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Ich habs grad erfahren

30. September 2011 um 3:15 Letzte Antwort: 30. September 2011 um 21:03

Muss einfach nur mal mit einem reden. Bin seit fast 20 Jahren mit meinem Mann zusammen. Haben vor 12 Jahren geheiratet (uebermorgen ist unser Hochzeitstag). Vor 11 Jahren sind wir in die USA ausgewandert (er ist Amerikaner) und haben einen Sohn (jetzt 10). 2016 wollten wir zurueck nach Deutschland. Heute hat er mir gesagt er will nicht mehr. Ich soll gehen, ich soll mir alles nehmen, er haette versagt, ich soll auch den Jungen mitnehmen.... Ich weiss nicht mehr ein noch aus. Was mach ich denn jetzt? Moebelspedition anrufen, Haus verkaufen. Wer hat sowas schon mal mitgemacht und wie geht das hier in den USA? Bitte heflt mir.

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30. September 2011 um 9:36

Nix wie heim
Hallo Sauerkraut,

ich bin auch ein USA-Heimkehrer, allerdings nicht durch Trennung. Die USA sind wunderbar, toll, aber Mentalität und Lebensweise für uns Deutsche auf Dauer meist nicht zu ertragen, höchstens dann, wenn man sich der allgemeinen Volkverdummung hingibt. Aber wer will das schon und vor allem, wer will das schon für sein Kind!

Wenn Du Dir also über eine Trennung völlig im klaren bist und sicher, daß Deine Ehe auf Dauer nicht zu retten ist, verkauf das Haus (wir haben das mit Assist to Sell gemacht), wenn Dein Mann Miteigentümer ist, muß er alles mit unterschreiben!, stell sicher, das Du das Sorgerecht bzw. Aufenthaltsbestimmungsrecht für das Kind hast (sonst ist es evtl. Kindesentführung), pack ein, was nicht niet- und nagelfest ist (auch das Auto) und beauftrage eine internationale Spedition (wir hatten einen 40 F Container für 2 Autos und den gesamten Hausrat eines grossen Hauses, ca. 6000 - 8000 , war viel billiger von Deutschland aus als von den USA), kauf Dir zwei one-way Tickets und flieg nach Hause zurück. Sicher hast Du noch Familie oder Freunde hier, die Dir anfangs Unterkunft geben können, bis Du wieder auf die Füße kommst.

Wenn Du allerdings nach amerik. Recht geheiratet hast und Dein Kind einen amerik. Pass hat, würde ich auf jeden Fall vorab einen Anwalt aufsuchen, denn sonst klicken evtl. am Flughafen schon die Handschellen, wenn Du Dein Kind außer Landes bringst und der Vater sich es noch einmal anders überlegt, s.o.

Wir haben hier schnell wieder Fuß gefaßt, auch das mittlerweile "erwachsene Kind" hat durch sein Multi-Kulti-Leben und seine Zweisprachigkeit sehr davon profitiert. Natürlich ist der Anfang in der inzwischen fremden Heimat nicht immer einfach, ich habe auch noch oft Heimweh nach den USA, war bis jetzt auch noch nicht wieder besuchsweise zurück, weil es oft noch weh tut, aber ich weiß, das unsere Entscheidung (obwohl es ganz andere Gründe als bei Dir waren) richtig war. Das das ist natürlich alles nur subjektiv, eine Entscheidung über Dein Leben kann Dir letztendlich keiner abnehmen.

Ich wünsche Dir viel Glück!
Besenreiser2011

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30. September 2011 um 9:38
In Antwort auf kailey_12140556

Nix wie heim
Hallo Sauerkraut,

ich bin auch ein USA-Heimkehrer, allerdings nicht durch Trennung. Die USA sind wunderbar, toll, aber Mentalität und Lebensweise für uns Deutsche auf Dauer meist nicht zu ertragen, höchstens dann, wenn man sich der allgemeinen Volkverdummung hingibt. Aber wer will das schon und vor allem, wer will das schon für sein Kind!

Wenn Du Dir also über eine Trennung völlig im klaren bist und sicher, daß Deine Ehe auf Dauer nicht zu retten ist, verkauf das Haus (wir haben das mit Assist to Sell gemacht), wenn Dein Mann Miteigentümer ist, muß er alles mit unterschreiben!, stell sicher, das Du das Sorgerecht bzw. Aufenthaltsbestimmungsrecht für das Kind hast (sonst ist es evtl. Kindesentführung), pack ein, was nicht niet- und nagelfest ist (auch das Auto) und beauftrage eine internationale Spedition (wir hatten einen 40 F Container für 2 Autos und den gesamten Hausrat eines grossen Hauses, ca. 6000 - 8000 , war viel billiger von Deutschland aus als von den USA), kauf Dir zwei one-way Tickets und flieg nach Hause zurück. Sicher hast Du noch Familie oder Freunde hier, die Dir anfangs Unterkunft geben können, bis Du wieder auf die Füße kommst.

Wenn Du allerdings nach amerik. Recht geheiratet hast und Dein Kind einen amerik. Pass hat, würde ich auf jeden Fall vorab einen Anwalt aufsuchen, denn sonst klicken evtl. am Flughafen schon die Handschellen, wenn Du Dein Kind außer Landes bringst und der Vater sich es noch einmal anders überlegt, s.o.

Wir haben hier schnell wieder Fuß gefaßt, auch das mittlerweile "erwachsene Kind" hat durch sein Multi-Kulti-Leben und seine Zweisprachigkeit sehr davon profitiert. Natürlich ist der Anfang in der inzwischen fremden Heimat nicht immer einfach, ich habe auch noch oft Heimweh nach den USA, war bis jetzt auch noch nicht wieder besuchsweise zurück, weil es oft noch weh tut, aber ich weiß, das unsere Entscheidung (obwohl es ganz andere Gründe als bei Dir waren) richtig war. Das das ist natürlich alles nur subjektiv, eine Entscheidung über Dein Leben kann Dir letztendlich keiner abnehmen.

Ich wünsche Dir viel Glück!
Besenreiser2011

Hups, da fehlte was...
Umzugskosten waren in !!! nicht in Dollar

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30. September 2011 um 9:39
In Antwort auf kailey_12140556

Hups, da fehlte was...
Umzugskosten waren in !!! nicht in Dollar

... dabei hatte ich doch noch gar keinen Prosecco...
in !!!!!!!!

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30. September 2011 um 9:40
In Antwort auf kailey_12140556

... dabei hatte ich doch noch gar keinen Prosecco...
in !!!!!!!!

Mein Euro Zeichen geht nicht
EURO !!!!

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30. September 2011 um 13:54
In Antwort auf kailey_12140556

Nix wie heim
Hallo Sauerkraut,

ich bin auch ein USA-Heimkehrer, allerdings nicht durch Trennung. Die USA sind wunderbar, toll, aber Mentalität und Lebensweise für uns Deutsche auf Dauer meist nicht zu ertragen, höchstens dann, wenn man sich der allgemeinen Volkverdummung hingibt. Aber wer will das schon und vor allem, wer will das schon für sein Kind!

Wenn Du Dir also über eine Trennung völlig im klaren bist und sicher, daß Deine Ehe auf Dauer nicht zu retten ist, verkauf das Haus (wir haben das mit Assist to Sell gemacht), wenn Dein Mann Miteigentümer ist, muß er alles mit unterschreiben!, stell sicher, das Du das Sorgerecht bzw. Aufenthaltsbestimmungsrecht für das Kind hast (sonst ist es evtl. Kindesentführung), pack ein, was nicht niet- und nagelfest ist (auch das Auto) und beauftrage eine internationale Spedition (wir hatten einen 40 F Container für 2 Autos und den gesamten Hausrat eines grossen Hauses, ca. 6000 - 8000 , war viel billiger von Deutschland aus als von den USA), kauf Dir zwei one-way Tickets und flieg nach Hause zurück. Sicher hast Du noch Familie oder Freunde hier, die Dir anfangs Unterkunft geben können, bis Du wieder auf die Füße kommst.

Wenn Du allerdings nach amerik. Recht geheiratet hast und Dein Kind einen amerik. Pass hat, würde ich auf jeden Fall vorab einen Anwalt aufsuchen, denn sonst klicken evtl. am Flughafen schon die Handschellen, wenn Du Dein Kind außer Landes bringst und der Vater sich es noch einmal anders überlegt, s.o.

Wir haben hier schnell wieder Fuß gefaßt, auch das mittlerweile "erwachsene Kind" hat durch sein Multi-Kulti-Leben und seine Zweisprachigkeit sehr davon profitiert. Natürlich ist der Anfang in der inzwischen fremden Heimat nicht immer einfach, ich habe auch noch oft Heimweh nach den USA, war bis jetzt auch noch nicht wieder besuchsweise zurück, weil es oft noch weh tut, aber ich weiß, das unsere Entscheidung (obwohl es ganz andere Gründe als bei Dir waren) richtig war. Das das ist natürlich alles nur subjektiv, eine Entscheidung über Dein Leben kann Dir letztendlich keiner abnehmen.

Ich wünsche Dir viel Glück!
Besenreiser2011

Hat mir sehr geholfen
Hallo Besenreiser,
vielen Dank fuer deine schnelle und informative Antwort. Wie kriege ich denn das alleinige Sorgerecht fuer unser Kind? Doch nur ueber Anwalt/Gericht? Kind wurde hier geboren, hat aber auch den deutschen Pass und eine dt. Steuernummer. Wie lange warst du denn in den USA? Ich vermute dein Mann ist Deutscher und ist mit zurueck. Meiner will in den USA bleiben, obwohl immer gesagt wurde, dass wir wieder zurueckgehen (2016). Er haette mich 11 Jahre "belogen" in der Hoffnung wenn ich mal hier bin, ich auch bleiben wollte...Aber wie du schon gesagt hast, an die amerikanische Mentalitaet werde ich mich nie gewoehnen (und bete manchmal, dass mein Kind kein Amerikaner wird-in seiner Art). Also ist meine Ehe aus? Ich weiss es nicht. Gibt es eine andere Frau? Ja - aber nur "beste" Freundin mit der man naechtelang durchtext (er arbeitet nachts als Polizist). Ich weiss im Moment nichts mehr. Aber nochmals fielen Dank fuer Deine Antwort. Es ist gut zu wissen dass es noch Menschen gibt, die ohne dich zu kennen dir mir Rat zur Hilfe stehen. Ich verabschiede mich mit amerikanischer Floskel - God bless you!
Sauerkraut

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30. September 2011 um 21:03
In Antwort auf kaija_11916156

Hat mir sehr geholfen
Hallo Besenreiser,
vielen Dank fuer deine schnelle und informative Antwort. Wie kriege ich denn das alleinige Sorgerecht fuer unser Kind? Doch nur ueber Anwalt/Gericht? Kind wurde hier geboren, hat aber auch den deutschen Pass und eine dt. Steuernummer. Wie lange warst du denn in den USA? Ich vermute dein Mann ist Deutscher und ist mit zurueck. Meiner will in den USA bleiben, obwohl immer gesagt wurde, dass wir wieder zurueckgehen (2016). Er haette mich 11 Jahre "belogen" in der Hoffnung wenn ich mal hier bin, ich auch bleiben wollte...Aber wie du schon gesagt hast, an die amerikanische Mentalitaet werde ich mich nie gewoehnen (und bete manchmal, dass mein Kind kein Amerikaner wird-in seiner Art). Also ist meine Ehe aus? Ich weiss es nicht. Gibt es eine andere Frau? Ja - aber nur "beste" Freundin mit der man naechtelang durchtext (er arbeitet nachts als Polizist). Ich weiss im Moment nichts mehr. Aber nochmals fielen Dank fuer Deine Antwort. Es ist gut zu wissen dass es noch Menschen gibt, die ohne dich zu kennen dir mir Rat zur Hilfe stehen. Ich verabschiede mich mit amerikanischer Floskel - God bless you!
Sauerkraut

Nicht so einfach.....
Hallo Sauerkraut,

ich denke, bevor Deine Abwanderungspläne konkrete Formen annehmen, solltest Du unbedingt einen Fachanwalt zu Rate ziehen. Da Dein Kind in den USA geboren ist, ist es automatisch auch amerikanischer Staatsbürger (14th Amendment) und wenn die Unterschrift Deines Ehemannes für einen deutschen oder amerikanischen Pass Deines Kindes notwendig war, habt ihr auch joint legal custody. Du brauchst auf jeden Fall - entweder das Einverständnis Deines Mannes (am besten notariell beglaubigt) - oder das Aufenthaltsbestimmungsrecht.

Dann kommt es auch noch darauf an, in welchem Staat ihr lebt, denn in den USA ist Familienrecht Sache der Einzelstaaten und das ist z.T. sehr unterschiedlich. So brauchst Du schon für den Umzug in einen anderen Staat die Einwilligung Deines Ehemannes, ganz zu schweigen von einer Rückwanderung. Schau mal hier nach, ob etwas dabei ist, was Dir weiterhilft. http://www.ed.gov/policy/gen/guid/fpco/ferpa/index.html oder "Uniform Marriage and Divorce Act" oder den "Uniform Child Custody Jurisdiction Act" über google.

Wenn ich 11 Jahre belogen worden wäre, wäre ich inzwischen schon beim Koffer packen und bei "beste Freundin" stellen sich mir sämtliche Nackenhaare. Ich wünsche Dir, daß Du die richtige Entscheidung triffst.

Du hast recht, mein Mann ist Deutscher und bei uns waren es berufliche Überlegungen, die uns zur Rückkehr nach Deutschland bewogen haben. Wir waren ungefähr 10 Jahre in den USA und ich bin in der Überzeugung ausgewandert, dort den Rest meines Lebens zu verbringen, aber dann kam doch alles anders. Aber ich bin froh, die Erfahrung gemacht zu haben.

Hugs, Besenreiser

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