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Ich glaube mein Freund hat Burnout – kommen Euch die Symptome bekannt vor?

30. Juni um 20:03

Hallo Ihr Lieben,

ich hoffe, dass ich hier etwas Rat finden kann.
Nun, ich fange einfach chronologisch an - vergangenen November lernte ich jemanden in meinem Urlaub kennen, ich nenne ihn jetzt mal "M". M ist ein bisschen jünger als ich, 24, und war dort als Erasmus-Student, wir haben uns in einem Club kennengelernt, etwas Spaß gehabt und nur geknutscht, als Urlauberin hatte ich mir aber nicht viel davon erwartet und es bei dem netten Abend im Club belassen, obwohl er sich gerne verabreden wollte. Im Januar habe ich mich aus einer Laune heraus bei ihm gemeldet und mich entschuldigt, dass ich seinerzeit nicht auf sein Interesse einging, da erzählte er mir, dass er für seine MA im Februar nach Berlin, also meine Heimat, käme. Wir waren diesen Monat über täglich in Kontakt und haben uns sehr vertraut und intim ausgetauscht und gut kennengelernt, so wie man sich über Mails eben kennenlernen kann. Als er dann hierher kam, haben wir uns sofort verabredet und fingen an, miteinander auszugehen.
Er war so bisschen von Null auf Hundert und hat mich sofort "umworben", das war etwas überraschend für mich, ich habe es genossen und erwidert, aber da ging alles von ihm aus. Nach nur zwei Wochen allerdings meinte er, er könne keine feste Beziehung eingehen. Jedoch nicht, weil er sich mit anderen treffen möchte, darin ist er auch gar nicht so gut, sondern weil er für sich sein müsse. Das war etwas irritierend für mich, dann aber habe ich versucht zu verstehen, woher das kommen könnte: ursprünglich kommt er aus Italien, hat dort den Bachelor gemacht, war in Singapur für ein Praktikum, ging dann nach Dänemark für die MA, dann nach Portugal für den Erasmus und kam dann nach Berlin, um für ein Unternehmen hier die MA zu schreiben, die er im Juni fertig haben sollte und dann eben auch abgeben hat. Er hatte mir immer erzählt, wie schwer es für ihn war, ständig Abschied nehmen zu müssen und auch, dass er etwa gar nicht wisse, wo und wie er in nur wenigen Monaten leben würde. Also habe ich für mich verstanden, warum er sich nicht fest binden will und so war es ok für mich. Daraufhin fingen wir an, uns beinahe jeden Tag zu treffen, wieder alles von ihm aus, er suchte immer meine Nähe. Weil er in Berlin ständig nur kurze Zwischenmieten hatte, musste er fast jeden Monat umziehen und hatte auch zwei Mal für eine Woche bei mir gewohnt, als ich einmal bei ihm fürchterliches Fieber bekam, war ich sozusagen auf seinen Wunsch (ich konnte mich nicht bewegen^^) bei ihm eine Woche lang - alles lief gut und war schön zwischen uns, will ich damit sagen, er war sehr liebevoll und hat mir gegenüber auch immer mehr Gefühle eingeräumt und geäußert. Mit der Zeit habe ich immer mehr bemerkt, dass er etwas launisch und vergesslich wurde und oft sehr müde war. Ich dachte mir, dass das von seinen Arbeiten an der MA kommt und den Bewerbungen und Vorstellungsgesprächen, die er dieser Zeit hatte, auch vom ständigen Umziehen und einigen Kurzreisen etwa zu Vorstellungsgesprächen nach London, Italien, etc.
Einen Monat vor Abgabe wurde er dann etwas unerträglich, ich dachte, das sei den Umständen entsprechend noch irgendwie nachvollziehbar, seine Stimmungsschwankungen wurden ganz massiv, teilweise hat er sich beinahe aggressiv mit gegenüber verhalten, hat dann etwa Unstimmigkeiten zwischen einem Freund und ihm an mir ausgelassen und mir eine kolossale Szene gemacht, hat mir oft versucht Vorwürfe zu machen, die er nicht zu formulieren wusste, hat sich einfach super eklig und zickig verhalten und sich nur dann besinnt, dass das nicht ihm entspricht, wenn ich ihm sein Verhalten vor Augen geführt habe. Natürlich war er immer angespannt und hatte Angst der MA wegen, war voll und ganz unter Stress und ständig furchtbar müde und erschöpft. Überflüssig zu erwähnen, dass ich ihn trotzdem 100% unterstützt habe. Später ist mir allerdings klar geworden, dass er richtige Blackouts hatte, was mir sehr besorgniserregend vorkommt. Als er dann seine Arbeit abgegeben hat, stand wieder ein Umzug bei ihm an, ein Kurztrip nach Italien, Amtstermin, und mit nur einem einzigen Tag "Pause" ging es gleich weiter für ihn und er fing seinen neuen Job hier in Berlin an, der ihm laut Vertrag zunächst für die kommenden drei Monate gewiss ist. Weil ich eigentlich in seiner ersten Arbeitswoche verreisen wollte, hatten wir diesen einzigen freien Tag für ein Treffen vorgesehen, allerdings ist mir privat etwas schlimmes zugestoßen, davon wusste er, deswegen musste ich meinen Urlaub streichen. Er hat dann richtig aggressiv unser Treffen abgesagt und mich eine Woche lang fast schon ignoriert und sich immer nur entschuldigt, wie müde er sei, er brauche Zeit für sich und auch wenn meine Situation gerade richtig schlimm sei, könne er nicht für mich da sein, weil er jetzt einfach mal auf alles scheißen müsse. Nach einer Woche haben wir uns getroffen und weil wir beide ziemlich am Limit waren, haben wir das erst einmal beendet, auch obwohl ich eher nur für Abstand plädiert hatte. Seit zwei Wochen ist der Kontakt geradezu manisch, mal meldet er sich richtig liebevoll und ist bemüht, sich irgendwie "richtig" zu verhalten - entschuldigt sich, wenn er mal nicht gleich antwortet (was ich nicht erwarte) und verspricht, angemessen zu reagieren -, dann ist wieder absolute Funkstille, bis er sich wieder interessiert zeigt und von sich selbst erzählt, dass er jeden Tag nur zur Arbeit und wieder nach Hause geht, gerade mal zum einkaufen kommt, ständig so müde ist und dass er sich gerade etwas isoliert, um für sich zu sein.
Ich weiß nicht, wie ich damit umgehen soll, gewissermaßen ist das ja alles nachvollziehbar, aber sein Verhalten macht mich sehr besorgt, auch dass er gar nicht einzuordnen weiß, was gerade mit ihm passiert. Sind das Anzeichen für einen Burnout? Ich weiß nicht, wie ich mich verhalten soll, offensichtlich geht es ihm nicht gut und er hat niemanden um sich, dem er sich anvertrauen kann. Sollte ich seine Mutter - er hatte mich ihr während ihres Besuchs hier vorgestellt und wir sind (lediglich) Facebook-Freunde -kontaktieren und mich ihr vorsichtig anvertrauen oder so?
Oder hat jemand schon mal ähnliche "Symptome" (Blackouts, Müdgkeit/permanente Erschöpfung, massive Stimmungsschwankungen, Angst, Isolation, ...) bei seinem Partner oder einer nahestehenden Person bemerkt?
Ich hoffe sehr auf Eure Ratschläge und "Erfahrungsberichte"!
DANKE

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30. Juni um 14:32

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