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Ich liebe ihn - aber ich habe keine Kraft mehr zu kämpfen

Letzte Nachricht: 15. Mai 2012 um 20:14
G
grwn_11983853
15.05.12 um 15:14

Ich bin mit meinem Freund jetzt fast 10 Monaten zusammen. Ich bin 25 und er ist 39.
Wir haben uns sofort in einander verliebt und waren super glücklich mit einander.
Wir hatten viele Vorurteile von anderen, welche mit unserer Beziehung verbunden waren, aber wir haben uns trotzdem gefunden. Wir haben uns mittlerweile eine sehr enge Bindung aufgebaut. Wir vertrauen uns.

Wir haben viel miteinander unternommen. Waren unbeschwert und glücklich doch seit Januar diesen Jahres ist alles anders.

Kurz bevor wir uns kennen gelernt haben hat er sich von seiner Frau getrennt. Ich war davon überzeugt das er mich nur als Lückenbüßer brauchte. Doch als ich erfahren habe das er sich bereits vor 5 Jahren das erste mal von ihr getrennt hat, waren meine Zweifel gelegt. Das hat mir auch sein Bekanntenkreis bestätigt. Die Ehe lief schon seit vielen Jahren nicht mehr, dass hat mir auch seine Familie bestätigt. Er ist nur wegen seiner Kinder bei ihr geblieben. Irgendwann ging es aber nicht mehr und er hat sich final getrennt. Das Trennungsjahr ist in 3 Wochen vorbei. Sie leben getrennt.

Im Januar hatte er einen Streit mit ihr. In diesem Streit fiel ein Satz der alles verändert hat. Denk doch mal an deine Kinder. Seit dem ist alles anders. Er sagt er liebt mich nicht mehr. Bremst mich aus-ich sei doch noch so jung. Er ist sich mit unserer Beziehung nicht mehr sicher. Er will sein altes Haus plötzlich nicht mehr verkaufen, kümmert sich nicht um den Scheidungstermin. Er schiebt alles vor sich her..... Ich gehe daran fast zugrunde.

Er hat permanent Tage an denen er sich nicht bei mir meldet. Er verschließt sich immer mehr. Er leidet, dass merke ich.

Er ist ein toller Vater. Er ruft die Kids jeden Tag an, nimmt an jeder Schulaufführung teil, fährt mit auf Klassenfahrt, hat sie jedes zweite Wochenende und in den Ferien. Er liebt die beiden abgöttisch, dass weiß ich.

Wir hatten schon viele Gespräche wegen der ganzen Situation. Aber Wir hatten gestern ein sehr offenes Gespräch. Er selbst ist ein Scheidungskind-nur zur Info.

Folgendes hat er mir gesagt:
-Ich tue ihm gut und er ist glücklich mit mir. Er kann mir alles sagen und weiß das ich es absolut ehrlich mit ihm meine. Er vertraut mir.
-Ich sei eines der besten Dinge die ihm je passiert ist
-Er hat das Gefühl als Vater versagt zu haben. Er hat eine Familie gegründet und wollte alles besser machen als sein Vater aber er hat versagt.
-Er hat den Kindern die Familie genommen
-Er hat Angst wieder zu versagen, dass würde er nicht verkraften
-Er hat Angst, wenn er jetzt das Haus verkauft, würde er den Kindern auch noch den letzten Zufluchtsort nehmen
-Er liebt mich nicht mehr und kann sich nicht mehr auf uns einlassen. Dabei würde ihn wohl seine Angst blockieren.
-Er hat mir gesagt das er vielleicht noch 15Prozent von uns überzeugt ist.
-Er kann mich nicht seinen Freunden vorstellen
-Er weiß angeblich nicht was ihn plötzlich so zweifeln lässt
-Was ist wenn er das Haus nie verkaufen kann. Was wird dann aus uns.
-Er will definitiv die Scheidung, nur schiebt es vor sich her-er weiß angeblich nicht warum
-Er will nicht das ich ihn danach frage, weil mir seine Antwort nur weh tut
-Ich soll weiter gehen, er will mich nicht bremsen
-Er glaubt er schiebt alles vor sich her weil er sich mit uns nicht 100 Prozent sicher ist
-Ich solle aber keine Angst haben das er mich verlässt, ich solle keine Angst vor etwas haben das viell. Nie passieren wird
-Wenn es mit mir nicht funktioniert will er nie wieder eine andere Frau haben

Nach diesem Gespräch wäre er am liebsten abgehauen. Das habe ich gemerkt.
Natürlich versuche ich stets ihn aufzubauen und ihm zu zeigen das ich da bin. Teilweise habe ich aber das Gefühl, dass ihm genau diese Zuneigung Angst einjagt.

Vor kurzem war ich richtig krank. Er hat die ganze Nacht an meinem Bett gesessen. Hat mir bestimmt 100 Küsse gegeben. Mir gesagt das ich ihm so unheimlich wichtig bin. Das er ein absoluter Egoist sei weil er mich so hinhält, es tue ihm so leid. Er liebt mich, dass weiß ich. Er hat es mir vorher so oft gesagt und gezeigt. Nur wird dies durch all seine Ängste blockiert.

Ich versuche ihn in allem zu unterstützen, ihn nicht wegen dem Haus oder der Scheidung zu fragen. Das fällt mir sehr schwer, insbesondere da ich weiß das es immer noch ihr Haus ist. Sie sind halt noch verheiratet. Aber seit Januar habe ich es immer wieder runter geschluckt. Er will nicht mit mir darüber reden und auch mit sonst niemandem. Eine Therapie ist für ihn undenkbar.

Wir verbringen viel Zeit mit seinen Jungs und ich komme mit den beiden wirklich sehr gut zurecht. Ich habe meinem Freund auch schon mehrfach gesagt dass die beiden immer herzlich willkommen sind-egal wo es uns mal hin verschlägt. Er weiß dass ich die beiden lieb habe und sie niemals von ihm trennen werde. Wenn ich die drei zusammen sehe könnte ich vor Glück heulen. Er ist ein so toller Vater. Ich möchte doch nur dass er glücklich wird.

Ich habe schon einmal daran gedacht einfach abzuhauen.
Doch das will ich nicht. Der Gedanke ihn zu verlieren löst in mir absolute Panik aus.
Ich habe noch nie einen Menschen so extrem geliebt wie ihn!

Wie soll ich mich verhalten? Ich komme nicht an ihn ran.
Wie kann ich ihm Stück für Stück seine Ängste nehmen?
Wie kann ich ihm helfen und zeigen das alles gut wird?
Wäre es richtig wenn ich mich völlig zurück ziehe oder würde ich ihn dadurch verlieren?

Ich weiß nicht weiter....

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U
udo_12701017
15.05.12 um 20:14

Es ist nicht einfach
ein Buch für immer zu schließen.
So viele schöne Passagen, so viele schöne Erinnerungen..
und dann ... das Ende.
Manchmal kann man einfach nicht loslassen, egal wie schief alles gelaufen ist, die Angst vor dem Neuen, die Angst vor dem Nichts...
Die Angst um die Zukunft seiner Kinder.
Lässt sich der Hausverkauf nicht vermeiden, damit er die Kinder abgesichert sehen kann? Zur Not auch auf Basis finanzieller Engpässe?
Da könnte ein Knackpunkt sein.
Mach Dir mal selber Gedanken darüber und sprich anschließend mit ihm über dieses Problem.

Nur mal als Gedankengang eines Vaters, der auch ein Haus für die Kinder aufgegeben hat...

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