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ich fühle mich bei ihm wie entfremdet

11. Mai um 22:11 Letzte Antwort: 21. Mai um 1:20

hallo
ich habe zahlreiche Diskussionen gelesen und fühle den Bedürfnis, meine Situation hier irgendwie neutral und anonym zu beschreiben, in der Hoffnung nicht die Einzige zu sein. Langsam habe ich das Gefühl, mich selber nicht mehr zu erkennen, als wäre ich nur noch im Funktionsmodus  Wir sind seit 19 Jahre zusammen, haben 2 gemeinsame Kinder (17 und 3) und sind nicht verheiratet. Er ist extrem von mir abhängig und aus meiner Sicht schon fast unfähig, mit sich selber etwas aus seiner Zeit anzufangen. Er hat keinen Bedürfnis nach Hobby, Ausgehen mit Freunden, Sport usw. Ich würde zwar gerne einige Bedürfnisse nachgehen, die Zeit fehlt mir aber (arbeite 80 Prozent und die Zeit, dass ich habe, brauche ich für die Kinder und Haushalt). Trotzdem nehme ich mir die Zeit ab und zu für Freundschaften, Telefonate und auch mal einfach um selber runter zu kommen. Er sagt zwar nichts (war früher anders, er musste aber lernen, dass das sein Problem und nicht meins ist), seine Körpersprache zeigt aber deutlich, dass das ihm nicht wirklich passt. Meistens beruhigt sich seine Laune aber schnell. Nur ist bei mir so, dass ich unbewusst (oder bewusster als mir lieb ist) ein schlechtes Gewissen habe, obwohl ich nichts falsch mache. Er ist aktuell arbeitslos (nicht zum erten mal) und ich arbeite fast nur noch von zuhause aus (corona). Sein Tag würde er am liebsten so gestalten, mich zu verwöhnen (liebvoll kochen z.B.). Hört sich toll an, kann aber mit der Zeit nerven. Ansonsten verbringt er den Tag am TV und die Zeit totschlagen. Sich lange mit der Kleine beschäftigen tut er nicht, er ist zwar da aber nicht wirklich mit ihr. Gemeinsame Interessen hatten wir nie wirklich - ausser das Wohl unserer Kinder -  und auch sonst sind wir in vieles unterschiedlicher Meinung. Mich nervt im Moment an ihm alles, wirklich alles. Ich bin entspannt, wenn er aus dem Haus geht. Es ist so als hätte ich eine enorme Distanz von ihm genommen und finde der Weg nicht mehr zurück. Und das macht mich total fertig. Ihm fehlt der Sex und die Zuneigung, was ich wohl verstehen kann. Und das zeigt und sagt rr deutlich. Nur brauche ich die Zeit im Moment für mich (was ich ihn auch versucht habe zu erklären), er ist aber dadurch abwechselnd genervt, traurig und misstrauisch. Ich denke praktisch täglich an einer Trennung und traue mich trotzdem nicht die nötigen Wörter auszusprechen. Ich bin unglücklich und allein das sollte Grund genug sein. Trotzdem fühl sich das egoistisch an und so befinde ich mich in ein selbst erbautes Gefängnis. 
Sorry, es war so ein langer Text um die Situation zu beschreiben... aber evtl. hilft es mir um mein Kopfkarusell etwas zu beruhigen.
 

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12. Mai um 18:27

Hey

Ich kann ganz genau nach Empfinden wie es dir geht. Bei mir ist es genauso noch ein bisschen komplizierter aber nun ja . Ich sage immer mein goldener Käfig. 
sich selbst nicht mehr wieder zu erkennen ist eines der schrecklichsten Gefühle. 

Aber du musst auf dich hören und das ist nicht egoistisch ! Ich sag auch immer ja ich bin Mutter und liebe mein Kind über alles aber ich bin letztendlich auch einfach noch ich ! Nehm dir deine Freiheiten und wenn diese Freiheit Trennung heißt. Du lebst auch nur ein mal und dann will man doch auch ein glückliches Leben. 

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12. Mai um 19:24

Gibt es Alternativen zur Trennung? Ich meine, dass er dich nervt, kann ich verstehen, aber muss es gleich ganz vorbei sein? Trennung in der Beziehung, wie zB getrennte Schlafzimmer ist bei vielen räumlich nicht möglich, könnte aber ein Ansatz sein.Redest du mit ihm über deine Wünsche und Bedürfnisse? Kennt er sie? Kennst du sie? Wie er fühlt, kannst du nicht beeinflussen, also ob es ihn nervt, wenn du mit anderen telefonierst/etwas unternimmst und ich finde es stark, dass du es trotzdem machst, weil das ist ein langer, schwieriger Prozess, so zu sich zu stehen. 

Ich weiß nicht, warum wir uns so oft in diese selbstgebauten goldenen Käfige begeben, wenn es uns gar nicht mehr gefällt, oder vielleicht nie gefallen hat, in diesen zu leben. Aber zumindest solltest du dir mal in der idealen aller Welten ein paar Wünsche zulassen, was du dir gut vorstellen könntest, zB er zieht aus, ihr nehmt eine Auszeit, schaut ob ihr wieder zueinander finden könnt... diese Zeit ist sehr herausfordernd, und ich denke dass es gut zusammenpassenden wie konträrer Meinung seienden gleichermaßen schwerfällt, sich abzugrenzen, bei sich zu bleiben. Erst dann kann man doch wirklich sagen, ob das Band da ist, das euch verbindet. Jetzt eine Entscheidung zu treffen ist wirklich schwierig, aber ein paar Denkansätze zuzulassen, wie es euch wieder leichter fällt als Paar ist sicherlich gut.

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15. Mai um 9:09
In Antwort auf sammy30

Hey

Ich kann ganz genau nach Empfinden wie es dir geht. Bei mir ist es genauso noch ein bisschen komplizierter aber nun ja . Ich sage immer mein goldener Käfig. 
sich selbst nicht mehr wieder zu erkennen ist eines der schrecklichsten Gefühle. 

Aber du musst auf dich hören und das ist nicht egoistisch ! Ich sag auch immer ja ich bin Mutter und liebe mein Kind über alles aber ich bin letztendlich auch einfach noch ich ! Nehm dir deine Freiheiten und wenn diese Freiheit Trennung heißt. Du lebst auch nur ein mal und dann will man doch auch ein glückliches Leben. 

ich weiss, das sollte nicht als egoistisch empfunden werden, wenn man sich Zeit für sich nimmt... ich kann dieses Gefühl aber fast nicht unterdrucken, wobei es mir mit der Zeit leichter als auch schon fällt. Danke für deine Antwort, es ist beruhigend zu wissen, dass es andere Mensche auch ähnlicht geht. Viel Kraft auch dir!

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15. Mai um 9:33
In Antwort auf frauevi

Gibt es Alternativen zur Trennung? Ich meine, dass er dich nervt, kann ich verstehen, aber muss es gleich ganz vorbei sein? Trennung in der Beziehung, wie zB getrennte Schlafzimmer ist bei vielen räumlich nicht möglich, könnte aber ein Ansatz sein.Redest du mit ihm über deine Wünsche und Bedürfnisse? Kennt er sie? Kennst du sie? Wie er fühlt, kannst du nicht beeinflussen, also ob es ihn nervt, wenn du mit anderen telefonierst/etwas unternimmst und ich finde es stark, dass du es trotzdem machst, weil das ist ein langer, schwieriger Prozess, so zu sich zu stehen. 

Ich weiß nicht, warum wir uns so oft in diese selbstgebauten goldenen Käfige begeben, wenn es uns gar nicht mehr gefällt, oder vielleicht nie gefallen hat, in diesen zu leben. Aber zumindest solltest du dir mal in der idealen aller Welten ein paar Wünsche zulassen, was du dir gut vorstellen könntest, zB er zieht aus, ihr nehmt eine Auszeit, schaut ob ihr wieder zueinander finden könnt... diese Zeit ist sehr herausfordernd, und ich denke dass es gut zusammenpassenden wie konträrer Meinung seienden gleichermaßen schwerfällt, sich abzugrenzen, bei sich zu bleiben. Erst dann kann man doch wirklich sagen, ob das Band da ist, das euch verbindet. Jetzt eine Entscheidung zu treffen ist wirklich schwierig, aber ein paar Denkansätze zuzulassen, wie es euch wieder leichter fällt als Paar ist sicherlich gut.

es ist nicht die erste Krise, die wir machen, was sicher nach so einer lange Zeit normal ist. Aber unsere Unterschiede sind praktisch immer die selben. Es geht eine Weile dann gut, aber komplett bereinigen lassen sie sich nicht. Ja, er weiss, dass ich mein Freiraum brauche. Für ihm bin ich der Mittelpunkt in seinem Leben. Ich brauche schon etwas mehr als ein guter Job, meine Kinder und ein Partner an meiner Seite! Ich nehme mir den Freiraum schon, wobei ich zuerst auf den Kinder Rücksicht nehme als auf ihm. Es ist extrem schwer, gemeinsame Aktivitäten zu finden, weil unsere Interesse so sehr unterschiedlich sind. Das Problem hatten wir immer. Und genau deswegen nehr ich mir den Freiraum, obwohl ich weiss, dass er das nicht begrüsst. Ich habe ihn schon mehrmals erklärt, dieses Problem ist seins und das muss er für sich lösen. Aber irgendwie raubt mir viel Energie, dieses immer wieder erklären und überzeugen müssen... 

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15. Mai um 10:13

Hallo vcostama!

Mich würde interessieren: Liebst du ihn noch? Und: Habt ihr je ein langes und ghanz ehrliches Gespräch geführt, wie eure Beziehung weiter gehen kann? Ich denke, wenn die Liebe bei beiden noch da ist, kann man auch einen Weg aus der Krise finden. Irgendwwas werdet ihr doch gemeinsam haben, sonst wäret ihr doch nicht schon so lange zusammen, oder?

Wenn du merkst, dass du ihn wirklich nicht mehr liebst oder dass ihr euch einfach zu unterschiedlich entwickelt habt, dann würde ich tatsächlich auch die Trennung empfehlen. Das Leben ist zu kurz, um sich für den Rest seines Lebens zu fragen "Was wäre wenn?" und dann permanent unglücklich zu sein.

Alles Gute!

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21. Mai um 1:20
In Antwort auf seoultownroad

Hallo vcostama!

Mich würde interessieren: Liebst du ihn noch? Und: Habt ihr je ein langes und ghanz ehrliches Gespräch geführt, wie eure Beziehung weiter gehen kann? Ich denke, wenn die Liebe bei beiden noch da ist, kann man auch einen Weg aus der Krise finden. Irgendwwas werdet ihr doch gemeinsam haben, sonst wäret ihr doch nicht schon so lange zusammen, oder?

Wenn du merkst, dass du ihn wirklich nicht mehr liebst oder dass ihr euch einfach zu unterschiedlich entwickelt habt, dann würde ich tatsächlich auch die Trennung empfehlen. Das Leben ist zu kurz, um sich für den Rest seines Lebens zu fragen "Was wäre wenn?" und dann permanent unglücklich zu sein.

Alles Gute!

das ist eine gute Frage, die ich mich sehr oft stelle. Liebe ist sicher vorhanden, denn hassen tue ich ihn ja nicht. Wir sind schon aus einige Krisen irgendwie rausgekommen. Wobei ich erwähnen sollte, dass wir meistens an denselben Schwierigkeiten stossen. Aus seiner Sicht ist das ein Fortschritt, dass wir trotz Schwierigkeiten noch zusammen sind. Klar, andere hätten früher aufgegeben. Aber ist das wirklich Klug, sich immer wieder zu vetragen, auch wenn es jedes mal enorm viel Energie kostet? Ich bin der Meinung, dass in einer Beziehung die Liebe allein nicht reicht. Es sollte vieles auch passen. Nicht alles, aber zumindest genug um die Freude miteinander beizubehalten. Und das ist eben unser Problem: wir denken und handeln unterschiedlich. Beispiel: wir brauchen für alles was wir gemeinsam beschaffen möchten, eine Ewigkeit. Nicht, weil so viele Optionen gibt, sondern weil die Bedürfnisse komplett unterschiedlich sind. Ich bin eher die Person, die überlegt ob ich etwas wirklich brauche und preislich dort ansetze, wo ich mich das problemlos leisten kann (kann ich das nicht, dann lasse ich es lieber sein). Er ist die Person, bei welcher der Wunsch nach ein Objekt möglichst rasch umgesetzt werden soll und der Meinung ist, sich etwas Luxus zu leisten, tut einem gut, ganz egal ob das in dem Moment wirklich förderlich ist oder nicht... Solche Sachen führen zu ewige Diskussionen, die teilweise auch nicht wirklich sachlich geführt werden. Resultat: meistens ein Kompromis, dass nicht wirklich für beide stimmt. 
Gegensätze mögen sich manchmal anziehen, aber über längerer Zeit kostet dies einfach viel Energie, Liebe hin oder her. Und diese Energie fehlt mir aktuell. Die Folge davon ist, dass ich Ruhe brauchen könnte und diese nicht mehr finde. 

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