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Ich arbeite an mir!Wird Sie mir verzeihen können?

31. Mai 2002 um 23:20

Hallo Ihr Lieben!

Ich würde mich freuen, wenn Ihr mir reichlich antwortet. Kann mit wirklich jeder Antwort umgehen, da mir Ehrlichkeit sehr wichtig ist!
Ich brauche Eure Ratschläge und Erfahrungen bezüglich meiner Sorgen und Probleme.

Meine Freundin hat sich nach einer einjährigen intensiven Beziehung von mir getrennt. Die Gründe hierfür waren der Alkohol, verbale Aggressionen und am Ende sogar ein Griff ins Gesicht.
Zunächst möchte ich zu meiner Situation sagen, daß ich ausschließlich in Gesellschaft meine Biere trinke und manchmal auch kein scnhelles Ende gefunden habe. Zweimal hat der Alkohol in unserer Beziehung sogar dahin geführt, daß ich Sie verbal beschimpft habe, was mir natürlich später wieder sehr,sehr leid getan hat.Die Probleme Alkohol und verbale Aggressionen habe ich schnell für mich erkannt und habe eine Beratungsstelle aufgesucht und bin nun seit gut 4 Monaten bei einem Psycholgen in Behandlung. Bedingt dadurch, daß der Vater meiner Freundin ein Alkoholiker war und Sie mehrere Jahre Ihrer Kindheit und Jugend unter Alkoholanfällen Ihres Vaters gelitten hat, war ihre Sorge natürlich nach meinen Beschimpfungen unter Alkohol sehr groß. Bei jeder Feier hatte Sie große Sorgen. Zwischenzeitlich haben wir 3 Feiern besucht oder sind ausgegangen und es ist alles gut gegangen. Ich hatte mich gut gefühlt und war davon überzeugt, daß ich die Sache in den Griff bekommen würde. Doch immer wieder hat mir meine Freudin durch Ihre Worte oder Gesten Ihre Sorgen deutlich gemacht, so daß ich kaum Zeit zum Luftholen hatte und mir das Thema Alkohol und Aggressionen immer wieder vorgehalten wurde. Dabei war ich so gestärkt durch meine Sitzungen beim Psycholgen. Letzte Woche geschah dann das Schlimmste ! Wir waren wieder auf einer Feier und wir hatten vereinbart, mal diese Sorgen nicht auszusprechen oder zu zeigen, da es das Letztemal so gut geklappt hat und ich Ihr keinen Kummer gemacht habe. Doch Sie konnte es nicht lassen und hat mich wieder auf unsere Abmachung hingewiesen, daß ich nicht soviel trinken soll! Für mich fiel in diesem Moment ein ganzes Haus zusammen, ich fühlte mich um meine ganze Arbeit betrogen! Ich arbeite an mir und Sie kann Ihre Sorge nicht mal innehalten! Es war so schrecklich und plötzlich habe ich Ihr ins Gesicht gegriffen....wie schrecklich! Wie konnte mir das nur passieren?
Sie fuhr mit zu Freunden und holte am nächsten Tag nur Ihre Sachen ab und verschwand. Seit diesem Tag haben wir nur einmal kurz gesprochen. Sie ist der Meinung, wir haben uns nichts mehr zu sagen ! Ich arbeite doch hart an mir, aber warum kann ich Ihr nicht die Sorgen nehmen? Ich fühle mich total zerbrochen, wie kann ich Sie nur davon überzeugen, daß ich Sie überalles liebe und ich den Weg weitergehe ! Wird Sie mir den Griff ins Gesicht verzeihen können und wird auch Sie vielleicht erkennen, daß Sie großen Druck ausgeübt hat, obwohl ich auf einem sehr guten Weg war ! Natürlich gehe ich den Weg weiter und ich habe auch schon wieder Termine bei meinem Psycholgen hinter mir. Wie kann ich die Situation noch retten ? Bitte schreibt mir Eure ehrliche Meinung! Wer hat ähnliche Erfahrungen gemacht?
DANKE !

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31. Mai 2002 um 23:42

...
Hallo,

gut von dir: DU hast deine KRANKHEIT eingesehen, mit Alkohol ist nämlich wirklich nicht zu spaßen.

schlecht: DU hast dich einfach noch nicht im Griff. Das hat deine Freundin dir immer vorgehalten. Sie hat wahrscheinlich die gegenwärtige Situation schon immer befürchtet!

Du weist doch, was sie schon alles mit ihrem Vater durchmachen musste. Warum hast du ihr das Leben denn so schwer gemacht. Sie wollte dir mit Sicherheit helfen, jedoch konnte sie mit dem Thema ALKOHOL nicht mehr konfrontiert werden. Sie hat bei ihrem eigenen Vater gesehen, was die Droge für Auswirkungen hat, jetzt musste sie die auch noch von dir spüren.

Du musst dir eingestehen, dass DU ein PROBLEM hast in der Sache Alkohol. Lass sie jetzt einfach mal in Ruhe. Führ deine Therapie weiter, frag deinen Psychater um Vorschläge! Schreib ihr einen Brief, indem dann steht, das du den Fehler nicht gut machen kannst. Du kannst hinsichtlich der Vergangenheit nichts mehr ändern, sonder die Fehler bereinigen oder behandeln.

Wenn ich an der Stelle von deiner Freundin wäre, hätt ich genauso gehandelt wie sie. Denn das ganze Leben zuzusehen, wie Alkohol Leben zerstört muss grausam sein. Auch Liebe ist da keine Medizin. Jetzt versuch erstmal das Problem mit deiner Sucht zu bewältigen, dann später kannst du immer noch nach vorne schauen, und das nächste Problem "Freundin" in Angriff nehmen.

Wünsche dir jedenfalls viel Erfolg, das du dein Leben in den Griff bekommst!

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31. Mai 2002 um 23:58

Hi Nick32,
was sagt denn dein Psychologe zu der ganzen Sache?
Würde mich interessieren. Sicher hast du doch mit ihm dieses Thema schon "bearbeitet"...?
Und was möchtest du dann hier noch hören?

Was mich irritiert ist deine "Verniedlichung", wenn du in deinem Beitrag dreimal von einem "Griff" ins Gesicht sprichst. Auf mich wirkt das etwas herunterspielend.
Ich kann dich (glaube ich) verstehen - auch hinsichtlich des Drucks, dem du dich ausgesetzt gefühlt hast. Habe aber das Gefühl, dass ihr beide - du und auch deine Freundin - einfach noch Zeit braucht. Verarbeitungszeit! Was denkst du?

Ich könnte mir vorstellen, dass es für euch beide besonders schwer ist durch die Vorgeschichte aus der Familie deiner Freundin?

Und den Weg deiner Therapie gehst du doch hoffentlich für DICH weiter und nicht nur für deine Freundin - quasi als Aushängeschild?
Ich denke, jetzt ist Behutsamkeit angesagt: jeder sollte behutsam mit sich selbst sein und mit dem Partner/der Partnerin. Vielleicht gibt es eine freundschaftliche Form, in der ihr euch ab und zu begegnen könnt, damit der Kontakt nicht total abreisst? Dann wäre aber auch absolute Ehrlichkeit und Verantwortung für das Handeln notwendig. Solange du Verniedlichung betreibst (mit dem "Griff" ins Gesicht) wirst du sie wohl nicht erreichen. Könnte mir vorstellen, dass es erst wieder eine Basis geben wird, wenn du uneingeschränkt dazu stehst, was du gemacht hast.

Dein Verhalten bewerten möchte ich damit nicht. Aber ich denke, es ist Zeit, dass du keine "Entschuldigungen" mehr suchst, sondern die volle Verantwortung für dein Verhalten übernimmst. Ich nehme an, dass deine Freundin (wenn sie merkt, dass es aufrichtig gemeint ist) dann verzeihen und Achtung haben kann - und wie´s dann weitergeht...wird sich zeigen

Ich wünsche dir von Herzen viel Glück und Mut auf deinem Weg!

Liebe Grüße, Gonagall

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1. Juni 2002 um 0:06
In Antwort auf Hexendani

...
Hallo,

gut von dir: DU hast deine KRANKHEIT eingesehen, mit Alkohol ist nämlich wirklich nicht zu spaßen.

schlecht: DU hast dich einfach noch nicht im Griff. Das hat deine Freundin dir immer vorgehalten. Sie hat wahrscheinlich die gegenwärtige Situation schon immer befürchtet!

Du weist doch, was sie schon alles mit ihrem Vater durchmachen musste. Warum hast du ihr das Leben denn so schwer gemacht. Sie wollte dir mit Sicherheit helfen, jedoch konnte sie mit dem Thema ALKOHOL nicht mehr konfrontiert werden. Sie hat bei ihrem eigenen Vater gesehen, was die Droge für Auswirkungen hat, jetzt musste sie die auch noch von dir spüren.

Du musst dir eingestehen, dass DU ein PROBLEM hast in der Sache Alkohol. Lass sie jetzt einfach mal in Ruhe. Führ deine Therapie weiter, frag deinen Psychater um Vorschläge! Schreib ihr einen Brief, indem dann steht, das du den Fehler nicht gut machen kannst. Du kannst hinsichtlich der Vergangenheit nichts mehr ändern, sonder die Fehler bereinigen oder behandeln.

Wenn ich an der Stelle von deiner Freundin wäre, hätt ich genauso gehandelt wie sie. Denn das ganze Leben zuzusehen, wie Alkohol Leben zerstört muss grausam sein. Auch Liebe ist da keine Medizin. Jetzt versuch erstmal das Problem mit deiner Sucht zu bewältigen, dann später kannst du immer noch nach vorne schauen, und das nächste Problem "Freundin" in Angriff nehmen.

Wünsche dir jedenfalls viel Erfolg, das du dein Leben in den Griff bekommst!

Stimmt schon, aber...
auch seine Freundin hat ein Problem!
Sie hat ihn ständig unter Druck gesetzt, obwohl er ihr keinen Grund mehr gegeben hatte (die letzten Male). Es war also völlig falsch von ihr, ihn ständig daran zu erinnern.

Auch sie sollte an sich arbeiten, denn mit Bevormundung, Angst vor Alkohol und den Erinnerungen an ihren Vater kann man auch nicht glücklich sein/werden.

Beim nächsten Mann würde ihr genau das gleiche wieder passieren: "trink nicht so viel". Welcher Mann würde sich das auf Dauer anhören, der wirklich hart an sich arbeitet? Ständig tiefer gezogen zu werden ist nicht aufbauend

Liebe Grüße

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1. Juni 2002 um 1:26

Hallo und ....
ich denke das wird schwer für dich...deine Freundin hat zu viele negative Erinnerungen die auch sie nicht einfach vergessen kann ( vermute ich mal ). Ich selber hatte auch ein paar "Paarprobleme" die Erinnerungen sind sehr stark, mein neuer Partner hat es nicht leicht...er muß das Erbe der alten Beziehung tragen. Ich habe zwar die Vorsicht wegen des Alkohols bei ihm abgelegt weil er nicht trinkt, aber die alten Standartsätze von meinem Ex gehen nicht aus meinem Kopf...ich hab ihn auch damals ständig ermahnt, z.B. laß das, du weißt doch...du wirst agressiv bei Weinbrand...hör doch auf!!! Ich hab mir höchstens eine eingefangen, mal wieder! Ich denke es wäre für dich vielleicht besser einen Neuanfang zu starten...ohne Vorurteil und mit gaaaanz viel Liebe, dann schaffst du das auch besser...das zieht nicht so runter!!! Was soll ich noch lange sabbeln...viel Glück und *immerdienaseindenwinddrück*

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1. Juni 2002 um 3:43

Al Anon
Lieber Nick,

was hälst du davon, wenn jeder erst einmal sein eigenes Ding bereinigt.

Al Anon ist eine Selbsthilfegruppe für Angehörige von Alkohilkern.

Komischerweise ist es so, daß man sich oft von Menschen/Situationen angezogen fühlt, die einem vertraut erscheinen. Ob gut oder schlecht, sei erst einmal dahin gestellt. Wenn jemand aus einer Alkoholiker-Familie kommt, fühlt derjenige oft sich zu Menschen hingezogen, die ein Alkoholproblem haben. Es fühlt sich so vertraut und sicher an. Man kennt es. Vielleicht geht es deiner Freundin ähnlich und sie weiß es garnicht.

Wenn du für dich erkannt hast, daß du da ein Problem hast, dann ist es gut, wenn du etwas dagegen unternimmst. Ob du sie jedoch dazu bringen kannst, ihr eigenes Problem zu erkennen, ist jedoch fraglich.

Warum hast du ihr ins Gesicht gegriffen, was immer das bedeuten mag?

Wenn du sagst, daß du es bedauerst, ist das der zweite vor dem ersten Schritt. Warum?

Es reicht nicht, wenn du etwas unternimmst, sie muß auch etwas tun. Dafür gibt es Al Anon in Essen. Ob du sie jedoch davon überzeugen kannst, weiß ich nicht. Will sie es überhaupt? Kann sie es überhaupt?

Es ist ein verzwickter Kreislauf. Ein Gefühl der Ohnmacht. Ich weiß nicht, wie weit sie für dich noch erreichbar ist, daß du mit ihr darüber sprechen kannst.

Aber wie dem auch sei, gehe deine Weg konsequent weiter.

Es ist passiert. Du kannst es nicht mehr ändern nur in Zukunft besser machen und sonst nichts.

Vielleicht kannst du deiner Freundin einen Brief schreiben, in dem du ihr erklärst und ihr den o.g. Vorschlag unterbreitest. Mehr fällt mir dazu nicht ein. Die Entscheidung muß sie selber treffen.

Dazu wünsche ich dir viel Glück und Stehvermögen.

LG - Lourdes





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1. Juni 2002 um 9:37

Zustimm
Hallo Nick!

Ich kann Imandra nur voll zustimmen, sie hat absolut recht. Wenn mich jemand schlagen würde, würde ich auch einfach gehen, ohne Diskussion ohne alles, einfach einen SChlussstrich ziehen.
Wen man einmal angefangen hat zu schlagen, dann ist die Hemmschwelle zu noch ganz anderen Dingen nicht weit. Ich will dir damit nicht unterstellen, daß du weiterhin gewalttätig wirst, aber man hört soviel von Männern, di ewenn sie getrunken haben ihre Familien schlagen, daß selbst ich, ohne die Erfahrung deiner Freundin in einem solchen Fall die Flucht ergreifen würde.

Zeugt eine Ohrfeige nicht auch von mangelndem Respekt? Auf jeden Fall ist es eine Sache die man nicht verharmlosen oder Schönreden sollte.
Einen anderen Menschen zu schlagen ist wirklich das letzte, noch dazu einen MEnschen den man liebt? Was dazu geführt hat, daß man schlägt spielt dabei eigentlich keine Rolle, denn man sollte sich selbst immer soweit unter Selbstkontrolle haben, daß so etwas nicht passiert.

Es ist gut, daß du in psychologischer BEhandlung bist und den ersten Schritt getan hast. Ich würde mit deinem Psychologen auch die Sache mit der Ohrfeige ansprechen, denn da stecken vielleicht noch mehr Probleme dahinter als nur der Alkohol?

Ich denke, wenn du die Behandlung hinter dir hast und wieder mt beiden BEinen auf der Erde stehst und dich unter Kontrolle hast, dann wage einen NEuanfang, ohne die belastende Vergangenheit, daß es aber mit deiner Freundin nochmal etwas werden könnte, gerade auch bei ihrer persönlichen Geschichte, glaube ich nicht.

Viel Glück
Lila

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1. Juni 2002 um 11:50

Liebe Imandra
ja, ich hab erlebt, wie sich ein Mensch verändert durch Alkohol. Mein Erzeuger war/ist Alkoholiker und einer von der brutalen "Sorte".

Dass ich selber keinen Alkohol trinke, ist wohl darauf zurückzuführen

Also ich wusste, was ich antworte und gerade deshalb hab ich gesagt, dass auch sie an sich arbeiten sollte (zwingen kann man ja niemanden), um dieses Misstrauen gegenüber allen, die Alkohol trinken, zu verlieren.

Natürlich muss auch er weiter an sich arbeiten. Am meisten aber für sich. Es ist sein Leben und seine Gesundheit.

Liebe Grüße und ein schönes Wochenende

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