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Ich bin mit meinem Traummann zusammen, die Beziehung zermürbt mich aber

14. November 2015 um 11:40

Liebe Forumsteilnehmer,

ich habe hier schon viele gute Diskussionen gelesen und erhoffe mir euren Rat.

Ich (30, w) bin seit 10 Wochen mit meinem Freund (34) zusammen. Es mag kitschig klingen, aber für uns beide war es Liebe auf den ersten Blick und wir hatten von Anfang an das Gefühl, uns schon sehr lange zu kennen. Das ist nicht nur meine Wahrnehmung, das sagt auch er. So etwas ist mir mit einem anderen Mann bisher nicht passiert und ich kann sagen, so ernst war es mir mit meinen Gefühlen noch nie! Er ist gebildet, vielseitig interessiert und hat eine sehr zärtliche, warmherzige Seite. Wenn wir zusammen sind, fühle ich mich rundum geborgen. Obwohl wir eine Fernbeziehung führen ( ca. 120 km), haben wir uns zu Beginn relativ häufig gesehen und ich war mit der Situation zufrieden. Er hat mir auch von Anfang an klar gemacht, dass wir uns wahrscheinlich nur jedes 2. Wochenende werden sehen können. Ich war nicht gerade happy, aber es war ok.

Allerdings schleicht sich seit ca. vier Wochen ein Muster ein, das mir zu bedenken gibt und mich regelrecht zermürbt. Ich werde nur noch vor vollendete Tatsachen gestellt. Wann wir uns sehen, bestimmt de facto allein sein Terminplan im Job, am Wochenende die Wetterlage, da er dann seinen Hobbies (u.a. Extremsportarten) nachgeht oder Familienfeiern in seiner Heimatstadt (700 km entfernt). In der Regel bin ich es, die kompromissbereit ist und Zeit und Mühen aufnimmt, um zu ihm zu fahren. Zu seiner Ehrenrettung muss ich allerdings sagen, dass er wenigstens sehr großzügig ist, und sämtliche Kosten während des Wochenendes übernimmt.

Es verletzt mich allerdings, dass er mich nur besucht, wenn sich das geschickt mit seinen vielen Dienstreisen verbinden lässt (sprich: meine Wohnung liegt bequem nah am Flughafen) und dass ich in die Wochenendplanung gar nicht mehr einbezogen werde. Meist läuft das so ab, dass er am Freitagabend mit seinen Kollegen etwas trinken geht, am Samstag seinen Hobbys nachgeht und ich am Sonntag gefragt werde, ob ich Lust habe, zu ihm zu kommen. Ich mache das dann in der Rege auch, weil wir uns sonst so gut wie gar nicht sehen würden. Was mich allerdings zermürbt ist die Tatsache, dass wir ohne Verabredung auf das nächste Date auseinander gehen und ich nicht weiß, wann wir uns wieder sehen. Zudem erschwert das auch meine organisatorische Planung für die nächsten Tage/Wochen. Dass ich auch Pflichten und Bedürfnisse habe, scheint bei ihm nicht anzukommen.

Ich nehme mir immer vor, das Problem beim nächsten Treffen anzusprechen, scheue dann aber davor zurück, weil ich die wenige gemeinsame Zeit nicht mit Diskussionen und schlechter Stimmung vergeuden möchte. Wenn wir uns sehen, ist es ja auch wunderschön. Sobald ich dann aber alleine zu Hause bin, geht es mir aber schlecht.

Sollte jetzt die Frage kommen, weshalb ich mit einem Mann zusammen bleiben möchte, der anscheinende für alles und jeden mehr Zeit hat als für mich und weshalb ich mir das antue, kann ich nur sagen: Ich denke, ich liebe ihn und will ihn nicht zu leichtfertig aufgeben! Er hat sehr viele positive Eigenschaften (Zuverlässigkeit, Wärme, Stil, Höflichkeit, schaut keinen anderen Frauen hinterher, sagt mir, was er an mir mag und schätzt), die mir sehr wichtig sind und die mir in meinen bisherigen Beziehungen oft gefehlt haben. Allerdings fühle ich mich mit der Zeit ausgenutzt und nicht genügend respektiert..

Was kann ich tun, um die Situation zu verbessern? Ich glaube nicht, dass er Angst vor Nähe oder Bindung hat. Ich denke eher, dass er diese partnerschaftliche Zweisamkeit einfach nicht so oft braucht und seine Hobbys ihm einfach sehr, sehr viel Spaß machen.

Vielen Dank für eure Tipps!
Smutna

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14. November 2015 um 13:57

Du bist nicht mit ihm zusammen,
er ist nicht dein Traummann (hat cefeu dir schon erklärt) und zu verbessern gibbet auch nix bei euch.

DEIN FREUND hat ein praktisches Weibi gefunden, welches strategisch günstig am Flughafen XY wohnt, was still und leise in sein Managerleben zu integrieren ist, was hinhält, so oft der Herr dazu Lust hat, was nicht zu blöd ist, den Herrn auch noch zu besuchen, falls er keine Lust dazu haben sollte, die vielen, vielen Kilometer für eine Eierentsaftung auf sich zu nehmen, kurzum - eine dumme, nützliche, kleine, nicht nachdenkende Pute, die man(n) nach Bedarf schrubben kann.

Mit anderen Worten: mein Tipp für dich (du hast ja nach Tipps gefragt) lautet folgendermaßen:

suche seine Nummer in deinem Händi und LÖSCHE sie! Du wirst sehen, es gibt noch genügend andere Kerle, die dir die Zeit stehlen werden, aber wenigstens musst du dich neben ihnen nicht wie eine völlige Vollidiotin fühlen.

Freundliche Grüße,
Christoph

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14. November 2015 um 14:55

Ich bin mit meinem Traummann zusammen, die Beziehung zermürbt mich aber
Erst mal vielen Dank an die seriösen Antworten.

Vielleicht muss ich etwas klarstellen:

Ich bin kein naives, unerfahrenes Mädchen, das liebesblind und fügig ihrem Freund hinterherhechelt. Mir ist durchaus klar, dass es Mr. Perfect nicht gibt. Perfekt ist niemand. Von daher darf ein Traumann bei mir schon auch gewisse Schwächen haben, solange sich das in Grenzen hält. Auch ist er alles andere als ein kalter, abgezockter Egomane, der nur das eine im Kopf hat, wenn wir uns sehen. Ich verstehe auch nicht, was falsch daran ist, wenn man von Anfang an ein tiefes Gefühl der Verbundenheit und Vertrautheit hat. Ich zumindest hatte das bei meinen vorangegangenen Beziehungen nicht in dieser Form, und die sind fast alle an zu wenig Wärme und Liebe, also auf der Gefühlsebene gescheitert. Von daher ist dieser Mann einfach etwas Besonderes für mich, das ist nicht einfach so aufgeben möchte.

Nein, wir sind beruflich auf Augenhöhe. Wenn wir zusammen sind, gehen wir wahnsinnig liebenswürdig miteinander um, lachen viel und können einfach auch nur die Zweisamkeit genießen. Wenn wir uns nicht sehen, meldet er sich täglich mehrmals bei mir, schreibt nicht nur Floskeln, sondern auch viel Persönliches, fragt mich, wie es mir geht, tröstet mich, wenn ich Probleme habe.

Wahrscheinlich haben wir einfach ein unterschiedliches Nähe-Distanz-Verhältnis, was die Beziehung betrifft. Auch ist er vom Charakter her deutlich pragmatischer als ich. Irgendwie trennt er ALLE seine Lebensbereiche sehr strikt voneinander. Ich suche einfach nach einer Lösung, wie ich ihn überzeugen kann, kompromissbereiter zu sein, sich besser mit mir abzustimmen und mich einfach mehr an seinem Leben teilnehmen zu lassen, ohne dabei wie eine Klette zu wirken bzw. ihm das Gefühl zu geben, dass ich ihn einengen möchte.

Reden werde ich auf alle Fälle mit ihm. Ich wusste nur nicht, ob der Zeitpunkt nicht noch etwas zu früh ist.

LG
Smutna

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14. November 2015 um 17:11

Die Antwort
wurde von der TE ja um 14.55h bereits gegeben...

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15. November 2015 um 3:05

...
Auf mich wirkt die Sache folgender Maßen: Ihr scheint euch zu mögen und die gemeinsame Zeit sehr zu genießen.

Allerdings vermute ich jetzt mal, dass er die Prioritäten und seine Zeiteinteilung recht eigenwillig setzt. Kann es sein, dass er sich sein Singleleben über einen gewissen längeren Zeitraum gut strukturiert hat und jetzt nicht ändern kann/will?

Ich denke, das Wichtigste in der Situation ist, dass du mit ihm kommunizierst wie es dir damit geht, dass du dich vernachlässigst fühlst und einen höheren Prioritätsgrad in eurer gemeinsamen Zeiteinteilung anstrebst. Viele frisch verliebte Meschen konzentrieren sich plötzlich nur noch auf den neuen Partner, andere müssen erst ihre Prioritäten neu organisieren nachdem sie jemanden kennen gelernt haben. Ich denke, letzteres ist bei euch der Fall. Was nicht nicht schlecht ist, dass man sein eigenes Leben trotz neuer Beziehung in den gleichen Strukturen weiterführt.

Setzt dich vielleicht beim nächsten Treffen mit ihm in Ruhe hin, und versuch ihm zu erklären wo du dich siehst in dieser Beziehung und was du dir wünscht (z.B. dass er dich deiner selbst Willen besucht und nicht dein Zuhause aufm Weg zum Flughafen liegt). Versuch dabei deine Wünsche als WÜNSCHE zu formulieren, ruhig aber bestimmt, und nicht als Vorwürfe.
Kommunikation ist das Wichtigste in einer Beziehung und wenn du ruhig und besonnen bleibst, wird es auch wahrscheinlich nicht zum Streit kommen. Er wirkt bemüht um dich, sag ihm einfach was du brauchst und wie du dir die Beziehung vorstellst.

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15. November 2015 um 8:05

Aber
wenn ihr euch so gut versteht wie du sagst und es auf Gegenseitigkeit beruht sollte es doch kein Problem sein dein Unbehagen offen anzusprechen oder? Wenn du davor "Angst" hast scheint es nicht die Art von Beziehung/Liebe zu sein die du wahrnimmst!

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15. November 2015 um 11:53

Danke
vor allem für die letzten beiden Antworten!

Ich nehme mir fest vor, mit ihm zu sprechen und meine Wünsche vorzutragen. Bis es dazu kommt, bin ich leider immer etwas ungeduldig und steigere mich vielleicht zu viel in die Angelegenheit rein..

Ja, es ist gut möglich, da er länger Single war als ich, dass er in seinen Strukturen fester eingefahren ist als ich. Schließlich hat er ja auch gesagt, dass er irgendwann ein "konventionelles Familienleben" möchte. Nur hat er eben jetzt noch diesen Antrieb, sich auszutoben - hobbymäßig und nicht mit anderen Frauen Ich will ihn ja auch nicht mit der Brechstange umpoolen.

Ich hoffe nur, ich krieg das rhetorisch gut rüber...

VG
Smutna

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