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Ich habe meinem Freund gebeichtet, dass ich ihn kontrolliere

25. Januar 2016 um 8:34

Hallo Ihr Lieben,
ich bin neu hier und hoffe, dass Ihr mir in meiner Verzweiflung helfen könnt.
Kurze Eckdaten: ich bin mit meinem Freund seit 2,5 Jahren zusammen, wir wohnen zusammen und haben ein gemeinsames Baby. Wir sind bereits nach 4 Monaten zusammengezogen, da ich kurz nach unserem Kennenlernen bereits schwanger wurde.Wir sind beide 39 Jahre alt.
Ich bin ein sehr misstrauischer Mensch (aufgrund negativer Erfahrungen in der Vergangenheit) und habe auch wenig Selbstwertgefühl.
Ich habe meinem Freund heute gestanden, dass ich heimlich seine Mails gecheckt habe. Regelmäßig und über einen längeren Zeitraum (ca. 1 Jahr). Vorab: ich habe NIE etwas Verdächtiges in seinen Mails gefunden. Und trotzdem habe ich immer wieder kontrolliert, ob er mit anderen Frauen schreibt.
Mir ist bewusst, dass das ein Fehler und Vertrauensbruch von mir ist. So etwas ist eigentlich unentschuldbar :wand:
Zu meinen Beweggründen: mein Freund hat sich meiner Meinung nach immer mehr zurückgezogen. Es fing an, als unser Baby ca. 6 Monate alt war (mittlerweile 1,5 Jahre alt). Er küsst mich nur noch selten richtig, wir haben kaum noch S., er ist nicht mehr so aufmerksam etc.
Ich habe ihn immer wieder darauf angesprochen, dass ich so viel vermisse und es mir so nicht gut geht. Es hat sich aber nicht viel verändert. Er sagt, das hat nichts mit mir zu tun, nichts mit seinen Gefühlen mir gegenüber, er ist mir treu und liebt mich über alles. Er ist einfach ständig gestresst und wenn ich ihn immer wieder darauf anspreche, wird es nicht besser, weil er sich unter Druck gesetzt fühlt. Ich muss dazusagen, dass mein Freund beruflich 3-4 Tage und Nächte von Zuhause weg ist und privat auch noch viel um die Ohren hat (Verein etc.). Auch hat er einen sehr anspruchsvollen, stressigen Job. Der Alltag mit Baby und die schlaflosen Nächte zehren auch an ihm.
Es ist auch so, dass wir dadurch nicht mehr viel Zeit zu Zweit haben.
Ich weiß, dass er mich liebt und mir treu ist. Aber seine Mails zu checken war irgendwie zum Kontrollzwang geworden. Und da ich nie was gefunden habe, hat mich das immer beruhigt.
Vorgestern hat er mich gefragt, ob ich seine Mails lese, weil er einen Verdacht hat. Ich habe ihn angelogen und nein gesagt. Ich war zu feige.
Ich habe ihm jetzt alles per Mail gestanden (er ist im Ausland). Ich erwarte von ihm immer absolute Ehrlichkeit, deswegen soll er das auch von mir erwarten können. Ich habe das Gefühl nicht mehr ertragen, dass ich ihn belüge und kontrolliere.
Ich bin auch froh, dass das jetzt raus ist und nicht mehr zwischen uns steht.
Er hat mir zurückgeschrieben, dass er das jetzt erst mal sacken lassen muss.
Wie soll ich mich jetzt verhalten? Ich befürchte, dass er sich deswegen von mir trennt. Ja, ich weiß...bin selber schuld. Aber sein Verhalten hat mich quasi dazu getrieben.
Ich hoffe, Ihr versteht das ein bisschen
LG Santina

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25. Januar 2016 um 9:22

Hm und ...
... wie sollen wir Dir da helfen können?

Dir sagen, dass das nicht so schlimm war, dass Du ihn ein Jahr lang belogen hast und sein Vertrauen missbraucht hast? Sorry, nein, das kann ich nicht sagen.

Dir sagen, dass er bestimmt nicht Schluss machen wird? Kann ich auch nicht sagen, denn ich würde es tun. Umgehend und ohne wenn und aber.

Wie sollst Du Dich verhalten? Na Du kannst nur abwarten, was er damit macht. Ob Du das Vertrauen je wieder aufbauen kannst, selbst wenn er sich nicht trennt, ist im besten Falle fraglich.

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25. Januar 2016 um 9:55

Und?
wie geht es jetzt weiter?

ich vermisse da jeglichen weiteren schritt.
du schiebst deinem freund die ganze schuld zu, obwohl du selber schreibst, du hättest nie irgendetwas verdächtiges in seinen mails gefunden.
was willst du jetzt tun? abwarten? was wird denn, wenn er dir diesen immensen vertrauensbruch verzeiht? du wirst in spätestens 2 wochen wieder damit anfangen, ihm zu unterstellen, er sei ein lügnern , denn du ziehst offenbar keinerlei konsequenzen aus deinem verhalten.

es ist sehr billig, deiner vergangenheit die schuld für deine charaktermängel zu geben. enttäuschungen erleben wir alle, es kommt darauf an, wie man damit umgeht. ob man daraus lewrnt oder ob man daraiufhin allen menschen unterstellt, sie seien lügner und verhielten sich alle sich schäbig.
wenn du diese sicht auf die welt nicht ablegen kannst, dann such dir professionelle hilfe.

ich würde den permanenten vorwurf, ich würde dich belügen, übrigens nicht verzeihen können.
alles gute.

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26. Januar 2016 um 7:20

Ihm den Vorwurf zu machen, er sei Schuld solltest du lassen
Du musst DICH entschuldigen, nicht ihn beschuldigen. Und gib ihm Zeit. Viel Zeit. Sei nett und freundlich. Stress ihn nicht. Ich denke, er wird deine Ehrlichkeit schätzen. Auch wenn es sehr spät kommt. Schließlich hast DU ihn belogen und betrogen. Nicht er dich. Also gib ihm nicht die Schuld sondern mach es wieder gut. Und lass ihn in Ruhe. Er braucht jetzt mal komplett vielleicht Kontakpause. Gönn sie ihm.

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26. Januar 2016 um 7:54
In Antwort auf lleulu_12102636

Ihm den Vorwurf zu machen, er sei Schuld solltest du lassen
Du musst DICH entschuldigen, nicht ihn beschuldigen. Und gib ihm Zeit. Viel Zeit. Sei nett und freundlich. Stress ihn nicht. Ich denke, er wird deine Ehrlichkeit schätzen. Auch wenn es sehr spät kommt. Schließlich hast DU ihn belogen und betrogen. Nicht er dich. Also gib ihm nicht die Schuld sondern mach es wieder gut. Und lass ihn in Ruhe. Er braucht jetzt mal komplett vielleicht Kontakpause. Gönn sie ihm.

Wenn alles wieder besser ist
In ein paar Wochen könntet ihr euch mal zusammensetzen und schauen ob es Pflichten gibt, die man aufgeben könnte. Vereine... Man muss etwas behalten was einem Spaß macht. Ja. Aber wenn ihr euch die 3/4 Woche nicht sehen könnt und ein sehr kleines anstrengendes Kind habt, dazu noch die restliche Zeit in Vereinen verbringt, ist klar, dass man nicht mehr als Paar lebt. Besser gesagt, ist ja dann logisch dann innerhalb der Familie gar keine Zeit für Mann und Frau übrig bleibt. Das ist aber dringend wichtig. Aber auch da, denke daran, du bist nicht in der Position etwas zu fordern. Du hast Mist gebaut. Es gibt kein "ja aber du". Sei froh wenn er es dir verzeiht. Er muss dann sicher erst langsam wieder Vertrauen aufbauen. Du hast schließlich nicht ein Mal kurz ins Handy geschaut sondern ein Jahr lang seine Mails gelesen. Obwohl nie etwas zu finden war. Das muss er erstmal verdauen, ohne, dass du ihm die Schuld zuschiebst.

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26. Januar 2016 um 8:28

Danke
Für Eure vielen ehelichen Antworten. Er hat sich von mir getrennt und nun bin ich alleine mit 2 Kindern und weiß nicht wie ich alles schaffen soll. Natürlich begebe ich mich in Therapie und ich nehme auch alle Schuld auf mich. Trotzdem ist für mich eine Welt zusammengebrochen

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26. Januar 2016 um 9:02

Hätte ich
an seiner Stelle auch getan.

Einen Menschen, der mir nicht glauben möchte, kann ich an meiner Seite nicht brauchen, egal, wie sehr ich ihn auch lieben mag. Einen, der mich kontrolliert, ertrage ich an meiner Seite nicht, egal wie sehr ich ihn auch lieben mag.
Das Vertrauen wäre weg - und zwar recht unwiderbringlich und damit die Basis der Beziehung.
Von daher kann ich seine Reaktion völlig nachvollziehen.

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26. Januar 2016 um 9:22

Wenn man einen massiven Vertrauensbruch nicht vergeben will und kann?
stimmt, ich vertraue nur sehr wenigen Menschen. Meinem Partner und meinen Freunden aber blind und uneingeschränkt. Wenn ich nicht davon ausgehen kann, dass das umgekehrt auch so ist, dann gibt es für mich keine Beziehung / keine Beziehung mehr.
Es hat eher damit zu tun, dass ich nicht zulassen kann, dass jemand das Innerste meiner Seele berührt, der mir nur dann glaubt, wenn gerade nichts gegen mich spricht. Jemandem, vor dem ich mich rechtfertigen und irgendwas beweisen muss, wo "weil ich es sage" nicht genügt, lasse ich dort nicht hin bzw. werfe ihn hochkant raus und verschliesse die Tür für immer. Ob das jetzt falsch ist oder nicht ... das gedenke ich nicht zu ändern.

Einen Vertrauensbruch (in dieser und anderer Hinsicht) kann und will ich nicht vergeben. Egal wem. Egal wie ich für den jenigen fühle, egal, ob es irgendwelche herzeigbaren Gründe gab (die jeder für sich findet, das ist klar), egal was da sonst noch ist. Niemals.
Von was auch immer das zeugen mag, dass ist eine Grenze, die ich nicht überschreite und nicht überschreiten möchte.

Wenn der Vertrauensbruch so gelegen hätte, dass einer von beiden ein Jahr lang eine Affäre gehabt hätte und jetzt seinen Fehler eingesehen und Besserung gelobt hätte, würdest Du vermutlich auch anders darüber sprechen, oder?

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26. Januar 2016 um 10:54

Falsch
Ich habe ihm die Kinder nicht angedreht um ihn an mich zu binden. Das 1. Kind ist aus meiner früheren Beziehung und 16 Jahre alt, das Baby ist unser gemeinsames Wunschkind

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26. Januar 2016 um 12:06

Nun, ...
es hat jeder seine Punkte, die er verzeihen kann und will - und die, wo das eben nicht geht / wo man das nicht möchte.
Das ist doch etwas völlig normales, oder?

Meine Grenze ist ganz sicher dafür an anderen Punkten viel weiter hinten als es Deine wäre. Da habe ich dann Verständnis, wenn ich von Liebe spreche - und Du nicht.
Wie man - egal mit welchen Gefühlen auch immer - eine Beziehung mit einem Menschen führen kann, der einem nicht glauben möchte, verstehe ich jedenfalls nicht - und das will ich auch nicht verstehen. Für diejenigen, für die das eben "nicht so schlimm" ist, ist das dann auch kein Beziehungsende - klar. Für mich ist es eines der schlimmsten Dinge, die mein Partner mir antun kann - und eben genau so würde ich darauf auch reagieren.

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26. Januar 2016 um 15:35

Ja, wie ich unten schon schrieb...
es hat jeder (halbwegs gesunde Mensch) seine NoGos, wo der Punkt überschritten ist, an dem es nicht zurück geht. Die liegen nun einmal nicht bei allen an der gleichen Stelle. Ich behaupte auch gar nicht, dass das alle so sehen sollen wie ich, ich schreibe auch nur meine Meinung und die ist eben: ich kann die Entscheidung, die Beziehung zu beenden, nachvollziehen und würde es auch so machen.

Klar bestehen Beziehungen auch aus Kompromissen, ist mir schon aufgefallen. Mache ich auch, immer wieder. Grenzen gibt es dennoch immer, auch und gerade persönliche und das ist gut und richtig so, finde ich.

Was meinen letzten Absatz angeht: ich kann bis heute nicht nachvollziehen, wo das Problem liegen soll, wenn mein Mann mit einem oder einer anderen Sex hat. Das trifft mich null. Aber wenn er meine Mails lesen würde (oder mich anderweitig kontrollieren würde), das würde mich zutiefst treffen, ja. Demnach bin ich natürlich beim Mails lesen auch sehr konsequent und beim Sex mit anderen hätte ich gar keinen Grund für Konsequenzen.
Aber davon abgesehen: immer her mit Deiner Theorie - mich interessiert das Thema und vor allem so viele verschiedene Ansichten dazu (die nicht mit meiner übereinstimmen) wie nur möglich. - Naja, vielleicht nicht in diesem Thread, das wäre dann noch mehr OT.

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26. Januar 2016 um 16:09
In Antwort auf ghada_12934897

Danke
Für Eure vielen ehelichen Antworten. Er hat sich von mir getrennt und nun bin ich alleine mit 2 Kindern und weiß nicht wie ich alles schaffen soll. Natürlich begebe ich mich in Therapie und ich nehme auch alle Schuld auf mich. Trotzdem ist für mich eine Welt zusammengebrochen

Natürlich - schuld bin ich!
ein gratistipp, wird von der krankenkasse nicht übernommen:
einen glaubenssatz der es in sich hat:

"ich bin frei von Schuld und war dies immer"

lieb & gruss - nondual

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