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Ich bin ein schlechter Mensch

19. September 2011 um 14:03

Hallo,

ich habe ein Problem, besser gesagt mein Mann und ich.
Ich denke das Problem hat sich bereits am Anfang unserer Beziehung eingeschlichen. Er hat zu Hause überhaupt nicht geholfen im Haushalt obwohl wir beide berufstätig waren. Ich hatte oft 14 Std. Schichten hinter mir, kam nach Hause und die Wohnung sah aus wie ein Schlachtfeld. Er ist auf der Couch gesessen und hat Playstation gespielt. Ich war so wütend. Als ich ihn zur Rede gestellt habe kam nur "ich hatte keine Zeit ich war duschen, trainieren usw..". Ich wollte schon sehr oft meine sieben Sachen packen und einfach gehen. Dann wurde ich plötzlich arbeitslos, mein Chef musste wegen schwerer Krankheit seine Praxis schließen. Ich war also zu Hause und von da ab machte ich sowieso alles alleine, was ich auch okay finde, da er ja auch seinem Job nachgeht. Ich bekam ein Kind und wir heirateten. Alles toll könnte man meinen, ist es aber nicht.
Ich denke ich bin wirklich ein böser, schlechter Mensch. Ich nörgel nur an meinem Mann rum, ich kommandiere ihn rum, ich sag ihm was er zu tun hat , also "mach dies, mach jenes" usw. Es sind auch Kleinigkeiten die ich ihm immer wieder sagen muss. Z. B. am Wochenende, ich möchte aufstehen, mich im Bad fertig machen und Frühstücken. Was macht er? Er hockt in der Unterhose vorm Fernseher. (Wir haben aber ein Kind, also find ich fernsehen am Morgen schon mal ganz doof und überhaupt gäbe es tausend andere Dinge zu erledigen z. B. Kind füttern, wickeln, waschen, anziehen oder vielleicht sich selbst mal im Bad fertig zu machen, nicht mal das tut er) Ich bezeichne ihn oft als faul. Aber ich bin nun wirklich so geworden das ich dauernd nur noch motze, nörgle, kommandiere und vor allem aber bin ich frustriert das er nie die Arbeit selber sieht. Das heißt ich muss ihm alles sagen...Wenn ich sage "komm gehen wir kochen" steht er neben mir und guckt zu wenn ich ihm nicht sage was er tun soll. Dasselbe Spiel beim Einkaufen. Ich hole die Dinge die wir benötigen, er steht nur rum und guckt. Mein Wortschatz besteht nur noch aus "mach dies, mach das, tu jenes". Ich glaube aber langsam das ich selber schuld bin an der Situation. Ich denke das ich ihm den Raum gar nicht mehr gebe das er es selber machen könnte, auch wenn er wollte. Ich red ihn nur noch blöd an, auch vor anderen. Was mir furchtbar peinlich ist. Mir ist das selber schon bewusst, aber ich kann es irgendwie nicht ändern. Was kann ich denn bloß tun das ich damit aufhöre? Wie kann ich mich bessern? Ich möchte doch nicht so ein Biest sein, die ihren Mann dauernd runtermacht. Mir ist selbst das Schreiben hier peinlich, aber ich musste mich an euch wenden, da ich nicht mehr weiß was ich noch tun kann das ich meinen Mann endlich respektiere und ihn nicht immer nur dumm anrede. Habt ihr Anregungen, Ideen, Tipps, Ratschläge? Ich möchte mich ändern, aber ich weiß nicht wie...

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19. September 2011 um 15:01


Du bist kein schlechter Mensch!
Merkst du nicht das es an ihm liegt und nicht an dir??
JEDER würde rum meckern wenn man so einen Mann zu hause hat!
Er wirds nicht kapieren wenn du mit ihm redest, da bin ich mir fast sicher.
Andere Idee: Schreib ihm einen Brief was dich belastet und mach ihm konkrete Vorschläge mit Haushaltsplan etc.
Falls sich immernoch nichts ändert musst du dich trennen.

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19. September 2011 um 15:07

Ein schlechter Mensch bist du nicht
Du hast nur die Erziehung für deinen Mann übernommen und anstatt er sich mal reinhängt,stellt er sich auch noch doof.
Da gibt es tatsächlich nur eine Möglichkeit,mach es dir und deiner Tochter schön und für ihn machste nix.
Und mit nix meine ich nix,nichtmal mehr Kaffee kochen oder Essen oder den Tisch decken für ihn mit,einfach nix.
Und wenn er nach ein paar Tagen selbst nicht sieht das er was ändern muss,dann soltest du dir doch überlegen die Beziehung zu beenden.
So ein Klotz am Bein braucht kein Mensch.

lg

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19. September 2011 um 16:52

Eigene Aufgabenbereiche - das könnte funktionieren
Ist vielleicht sogar das wichtigste. Männer haben oft ein Problem damit, wenn Aufgaben gemeinsam erledigt werden sollen, meist sehen sie sich am Ende in der Position des Handlangers der Frau und haben dann bald gar keine Lust mehr.

Also, wie taittinger schon vorschlug: laß ihn Aufgaben alleine machen, z.b. könnte er Samstags einkaufen und am Wochenende das Kochen übernehmen. Ganz wichtig dabei: spare am Anfang mit Kritik, sonst wird er frustriert und er könnte seine Bemühungen weiter verringern. Ehrlich gemeintes Lob hingegen kann hilfreich sein.

Ich glaube nicht, daß Du ein schlechter Mensch bist: Du bist frustriert und er ist es wohl auch. Was Du aber dringend lassen solltest, ist, ihn vor anderen runterzumachen - das würde Dir andersrum auch kaum gefallen - und verstärkt nur seinen Rückzug.

Sprecht also darüber wie es Dir geht, aber auch, was ihn daran hindert, mehr Aufgaben zu übernehmen. Sprecht über Eure Vorstellungen von einem gelungenen Tagesablauf.

Es könnte auch hilfreich sein, wenn ihr Erwerbstätigkeit und Haushalt generell anteilsmäßig anders aufteilt: Vielleicht kannst Du wieder Teilzeit arbeiten gehen und er etwas reduzieren?

Und wenn das alles nicht funktioniert, kannst Du immer noch überlegen, ob Leben als alleinerziehende Mutter tatsächlich lustiger wäre (nach dem, was du schreibst, gehe ich stark davon aus, daß Du ihm nicht das Kind allein überlassen würdest).

Ich wünsche Dir viel Kraft und Erfolg!

LG, IAH


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19. September 2011 um 17:10

Also...
...wie du deinen Mann beschrieben hast musste ich echt lachen (dein Schreibstil ist wunderbar) es tut mir leid für dich/euch ist das sicher keine lustige Situation - spontan hatte ich das Bild das dein Mann ein resignierter, lustloser Mensch ist oder dieser geworden ist - es klingt evtl. hart aber weisst du wie er es sich sein/euer Leben vorgestellt hat - war es das wirklich was er wollte gemeinsame Wohnung - Heiraten - Kind? Es gibt sicher Menschen welche einfach von sich heraus lust-/motivationslos sind aber beachte auch die Möglichkeit das er nicht das Leben führt welches er sich irgend wann mal ausgemalt hatte...

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19. September 2011 um 20:34

Arbeit
Ja ich arbeite auf 400 Euro. 1-2 mal wöchentlich.Mehr kann ich noch nicht weil mein Kind erst 1,5 Jahre alt ist.

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19. September 2011 um 20:36

Hmmm
Das seh ich schon etwas anders, das mit dem Fernsehen. Er kann, wenn unser Kleiner schläft, gerne fernsehen. Das ist mittags zwei Stunden und abends ab 19 Uhr. Das muss doch genügen oder?! Wenn unser Kleinkind wach ist möchte ich nicht das der Fernseher läuft, denn dann würde unser Sohn nur noch davorstehen und dafür ist er, meiner Ansicht nach, viel zu klein.Ich möchte nicht das seine Fantasie verkommt.

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19. September 2011 um 20:39
In Antwort auf braden_11982253

Eigene Aufgabenbereiche - das könnte funktionieren
Ist vielleicht sogar das wichtigste. Männer haben oft ein Problem damit, wenn Aufgaben gemeinsam erledigt werden sollen, meist sehen sie sich am Ende in der Position des Handlangers der Frau und haben dann bald gar keine Lust mehr.

Also, wie taittinger schon vorschlug: laß ihn Aufgaben alleine machen, z.b. könnte er Samstags einkaufen und am Wochenende das Kochen übernehmen. Ganz wichtig dabei: spare am Anfang mit Kritik, sonst wird er frustriert und er könnte seine Bemühungen weiter verringern. Ehrlich gemeintes Lob hingegen kann hilfreich sein.

Ich glaube nicht, daß Du ein schlechter Mensch bist: Du bist frustriert und er ist es wohl auch. Was Du aber dringend lassen solltest, ist, ihn vor anderen runterzumachen - das würde Dir andersrum auch kaum gefallen - und verstärkt nur seinen Rückzug.

Sprecht also darüber wie es Dir geht, aber auch, was ihn daran hindert, mehr Aufgaben zu übernehmen. Sprecht über Eure Vorstellungen von einem gelungenen Tagesablauf.

Es könnte auch hilfreich sein, wenn ihr Erwerbstätigkeit und Haushalt generell anteilsmäßig anders aufteilt: Vielleicht kannst Du wieder Teilzeit arbeiten gehen und er etwas reduzieren?

Und wenn das alles nicht funktioniert, kannst Du immer noch überlegen, ob Leben als alleinerziehende Mutter tatsächlich lustiger wäre (nach dem, was du schreibst, gehe ich stark davon aus, daß Du ihm nicht das Kind allein überlassen würdest).

Ich wünsche Dir viel Kraft und Erfolg!

LG, IAH


Sehr hilfreich
Dein Beitrag ist echt toll geschrieben! Herzlichen Dank dafür. Und den Punkt "Tagesablauf besprechen" haben wir sofort umgesetzt und...es funktioniert super. Wir haben gesehen das wir total andere Vorstellungen hatten wie es jetzt weitergehen soll. Heute abend sind wir zusammen am Abendbrottisch gesessen und haben uns besprochen wies jetzt weitergeht und wer was macht. Das war klar und hat (zumindest fürs erste Mal) prima funktioniert. Ich hoffe das klappt weiterhin so toll.

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19. September 2011 um 22:08

Ich versteh
wie du meinst, aber ich denke man muss für die Familie auch Abstriche machen und kann eben nicht immer nur an sich denken. Mein Kleiner würde so gerne rausgehen oder mal in den Indoorspielplatz wenns regnet, keine Chance. Er hockt nur vor der doofen Glotze. Aber mein Mann wird genauso miteinbezogen und gefragt was er machen will und was nicht. Leider ist die Antwort immer die gleiche: "fernsehen". Und ich denke das ist keine altersgerechte Beschäftigung für ein Kleinkind. Und Zeit für die Familie ist das auch nicht. Also ich denke ich versau ihm sicher nicht die Freude an der Familie, sondern er sie sich selber in dem er der Familie erst gar keine Zeit einräumt. Und hier gehts nicht in erster Linie um meinen Willen sondern um die Bedürfnisse unseres Kindes. Als Vater kann man nicht immer nur danach "was ich will" sondern vielleicht auch mal "was würde meinem Kind jetzt gefallen".

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20. September 2011 um 8:22

LIEBE Luna25251!
Ich kann dich sehr gut verstehen und du bist KEIN SCHLECHTER MENSCH - in keinster Weise!!

Gerade, wenn man Hausfrau und Mutter in Vollzeit ist, hat man das Ziel nach Perfektion - jedoch hat das "Hausfrau-Sein" nichts damit zu tun, gleich einer Sklavin alles tolerieren zu müssen! Du bist diejenige, die den Haushalt intakt hält, das Essen kocht, wäscht usw. usf. Das Haus ist also DEIN Arbeitsplatz... Demzufolge stünde es dir auch zu, zu sagen, ich möchte nicht, dass der Fernseher schon in den frühen Morgenstunden läuft u du hast damit recht, dass ein kleines Kind dieses "Fernseh-Stimmengewirr und Werbungsgeplärre" mitbekommt und nervös macht... Erster Schritt wäre dazu: keine Privatsender (laufen bei mir seit JAHREN nicht mehr) und kein Fernseher vor 19 Uhr, außer das Kind liegt in seinem Bettchen und schläft und DICH persönlich stört es nicht.

Die Tatsache, dass er nicht mithilft - gut, wenn er den ganzen Tag unterwegs ist und arbeitet... Naja, primitiv gesagt, er bringt das Geld nach Hause, du kochst und putzt - fertig, ABER das ist noch kein Grund für den Mann, die Socken rumzuschmeißen und den Haushalt erneut zu vermüllen, das nennt man Respektlosigkeit...

Ich bin zwar berufstätig, mein Freund auch, aber er war von "Mutter" gewohnt von vorne bis hinten bedient zu werden. Da er auf meine Aufforderungen nicht reagierte, drehte ich den Spieß rum und übernahm von einem Hollywood-Film folgende Szene: Ich presste am Morgen frische Orangen aus, drehte mich, als er in die Küche kam um und fragte ihn ehrfurchtsvoll "Möchtest du lieber Spiegel- oder Rührei?" und fing damit an, ihn AUFFÄLLIGST nur noch zu bedienen. Beim Staubsaugen bat ich ihn nur, er möge doch bitte seine Füße hochnehmen, damit ich putzen könne, wischte exzessiv vor seinen Augen und fragte ihn, ob es ihm denn so "recht sei". Es hat 2 Wochen gedauert und plötzlich meinte er, wie viel Arbeit ich noch zusätzlich hätte und begann damit, selber mal einen Lappen in die Hand zu nehmen... Heute putzt er genauso (nicht so gründlich, aber zeigt einen guten Willen)...
Also ich würde an deiner Stelle gar nicht mehr schimpfen, sondern die Rolle der gutgelaunten Superhausfrau der 50er einnehmen und dabei immer freundlich lächeln...
Habe dies auch schon einer Freundin geraten und ihr Mann hatte das eher als mein Freund nach 5 Tagen kapiert... Probier es doch mal mit einem "Muster", mit welchem er gar nicht rechnet...

Viel Glück dabei und du bist definitv KEIN SCHLECHTER MENSCH

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20. September 2011 um 9:33

Ja
da hast du vollkommen recht, zur Zeit ist er eher ein Klotz am Bein und er macht mir nur das Leben schwer. Will heißen, wenn er nicht da ist hab ich weniger Arbeit und dazu noch einen geregelten Tagesablauf. Ich werd jetzt mal versuchen das mit Kommunikation zu ändern. Mit ihm immer absprechen was jetzt dann passiert und wer was übernimt. Denn wenn man ihm sagt was er machen soll ist er der Letzte der es dann nicht machen würde.
Und du liegst völlig richtig wenn du sagst es fehlt einfach das Vertrauen das er was richtig macht und Verantwortung übernehmen kann. Ich muss das erstmal wieder lernen ihm etwas zu übergeben und ihn auch mal einfach machen zu lassen. Learning by doing sozusagen.

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