Forum / Liebe & Beziehung

Ich hänge immer noch so sehr an ihm, was soll ich tun?

Letzte Nachricht: 19. September um 14:48
L
lisa1701
19.09.22 um 9:36

Hallo ihr Lieben, 
in einem vergangenen Thread habe ich bereits berichtet, dass ich vorhabe, meinen Partner zu verlassen (Waren knapp 6 Jahre zusammen). 
Dies ist auch geschehen und seitdem ist knapp ein Monat vergangen. Ich muss sagen, dass die ersten 2 Wochen sogar relativ "schmerzfrei" an mir vorbei gingen, irgendwie hatte man immer im Hinterkopf, dass er sich vielleicht nochmal meldet und man wieder zusammenfindet, der Grund für das Schlussmachen war auch auf keinen Fall Liebe, denn ich liebe ihn noch immer. 
Als ich ihm sagen wollte, dass ich es doch gerne nochmal probieren würde, meinte er, dass er das nicht möchte und die Punkte, die ich ihm genannt habe, sogar nachvollziehen kann und es genau so sieht. Das war echt ein Schlag ins Gesicht. 
Dazu kommt, dass ich seit der Trennung so viel an mir selber festgestellt habe, was im letzten Jahr schief gelaufen ist und ich ihn teilweise auch echt schlecht behandelt habe. Das soll nun nicht heißen, dass ich mir allein die "Schuld" für alles gebe, aber vielleicht habe ich mich zu voreilig von ihm getrennt und an der falschen Stelle nach dem "Problem" gesucht, denn das habe ich erst nach der Trennung wo anders gefunden. 
Noch dazu habe ich für mich selbst festgestellt, dass ich ziemlicher Bindungsängstler bin, was ich nun gerade versuche, zu verarbeiten und ich sehe so viele Dinge einfach ganz anders, seitdem ich das für mich festgestellt habe, das war als hätte jemand in meinem Kopf das Licht angemacht.  
Alles in allem hat die ganze Situation nun darin gemündet, dass ich die letzte Woche krankgeschrieben war, da ich Anfang der Woche direkt morgens bei der Arbeit eine Panikattacke bekommen habe, meine Nerven lagen buchstäblich blank. 
Der Arzt hatte mir sogar Antidepressiva aufgeschrieben, welche mich aber so vom Hocker gehauen haben, dass ich nur eine Tablette Mitte der Woche genommen habe, davon habe ich dann auch den ganzen Tag geschlafen, bis dato keine mehr.  
Ich habe das ganze mittlerweile wieder etwas im Griff und arbeite zur Zeit auch sehr hart an mir, weil ich nun weiß, dass auch ich mich ändern muss und selbst wenn wir nie wieder zusammenfinden, muss ich mich für evtl. kommende Beziehungen einfach etwas ändern, da habe ich auch schon mit Familie und Freunden drüber gesprochen. 
Ich war zB. immer extrem leicht reizbar und habe auf sehr viele Dinge immer sofort überreagiert, obwohl es vom Gegenüber gar nicht so gemeint war. 
Mittlerweile antwortet mein Ex auch nicht mehr auf meine Nachrichten, nachdem ich ihm am vergangenen Mittwoch während eines panischen "Schubes" geschrieben hatte, dass ich unsere Trennung sehr bereue und ihn so sehr vermisse. Ich hatte das Gefühl, nur er könnte mir gerade helfen, aus diesem "Film" rauszukommen und habe ihn einfach wieder angeschrieben. 

Gestern habe ich nun unseren Chat gelöscht (habe vorher immer noch alte Sprachnachrichten und Bilder angehört/-geschaut) und weiß auch, dass nun erstmal Zeit vergehen muss, damit Gras über die Sache wachsen und ich mich selber wiederfinden und stärken kann. Ggf. möchte ich ihn nochmal auf einen Kaffee einladen und ihm alles erklären, damit wir schlussendlich wirklich im Guten auseinandergehen können, denn seit der Trennung war so viel durcheinander und ich habe ihm betrunken auch mal Nachrichten geschrieben, die ich am nächsten Tag bereut habe. 
Dennoch fühlt es sich momentan so an, als könnte ich ihn niemals vergessen und ich habe ein Stück weit auch Schuldgefühle. Wir haben so unfassbar viel zusammen durchgemacht und er war immer für mich da, wenn was war, ich auch für ihn. Ich denke ich brauche in ein paar Wochen auch für mich nochmal ein Gespräch, damit ich mich auch nochmal bei ihm "entschuldigen" kann für einige Dinge. 
Was ich noch anhängen will: Mein Ex-Freund und ich sind vom Look her ziemlich unterschiedlich ... Das soll nun nicht überheblich klingen, aber zB hat mir ein äußerlich attraktiver Typ mal in der Discothek gesagt, ich würde ja viel zu gut aussehen und was ich denn an ihm nur finden würde und fragte mich, ob ich ihn ernsthaft attraktiv finden würde? Aber da habe ich sofort gegengefeuert und meinte, dass es wohl kaum ums Aussehen geht. Das ging es auch nie. Ich wusste, dass mein Freund kein "Adonis" ist, er hatte immer schon ein Bäuchlein und war genau so groß wie ich und hat ein rundes Gesicht. Aber ich habe ihn abgöttisch geliebt, weil er einfach alles hatte, was ich in einem Mann gesucht habe. 

Was sagt ihr dazu? Habt ihr Tipps, wie man den Ex-Partner schneller hinter sich lassen kann? Ich habe natürlich viele Freunde und Familie, die mir immer beistehen, aber das ist eben nicht dasselbe wie der Partner... Ich würde so gerne in naher Zukunft nochmal ganz neutral offen mit ihm reden, aber ich weiß dass ich dazu erst selbst wieder stark werden muss, damit mir so was wie letzte Woche nicht wieder passiert. 

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det92
det92
19.09.22 um 11:18

Hey du 🙂

So etwas ist völlig normal nach einer Trennung...

Man durchlebt ein Wechselbad der Gefühle. Leugnen, Trauer, Wut, Selbstmitleid, Trennung Schönreden, Beziehung verklären. Alle paar Wochen anders... Ganz normal, wenn man jemanden wirklich geliebt hat.
Am Ende kommt das Reflektieren. Die Phase in der man mit etwas Abstand tatsächlich etwas lernt aus der gescheiterten Beziehung. Männergeschmack, eigene Fehler, was einem künftig wichtig ist am Partner, positive Dinge der Beziehung, etc. Frieden machen mit der Sache und lernen alleine zu sein. 

In der heutigen Zeit stürzen sich nicht unwenige Menschen bereits vor dieser letzten Phase in neue Beziehungen. Mit dem Resultat, das man alsbald die gleichen Probleme hat.


P.S.: euer finales Gespräch hattet ihr ja bereits laut deinem anderen Topic. Ein weiteres finales Finalgespräch eröffnet seltenst neue Perspektiven. Man geht deswegen nicht als "Sieger" heraus oder kann deswegen besser abschließen. Und für den Verlassenen bringt es noch weniger. Im Gegenteil, es reißt nur zusätzliche Wunden auf.
 

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lisa1701
19.09.22 um 11:40
In Antwort auf det92

Hey du 🙂

So etwas ist völlig normal nach einer Trennung...

Man durchlebt ein Wechselbad der Gefühle. Leugnen, Trauer, Wut, Selbstmitleid, Trennung Schönreden, Beziehung verklären. Alle paar Wochen anders... Ganz normal, wenn man jemanden wirklich geliebt hat.
Am Ende kommt das Reflektieren. Die Phase in der man mit etwas Abstand tatsächlich etwas lernt aus der gescheiterten Beziehung. Männergeschmack, eigene Fehler, was einem künftig wichtig ist am Partner, positive Dinge der Beziehung, etc. Frieden machen mit der Sache und lernen alleine zu sein. 

In der heutigen Zeit stürzen sich nicht unwenige Menschen bereits vor dieser letzten Phase in neue Beziehungen. Mit dem Resultat, das man alsbald die gleichen Probleme hat.


P.S.: euer finales Gespräch hattet ihr ja bereits laut deinem anderen Topic. Ein weiteres finales Finalgespräch eröffnet seltenst neue Perspektiven. Man geht deswegen nicht als "Sieger" heraus oder kann deswegen besser abschließen. Und für den Verlassenen bringt es noch weniger. Im Gegenteil, es reißt nur zusätzliche Wunden auf.
 

Hallo, danke für deine Antwort. 
Ja, ich habe auch viel mit meiner Mutter darüber gesprochen, da wir eine sehr enge Beziehung haben und auch sie hat mir bestätigt, dass das alles ganz normal ist. Ich bin von Haus aus bloß ein SEHR intensiv fühlender, viel denkender und emotionaler Mensch, weshalb denke ich auch diese Panikattacken ausgelöst wurden... 
Mit finalem Gespräch meine ich eher, dass ich nun etwas Gras darüber wachsen lassen möchte, da habe ich mir aber keinen bestimmten Zeitraum gesetzt, sondern warte so lange, bis ich mich da ganz sicher fühle, ohne die Intention einer neuen Beziehung mit ihm. Ich möchte einfach auch für mein eigenes "Wohlbefinden" nochmal mit ihm reden, damit er weiß, dass die meisten Nachrichten, die ich nach der Trennung geschickt habe, im totalen Gefühlschaos und an meinem persönlich tiefsten Punkt in meinem bisherigen Leben entstanden sind. Und dass wir wirklich im "Guten" auseinandergehen können, denn momentan würde ich mich an seiner Stelle und ohne die ganzen Hintergrund-Infos, die er nicht hatte, wohl für irre bzw. durcheinander befinden. 

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det92
det92
19.09.22 um 14:34

Verstehe ich.

Aber es ist halt auch wichtig was er will. 😉 Und wenn er sich sein Urteil einfach gebildet hat, ist das seine Entscheidung... 

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H
holzmichel
19.09.22 um 14:48

Die Zeit heilt alle, naja viele Wunden, das wird auch bei dir so sein. Lass dir Zeit….
Du hast eine Entscheidung über eure Beziehung getroffen die anscheinend nicht mehr gut war, das ist gut und richtig.
Dazu zustehen ist natürlich ganz was anderes, gerade wenn man merkt das nicht nur der andere am Scheitern der Beziehung schuld ist. Es ist natürlich auch viel Erlebtes und Gewohnheit was da mitspielen kann.
Ich glaube aber auch das so wie du es beschreibst es kein Zurück gibt, er will anscheinend nicht.
Was ja auch verständlich ist, anscheinend hattest du die Gabe dich ausreichend zu reflektieren, vorher nicht.
Sonst wäre es wohl möglicherweise eine andere Richtung gegangen.
Aber hast wertvolle Erkenntnisse über dich gewonnen und das in einer relativ kurzen Zeit, sei stolz auf dich und nutze es in der Zukunft.
 
Was ich als schwierig ansehe das du ihn nach wie vor Nachrichten schreibst, gerade in Zuständen wo du nicht ganz Zurechnungsfähig bist. Kein Wunder das er nicht mehr antwortet, oder?
Was soll er auch darauf sagen?
 
Es ist wohl auch nicht der richtige Ansatz ihn so schnell wie möglich hinter sich zu lassen, es braucht Zeit und die solltest du dir geben. Gerade wenn ich deine Reaktionen unter Alkohol oder in Sinnkriesen anschaue hast du schon noch ein gutes Stück Weg vor dir.
Natürlich wirst du ihm in verschiedenen Situationen vermissen, aber das ist ganz normal.
 
Was immer hilft, kein Kontakt, Abstand von gewohntem und raus gehen, was für sich tun, Hobbys usw…

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