Home / Forum / Liebe & Beziehung / Ich kann ihn nicht vergessen

Ich kann ihn nicht vergessen

17. Februar 2009 um 17:52

Ich hatte bis Oktober eine liebevolle, wunderbare Beziehung. Sie währte 4 Jahre - wovon wir 2,5 Jahre eine Fernbeziehung führten. Als er dann in meiner Heimat endlich einen Arbeitsplatz fand, zog er zu mir - 1,5 Jahre ging noch alles gut.

Er war online- und sexchatsüchtig, schon viele Jahre vor meiner Zeit. Nach einem Jahr fand ich es heraus und weil er es direkt einsah, begann er sogar eine Therapie... Indem er zu mir ziehen wollte, hoffte er, seine Sucht in den Griff zu bekommen, was auch anfangs funktionierte.

Als er dann einen eigenen Internetanschluss und ein eigenes Flatrate-Telefon bekam, nahm das Schicksal seinen Lauf. Er gab sich seiner Sucht hin. Sobald ihm was nicht passte, fuhr er zu sich und suchte nach Nacktfotos und -videos im Internet, ließ sie sich auf sein Handy schicken, ließ sich glaub ich anrufen und wer weiß, ob er nicht auch ... machte...

All das ist jetzt nicht das Thema, denn er wollte und will auch immer noch damit aufhören, aber es ist eine Sucht wie jede andere. Die Liebe der Partnerin kann dagegen wenig ausrichten. Naja, jedenfalls liebten wir uns wahnsinnig und dennoch, nach einem wundervollen Abend bei Kerzenschein und Sternenhimmel lief sein Suchtfass über und er wollte nicht mehr. Da ich sehr gelitten hatte, hatte ich keine Kraft mehr und warf ihn raus. Seitdem (10.10.08) haben wir keinen Kontakt mehr. Mir fiel es sehr schwer, aber ich konnte wirklich nicht mehr - zwang mich, mich niemals mehr zu melden, was ich auch schaffte. Leider nur unter Tabletteneinfluss und mit Hilfe einer Therapie, die ich begonnen hatte. Ich hatte mir ärztlichen Rat geholt, weil ich beinahe meine 3 Kinder nicht mehr richtig versorgt hätte. Ständige Panikattacken, Weinkrämpfe, tagelang kein Schlaf mehr...

Man, ich dachte echt, ich hätte es geschafft! Aber jetzt fängt es schon wieder an! Schon beim Tippen hier rinnen mir die Tränen herunter! Und das liegt vermutlich daran, dass er letztens vorbeikam und mir einen Teil (wohlbemerkt einen Teil) meiner Sachen brachte und seine kleinen Habseligkeiten abholte. Da war es um mich geschehen. Ich wusste genau, wie sein Gesicht riecht, wie seine Küsse schmecken, wie er sich nachts im Bett anfühlte.

Er hat übrigens keine neue.

Morgen gehe ich zu meiner Therapeutin, will ihr aber nichts erzählen. Ich weiß, ich werde 590 Minuten rumheulen und sie hört es sich an. Sie sagt, es sei kein Wunder, dass ich so leide, weil unsere Beziehung ja im Grunde wunderbar war und praktisch von einer Minute zur anderen vorbei war.

Was soll ich tun? Soll ich ihn mal fragen, wie es ihm geht, was er so macht? Aber dann kann ich ihn ja doch nicht vergessen - eigentlich will ich das ja. Diese Sucht hat sein und mein Leben zerstört. Er trägt meinen Namen tätowiert auf seinem Oberarm - diese Tätowierung erinnert ihn jeden Tag an mich. Ich möchte wissen, ob er mich noch liebt. Er hatte mir schon öfter gesagt, er will Schluss machen, weil er mich nicht mehr verletzen will.

Wenn ich meine Kinder nicht hätte, wäre ich schon längst tot.

Ich habe auch schon versucht, mir einen anderen zu suchen. Aber das ist völlig in die Hose gegangen. Ständig vergleiche ich alle und jeden mit ihm.

Mehr lesen

17. Februar 2009 um 18:04

Vorsicht
Hallo Du42

Das Beenden dieser Beziehung war nötig. Du schreibst es absolut zutreffend: Es ist eine Sucht. Und wenn er diese Überwinden will, dann wird er es alleine schaffen. Es war nur verantwortungsbewusst, dass Du Dich aus dieser Verantwortung gezogen hast.

Verheimliche es nicht Deiner Therapeutin! Soweit ich das verstanden habe, hast Du nach der Trennung die Therapie begonnen, dieses Thema gehört da also hin! Und mit Heimlichkeiten fängt es an... Nennt sich das in diesem Falle eigentlich auch Co-Abhängigkeit? Vorsicht ist also geboten!

Wenn Du den Kontakt nun wieder zu ihm aufnimmst, dann wird es nahtlos da weitergehen, woraus Du geflüchtet bist. Das macht also keinerlei Sinn.

Natürlich ist es besonders schwer, wenn man etwas hinter sich zu lassen versucht, obwohl das Gefühl sich nicht verändert hat. Diese Sache nahm schon mal einen nicht angenehmen Einfluss auf Dich und Deine drei Kinder. Willst Du das wieder dahinkommen lassen?

Ich wünsche Dir viel Kraft!

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

17. Februar 2009 um 18:21
In Antwort auf shania_12552822

Vorsicht
Hallo Du42

Das Beenden dieser Beziehung war nötig. Du schreibst es absolut zutreffend: Es ist eine Sucht. Und wenn er diese Überwinden will, dann wird er es alleine schaffen. Es war nur verantwortungsbewusst, dass Du Dich aus dieser Verantwortung gezogen hast.

Verheimliche es nicht Deiner Therapeutin! Soweit ich das verstanden habe, hast Du nach der Trennung die Therapie begonnen, dieses Thema gehört da also hin! Und mit Heimlichkeiten fängt es an... Nennt sich das in diesem Falle eigentlich auch Co-Abhängigkeit? Vorsicht ist also geboten!

Wenn Du den Kontakt nun wieder zu ihm aufnimmst, dann wird es nahtlos da weitergehen, woraus Du geflüchtet bist. Das macht also keinerlei Sinn.

Natürlich ist es besonders schwer, wenn man etwas hinter sich zu lassen versucht, obwohl das Gefühl sich nicht verändert hat. Diese Sache nahm schon mal einen nicht angenehmen Einfluss auf Dich und Deine drei Kinder. Willst Du das wieder dahinkommen lassen?

Ich wünsche Dir viel Kraft!

Vielen Dank
für deine Antwort, ich hatte schon Angst, es wäre euch zu lang zum Lesen.

Nein, ich kann es meiner Therapeutin nicht sagen. Ich will schon, dass sie es erfährt, vielleicht zeige ich ihr morgen früh einfach diesen Text. Reden kann ich überhaupt nicht mehr drüber. Ständig kommen mir die Tränen, ich kann nicht mehr atmen, habe ich das Gefühl. Was ist mit mir los? Ich krieg ja schon Depressionen, wenn ich alleine eine Einkaufsstraße heruntergehe. So wie heute. Ich spürte ihn sogar neben mir, wie wir da vor 4 Monaten zusammen gingen. Es gibt absolut nichts mehr, was mir Freude macht, außer mein kleiner Kater. Den hab ich jetzt seit 3 Monaten.

Er hatte was in mir geweckt, ja. Ich konnte nie reden, mit ihm habe ich über die innersten Gefühle sprechen können. Über meine Kindheit, die ich noch nie jemandem anvertraut habe. Wir haben stundenlang gekuschelt, die Nächte eng umschlungen verbracht, das hatte ich noch nie. Und er auch nicht. Wir haben uns in allem ergänzt, was es überhaupt gibt im Leben.

Ja, ich war co-abhängig. Bin es wahrscheinlich immer noch. Aber das ist mir alles egal.

Hätte ich nicht die Therapeutin, der ich ja nichts mehr sagen kann, weil ich dann wahrscheinlich in Tränen ausbreche, hätte ich nur noch Tabletten, Wein, dieses Forum und das über Onlinesexsucht. Wo ist da noch der Sinn des Lebens?

Ich weiß, ich komme jetzt übel rüber. Ich zerfließe in Selbstmitleid. Ich will einfach alles wiederhaben. Und ich weiß, das ist ein Fehler. Ich hab mir sogar schon ausgerechnet, ob ich mit seiner Sucht klarkäme - ist das nicht krank?

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

17. Februar 2009 um 18:31
In Antwort auf mika_11897852

Vielen Dank
für deine Antwort, ich hatte schon Angst, es wäre euch zu lang zum Lesen.

Nein, ich kann es meiner Therapeutin nicht sagen. Ich will schon, dass sie es erfährt, vielleicht zeige ich ihr morgen früh einfach diesen Text. Reden kann ich überhaupt nicht mehr drüber. Ständig kommen mir die Tränen, ich kann nicht mehr atmen, habe ich das Gefühl. Was ist mit mir los? Ich krieg ja schon Depressionen, wenn ich alleine eine Einkaufsstraße heruntergehe. So wie heute. Ich spürte ihn sogar neben mir, wie wir da vor 4 Monaten zusammen gingen. Es gibt absolut nichts mehr, was mir Freude macht, außer mein kleiner Kater. Den hab ich jetzt seit 3 Monaten.

Er hatte was in mir geweckt, ja. Ich konnte nie reden, mit ihm habe ich über die innersten Gefühle sprechen können. Über meine Kindheit, die ich noch nie jemandem anvertraut habe. Wir haben stundenlang gekuschelt, die Nächte eng umschlungen verbracht, das hatte ich noch nie. Und er auch nicht. Wir haben uns in allem ergänzt, was es überhaupt gibt im Leben.

Ja, ich war co-abhängig. Bin es wahrscheinlich immer noch. Aber das ist mir alles egal.

Hätte ich nicht die Therapeutin, der ich ja nichts mehr sagen kann, weil ich dann wahrscheinlich in Tränen ausbreche, hätte ich nur noch Tabletten, Wein, dieses Forum und das über Onlinesexsucht. Wo ist da noch der Sinn des Lebens?

Ich weiß, ich komme jetzt übel rüber. Ich zerfließe in Selbstmitleid. Ich will einfach alles wiederhaben. Und ich weiß, das ist ein Fehler. Ich hab mir sogar schon ausgerechnet, ob ich mit seiner Sucht klarkäme - ist das nicht krank?

Schmerz
Dass Dich das zermürbt, kann ich wirklich sehr gut nachvollziehen. Auch ich habe schon einschlägige Erfahrungen in Sachen Sucht machen dürfen - auch als Co-Pilot - und kann Dir von daher wirklich nur anraten, nicht zurückzufallen.

Du machst auf mich einen recht reflektierten Eindruck. Wie kam es zur Trennung? Hast Du es dahinkommen lassen, weil Du Dich so glücklich gefühlt hast? Gab es keinerlei Grund dafür, Dir den Schmerz der Trennung anzutun? Ich denke nicht. Und selbst wenn es bei einem Neubeginn erst wieder schön wäre und Deine Sehnsucht gestillt würde, würdet ihr nur wieder dort hingelangen, wo es schon einmal endete.

Weinen ist in Ordnung. Und wenn man das nicht bei seiner Therapeutin mal schonungslos rauslassen kann, wo sonst?? Weine! Sei zornig! Aber sei nicht dumm und verrenne Dich in eine Hoffnung, die bereits mit der erste Trennung an Berechtigung fehlen ließ.

Du hast drei Kinder. Du stehst also nicht allein da! Du wirst geliebt und gebraucht. Und Du hast die Kraft, die Du brauchst. Es ist schmerzhaft, wie sollte es auch nicht? Aber Du hast Dich von Deinem Instinkt leiten lassen, als Du Dich durch die Trennung aus dieser kräftezehrenden Beziehung gerettet hast. Vertraue auf ihn! Du kannst das!

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

17. Februar 2009 um 19:47
In Antwort auf shania_12552822

Schmerz
Dass Dich das zermürbt, kann ich wirklich sehr gut nachvollziehen. Auch ich habe schon einschlägige Erfahrungen in Sachen Sucht machen dürfen - auch als Co-Pilot - und kann Dir von daher wirklich nur anraten, nicht zurückzufallen.

Du machst auf mich einen recht reflektierten Eindruck. Wie kam es zur Trennung? Hast Du es dahinkommen lassen, weil Du Dich so glücklich gefühlt hast? Gab es keinerlei Grund dafür, Dir den Schmerz der Trennung anzutun? Ich denke nicht. Und selbst wenn es bei einem Neubeginn erst wieder schön wäre und Deine Sehnsucht gestillt würde, würdet ihr nur wieder dort hingelangen, wo es schon einmal endete.

Weinen ist in Ordnung. Und wenn man das nicht bei seiner Therapeutin mal schonungslos rauslassen kann, wo sonst?? Weine! Sei zornig! Aber sei nicht dumm und verrenne Dich in eine Hoffnung, die bereits mit der erste Trennung an Berechtigung fehlen ließ.

Du hast drei Kinder. Du stehst also nicht allein da! Du wirst geliebt und gebraucht. Und Du hast die Kraft, die Du brauchst. Es ist schmerzhaft, wie sollte es auch nicht? Aber Du hast Dich von Deinem Instinkt leiten lassen, als Du Dich durch die Trennung aus dieser kräftezehrenden Beziehung gerettet hast. Vertraue auf ihn! Du kannst das!

Wie es zur Trennung kam?
Wir besuchten - Hand in Hand - eine Ausstellung und beschlossen, nochmal wieder zu kommen. Wir aßen zusammen, saßen Arm in Arm bei Kerzenschein auf dem Balkon und betrachteten den Sternenhimmel. Sagten uns gegenseitig, wie sehr, wir uns lieben und er beschloss, sich demnächst mal eine Woche frei zu nehmen, um meine Küche zu streichen. Ich ging rein, um nach den Kindern zu sehen.

Plötzlich meinte er, er wolle sich bei wer-kennt-wen anmelden und wisse, dass ich das nicht wolle. Und der nächste Satz war, dass er eigentlich gar nicht mehr wolle. Und dass er jetzt duschen ginge. Und als er vom Duschen kam, wollte er schlafen gehen. Und dann fragte ich natürlich nach dem Hintergrund der Aussagen vorhin.

Und dann sagte er, er wolle keine Beziehung mehr und jetzt schlafen gehen. Und ich bin dann hinterher und sagte, was jetzt? Schluss machen, duschen und schlafen gehen, ich glaub ich spinne! Nach einem kurzen Ministreit zog er sich an, fuhr und dann sah ich ihn 4 Monate nicht mehr.

Erst wieder, als er einen Schlüssel, eine Sim-Karte und eine Speicherkarte - für seine Sucht natürlich unentbehrlich - wiederhaben wollte. Freundlicherweise brachte er einen Teil meiner Sachen mit, da ich kein Auto habe. Und dann setzte er sich an meinen Küchentisch und es war um mich geschehen. Ich habe es zwar wirklich super überspielen können, aber ich war echt am Ende. Ich konnte nicht neben ihm sitzen, ohne ihn zu küssen, ihn zu berühren. Seitdem bin ich wieder ganz am Anfang von unserem Ende.

Aber es muss doch eine Strategie auch für mich geben, dass ich mich endgültig von ihm lösen kann. Ich weiß, er wird mich immer lieben, und ich ihn auch.

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

18. Februar 2009 um 7:47
In Antwort auf mika_11897852

Wie es zur Trennung kam?
Wir besuchten - Hand in Hand - eine Ausstellung und beschlossen, nochmal wieder zu kommen. Wir aßen zusammen, saßen Arm in Arm bei Kerzenschein auf dem Balkon und betrachteten den Sternenhimmel. Sagten uns gegenseitig, wie sehr, wir uns lieben und er beschloss, sich demnächst mal eine Woche frei zu nehmen, um meine Küche zu streichen. Ich ging rein, um nach den Kindern zu sehen.

Plötzlich meinte er, er wolle sich bei wer-kennt-wen anmelden und wisse, dass ich das nicht wolle. Und der nächste Satz war, dass er eigentlich gar nicht mehr wolle. Und dass er jetzt duschen ginge. Und als er vom Duschen kam, wollte er schlafen gehen. Und dann fragte ich natürlich nach dem Hintergrund der Aussagen vorhin.

Und dann sagte er, er wolle keine Beziehung mehr und jetzt schlafen gehen. Und ich bin dann hinterher und sagte, was jetzt? Schluss machen, duschen und schlafen gehen, ich glaub ich spinne! Nach einem kurzen Ministreit zog er sich an, fuhr und dann sah ich ihn 4 Monate nicht mehr.

Erst wieder, als er einen Schlüssel, eine Sim-Karte und eine Speicherkarte - für seine Sucht natürlich unentbehrlich - wiederhaben wollte. Freundlicherweise brachte er einen Teil meiner Sachen mit, da ich kein Auto habe. Und dann setzte er sich an meinen Küchentisch und es war um mich geschehen. Ich habe es zwar wirklich super überspielen können, aber ich war echt am Ende. Ich konnte nicht neben ihm sitzen, ohne ihn zu küssen, ihn zu berühren. Seitdem bin ich wieder ganz am Anfang von unserem Ende.

Aber es muss doch eine Strategie auch für mich geben, dass ich mich endgültig von ihm lösen kann. Ich weiß, er wird mich immer lieben, und ich ihn auch.

Bestimmt
haben einige von euch Ähnliches durchgemacht. Hat noch jemand einen Rat für mich? Vor allem wüsste ich natürlich gern, wie lange das mit meiner Sehnsucht noch weitergehen soll.

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

Frühere Diskussionen
Diskussionen dieses Nutzers
Du willst nichts mehr verpassen?
facebook

Das könnte dir auch gefallen