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Ich glaube ich muss sterben

13. August 2008 um 13:07

Meine Frau ist vor ca. 3 Monaten ausgezogen und hat 2 Monate zuvor die Scheidung eingereicht. Wenn ich sage Scheidung einreichen, so meine ich das mit voller Härte, mit Anwälten, inzwischen auch die 3. Verhandlung vor Gericht, Unterhaltsklage etc. Wir waren 18 Jahre zusammen, davon 8 Jahre verheiratet und sind gut situiert. Wir haben auch einen 6jährigen Sohn. Einen anderen Mann gibt es nicht, den Grund den sie vorgibt ist der Wunsch nach Selbstverwirklichung, Selbstbestimmung und sie könne einfach nicht mehr mit mir leben da ich sie zu sehr eingeengt hätte, aber sie schätze mich sehr und sie mag mich auch sehr, sie liebe mich aber einfach nicht mehr. Anfangs war sie ziemlich in Fahrt und hat zuhause wirklich ein Paradies verlassen. Nach dem Auszug ist sie ziemlich schnell abgekühlt, weil sie scheinbar erkannt hat, das es doch nicht so einfach ist, alles alleine auf die Reihe zu bringen und es waren erstmals wieder Gespräche möglich. Wir haben sogar einige Male miteinander geschlafen (zuletzt vor ca. 4 Wochen). Nur bleibt sie bei ihrer Entscheidung und zieht die Sache mit den Anwälten weiter durch. Ich habe bis heute geglaubt und dafür gekämpft, das ich sie zurückbekomme, nur kann ich einfach nicht mehr. Ich habe auch die intimen Kontakte abgebrochen, da diese in mir jedesmals Hoffnungen weckten und ich mich auch benutzt gefühlt habe. Bezüglich dem schwebenden Verfahren bei Gericht tut sie so, als könne sie da nichts dafür und es betreffe nicht uns, also totale Verdrängung. Sie spricht ganz locker von Freundschaft und wollte sogar mit mir Essen gehen.

Trotz aller Schläge, wobei sie auch schon teils durch ihre unkontrollierten Handlungen vor Gericht meine Existenz bedroht, liebe ich sie immer noch und glaube sie vor sich selbst schützen zu müssen. Wenn ich gezwungener Maßen zurückschlage, mit unmenschlicher Überwindung, da ich ihr nicht weh tun kann, stellt sie mich als kranke Persönlichkeit hin. Darunter leide ich sehr, etwas später tut sie mir dann auch wieder schrecklich leid und ich mache mir Gewissensbisse. Ich habe den Kontakt schon auf ein Minimum reduziert, ich rufe sie nicht an und wenn wir uns treffen bin ich sehr kurz gebunden. Alle meine Freude sagen, ich solle endlich aufhören um sie zu kämpfen, sonst würde ich mich kaputt machen. Nur irgendwie sucht sie immer den Kontakt, entweder über unseren Sohn, oder durch irgenwelche sms oder gar Anrufe, in denen sie Dinge hinterfragt, die wir tags zuvor klar besprochen haben. In dem Moment ist es mit meiner gewonnenen Fassung wieder vorbei. Also es vergehen max. 2 - 3 Tage an denen ich nichts von ihr höre. Erst seit einigen Tagen, nachdem ich eine "gewaschene" Unterhaltsklage erhalten habe, habe ich ihr verstärkt meine Härte spüren lassen. Nur verfalle ich jetzt wieder in dieses "helfen wollen" Gefühl und es geht mir sehr schlecht. Ich weiß ich muss sie gehen lassen, sie ist diesen Schritt gegangen und hat sich entschieden. Ich muss einfach auf mich selbst schauen.

Warum komme ich nicht von ihr weg, nach allem was sie mir angetan hat und kann den Zorn und die Distanz nicht längerfristig aufrecht erhalten. Auch das aufbauen eines Feindbildes wirkt nicht, da ich sie einfach zu sehr idealisiere. Wer kann mir da einen Rat geben, wie man sich möglichst schnell löst und sein Leben wieder in normale Bahnen bringt.

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13. August 2008 um 13:18

Die Antwort...
... wird Dir nicht gefallen, aber Abstand ist das einzige, was Dir helfen wird, Dein Leben wieder in normale Bahnen zu bringen, wie Du es nennst.

Du solltest nicht mehr mit ihr reden (wenn dann über den Anwalt), wenn sie anruft, leg auf oder den Hörer daneben. Vermeide persönlichen Kontakt.

Diese Frau weiß durchaus, was sie will, sonst würde sie ihre gerichtlichen Forderungen mit aller Härte durchbringen wollen. Dass Du Dich von ihr weichkochen lässt, kommt ihr dabei gerade recht - so kann sie davon ausgehen, dass sie auch bekommt, was sie will. Und geh mal davon aus, dass sie sich durchaus im Recht fühlt, wenn sie sich schon von Dir getrennt hat, um sich endlich selbst zu verwirklichen, das heißt nämlich nichts anderes, als dass sie Dir insgeheim die Schuld dafür gibt, dass sie es jahrelang nicht konnte, sonst würde sie sich schließlich nicht scheiden lassen wollen. Und jetzt lässt sie Dich diese Schuld abtragen, indem sie harte Forderungen an Dich stellt.

Ich sehe nicht, dass man diese Frau vor sich selbst schützen müsste. DU solltest DICH vor DIR schützen, denn Du lässt Dich offensichtlich von falsch verstandenem Mitleid leiten und lässt Dir alles gefallen, weil Du noch ein Bild von Deiner Ex im Kopf hast. Die Frau, in die Du Dich verliebt hast, gibt es nicht mehr. Um das zu verarbeiten, halte ich wie gesagt, Abstand für am besten. Auch um Deiner Ex klarzumachen, dass sie mit ihrem Verhalten bei Dir nicht mehr weiterkommt.

LG

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13. August 2008 um 13:51

Selbst dieses.....
@ Nimm jederzeit Deinen Sohn zu Dir, wenn sie was vorhat, aber an alles andere muß sich sich fortan selber gewöhnen.
.............würde ich an Mannesstelle nur im absoluten Notfall tun. Anonsten hat sie sich, genau wie Du, an die vereinbarten Besuchszeiten zu halten. Ich weiß, dass dies sicherlich schwer ist, weil man meint, dass man es ja fürs Kind tut.

Alles Gute für Dich und Kopf hoch

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13. August 2008 um 13:58

Da schämt man sich
glatt eine Frau zu sein. Selbstverwirklichung ist ja gut und schön, aber dann muß ich auch zusehen, wie ich das auf die Kette kriege und nicht sagen: "Ehemann, ich möchte mich selbstverwirklichen, trenne mich von Dir und lasse mich auch scheiden, aber Du bezahlst das bitte!" Also echt.........manche sind so abgebrüht, dass es echt nicht mehr schön ist.

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13. August 2008 um 14:22

Wow...
...dem ist nichts mehr hinzuzufügen Deckt sich absolut mit meiner Erfahrung!!

Nur in einem Punkt muß ich @lackenkogel recht geben: Laß Dich nicht ausnutzen in Bezug der Beaufsichtigung Eures Kindes. Auch ich dachte anfangs, ich tu es für mein Kind. Aber wenn man dann annähernd schon täglich dazu "verpflichtet" wird, kann man(n) sich nicht aufs neue Leben konzentrieren und nimmt in irgendeiner Form nach wie vor am Leben der Ex teil, ohne wirklich daran teilzunehmen. Mit anderen Worten - Du klebst weiterhin an der Ex und findest Deinen eigenen "neuen" Weg nicht!

Alles Gute,
Hamlet

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