehst fremd und er verzeiht Dir jedes mal großzügig. Hier hast Du wohl irgendwann den Respekt vor ihm verloren, weil Du ihn nach Deiner Pfeife tanzen lassen kannst und er keine Herausforderung mehr ist, so wie am Anfang.

Ich denke, dass Du fremd gehst und Dich trennen willst, liegt daran, dass Du ihn nicht mehr achten kannst und ohne Achtung und Respekt geht auch die Liebe verloren.

Andere Männer triggern Dich, weil Du Dir da die Aufmerksamkeit und die Bestätigung scheinbar "verdienen" musst und bei Deinem Freund bekommst Du sie nachgeschmissen und somit hat es für Dich keinen Wert mehr.

Du machst einen intelligenten Eindruck und ich bin mir sicher, dass Dir selbst schon aufgefallen ist, dass Du Dich emotional außerhalb der Norm bewegst. Das könnte korrigierbar sein, wenn man Ursachenforschung betreiben würde.

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24. April 2018 um 16:20

Liebe Community,

danke für euren tollen Inpunt. Ich glaube das hat mir sehr gute Denkanstößte gegeben. Den von euch genannten Begriffen werde ich nun erstmal nachgehen.

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24. April 2018 um 16:21
In Antwort auf ariadne1992

Liebe bueroloewe,

danke für deine Antwort. Ja das stimmt natürlich. Alle Punkte die du erwähnt hast spielen eine kleine Rolle. Ich wurde in meiner Schulzeit sehr gemobbt und auch von meinem Lehrer psychisch sehr verletzt. Und dass ich deswegen der Bestätigung ausgeliefert bin weiß ich. Ich weiß aber auch, dass das nicht der ausschlaggebende Punkt ist, der mich rumtreibt.

Mir geht es wirklich um das Problem, dass ich mit all meinen Gründen die mich von meinem Freund los reißen, denen die ich nennen kann und denjenigen die bloß als abstraktes Gefühl in mir walten, im Moment des Angesichtes nicht überzeugt bin schluss zu machen. Und das macht mich fertig. Denn immer nur dann wenn ich bei ihm bin, überwiegt plötzlich die sinnliche Erfahrung seines Wesen gegenüber allen meinen Gedanken mit denen ich mich zu lösen versuche.

Hast du / ihr eine Antwort darauf? Das ist nämlich der Punkt in meiner Erzählung den ich nicht erklären kann, der mich aber so wahnsinnig macht.

Er ist sowas wie ein sicherer Hafen, der Dir alles verzeiht, auch wenn Du es nicht zu schätzen weißt. Deinem Unterbewußtsein scheint das klar zu sein.

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24. April 2018 um 18:28

Er das Opfer von ihr? Das halte ich für etwas unwahrscheinlich.Möglicherweise ist sie es gewohnt sich kleinzumachen, vielleicht nimmt er sich auch seine Freiheiten und genießt diese, ohne ihr Wissen...während sie sich schlechtredet...

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26. April 2018 um 1:26
In Antwort auf ariadne1992

Hallo liebe Community,

ich habe mich dazu entschieden einen neuen Thread auf zu machen, da ich eine Stunde lang im Internet nach dem Problem gesucht habe, aber bloß ÄHNLICHE aber nicht die gleichen Probleme gefunden habe.

Im Internet findet man lediglich Antworten zum Problem mit der Form:
Ich liebe ihn nur, wenn ich NICHT bei ihm bin. Was für mich relativ simpel zu verstehen ist, da es dieser klassische "ich wills haben, wenn ichs nicht haben kann" - Mechanismus ist.

Bei mir ist das aber leider genau umgekehrt und deswegen sehr verwirrend.

Die Story in aller Kürze: 

Ich, 26, bin seit fast 5 Jahren mit meinem Freund, 29, zusammen und wir haben alles wirklich alles mögliche gemeinsam durchgemacht und durchgestanden. Dazu gehören Höhen, Tiefen, Eifersuchtsdramen von ihm und mir und mehrmalige Untreue aller coleur meinerseits. All das haben wir durchstanden und überwunden.
Der Anfang der Beziehung war etwas holprig, weil ich um sein Herz buhlen musste, ihn aber letztlich für mich gewinnen konnte. Er war total zerstört von seiner Ex, weswegen es etwas gedauert hat, bis die Beziehung in geregelten emotionalen Bahnen verlaufen ist auch das haben wir geschafft.
Im laufe der Beziehung hat er sich komplett auf mich eingelassen und liebt mich. Nach seiner eigenen Aussage hat er wohl sich selbst überwunden, indem er von allen reizvollen Angeboten und Möglichkeiten ablassen konnte um sich auf mich einzustellen, womit er nach eigener aussage auch sehr glücklich und damit mit sich im reinen ist.

Und seit geraumer Zeit zweifle ich nun an der Beziehung.

Zu den essenziellen Problemen, zu denen Familienplanung und Lebensentwurf gehören, möchte ich gerade nicht viel sagen, denn das ist ein anderes Thema, das wir denke ich zu bewältigen wissen und das sich im normalen Rahmen unserer altersspezifischen Entwicklung aufhält. Es sind auch kleinigkeiten die mich nerven, die Art wie er seine Wohnun (nicht) einrichtet, er mich wenn es stressig ist oft nicht so wahr nimmt, wie ich es gerne hätte; jedoch muss ich sagen, dass er mir alles in allem ein wirklich guter Mann ist und ich total glück mit ihm habe. Er ist interessant, gebildet, gutaussehend, wahnsinnig liebevoll und macht etwas aus sich und seinem Leben. Er ist in einem guten Maß wild und progressiv und am ende des Tages doch bodenständig. Er gibt mir zuneigung, ist aber keine jammerklette.

Mein persönliches Problem, das ich seit geraumer Zeit habe ist also viel schlimmer:

Wann immer ich NICHT bei ihm bin will ich mich von ihm trennen. Ich will mich von ihm los lösen OBWOHL ich ihn liebe. Aber ich muss mich trennen, ich weiß nur nicht warum! Ich habe das Gefühl mich von ihm trennen zu müssen.
Sobald ich aber bei ihm bin und mich trennen will (wir hatten schon 4 solcher gespräche) schaffe ich es einfach nicht ihn zu verlassen. Ich kann ihn dann plötzlich nicht mehr verlassen.
Das ist genau das Gegenteil der Probleme die man sonst immer im Internet findet. 
Was ist los mit mir?
Erschwerend kommt hinzu, dass ich sehr leicht von männern zu triggern bin, die mir Aufmerksamkeit und Bestätigung geben und so einer steht auch im Raum. Ich weiß auch, dass der Typ, der da im Raum steht austauschbar ist, aber trotzdem bin ich diesem Mechanismus ausgesetzt. 
Mein Freund weiß von ihm und hat im Letzten die Größe mir zu verzeihen (wie so oft schon) und mir zu sagen, dass ich gehen kann, wenn ich möchte und jeder Zeit zurück kommen kann, wenn ich will. Das hat mir natürlich den Schalter raus gehauen. 

Wieso will ich ihn verlassen, wenn ich nicht bei ihm bin und krieg es nicht übers Herz, wenn ich bei ihm bin? Ich fürchte es ist nicht die Gewohnheit, ich glaube tatsächlich, dass ich mir meiner ehrlichen Gefühle bewusst werde, sobald ich im Realen vor dieser Entscheidung stehe. Sobald ich nicht bei ihm bin bekomme ich genug rationale Gründe zusammen (die Summe der oben genannten Probleme) um ihn zu verlassen.

das kommt mir sehr bekannt vor von meiner ex/affäre...
bei ihr kamen aber generelle nähe-/distanzprobleme und eine heftige vergangenheit dazu. 

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26. April 2018 um 1:30
In Antwort auf sonnenwind3

Zufälligerweise kenne ich jemand, eine Frau sehr gut, der es ähnlich wie dir erging. Die Antwort ist die, dass du ihn nicht wirklich liebst, auch, wenn er noch so gut zu dir ist, er passt nicht zu dir. Du redest ihn dir bewusst oder unbewusst "schön".

das ist quatsch. wie willst du das beurteilen? es gibt tatsächlich menschen, die ihre gefühle nicht immer abgreifen können und die diese auch temporär vergessen sobald der partner nicht in der nähe ist.

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26. April 2018 um 1:38
In Antwort auf sonnenwind3

Zufälligerweise kenne ich jemand, eine Frau sehr gut, der es ähnlich wie dir erging. Die Antwort ist die, dass du ihn nicht wirklich liebst, auch, wenn er noch so gut zu dir ist, er passt nicht zu dir. Du redest ihn dir bewusst oder unbewusst "schön".

Genau so hab ichs auch mal erlebt... es dauerte 1 Jahr bis ichs kapiert habe.. Eigenschaftenmässig hätten wir perfekt zusammen gepasst aber unsere beien Wesen harnonierten einfach nicht..

Mach Schlss, leb dich aus, baue dein Selbstbewusstsein auf.. ..und dann kannst dich ja wieder nach ner Beziehung umsehen..

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26. April 2018 um 12:37

Habe mich schweren Herzens getrennt. Ich habe ihm einen Brief geschrieben, weil ich es persönlich nicht geschafft habe.

Ich werde diesen Thread nun verlassen!

Danke für die Hilfe. Es war die richtige Entscheidung. 

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26. April 2018 um 13:57

Wir hatten ettliche Gespräche. Es gab keine offenen Fragen mehr. So auch am Abend vor dem Brief. Meine Gefühle sind ehrlich, aber so wie ich es gemacht habe, musste es sein. Ich weiß es ist feige gewesen, aber anders hätte ich es nicht geschafft. Wer weis wieso. 

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27. April 2018 um 0:48

merkwürdige geschichte...

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