Home / Forum / Liebe & Beziehung / Ich brauche einen neutralen Rat

Ich brauche einen neutralen Rat

1. März 2006 um 14:30

Hmmmm..ich weiß nicht so recht wo ich anfangen soll. Im Moment stecke ich in einer gedanklichen Zwickmühle und weis nicht mehr ein noch aus. Ich kann auch nicht mehr genau sagen, wann alles angefangen hat aber irgendwie zieht sich das Alles nun schon über gut zwei Jahre hin. Und jetzt eskaliert alles.

Um es vorweg zu nehmen, mein (Ex)Freund und ich sind sechs Jahre zusammen, von diesen Jahren haben wir bestimmt schon die letzten vier nicht mehr miteinander geschlafen. Es gab Phasen, da hat er mich zutiefst verbal verletzt, fertig gemacht. Eigentlich über die letzten Jahre hinweg kontinuierlich, mal öfter mal wieder seltener. Dazu muss ich vielleicht noch sagen, dass ich fast durchgehend einen guten Job hatte und auch schon immer mehr verdient habe als er. Irgendwie manage ich auch unser Leben. Auf jeden Fall habe ich ihm immer wieder gesagt, lass es sein, tu es nicht, beschimpfe mich nicht. Das sind verbale Schläge ich mach das nicht mehr mit. Irgendwann trenne ich mich von Dir.

Da ich einen nicht sehr großen Freundeskreis habe und ich oft das Gefühl habe, andere mit meinen Problemen nicht belasten zu wollen, habe ich meinen Schmerz die meiste Zeit in mich hinein gefressen. Wenn es gar nicht mehr ging, dann habe ich mit meiner Mutter geredet. Vor einem Monat ist nun alles eskaliert. Mein Freund machte eine Umschulung (nicht bestanden) und stand vor Hartz IV. Ich wollte aufgrund der gesamten Geschehnisse nicht für ihn einstehen und bat ihn, sich eine Wohnung zu suchen. In dieser Phase hat er mich extrem verbal fertig gemacht. Das Schlimmste für mich ist und war, ich glaube er merkt nicht was er mir damit angetan hat. Ich denke das ist auch der Grund dafür, warum ich nicht mehr mit ihm schlafen kann. Das Kuriose ist nur, warum hänge ich immer noch an ihm. Auf jeden Fall war es einen Tag so schlimm, dass ich völlig fertig war meine Eltern wollten zu mir kommen und mir helfen, dass er die Wohnung verlässt. Wir wohnen 400 km auseinander. Ich bin also, was Familie angeht, allein hier.

Ich war nun so weit und habe ihn unterschreiben lassen, dass er unsere gemeinsame Wohnung verlässt. Er stimmte soweit zu. Meine Eltern wollten mich unterstützen und in dieser schweren Zeit zu mir stehen. Sie haben alles mitbekommen, vielleicht war es auch ein Fehler alles zu erzählen. Auf jeden Fall bin ich wieder gekippt und überlege mit ihm zusammen zu bleiben. Er hat einen Job gefunden und arbeitet wieder. Seit gut drei Wochen ist er auch wieder super lieb und nett. Nur meine Eltern können mich nicht mehr verstehen sie meinen ich mach mir mein Leben kaputt und versaue mir meine Jugend. Sie können nicht glauben, dass ich nach all dem, was er mir angetan hat immer noch bei ihm bleiben will. Auf jeden Fall wollen meine Eltern mich nicht mehr besuchen kommen, solange er noch bei mir wohnt. Sie werden ihn auch nie als Schwiegersohn akzeptieren können. Mein Freund kommt mit meinen Eltern auch nicht klar all das hat doch keine Zukunft.

Ich bin ja irgendwie auch nicht sicher, ob ich wirklich noch mit ihm zusammen bleiben will. Ich frage mich ständig was mir das noch bringt. Weis aber nicht, was mich bei ihm hält.
Wenn ich sage er soll ausziehen, sagt er, er tut es ich muss ihm aber noch so lange Zeit geben, bis er eine Wohnung gefunden hat. Und es ist sehr schwer in unserer Großstadt und kann dauern. Ich weiß nicht wie ich das alles schaffen soll. Ich glaube ich brauche neutrale Hilfe, traue mich aber nicht so recht, weil ich denke, so groß ist mein Problem im Gegensatz zu anderen nicht. Ich kann keinen klaren Gedanken mehr fassen was soll ich nur tun?

Ich fühle mich einfach nur noch beschissen und weiß nicht, was ich tun soll.

Mehr lesen

1. März 2006 um 15:05

Warum tust Du dir das an?
In deinem Kopf geht es wahrscheinlich ziemlich konfus zu.
Du hast sehr lange und sehr viel ausgehalten mit deinem Freund.
Kann es sein, dass du dich (trotz seines Verhaltens) einfach auch an ihn gewöhnt hast und du nicht gerne allein bist?
(Das ist nicht schlimm, nur solltest du dessen bewußt sein und deine Angst nicht "tarnen" indem du an einer Beziehung festhälst, die dir mehr schadet als gut tut!)

Deine Eltern machen sich Sorgen um dich und haben "live" erlebt,
wie du unter deinem Partner leidest. Aus ihrer Sicht der Situation meinen sie es nur gut und wollen das Beste für dich.
Daran solltest du denken, wenn du bei ihnen im Zusammenhang mit deinem Freund bei Ihnen auf Unverständnis stösst.

Du hast sehr viel in und für eure Beziehung getan und versucht
ihn zu unterstützen. Mag sein, dass deine Unterstützung für ihn selbstverständlich geworden ist (oder du für ihn so eine Art Mama-Ersatz, d.h. eine Frau, die - ganz egal, wie man sie behandelt(überspitzt gesagt) - immer wieder für ihn da ist, alles verzeiht und ihm aus jeder Sch....pardon Situation hilft.)
Wie sonst kommt er dazu seinen Frust über sein Versagen (Umschulung) an dir auszulassen?
Und warum hast Du dir dies alles bieten lassen?

Sage dir endlich, dass es reicht und deine Geduld am Ende ist
und sorge für Klarheit!

Unterstütze nicht weiter seine Bequemlichkeit, sondern setzte
ihm eine Frist von vier Wochen (max.) für seinen Auszug.
Falls er keine Wohnung finden sollte, meine Güte(!!), er ist erwachsen und kann auch übergangsweise zur Untermiete wohnen, in einer WG, bei seinen Eltern oder bei Freunden. Das ist sein Problem und muss dich nicht belasten (lass ihn jammern, das Maß ist voll!)

Es ist allerhöchste Zeit, dass Du dich um deine Bedürfnisse kümmerst ohne immer wieder auf andere Rücksicht zu nehmen!!

Alles Gute!

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

1. März 2006 um 15:23
In Antwort auf inez_12562985

Warum tust Du dir das an?
In deinem Kopf geht es wahrscheinlich ziemlich konfus zu.
Du hast sehr lange und sehr viel ausgehalten mit deinem Freund.
Kann es sein, dass du dich (trotz seines Verhaltens) einfach auch an ihn gewöhnt hast und du nicht gerne allein bist?
(Das ist nicht schlimm, nur solltest du dessen bewußt sein und deine Angst nicht "tarnen" indem du an einer Beziehung festhälst, die dir mehr schadet als gut tut!)

Deine Eltern machen sich Sorgen um dich und haben "live" erlebt,
wie du unter deinem Partner leidest. Aus ihrer Sicht der Situation meinen sie es nur gut und wollen das Beste für dich.
Daran solltest du denken, wenn du bei ihnen im Zusammenhang mit deinem Freund bei Ihnen auf Unverständnis stösst.

Du hast sehr viel in und für eure Beziehung getan und versucht
ihn zu unterstützen. Mag sein, dass deine Unterstützung für ihn selbstverständlich geworden ist (oder du für ihn so eine Art Mama-Ersatz, d.h. eine Frau, die - ganz egal, wie man sie behandelt(überspitzt gesagt) - immer wieder für ihn da ist, alles verzeiht und ihm aus jeder Sch....pardon Situation hilft.)
Wie sonst kommt er dazu seinen Frust über sein Versagen (Umschulung) an dir auszulassen?
Und warum hast Du dir dies alles bieten lassen?

Sage dir endlich, dass es reicht und deine Geduld am Ende ist
und sorge für Klarheit!

Unterstütze nicht weiter seine Bequemlichkeit, sondern setzte
ihm eine Frist von vier Wochen (max.) für seinen Auszug.
Falls er keine Wohnung finden sollte, meine Güte(!!), er ist erwachsen und kann auch übergangsweise zur Untermiete wohnen, in einer WG, bei seinen Eltern oder bei Freunden. Das ist sein Problem und muss dich nicht belasten (lass ihn jammern, das Maß ist voll!)

Es ist allerhöchste Zeit, dass Du dich um deine Bedürfnisse kümmerst ohne immer wieder auf andere Rücksicht zu nehmen!!

Alles Gute!

Danke
Warum habe ich mir das alles bieten lassen - das frage ich mich selbst. Das kann keiner Verstehen der mich kennt, selbst ich kann mich nicht verstehen.

Ich schaffe diese Abnarbelung nicht. Ich hatte es geschafft und da hätte er gehen müssen, er hat es nicht getan. Und dann fange ich an zu kippen.

Er sagt, ich könne ihn nicht unter Druck setzen und müsse ihm soviel Zeit geben, bis er eine Wohnung gefunden hat. So viel Zeit muss ich ihm geben.

Ich denke auch, dass es von seiner Seite aus Gewohnheit ist, weil er weiß, dass es ihm bei mir gut geht.

Auf jeden Fall verstehe ich meine Familie und es schmerzt mich zusätzlich, dass meine Mutter und mein Vater wegen mir leiden. Und ich leide auch - ich wünschte mir ein wenig mehr innere Stärke.

Vielen Dank auf jeden Fall für Deine Antwort.

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

1. März 2006 um 15:51
In Antwort auf lee_11842460

Danke
Warum habe ich mir das alles bieten lassen - das frage ich mich selbst. Das kann keiner Verstehen der mich kennt, selbst ich kann mich nicht verstehen.

Ich schaffe diese Abnarbelung nicht. Ich hatte es geschafft und da hätte er gehen müssen, er hat es nicht getan. Und dann fange ich an zu kippen.

Er sagt, ich könne ihn nicht unter Druck setzen und müsse ihm soviel Zeit geben, bis er eine Wohnung gefunden hat. So viel Zeit muss ich ihm geben.

Ich denke auch, dass es von seiner Seite aus Gewohnheit ist, weil er weiß, dass es ihm bei mir gut geht.

Auf jeden Fall verstehe ich meine Familie und es schmerzt mich zusätzlich, dass meine Mutter und mein Vater wegen mir leiden. Und ich leide auch - ich wünschte mir ein wenig mehr innere Stärke.

Vielen Dank auf jeden Fall für Deine Antwort.

Was er will und du "musst" sind zwei Paar Stiefel!

Wenn es für dich nicht mehr zu ertragen ist, setzte ihm
eine Frist für seinen Auszug, sonst wird er immer wieder
einen Grund finden, weshalb es gerade "jetzt" nicht geht!

Dein Maßstab sollte dein Wohlergehen sein und nicht seine Bequemlichkeit!

Hör bitte auf damit, dir durch ihn weiter auf deinen Gefühlen
herumtrampeln zu lassen.

Du "musst" nicht darauf warten, bis er sich bequemt auszuziehen, sondern er muss in die Gänge kommen und endlich aufhören sich auf Kosten anderer sein Leben einzurichten!

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

1. März 2006 um 16:34

Nein...
der Hauptgrund sind die ständigen Ausraster, der vor vier Wochen war das Extremste. Das zieht sich so schon über Jahre. Die Ausraster sind der Grund für meine innere Abneigung - denke ich zumindest. Vor vier Wochen kam das Fass zum überlaufen und ich dachte ich hätte es geschafft.

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

1. März 2006 um 16:50

Danke Cheesy,
Du hast es mit Gefühl und Anteilnahme noch einmal sehr gut auf den Punkt gebracht.

Lg

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

1. März 2006 um 17:39
In Antwort auf inez_12562985

Was er will und du "musst" sind zwei Paar Stiefel!

Wenn es für dich nicht mehr zu ertragen ist, setzte ihm
eine Frist für seinen Auszug, sonst wird er immer wieder
einen Grund finden, weshalb es gerade "jetzt" nicht geht!

Dein Maßstab sollte dein Wohlergehen sein und nicht seine Bequemlichkeit!

Hör bitte auf damit, dir durch ihn weiter auf deinen Gefühlen
herumtrampeln zu lassen.

Du "musst" nicht darauf warten, bis er sich bequemt auszuziehen, sondern er muss in die Gänge kommen und endlich aufhören sich auf Kosten anderer sein Leben einzurichten!

GEnau Genau
.... die Worte von Redcorner sind die richtigen.
Ausserdem, wo ein Wille, da ein Weg. Wenn du ihn klarmachst, dass er ausziehen soll und zwar schnellstmöglich, dann wird er auch was finden und wenn auch nur vorübergehend. Gerade Zwischenmieten sind in Grossstädten doch immer sehr beliebt.
Denk nicht an ihn sondern an Dich.Unbedingt.setzte durch, was du willst, das gibt Selbstvetrauen. Immer ein Stück mehr und daraus schöpst du deine innere Kraft, die du so gerne hättest.

Ich pack auch noch mal Kraftpakete bei Chessey und Hallo Hamburg drauf.
Alles Liebe für Dich

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

1. März 2006 um 22:45

Hallo Between


Die Idee, dir Hilfe zu suchen, finde ich sehr gut. Ich würde dir raten, therapeutische Hilfe in Anspruch zu nehmen. Warum soll dein Problem im Gegensatz zu anderen nicht so gross sein? Es kommt nicht darauf an, wie gross dein Problem aussieht, sondern nur darum, wie gross es für ich selber ist. Ich vermute aus deinem Text, es ist sehr gross.

Und ich meine, der springende Punkt ist deine Frage: *Weis aber nicht, was mich bei ihm hält*. Das solltest du herauszufinden versuchen. Ich glaube, dass du darauf eine Antwort finden kannst. Natürlich keine im Stil von: aha, genau das ist der Grund, darum bin ich so und darum hab ich mich auf sowas eingelassen und komme nicht davon weg und jetzt wird alles anders. So einfach ist sowas nicht. Doch es ist wichtig, meine ich zumindest, dass du *dir selber auf die Spur* kommst und dich selber wieder verstehen kannst (dazu gehört dann auch, dass du akzeptieren kannst, dass du so warst wie du heute gerade bist bzw. in den vergangenen Jahren warst).

Hol dir Hilfe, und hab mit dir selber Geduld. Wenn du noch nicht ganz soweit bist, diese Geschichte abzuschliessen, dann bist du eben noch nicht ganz soweit. Auf dem Weg bist du ja eindeutig...

Alles Gute, Wassertropfen

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

2. März 2006 um 10:40
In Antwort auf zakiah_12886251

GEnau Genau
.... die Worte von Redcorner sind die richtigen.
Ausserdem, wo ein Wille, da ein Weg. Wenn du ihn klarmachst, dass er ausziehen soll und zwar schnellstmöglich, dann wird er auch was finden und wenn auch nur vorübergehend. Gerade Zwischenmieten sind in Grossstädten doch immer sehr beliebt.
Denk nicht an ihn sondern an Dich.Unbedingt.setzte durch, was du willst, das gibt Selbstvetrauen. Immer ein Stück mehr und daraus schöpst du deine innere Kraft, die du so gerne hättest.

Ich pack auch noch mal Kraftpakete bei Chessey und Hallo Hamburg drauf.
Alles Liebe für Dich

Vielen vielen Dank
für Euren Rat. Das hilft mir im Moment ungemein. Ich denke, ich werde auf den richtigen Weg kommen.

Werde Euch auf dem Laufenden halten.

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

Frühere Diskussionen
Lust auf mehr Farbe in deinem Leben?
wallpaper