Forum / Liebe & Beziehung

Ich brauche Rat

3. November um 16:00 Letzte Antwort: 7. November um 0:52

Liebes Forum, 

ich brauche dringend Rat. Versuche den ganzen grossen Kosmos so kurz wie möglich zu gestalten. 

Wir, er 39 und ich 36, sind nun seit 2,5 Jahren ein Paar. Wir haben uns kennengelernt, lieben gelernt und haben schlagartig unsere Partner verlassen, ich war gebunden, er in einer lockeren Verbindung. Seither erleben wir beide eine Art von Beziehung, wie wir sie noch nie hatten. 
Ich hatte immer längere Beziehungen und bin ein bisschen 'geübt', er hingegen hatte nie etwas, das länger als ein paar Monate gedauert hat. Für mich ist er der wunderbarste Mensch auf Erden, ich achte seine Aufgaben (ich werde hier nicht zu konkret, entschuldigt bitte), seine Visionen, Träume, seine Efforts und unterstütze wo ich kann. Umschrieben könnte man sagen, er manifestiert das, was ich schon immer gedacht und gesehen habe; insofern ist unsere Ergänzung sehr wertvoll. Denn ich bringe Ruhe in ihn, er lässt Verbindung zu, sucht nicht immer mehr das Weite oder kapselt sich ab. 
Von aussen gesehen scheinen wir wie das perfekte Paar, jeder sieht uns und neckt mich mit 'This is marriage material'! Er bringt Blumen, hegt mich, ist fürsorglich und hat sogar ein bisschen Planung gelernt. Wir haben gemeinsame Hobbies, Ansichten, diskutieren viel und gern und arbeiten gemeinsam an besagten Aufgaben, die ich nicht näher beschreiben möchte. 

Kurzum: Diese Beziehung ist schön. Wirklich. 

Und dann gibt es das Problem: Er möchte / kann? keine Farbe bekennen, kann nicht meine Spinnereien von gemeinsamem Altwerden teilen, kann sich nicht vorstellen gemeinsam zu leben oder Kinder zu haben. Monogamie sei nicht sein Modell, sagt er. Ausformulierte Liebesbekenntnisse kann er nicht sagen, da er nicht wisse, was in ein paar Jahren sei und er möchte mich kostbarstes nicht verletzen, wenn er was nicht einhalten könne. Gleichzeitig seien wir doch ohnehin auf ewig verbunden, er und ich, denn nein, er könne sich nicht vorstellen je nicht mehr mit mir das und das und das zu machen. Aber eben - Monogamie sei nicht seins. 

Wir haben diese Gespräche schon oft geführt, wobei ich relativ ruhig bleibe, sehr konstruktiv; denn ich habe gelernt neues zu entdecken, wenn das Bauchgefühl dahinter stimmt. Hier frage ich mich nur: Woher kommt ein Mann, sowas sagend (das ist schon brutale Kost?), während er sich wie das verbindlichste, tollste, fürsorglichste und einfach liebreizendste verhält, was ich je gesehen habe? Bei Gott, ich bin kein Kind von Traurigkeit, habe die Männer gesehen, 3 längere Beziehungen gehabt, dazwischen Liaisons, es ist oke nun. Er lernt gerade Beziehung kennen, seit nunmehr 2,5 Jahren mit mir. 
 Er beruft sich auf die Erfahrung, dass Monogamie nichts für ihn sei - da sage ich, die Erfahrung mit mir sprengt doch aber eh Deine Erfahrung bisher? 
Er gibt mir keine klaren Antworten. 
Ich sehe einen Mann, der zu vielen kleinen und grösseren Dingen ablehnend reagierte bzw. vertagte und sagte, ja, wenns dann passt. Und siehe da, 1 Jahr später, von einem  Moment auf den anderen: Es passt. Dann macht er, was er abgelehnt hatte. Nachgefragt, sagt er: Es hat gepasst. 

Männer, Frauen hier -- ich bin ratlos. Ich liebe diesen Mann, diesen Menschen. Schaue ich ins heute, ist es perfekt. Es ist so, wie ich immer dachte, das gäbs nur in Büchern. Will ich eine Zukunft besprechen, mal nachdenken, blockt er mit Hand und Fuss. Ich bin trotz meinen 36 keine Frau in Planungswut, lasse gern auf mich zukommen, mache, was stimmt und sich gut anfühlt, gebe aber Prognosen, was ich mir wünsche, was schön sein könnte. 

Was sagt ihr dazu? Es zerbricht mir das Herz, wenn ich daran denke zu gehen. Das kann und will ich nicht. Gleichzeitig fällt es mir schwer die Wünsche nach einem gemeinsamen Leben zu begraben. Viele Fragen sind noch offen betreffend diesem Monogamiethema und einer Ausgestaltung (ich werde diese Fragen stellen, bald oder irgendwann, denke gerade intensiv nach). 

Hilfe? Gedanken? Inputs?
Danke fürs Lesen. 

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3. November um 21:37

Ich erkenne mich ein wenig in deinem Freund wieder. Ich bin auch Männlich und 39, war aber auch in längeren Beziehungen. 
Früher aber war ich auch sehr wechselhaft und war Neuigerig auf neue Erfahrungen und Abenteuer.
Mir wurde aber auch immer mal wieder die Pistole auf die Brust gesetzt von Frauen die eine größere Rolle in meinem Leben geführt haben.
Manche Frauen habe ich gehen lassen und bei manchen wusste ich dass ich sie auf keinen Fall gehen lassen darf.
Wenn du noch Kinder willst dann hast du dazu ja nun auch nicht mehr ewig Zeit.
Vielleicht musst du ihm auch die Pistole auf die Brust setzten.
Allerdings kann es dann natürlich auch sein dass es dann vorbei ist... 

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3. November um 22:12

Und warum warst Du wechselhaft? Die Lust auf Abenteuer sehe ich bei ihm irgendwie weniger; vielmehr fühlt es sich an wie ein Wehren gegen Verantwortung oder sowas. Er zerbröselt mir fast, wenn er merkt, dass er mir wegen was wehgetan hat oder ich traurig bin wegen ihm; Dinge, die in zwischenmenschlichen Beziehungen manchmal unabsichtlich passieren, hält er dann nicht aus. 
Er sagt, er wisse nicht mit Gewissheit, dass ich die Frau für immer sei (wer ist schon eine Glaskugel?!); gleichzeitig sagt er, er wisse mit Sicherheit, dass ich immer in seinem Leben mit ihm sein würde, niemals könnte er sich vorstellen dies oder das (Dinge die uns heute wichtig sind) alleine oder mit wem anderen zu tun. 

Ganz ehrlich. Ich blick nicht durch. 

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3. November um 23:44

Natürlich wird es dir nicht helfen, wenn ich dir ein konfuzianisches Lehrstück (frei Schnauze ) erzähle:

"Als der Wagen im Schlamm einsank und das Rad brach, prügelte der junge Mann auf das Pferd ein und schrie, es solle den Karren aus dem Schlammloch ziehen. Der alte Mann aber sagte: leg die Peitsche weg und hebe mit deiner Kraft den Wagen, damit ich das Rad wechseln kann!"

Zumindest dreimal scheint in deinem Bericht das Monogamiedingsbums auf. Ohne näher darauf einzugehen.

Ist es das, dieses Monogamiedingsbums, das deinem Freund so viel zu schaffen macht?
Wieviel Angst hat er vor der Vorstellung eines langfristigen Monogamiedingsbums?
Ist ihm das Gegenwärtige recht, so wie es ist, aber der Gedanke, es über lange Distanz zu leben, eine Pein?
Hat er Angst vor dem dunklen Schatten in seiner Seele, der ihm klarmacht, daß dieses Monogamiedingsbums irgendwann hervorbrechen wird?

Vielleich kannst du DEINE Gedanken, die du dir über deine/eure Zukunft machst, mal weglegen und mit ihm gemeinsam herausfinden, was SEINE Sicht auf die/eure Zukunft ist, was er selbst möchte (Ziele ) und inwiefern dieses Monogamiedingsbums ein Thema ist?
Hat er Angst vor deiner Reaktion, wenn er monogamiedingsbumsmäßig ausrutschen sollte?
Wünscht er sich eine "offene Beziehung" und kann's bloß nicht richtig ansprechen?

Du liest dich wie ein kluger, nachdenklicher Mensch. Daher bin ich mir gewiss, daß du den Fehler findest, der auf seiner Seele lastet?,

das wünscht dir

Pi

 

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4. November um 7:44

Hi Pi, 

danke für Deine Worte. Versuche Deine Fragen zu beantworten. 

Das Monogamiedingsbums scheint einfach so auf, weil auch ich es trotz drei Gesprächen nicht geschafft habe, dieses genauer erläutert zu bekommen. Inzwischen habe ich mir all meine tausend Fragen aufgeschrieben. 

Im jetzt ist es gut, sagt er. Ganz wunderbar. In die Zukunft kann er nicht denken, meint er, weil er nicht wisse was ist. Aber natürlich wünsche er sich ein Zusammenbleiben, sonst würde er gehen. Sicherheit auf die ewige Paarbeziehung könne er mir nicht geben, Sicherheit hingegen dafür, dass ich unersetzbar sei und er mich immer an wichtigster Stelle im Leben haben möchte. (Ich hatte nicht nach Sicherheit gefragt, wer ist schon eine Glaskugel – ich hatte nach seinen Wünschen gefragt.) 

Zum dunklen Schatten: Ich denke ja, das ist es? Er befindet mich nicht als Mangelwesen, sondern sich erfahrungsgemäss als nicht monogam. 
Dazu zu sagen ist: Seine Erfahrungen beinhalten auch keine Beziehungen, wie wir sie haben, keine Frau an seiner Seite, die mit ihm umgehen kann, keine Empathie oder keinen Zuspruch für seine Visionen und Wünsche. Heute ist das alles da und de facto neu. Wozu also der Rückbezug auf die Erfahrung, wenn sie am Beispiel uns zeigt, dass sie nichts mehr taugt? 

Ich habe bisher so gut wie möglich versucht nach ihm zu fragen. Ich bin jemand, der gerne und gut hört, nicht jemand, der einen anderen zutextet. Genau formulieren kann er es sich nicht. Es klingt, als würde er keine Idee dazu haben. Es ist im Jetzt gut und das reicht. 
Meine Reaktion hat er schon gesehen in den Gesprächen: Ich war überrollt, erschüttert, aber gelassen und interessiert. Habe viel gefragt. Er wird wissen, dass ich nicht ausraste. 
Eine offene Beziehung lehnt er, soviel ich bisher verstanden habe, ab. Er möchte unseren Mittelweg finden zwischen eingesperrter Monogamie und laisser faire in offenem Dingsbums. Ablügen würde er mich niemals wollen, sagt er. Er meinte mal, wir müssten die Schnittmenge von uns beiden sehr gross halten – wobei er die Verbindung als grösser ansieht als die des typischen romantisch verbundenen Paares. Er sagte, lass uns niemals getrennt werden durch Dinge, die normale Verliebte trennen. 

Zu Konfuzius: Ich wäre vermutlich eher der alte Mann, weiss aber nun trotzdem nicht genau, was Du mir sagen willst. Zu Peitsche und Pistole, da bin ich nicht der Typ. Ich sehe, wenn ich für dumm verkauft werde – das ist hier nicht der Fall. 

Die Last auf der Seele kenne ich nicht genau. Was ich spüren kann bzw. aus Bausteinen zusammenfügen: Da ist eine enorme Furcht vor Verantwortung, die er ggf. nicht tragen kann und geliebte Menschen dann enttäuscht. Gleichzeitig fühlt er sich zu oft verantwortlich, will die Welt retten, wobei die Tage zu kurz sind. Angelernt ist eine Art Fluchtreflex, wenn es zuviel wird, Schotten dicht, abweisend, spazieren gehen müssen. Dieses Verhalten hat deutlich abgenommen in unserer Beziehung. Die Furcht vor (berechtigten) Vorwürfen ist auch riesig, wobei er parallel immer mal wieder betont, dass er kein 0815 Typ sei und mit Disharmonie kein Problem habe, dass er unabhängig sei. Der Wunsch nach Nähe ist gross, aber gerne selbstinduziert und nicht hineingezerrt. 
Unterm Strich fühlt es sich für mich an, als wäre der Wunsch nach allerengster Bindung sehr gross, wobei immer er derjenige sein möchte, der die Fäden kappen und neu spinnen kann. Werden diese Fäden verankert, gibts reissaus. Die Gründe kenne ich nicht. Ich kenne Geschichten aus der Kindheit, die damit zu tun haben könnten – aber ich habe aufehört Menschen zu pathologisiereb und retten zu wollen. Ich höre was sie mir sagen, denke mit, lasse dem Interpretationsspielraum aber nicht vollen Lauf. 

Denkst Du, als Mann: 
Soll ich meine tausend Fragen stellen? 
Soll ich den Mund halten und es auch in meinem Kopf für ein Jahr oder zwei beiseite stellen, mich dem organischen Wachstum einer Liebe widmen und nicht so ganz weiblich Ausblicke haben wollen? 
Den Gaul nämlich von hinten aufgezäumt: Ich habs echt gesehen da draussen. Ich will und werde diesen Menschen und Mann nicht missen wollen. Hätten wir keinen Zukunftsblick in uns verbaut und würden nur im heute und morgen leben, würde ich sagen: So eine wunderbare Beziehung gibt es selten. In Kitsch-Büchern auch. Ich wäre dumm, sau sau sau dumm, wenn ich diesen einzelnen Gefährten verlassen würde. Denn mit irgendeinem meiner XX letzten Männer, auch alle nett, adrett, intelligent, hätte ich niemalsniemals Nachkommen produzieren wollen. Die Wahrscheinlichkeit also, dass mir je nochmal ein solcher Mensch über den Weg läuft, ist verschwindend klein. Zu kostbar. 
Also schweigen? Weil ich eh keine direkten Konsequenzen ziehen würde? 
Ich denke nach. 

Würde es das Pferd schädigen, wenn ich es befragen würde? Würde es sich geschlagen fühlen? Vermutlich. 

Danke Dir. 

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4. November um 7:48

Sorry für die Typos. Sitze noch beim Kaffee, am Handy vertippt es sich besser. Vorzugsweise mit n und b.  

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4. November um 9:08

mit 39 hat man als Mann noch kein wirkliches Alter, sag ich mal als jemand mit denselben Prämissen, als Frau mit 36 hört man die Uhr schon deutlich ticken.... ich finde den Altersunterschied schon ziemlich gering, auch in dieser Konstellation. Ihre Vorraussetzungen sind einfach zu unterschiedlich. Wenn Sie Familie und Kinder planen, ist er wahrscheinlich nicht der Richtige; hat die Sache trotzdem als nettes Abenteuer mitgenommen, selbstverständlich. Deswegen rate ich immer: lieber sich den Partner 2-3mal mehr angucken, nachhaken, erstmal gründliche Gespräche führen, bevor man in eine Beziehung stürzt. Der Mann hat (besonders in jungen Jahren) mitunter eine ganz andere Motivation als die Frau.

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4. November um 12:32

Also aus meiner Sicht ist 39 nun wirklich alt genug, um zu wissen, was man im Leben will. Auch als Mann.
TE: Dein Kandidat liest sich für mich wie ein typischer Bindungsflüchter - er scheut Verantwortung, er scheut jede Erwartungshaltung an sich, er findet in der Gegenwart zwar alles ganz klasse, aber will sich auf keinen Fall für die Zukunft festlegen. Vielleicht aus Zweifel an der Gesamtsituation, aber genauso aus Selbstzweifel.
Deshalb schraubt er deine Erwartungen jetzt schon mal runter, was z.B. Monogamie angeht - nicht damit er sich schon morgen ne Zweitfrau anlachen kann, sondern er schiebt dir die Verantwortung für deine Gefühle rüber, falls er in Zukunft irgendwann mal nen "Ausrutscher" haben sollte. So nach dem Motto "Ich habs dir doch gleich gesagt, dass ich nicht treu bin, du bist trotzdem geblieben. Selber schuld, dass du jetzt verletzt bist."
Das ist im Prinzip die Fortsetzung seines früheren Beziehungsverhaltens mit anderen Mitteln. Früher hat er Bindungen vermieden, indem er schnell wieder gegangen ist - jetzt vermeidet er ne nähere Bindung zu dir, indem er deine Zukunftspläne und -fragen abblockt. Dasselbe in Grün. Das kann sicher ein paar Jahre lang gut gehen, und es kann genauso gut schiefgehen. Besonders wenn eure Beziehung durch äußere oder innere Probleme strapaziert wird, geht so jemand schnell auf die Jagd nach ein paar schnellen guten Gefühlen, um nicht zu sehr über seinen Anteil an den Problemen nachdenken zu müssen.

lg
cefeu
 

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4. November um 13:13

Danke euch. 
@h.m.: Ich halte nichts von Frauen, die am Beginn einer Beziehung ein Jobinterview mit Männern führen. Die Motivation entwickelt sich ja auch im Laufe einer Paardynamik - und besteht nicht schon von Beginn an. 

@cefeu1: Vielleicht hast Du recht. Frage mich nur, woher so etwas kommt, warum man so etwas tut? Ich kann nur Vermutungen anstellen. Eine schlechte Intention unterstelle ich ihm in keinem Fall, denn eben, man muss auch sehen, was DA ist, nicht nur, was nicht da ist. Da ist eine wundervolle Beziehung, die für uns beide unvergleichlich ist. 

Offen gestanden schwanke ich gerade von Tag zu Tag sehr. Hadere mit mir und in mir, drehe mich im Kreis und pendle in meinen Gefühlen sehr. Mich schmerzt das, v.a. in Anbetracht des eben so guten Jetzt, was ich eigentlich lieber geniessen wollen würde als mich mit dem Kram rumzuzwängen. 

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4. November um 13:31

Woher sowas kommt? Am häufigsten wahrscheinlich von schlechten Bindungserfahrungen in Kindheit und Jugend. Vielleicht ne unsichere Bindung zu einem Elternteil. Das kannst du jetzt natürlich psychologisch weiter ergründen, es wird dir aber für die Zukunft nix bringen, wenn aktuell bei ihm kein Änderungswillen da ist.

lg
cefeu

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4. November um 13:34
In Antwort auf liee

Danke euch. 
@h.m.: Ich halte nichts von Frauen, die am Beginn einer Beziehung ein Jobinterview mit Männern führen. Die Motivation entwickelt sich ja auch im Laufe einer Paardynamik - und besteht nicht schon von Beginn an. 

@cefeu1: Vielleicht hast Du recht. Frage mich nur, woher so etwas kommt, warum man so etwas tut? Ich kann nur Vermutungen anstellen. Eine schlechte Intention unterstelle ich ihm in keinem Fall, denn eben, man muss auch sehen, was DA ist, nicht nur, was nicht da ist. Da ist eine wundervolle Beziehung, die für uns beide unvergleichlich ist. 

Offen gestanden schwanke ich gerade von Tag zu Tag sehr. Hadere mit mir und in mir, drehe mich im Kreis und pendle in meinen Gefühlen sehr. Mich schmerzt das, v.a. in Anbetracht des eben so guten Jetzt, was ich eigentlich lieber geniessen wollen würde als mich mit dem Kram rumzuzwängen. 

Kann mich nicht erinnern, was von Jobinterview erzählt zu haben. Aber wenn man aneinander interessiert ist, sollte es doch auch viel Gesprächsbedarf geben!? Und dann merkt man doch, wie der Hase läuft.

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4. November um 22:23
In Antwort auf liee

Hi Pi, 

danke für Deine Worte. Versuche Deine Fragen zu beantworten. 

Das Monogamiedingsbums scheint einfach so auf, weil auch ich es trotz drei Gesprächen nicht geschafft habe, dieses genauer erläutert zu bekommen. Inzwischen habe ich mir all meine tausend Fragen aufgeschrieben. 

Im jetzt ist es gut, sagt er. Ganz wunderbar. In die Zukunft kann er nicht denken, meint er, weil er nicht wisse was ist. Aber natürlich wünsche er sich ein Zusammenbleiben, sonst würde er gehen. Sicherheit auf die ewige Paarbeziehung könne er mir nicht geben, Sicherheit hingegen dafür, dass ich unersetzbar sei und er mich immer an wichtigster Stelle im Leben haben möchte. (Ich hatte nicht nach Sicherheit gefragt, wer ist schon eine Glaskugel – ich hatte nach seinen Wünschen gefragt.) 

Zum dunklen Schatten: Ich denke ja, das ist es? Er befindet mich nicht als Mangelwesen, sondern sich erfahrungsgemäss als nicht monogam. 
Dazu zu sagen ist: Seine Erfahrungen beinhalten auch keine Beziehungen, wie wir sie haben, keine Frau an seiner Seite, die mit ihm umgehen kann, keine Empathie oder keinen Zuspruch für seine Visionen und Wünsche. Heute ist das alles da und de facto neu. Wozu also der Rückbezug auf die Erfahrung, wenn sie am Beispiel uns zeigt, dass sie nichts mehr taugt? 

Ich habe bisher so gut wie möglich versucht nach ihm zu fragen. Ich bin jemand, der gerne und gut hört, nicht jemand, der einen anderen zutextet. Genau formulieren kann er es sich nicht. Es klingt, als würde er keine Idee dazu haben. Es ist im Jetzt gut und das reicht. 
Meine Reaktion hat er schon gesehen in den Gesprächen: Ich war überrollt, erschüttert, aber gelassen und interessiert. Habe viel gefragt. Er wird wissen, dass ich nicht ausraste. 
Eine offene Beziehung lehnt er, soviel ich bisher verstanden habe, ab. Er möchte unseren Mittelweg finden zwischen eingesperrter Monogamie und laisser faire in offenem Dingsbums. Ablügen würde er mich niemals wollen, sagt er. Er meinte mal, wir müssten die Schnittmenge von uns beiden sehr gross halten – wobei er die Verbindung als grösser ansieht als die des typischen romantisch verbundenen Paares. Er sagte, lass uns niemals getrennt werden durch Dinge, die normale Verliebte trennen. 

Zu Konfuzius: Ich wäre vermutlich eher der alte Mann, weiss aber nun trotzdem nicht genau, was Du mir sagen willst. Zu Peitsche und Pistole, da bin ich nicht der Typ. Ich sehe, wenn ich für dumm verkauft werde – das ist hier nicht der Fall. 

Die Last auf der Seele kenne ich nicht genau. Was ich spüren kann bzw. aus Bausteinen zusammenfügen: Da ist eine enorme Furcht vor Verantwortung, die er ggf. nicht tragen kann und geliebte Menschen dann enttäuscht. Gleichzeitig fühlt er sich zu oft verantwortlich, will die Welt retten, wobei die Tage zu kurz sind. Angelernt ist eine Art Fluchtreflex, wenn es zuviel wird, Schotten dicht, abweisend, spazieren gehen müssen. Dieses Verhalten hat deutlich abgenommen in unserer Beziehung. Die Furcht vor (berechtigten) Vorwürfen ist auch riesig, wobei er parallel immer mal wieder betont, dass er kein 0815 Typ sei und mit Disharmonie kein Problem habe, dass er unabhängig sei. Der Wunsch nach Nähe ist gross, aber gerne selbstinduziert und nicht hineingezerrt. 
Unterm Strich fühlt es sich für mich an, als wäre der Wunsch nach allerengster Bindung sehr gross, wobei immer er derjenige sein möchte, der die Fäden kappen und neu spinnen kann. Werden diese Fäden verankert, gibts reissaus. Die Gründe kenne ich nicht. Ich kenne Geschichten aus der Kindheit, die damit zu tun haben könnten – aber ich habe aufehört Menschen zu pathologisiereb und retten zu wollen. Ich höre was sie mir sagen, denke mit, lasse dem Interpretationsspielraum aber nicht vollen Lauf. 

Denkst Du, als Mann: 
Soll ich meine tausend Fragen stellen? 
Soll ich den Mund halten und es auch in meinem Kopf für ein Jahr oder zwei beiseite stellen, mich dem organischen Wachstum einer Liebe widmen und nicht so ganz weiblich Ausblicke haben wollen? 
Den Gaul nämlich von hinten aufgezäumt: Ich habs echt gesehen da draussen. Ich will und werde diesen Menschen und Mann nicht missen wollen. Hätten wir keinen Zukunftsblick in uns verbaut und würden nur im heute und morgen leben, würde ich sagen: So eine wunderbare Beziehung gibt es selten. In Kitsch-Büchern auch. Ich wäre dumm, sau sau sau dumm, wenn ich diesen einzelnen Gefährten verlassen würde. Denn mit irgendeinem meiner XX letzten Männer, auch alle nett, adrett, intelligent, hätte ich niemalsniemals Nachkommen produzieren wollen. Die Wahrscheinlichkeit also, dass mir je nochmal ein solcher Mensch über den Weg läuft, ist verschwindend klein. Zu kostbar. 
Also schweigen? Weil ich eh keine direkten Konsequenzen ziehen würde? 
Ich denke nach. 

Würde es das Pferd schädigen, wenn ich es befragen würde? Würde es sich geschlagen fühlen? Vermutlich. 

Danke Dir. 

Liebe Liee,

meinen Konfuzius nehme ich gerne zurück, weil ich zunächst den Eindruck hatte, daß du DEINE Vorstellungen und Erwartungen durchpeitschen () wolltest, ohne ernsthaft darüber nachzudenken, was er für sich will, nämlich ein kaputtes Rad zu reparieren. Der Fehler liegt anscheinend bei mir und meiner falschen Interpretation. Danke jedenfalls für deine genaue Stellungnahme: du drischt nicht auf deinen Vorstellungen herum, weißt aber auch nicht, wie er den Karren herausziehen kann.

Ich probiere es anders rum: die Monogamie kommt in deinem Text mehrfach vor, sie scheint eines der zentralen Fragen zu sein. Welches Problem kann ein Mann mit Monogamie haben? (Hypothese: ein ehrlicher, ehrenhafter Mann ): 

Man(n ) hat ein Problem, wenn man einerseits treu/monogam sein will, aber ganz genau weiß oder ahnt, daß man es auf längere Zeit nicht schaffen kann. Mann kennt sich selbst und hat evtl. schon mal einen Seitensprung gemacht, er weiß, daß er beim nächsten hübschen Rock wieder zuschlagen wird (zustechen wäre korrekter.. )

Wenn Mann das weiß, wäre es nicht klüger und dir gegenüber auch ehrlicher und fairer, dir nichts hinsichtlich Monogamie zu versprechen? Im hier und heute bleiben, wie es ist, ist es gut? Mir scheint es genauso zu sein, er liebt es so, wie es jetzt ist, aber er ahnt deine zukünftige Reaktion, wenn er mal unter einen hübschen Rock kommt (Wortspiel nicht beabsichtigt  ).

Ich hoffe, daß ich meinen Gedankengang klar machen konnte, 

Pi


NB: Pistolen kommen bei Konfuzius nicht vor, Peitschen schon. . . .





 

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4. November um 23:06

Hallo Iiee, wenn die Theorie stimmt, dass man sich genau die "richtigen" Typen sucht, dann bist du möglicherweise mindestens so bindungsunsicher wie er und spiegelst dich in ihm, und jetzt siehst du was, was dir wahrscheinlich an dir selbst ganz und gar nicht gefällt. Die Unfähigkeit, Ja zu sagen, das Ich will zu sagen, das Mit dir will ich alt und fett werden zu sagen. 

Und möglicherweise spiegelt er deine Ambivalenz zum Thema Verbindlichkeit. 

Daraus entsteht ein Aufpauschen eines Allerweltsthemas, dass ohne diese exakte Spiegelung keines wäre. Menschen sind mal treu, mal wieder nicht, manche nur im Geiste oder in den Träumen, manche auch manifestiert in der Realität. Niemand gehört niemanden, keiner hat Besitz über einen anderen. Was in der Zukunft ist, kann keiner sagen und auch dein Traumprinz kann sich als echte Illusion und Projektion entpuppen, dann geht ihm die Luft aus. 

Hol ihn mal ein bisschen runter vom Podest und klopf ihn mal auf Bestand ab. Lasst den Schwurbelschwatz vonwegen Monogamie. Ich hab das mit meinem Herzallerliebsten so gelöst: Du kriegst keinen Freibrief von mir, mit jemand anderem zu schlafen, und wir würden uns sehr verletzen, wenn wir mit uns und unserer Liebe so achtlos umgehen würden. Wir wissen beide, dass es schnell gehen kann mit dem Verlieben und wir wissen beide, dass wir alles bisher überlebt haben, aber wir wissen auch beide, was wir aneinander haben. 

Warte nicht, bis "Herr" sich zur Ruhe begeben will und dich als Angebetete wertvoll genug erachtet, seinen Sexualtrieb in Zukunft nur auf dich zu richten, sondern gib mal vor, was für dich wichtig ist. Hab keine Angst vor Trennung, denn wenn deine Bedürfnisse unter die Räder geraten, bleibt irgendwann nur mehr Vorwurf, Angriff und Hass.

Es ist normal, dass man in die Zukunft schaut, als Mensch und als Paar. Die Gegenwart ist wichtig und hier setzt man die Bedingungen fest für die Zukunft. Deshalb kann trotzdem im  Hier und Jetzt sein, aber das ist eben "nie" und "immer", das Hier und Jetzt. In 3 Jahren ist das HIer und Jetzt deswegen so (oder so), weil man in der Gegenwart bestimmte Weichen gestellt hat. Die Illusion, dass das nicht zählt, was in 3 Jahren ist, kann nur von Realitätsverweigerern kommen. Die können dann keine Verantwortung übernehmen. 

Weißt du, die, die nicht planen können sind für mich wie Feiglinge. Denn anhand der Planabweichung müsste man sich ja tatsächlich der Realität stellen, und sagen, hoppla, wie ist denn das passiert. Nein, da wird lieber groß vom Hier und Jetzt geredet, und wenn man jemanden verletzt oder etwas schief geht, kann man sagen, man hat das ja eh nie behauptet. Kotz.

Du brauchst auch nicht viele Fragen zu stellen. Du kannst sagen: Unsere gemeinsame Zukunft stelle ich mir so und so vor. Fertig. Dann zuhören, was er drauf sagt. Kommt wieder Geschwurble, dann abhaken. Stell dir selbst die Fragen, die 1000e und sag ihm was du möchtest. Dann schaut, ob ihr aufeinander zugehen könnt. Wie halt das so in Beziehungen ist.

Ich habe eine große Bandbreite, aber auch gelernt, zu erklären, was ich möchte. Und dazu zu stehen. Meinem Mann habe ich gesagt: Ich will dass du zu mir gehörst. Auf ein "ja aber ich will frei sein/polygam sein/ich kann dir nichts verprechen" hätte ich mich nie eingelassen. Dass heißt nicht, dass wir uns nicht noch mal drüber unterhalten können, wenns pressiert, aber diese Weiche habe ich damals gestellt. Frisch und frei die Spielregeln abgesteckt. 

Im Nachhinein ist sowas schwer zu verhandeln. Ich wünsch dir viel Glück dabei.

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4. November um 23:16

Noch ein paar Gedanken zu eurer Beziehung:

Die ist schief. Du unterstützt, du achtest, du schaust ihm zu, wie er umsetzt, was du denkst. Du himmelst ihn an, du schaust zu ihm auf, deine Rolle beschreibst du als seine Erdung, und dass du ihn zu einem "besseren Menschen" machst. Es klingt so... funktional. Du kriegst dafür Blümchen.

Keine Liebesbekundungen? Schlechtes Zeichen. Du wartest auf die Krümel, die abfallen. Er hält Konflikte nicht aus. Glaube mir, die werden mehr.
 

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5. November um 9:57

Guten Morgen zusammen, 

vielen Dank für die regen Antworten. 

@Pi: Das kann sein. Wie gesagt, ich weiss es nicht. Ich weiss nichts über seine Geschichte bzw. ob er mal wem fremdgegangen ist.

@frauevi: Nun, ich weiss was ich will bzw. was mir wichtig ist und habe das auch kommuniziert. Ich bin mir betreffend Kindern noch nicht ganz sicher, habe hier auch keinen fixen Plan - wobei ich generell das verkopfte Planen in Beziehungen ablehne. Ich sage sehr deutlich, dass er derjenige ist, der bleiben soll. Seitens meiner Person gibt es keinen Anlass Ambivalenz zu spiegeln - denke eher im Gegenteil. Ich habe ihn bisher relativ stark mit meiner Art 'mitgezogen', sodass wir bisher ein völlig selbstverständliches Beisammensein entwickelt haben, es ist völlig normal, dass wir Wochenden fix zusammen verbringen. 

Was ich super finde, ist Dein Input die ganzen tausend Fragen zu lassen, sondern zu sagen, was ich will. Das wäre: Ich möchte, dass wir zusammengehören und dass wir uns entsprechend verhalten. Über alles weitere können wir sprechen, wenn es soweit ist. In der gemeinsamen Zukunft wünsche ich mir ein Zusammenleben (unter unseren Bedingungen, wir haben da die selben Ansprüche) sowie den Diskurs darüber, ob wir Kinder haben möchten oder nicht. 

Und dann sehen, was er sagt. Denn ja, einfach mal eben warten, kann ich nicht. Das  Statement einfach so stehenlassen, will ich nicht. Dafür bin ich zu stolz und kenne mich zu gut, das würde irgendwann aus mir raus brechen. In mir wächst gerade ein Geist, der alle Tage mal hallo sagt - der fühlt sich nicht gut an. Das muss ich beheben. 

Wobei: Ich verhandle nicht im Nachhinein. Ich habe eigentlich früh klar gemacht, dass mir eine verbindliche Verbindung wichtig ist. Diese leben wir auch und er lebt so, wie bisher noch nie. Nur wird er immer dann verhalten, wenn wir in die Zukunft blicken. Hier kommt wieder der "Fehler": Er schaut zurück auf früher und sah sich da als Luftikus. Heute ist er das nicht mehr. 

Die Gedanken zu unserer Beziehung: Die Liebesbekundungen fehlen in keiner Weise. Ich bekomme sehr viel davon, eigentlich soviel wie noch nie. Ich bekomme Liebe in Taten, Liebe in Blumen, Zuverlässigkeit, grösster Empathie und Mitgefühl, der Achtung meiner Person und der Akzeptanz meines doch hin und wieder etwas speziellen Wesens. Was ich nicht bekomme ist das ausbuchstabierte 'Ich liebe Dich', weil es für ihn zu codiert ist. Das kann ich verstehen, denn nichts ist so codiert wie diese Aussage; sie impliziert für jeden etwas anderes und so lasse ich das - in Anbetracht all dessen, was er tut und zeigt - so stehen. 

Konflikte werden inzwischen sehr gut ausgehalten und mit mir unterdessen auch gesucht, weil er weiss: Wir sind ein resilientes Paar, das durch Diskussionen gestärkt wird - und kein Drama-Paar. Das hat er oft gesagt. Womit er Probleme hat ist, wenn ich traurig oder verletzt bin und er sieht seine Schuld / seinen Mangel / sein Vergehen. Das tut ihm dann immer sehr weh. Ich finde dieses Verhalten ok, ehrlich gesagt; wundere mich nur über die Stärke seines Schmerzes, wenn er mich leiden sieht. Denn: Auch ich möchte nicht wehtun, aber es passiert nun mal hin und wieder in Beziehungen. Für mich sind diese Zustände dann sehr unangenehm und schmerzhaft, für ihn sehr viel schmerzhafter. 

Ich himmle ihn an. Das stimmt. Nur: Er mich auch. Darum geht es nur hier nicht.  

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5. November um 12:35

Ja dann passt ja alles!

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5. November um 12:54
In Antwort auf frauevi

Ja dann passt ja alles!

War das nun ironisch?  
Es passt nicht alles. Aber ich fand Deinen Vorschlag gut, vielen Dank dafür. 

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6. November um 15:02
In Antwort auf liee

Liebes Forum, 

ich brauche dringend Rat. Versuche den ganzen grossen Kosmos so kurz wie möglich zu gestalten. 

Wir, er 39 und ich 36, sind nun seit 2,5 Jahren ein Paar. Wir haben uns kennengelernt, lieben gelernt und haben schlagartig unsere Partner verlassen, ich war gebunden, er in einer lockeren Verbindung. Seither erleben wir beide eine Art von Beziehung, wie wir sie noch nie hatten. 
Ich hatte immer längere Beziehungen und bin ein bisschen 'geübt', er hingegen hatte nie etwas, das länger als ein paar Monate gedauert hat. Für mich ist er der wunderbarste Mensch auf Erden, ich achte seine Aufgaben (ich werde hier nicht zu konkret, entschuldigt bitte), seine Visionen, Träume, seine Efforts und unterstütze wo ich kann. Umschrieben könnte man sagen, er manifestiert das, was ich schon immer gedacht und gesehen habe; insofern ist unsere Ergänzung sehr wertvoll. Denn ich bringe Ruhe in ihn, er lässt Verbindung zu, sucht nicht immer mehr das Weite oder kapselt sich ab. 
Von aussen gesehen scheinen wir wie das perfekte Paar, jeder sieht uns und neckt mich mit 'This is marriage material'! Er bringt Blumen, hegt mich, ist fürsorglich und hat sogar ein bisschen Planung gelernt. Wir haben gemeinsame Hobbies, Ansichten, diskutieren viel und gern und arbeiten gemeinsam an besagten Aufgaben, die ich nicht näher beschreiben möchte. 

Kurzum: Diese Beziehung ist schön. Wirklich. 

Und dann gibt es das Problem: Er möchte / kann? keine Farbe bekennen, kann nicht meine Spinnereien von gemeinsamem Altwerden teilen, kann sich nicht vorstellen gemeinsam zu leben oder Kinder zu haben. Monogamie sei nicht sein Modell, sagt er. Ausformulierte Liebesbekenntnisse kann er nicht sagen, da er nicht wisse, was in ein paar Jahren sei und er möchte mich kostbarstes nicht verletzen, wenn er was nicht einhalten könne. Gleichzeitig seien wir doch ohnehin auf ewig verbunden, er und ich, denn nein, er könne sich nicht vorstellen je nicht mehr mit mir das und das und das zu machen. Aber eben - Monogamie sei nicht seins. 

Wir haben diese Gespräche schon oft geführt, wobei ich relativ ruhig bleibe, sehr konstruktiv; denn ich habe gelernt neues zu entdecken, wenn das Bauchgefühl dahinter stimmt. Hier frage ich mich nur: Woher kommt ein Mann, sowas sagend (das ist schon brutale Kost?), während er sich wie das verbindlichste, tollste, fürsorglichste und einfach liebreizendste verhält, was ich je gesehen habe? Bei Gott, ich bin kein Kind von Traurigkeit, habe die Männer gesehen, 3 längere Beziehungen gehabt, dazwischen Liaisons, es ist oke nun. Er lernt gerade Beziehung kennen, seit nunmehr 2,5 Jahren mit mir. 
 Er beruft sich auf die Erfahrung, dass Monogamie nichts für ihn sei - da sage ich, die Erfahrung mit mir sprengt doch aber eh Deine Erfahrung bisher? 
Er gibt mir keine klaren Antworten. 
Ich sehe einen Mann, der zu vielen kleinen und grösseren Dingen ablehnend reagierte bzw. vertagte und sagte, ja, wenns dann passt. Und siehe da, 1 Jahr später, von einem  Moment auf den anderen: Es passt. Dann macht er, was er abgelehnt hatte. Nachgefragt, sagt er: Es hat gepasst. 

Männer, Frauen hier -- ich bin ratlos. Ich liebe diesen Mann, diesen Menschen. Schaue ich ins heute, ist es perfekt. Es ist so, wie ich immer dachte, das gäbs nur in Büchern. Will ich eine Zukunft besprechen, mal nachdenken, blockt er mit Hand und Fuss. Ich bin trotz meinen 36 keine Frau in Planungswut, lasse gern auf mich zukommen, mache, was stimmt und sich gut anfühlt, gebe aber Prognosen, was ich mir wünsche, was schön sein könnte. 

Was sagt ihr dazu? Es zerbricht mir das Herz, wenn ich daran denke zu gehen. Das kann und will ich nicht. Gleichzeitig fällt es mir schwer die Wünsche nach einem gemeinsamen Leben zu begraben. Viele Fragen sind noch offen betreffend diesem Monogamiethema und einer Ausgestaltung (ich werde diese Fragen stellen, bald oder irgendwann, denke gerade intensiv nach). 

Hilfe? Gedanken? Inputs?
Danke fürs Lesen. 

Nun gebe auch ich meinen Senf dazu.

ich denke, eure Geschichte nimmt von Anfang an, einen ungünstigen Verlauf. Es fing damit an, das ihr beide  vergeben ward ,du wohl in einer festen Bindung...er eher lose. Ihr habt, ohne zu wissen, ob eure Liason überhaupt für eine Bindung taugt, eure bestehenden Beziehungen getrennt. Wieviel Personen habt ihr damit verletzt? Wieviele Personen (zumindest die Verlassenen haben sich gefühlt als ob sie von euch betrogen wurden ?).
Ich denke genau da,nimmt das Schicksal eurer Beziehung ihren Lauf.
Ich bin keine Karmaprediger, aber es könnte sich in deinem Fall um Sofortkarma handeln.
Ihr habt mindestens zwei Menschen verletzt, für eurer Glück. Oder waren diese Menschen glücklich darüber nun die Verlassenen zu sein ?
Man kann es auch anders ausdrücken---> eurer Glück habt ihr auf Kosten anderer aufgebaut.
Es gibt auch ein türkisches Sprichwort: "Mich dich niemals in eine andere Beziehung ein. Versuch niemals jemanden die Beziehung zu nehmen ! Du wirst selbst nicht glücklich damit werden!"
Und eurer Glück liest sich doch schon sehr eingeschränkt.
Du selbst hattest vielleicht nie das Gefühl, jemanden anderen etwas wegzunehmen und dein Partner auch nicht. Aber im Grunde genommen, hat er sich in deine Beziehung eingeschmischt, denn du hast deine Beziehung für ihn beendet ? Und er seine auch?  Dein damals fester Partner hat dich an ihn verloren.
Nun kann man tausend Worte finden, das die vorherige Beziehung eh nicht mehr getaugt hätte, sonst hätte ja kein Anderer kommen können und du hättest dich sicherlich nicht fremdVerliebt.
Tja, die Erfahrung zeigt es ---> meistens ist es besser für alle Beteiligten wenn man sich trennt, weil es zu Ende ist und dann allein bleibt, für einige Zeit und sich im alleinsein erlebt. Dann muss sich keiner verletzt oder gar betrogen fühlen...und man kann sich neu erfinden wenn alle Energien aus der Exbeziehung "abgezogen" sind...das dauert eine Weile.

Desweiteren hatte er nur eine "lose Beziehung", du aber eine feste Beziehung. Hier wurde schon gezeigt,zu welchem Beziehungsmodell er neigt. Warum hatte er denn nur eine lose Beziehung? Und warum denkt man herjeeh immer, "bei mir wird er sich fest binden?"

Ansonsten bist du 36 Jahre alt und hast 3 feste Beziehungen gehabt: Definiere "feste Beziehung" und wie lange haben die gedauert?
 

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7. November um 0:52
In Antwort auf liee

Liebes Forum, 

ich brauche dringend Rat. Versuche den ganzen grossen Kosmos so kurz wie möglich zu gestalten. 

Wir, er 39 und ich 36, sind nun seit 2,5 Jahren ein Paar. Wir haben uns kennengelernt, lieben gelernt und haben schlagartig unsere Partner verlassen, ich war gebunden, er in einer lockeren Verbindung. Seither erleben wir beide eine Art von Beziehung, wie wir sie noch nie hatten. 
Ich hatte immer längere Beziehungen und bin ein bisschen 'geübt', er hingegen hatte nie etwas, das länger als ein paar Monate gedauert hat. Für mich ist er der wunderbarste Mensch auf Erden, ich achte seine Aufgaben (ich werde hier nicht zu konkret, entschuldigt bitte), seine Visionen, Träume, seine Efforts und unterstütze wo ich kann. Umschrieben könnte man sagen, er manifestiert das, was ich schon immer gedacht und gesehen habe; insofern ist unsere Ergänzung sehr wertvoll. Denn ich bringe Ruhe in ihn, er lässt Verbindung zu, sucht nicht immer mehr das Weite oder kapselt sich ab. 
Von aussen gesehen scheinen wir wie das perfekte Paar, jeder sieht uns und neckt mich mit 'This is marriage material'! Er bringt Blumen, hegt mich, ist fürsorglich und hat sogar ein bisschen Planung gelernt. Wir haben gemeinsame Hobbies, Ansichten, diskutieren viel und gern und arbeiten gemeinsam an besagten Aufgaben, die ich nicht näher beschreiben möchte. 

Kurzum: Diese Beziehung ist schön. Wirklich. 

Und dann gibt es das Problem: Er möchte / kann? keine Farbe bekennen, kann nicht meine Spinnereien von gemeinsamem Altwerden teilen, kann sich nicht vorstellen gemeinsam zu leben oder Kinder zu haben. Monogamie sei nicht sein Modell, sagt er. Ausformulierte Liebesbekenntnisse kann er nicht sagen, da er nicht wisse, was in ein paar Jahren sei und er möchte mich kostbarstes nicht verletzen, wenn er was nicht einhalten könne. Gleichzeitig seien wir doch ohnehin auf ewig verbunden, er und ich, denn nein, er könne sich nicht vorstellen je nicht mehr mit mir das und das und das zu machen. Aber eben - Monogamie sei nicht seins. 

Wir haben diese Gespräche schon oft geführt, wobei ich relativ ruhig bleibe, sehr konstruktiv; denn ich habe gelernt neues zu entdecken, wenn das Bauchgefühl dahinter stimmt. Hier frage ich mich nur: Woher kommt ein Mann, sowas sagend (das ist schon brutale Kost?), während er sich wie das verbindlichste, tollste, fürsorglichste und einfach liebreizendste verhält, was ich je gesehen habe? Bei Gott, ich bin kein Kind von Traurigkeit, habe die Männer gesehen, 3 längere Beziehungen gehabt, dazwischen Liaisons, es ist oke nun. Er lernt gerade Beziehung kennen, seit nunmehr 2,5 Jahren mit mir. 
 Er beruft sich auf die Erfahrung, dass Monogamie nichts für ihn sei - da sage ich, die Erfahrung mit mir sprengt doch aber eh Deine Erfahrung bisher? 
Er gibt mir keine klaren Antworten. 
Ich sehe einen Mann, der zu vielen kleinen und grösseren Dingen ablehnend reagierte bzw. vertagte und sagte, ja, wenns dann passt. Und siehe da, 1 Jahr später, von einem  Moment auf den anderen: Es passt. Dann macht er, was er abgelehnt hatte. Nachgefragt, sagt er: Es hat gepasst. 

Männer, Frauen hier -- ich bin ratlos. Ich liebe diesen Mann, diesen Menschen. Schaue ich ins heute, ist es perfekt. Es ist so, wie ich immer dachte, das gäbs nur in Büchern. Will ich eine Zukunft besprechen, mal nachdenken, blockt er mit Hand und Fuss. Ich bin trotz meinen 36 keine Frau in Planungswut, lasse gern auf mich zukommen, mache, was stimmt und sich gut anfühlt, gebe aber Prognosen, was ich mir wünsche, was schön sein könnte. 

Was sagt ihr dazu? Es zerbricht mir das Herz, wenn ich daran denke zu gehen. Das kann und will ich nicht. Gleichzeitig fällt es mir schwer die Wünsche nach einem gemeinsamen Leben zu begraben. Viele Fragen sind noch offen betreffend diesem Monogamiethema und einer Ausgestaltung (ich werde diese Fragen stellen, bald oder irgendwann, denke gerade intensiv nach). 

Hilfe? Gedanken? Inputs?
Danke fürs Lesen. 

Du beschreibst deine Beziehung als nahezu perfekt - im Hier und Jetzt.

Wenn das so ist, warum sollte er daran etwas ändern wollen?
Was versprichst du dir davon?
Könnt ihr nicht einfach gemeinsam alt werden, ohne euch das vorher versprochen zu haben, sondern weil (und solange) es passt?
Möchtest du, dass er dir verspricht, dass er mit dir alt wird, auch wenn es nicht mehr passen sollte?

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