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Ich habe eine Depression und fühle mich von Freundin und Familie bedrängt

6. August 2014 um 17:22 Letzte Antwort: 17. August 2014 um 23:55

Hallo an alle,

ich bin neu hier und habe auch keine Erfahrung mit Foren etc. darum leg ich einfach mal los und versuche meine Situation so gut es geht zu schildern.


Ich bin 26 Jahre alt und seit 6 Monaten krank geschrieben und befinde mich auch seit zwei Monaten in Therapie zu der ich einmal die Woche gehen kann.
Die Depression wurde durch zu hohe Arbeitsbelastung ausgelöst, ich bin/war Autoverkäufer, wobei laut meiner Therapeutin noch mehr sein muss.
Mit meiner Freundin sie ist 22 Jahre alt bin ich seit einem Jahr zusammen und wir sind vor zwei Monaten zusammen gezogen.

Nun zu meinem Problem, die Depression hat mich im Alltag auch ohne die Arbeit oft fest im Griff mal schlimmer mal weniger schlimm.
Ein beispiel für bedrängen ist mein Handy, sobald eine Nachricht reinkommt oder ich das Handy in der Hand habe fragt Sie "mit wem schreibst du", Sie kann auch nicht verstehen das wenn ich mit einem Freund schreibe das ich nicht möchte das Sie da mit liest wenn ich Ihr das dann sage hab ich Ihrer Meinung nach etwas zu verheimlichen wenn ich Ihr das Handy hinlege will Sie es dann auch nicht mehr sehen. Für mich ist das ziemlicher Kindergarten und solche Sachen enden in der Regel im Streit. Dann hat meine Freundin öfter am Tag wie sie es nennt ihre 5 Minuten in denen Sie "blödsinn macht und mal rumblödelt" z.b. auf mir rumhüpfen usw und mir Ihre ganze Aufmerksamkeit widmet wenn ich das aber nicht möchte kann ich hundertmal ruhig sagen lass mich in Ruhe hör bitte damit auf bis ich dann irgendwann explodiere und dann wird dumm geschaut und es heißt ich wäre aggressiv.

Erst gestern hatte ich mal wieder Probleme mit dem einschlafen und habe Ihr erklärt das ich zwar müde bin aber wenn ich versuche einzuschlafen hell wach bin und keine ruhe finde egal wie müde ich bin ich habe 5 bis 6 Stunden Schlaf in der Nach mehr ist nicht einfach drin und meine Freundin meinte gleich geh arbeiten dann wirst du von alleine Müde! Das Thema "gute Ratschläge" hatten wir schon so oft das ich jedesmal fast ausraste. Das läge an meinem Biorhytmus und ein haufen anderer neumalkluger unqualifizierter Sprüche (gehört auch zu den Symptomen), mir einfach nen neuen Job zu suchen Psyhotherapie, Reha und Medikamente würden mich nur noch mehr kaputtmachen bei meiner Mutter übrigens dasselbe sie meinte, bevor ich den Mut hatte zu meinem Arzt zu gehen der dann auch eine Depression festgestellt hat, Ich soll mich zusammenreisen im Geschäft sei es nie leicht sehr hilfreich in meiner Situation das sind nur wenige beispiele.

Mir fällt es schon schwer mich gegenüber meiner Therapeutin zu öffnen und mit Ihr über meine Probleme zu sprechen und die ist Profi.
Mit meiner Familie und meiner Freundin bin ich einfach nicht in der Lage da Sie egal was ich sage immer der Meinung sind das Sie es besser wissen, besser wissen was gut für mich ist, ich höre andauert , du musst die unde du musst das, und sich dann wundern wenn ich Sie aus dieser Situation ausschließe. Achja die Reaktionen meiner Freundin wenn ich nicht darüber reden möchte oder mal sage das Sie das nichts angeht "ich müsste Ihr nicht immer zu verstehen geben das Sie mein Leben ein Sc...sdreck angeht und erpresst mich dann auf emotionaler ebene so dass ich mich wieder schuldig fühle übrigens macht das meine Mutter genau so.
Ich werde bei solchen Gesprächen sehr schnell agressiev und laut, in solchen Situationen kann ich mich einfach nicht beherrschen wel ich mich ständig bevormundet fühle. Sie rechtfertigen es damit das Sie es nur gut meinen,nur gute Absichten hätten, gut für mich ist es trotzdem nicht und ich kann es hundert mal sagen es hört einfach nicht auf.

Ich gebe irgendwie die Schuld dafür, das es alle so läuft und weis nicht was ich noch tun soll.
Wart Ihr schon in ähnlichen Situationen?

Weiß irgend jemand Rat?

Vielen Dank schon mal.

Grüße Benni

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9. August 2014 um 23:33

Depression ist eine Krankheit
Hei Benni,

ich weiß wie man sich in deiner Situation fühlt. Ich hatte auch schon mal mit einer Depression zu kämpfen und neige auch noch zu depressiven Phasen.

Das was du beschreibst ist das typische Problem zwischen Depressiven und ihren Angehörigen. Du musst dir vorstellen du befindest dich in einem Zustand, den die anderen nicht nachfühlen können. Das kann man Ihnen nicht vorwerfen, denn dafür können sie nichts. Aber was sie auf jedefall tun müssen, ist sich zu informieren, was eine Depression ausmacht, was die Symptome sind und wie sich Betroffene fühlen. Viele tun dies nicht, da eine Depression keine Krankheit is, die offentsichtlich ist, wie ein Beinbruch oder eine Infektionskrankheit, bei der jeder Krankheitssymtome erkennt, die eindeutig und von jedem als Handycap eingestuft werden. Viele nehmen dann die Tatsache leichtsinnig hin, dass sie einen "depressiven" Angehörigen haben. - nach dem Motto, ist halt so, wird schon wieder, er wird sich schon wieder aufraffen und es kommen ja auch wieder gute Zeiten.
Nur wie du selbst weißt ist das natürlich gerade nicht so einfach, wie eben dahin gesagt.
Eine Depression ist eine Krankheit (!!!), die meist tiefere Ursachen hat als nur Überforderung und die behandelt werden muss. Angehörige haben es zugegebenermaßen schwer einen depressiven Menschen zu verstehen. Das beste ist deswegen, dass sie einfach da sind und es akeptieren, wenn du von deinen Sorgen sprichst und es versuchen anzunehmen, so dass du das Gefühl hast, ernstgenommen zu werden. Daher soltlest du lernen deine Gefühle auszudrücken und mitzuteilen. Ich weißauch das ist schwer, aber zumindest ein wenig solltest du das versuchen. Sonst können dich die andern noch weniger verstehen und raffen nicht, dass Phrase wie: - "ach komm, das ist doch nicht so schwer, raff dich auf dann schaffst du das. Reiß dich zusammen!" nichts bringen.
Wenn man Depressionen hat, dann ist es oft schon zu viel nen Teller in die Spülmaschine zu räumen. Man hat einfach keine Kraft.

Ich finde übrigens, wenn du Depressionen hast solltest du mal mit deiner Therapeutin sprechen, ob du nicht häufiger zur Therapie kannst - wirklich. Einmal in der Woche ist viel zu wenig!! Es sind mindestens 2 Termine pro Woche notwenig damit eine Therapie effektiv ist. Vor allem wenn du 6 Monate krankgeschrieben bist, dann ist das ja schon ne ernstere Depression.

Und jetzt noch etwas das sehr wichtig ist. Du musst lernen mit dir selbst ins Reine zu kommen. Das geht meistens auch nur in Begleitung mit der Therapie.
Aber auch so im Alltag solltest du so weit du die Kraft hast unbedingt versuchen dich von allem was negativ auf dich wirkt losumachen. Dinge finden die dich glücklich machen. Wenn es jeden morgen spazieren gehen ist oder ein bestimmter Sport. (Sport ist übrigens ein Depressions Killer - solltest du auf jedenfall machen und das durchziehen). Ein Musikinstrument spielen (ich spiele jetzt z.B. seit einem Jahr Gitarre und habe gemerkt, dass ich mit Musik einiges verarbeiten kann), malen, irgendwas bauen...ka irgendwas wozu du meinst Lust zu haben, vllt auch irgendwas von dem du denkst das du es gut kannst und es auch allein durchziehen kannst. Sowas brauchst du unbedingt!

Mit deinen Angehörigen hilft nur reden, reden, reden, damit sie dich so gut es geht verstehen können und deine Situation einfach akzeptieren und dir Zeit lassen.
Und du solltest Ihnen ruhig den Hinweis geben sich zu informieren über die Krankheit und das Gefühl, das Betroffene wirklich haben.

Viele Grüße und alles Gute







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10. August 2014 um 20:51

Waaahhh!!!
Wenn ich sowas lese könnte ich echt sauer werden...


Hallo erstmal Benni.
Ich leide ebenfalls seit einigen Jahren an Depressionen und kann dich daher sehr gut verstehen.
Es ist einfach furchtbar wenn man sich so fühlt und einem dann von solchen Besserwissern erzählt wird, was man zu tun und wie man sich zu fühlen hat.
Vor allem, wenn sie aus der eigenen Familie kommen oder der Partner der einem sagt, dass man sich nicht so anstellen und arbeiten gehen soll...

Es ist überhaupt NICHT deine Schuld.
Sowas verschlimmert deine Erkrankung nur, dass sollten sich die Herrschaften mal bewusst machen.
Meiner Meinung nach sollten deine Freundin und deine Mutter mal ganz dringend eine Beratungsstelle für Angehörige von Depressiven aufsuchen, denn das was sie machen geht gar nicht!
Der Partner und die Familie sollten einen stützen und nicht zusätzlich belasten...

Und dass man davon wütend wird ist vollkommen verständlich... Ich kenn das.
Immerhin jammerst du ja nicht rum, sondern arbeitest an dir.
Die Aussage, dass dich eine Therapie und Tabletten kaputt machen ist der größte Blödsinn...

Du solltest ihnen vllt auch ein gutes Buch über Depressionen in die Hand drücken.
Vielleicht kannst du deine Therapeutin ja auch bitten, dass du sie für eine Sitzung mitbringst und sie sie mal aufklärt?


Wenn dir mal alles zu viel wird, solltest du vielleicht um einen kurzen Aufenthalt in einer Klinik nachdenken.
Da hast du deine Ruhe und kannst dich auf deine Genesung konzentrieren.

Wenn man dir irgendwie helfen kann, schreib mir gerne.

Liebe Grüße, Nini

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11. August 2014 um 15:24

...
Ist denn mal was passiert, dass sie so misstrauisch ist wegen deines Handys?
Also mein Freund und ich fragen uns auch, wenn der andere länger am Handy ist, mit wem der andere so schreibt, meistens erzählen wir es aber auch von selbst - einfach so.

Allerdings würde ich nie versuchen mitzulesen - das greift ja schließlich auch in die Privatsphäre des Kumpels ein.
Ich kann auch nicht nachvollziehen wieso man das nicht versteht, vor allem als Frau.
Wäre ihr ja sicher auch unangenehm wenn der Freund ihrer Freundin mitlesen will, wenn sie von etwas Privatem schreibt...

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17. August 2014 um 23:55

Ich kann mich meinen Vorpostern nur anschließen...
...und zwar in ALLEN Punkten.

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