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Ich hab Bulimie und er hat Depression: Trennung?

23. März 2015 um 13:33

Hallo ihr Lieben!

Ich muss euch schreiben, weil ich nicht mehr weiß, was ich tun soll!
Und zwar folgendes: Mein Freund (23) und ich (28) hatten bis letzten Juni eine Fernbeziehung. Ich bin nach dem Studium wegen ihm in eine andere Stadt gezogen. Er kommt aus einer Kleinstadt, die nicht weit davon entfernt ist. Und so hatten wir beschlossen endlich zusammen zu ziehen. Er macht noch eine Ausbildung und sein letztes Jahr (Praxisjahr) stand an. Er wollte sich ein Platz in der gleichen Stadt suchen wo wir wohnen, doch eine Woche vor Beginn sagte er mir, dass er lieber in seiner Kleinstadt arbeiten möchte, damit er näher an seiner Familie ist. (Er hat davor bei seinen Eltern gewohnt und immer wenn ich ih besucht hatte waren wir natürlich in unseren Freiräumen eingeschränkt. Ich verstehe mich mit den Eltern gut, doch man fühlt sich schon in die Kindheit zurückgeworfen. Aber was tut man nicht alles aus Liebe).
Ich war natürlich enttäuscht, weil das täglich 3 Stunden Fahrtzeit in Anspruch genommen hat, dadurch hatten wir weniger Zeit, er musste früh schlafen gehen und früh aufstehen. Naja, und dann fingen die Probleme an: wir stritten uns oft, ich arbeitete lange und spät, die Hausarbeit blieb auf der Strecke liegen und er fing an alles zu vernachlässigen. ich meinte, er könnte ja in die Großstadt wechseln, dann hätte er mehr Zeit, um seinen privaten Verantwortungen nachzukommen. Nein, wollte er nicht. Er fing an depressiv zu werden, ich konnte ich nicht mehr helfen, alles was ich sagte war falsch. Er hat auch so noch ein leichtes Drogenproblem, kifft jeden Tag. Ich bin leider auch nicht besser: Ich leide an Bulimie seit 11 Jahren, was ich ihm aber erst vor ein paar Tagen gebeichtet habe. Alles spitze sich dann zu, als er krank war und vergessen hat, sich bei einer Prüfung abzumelden. Jetzt steht seine Ausbildung aufs Spiel, und er muss sich mächtig anstrengen, um das Jahr zu schaffen.
Nun ist er letzte Woche von heute auf morgen einfach ausgezogen, zurück zu seinen Eltern. Er sagte er kann nicht mehr und es ist endgültig, er kommt nicht wieder! Keine Chance! Er packt die Verantwortung nicht, weil er manchmal depressiv ist, deswegen muss er auch in Therapie (auch wegen dem Kiffen) und weil er sich auf die Ausbildung konzentriere muss.
Ich hatte dann ein Nervenzusammenbruch und bin jetzt in Therapie. ich liebe ihn noch, und er mich, wir wollen zusammen bleiben, aber es fällt mir so schwer zu verstehen, wie er einfach abhauen konnte. Ich sitze jetzt fest, in UNSERER Wohnung, ALLEINE! Sobald ich alleine bin, bin ich mit meiner Bulimie alleine und sie überkommt mich. Ich verstehe, das mein Freund sagt, er muss zurück zu seinen Eltern, weil er sich jetzt auf die Ausbildung konzentrieren muss und selber auf eigenen Beinen stehen muss, genauso wie ich. Ebenso meint er, dass er nach der Ausbildung noch reisen will, ein bisschen arbeiten will und dann studieren will, aber dann aber auch erst in eine WG ziehen möchte. Ich kann es nachvollziehen, ich habe immer Kompromisse gemacht, die man halt machen muss, wenn man so ein Altersunterschied hat. Aber ich weiß nicht, ob ich das ertragen kann, dass er mich hier sitzen lässt. Hätte ich das gewusst, wäre ich nie in diese Stadt gezogen. Sie macht mich unglücklich, eine eigene Wohnung ist praktisch unbezahlbar, aber ich MUSS alleine wohnen und auf eigenen Beinen stehen. ich habe Angst vor der Einsamkeit, und das muss ich bewältigen, da hilft keine WG, daran bin ich schon gescheitert und als erwachsene Frau, die 8 Jahre WG-Leben hinter sich hat, brauche ich endlich etwas Ordnung und Struktur im Leben, vorallem jetzt.
Ich weiß nicht was ich machen soll. Bin ich egoistisch, wenn ich sag, er hätte nicht einfach von heute auf morgen abhauen sollen? Oder lasse ich mich hinhalten?
Was meint ihr?

Ich bin euch dankbar für eure ehrliche Antworten und ich freue mich auf jeden Meinung.

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23. März 2015 um 16:31

Deine Worte
tun mir wirklich gut. danke für deine netten Worte, es hört sich alles sehr vernünftig an

ja, ich bin dabei meine Bulimie in den griff zu bekommen, ich weiß auch, dass es auch ein Prozess ist, damit fertig zu werden. ich stehe ja gerade mal am Anfang.
ich weiß einfach nicht, ob es besser ist sich zu trennen oder ob wir noch eine chance haben. er hat mir zugesichert und versprochen, dass er zumindest wieder zu mir in die Großstadt zieht, wenn er anfängt zu studieren, damit wir nicht zumindest näher beieinander sind. zwar nicht zusammen in einer gemeinsamen Wohnung, aber wenigstens sind wir uns dann näher.
ich Zweifel nicht an seiner liebe, ich tue mir nur schwer damit, immer auf ihn warten zu müssen. ich kann verstehen, dass er die Erfahrung brauch und machen will. ich verstehe, dass wir beide auf eigenen beinen stehen müssen, damit ein zusammenleben überhaupt klappt...die liebe zu ihm sagt "bleib" und die Vernunft sagt "hohes Risiko"

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