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Horrorehe mit Traummann

14. April um 10:56 Letzte Antwort: 14. April um 14:36

Hallo, Ihr Lieben, 

ich habe vor 2,5 Jahren meinen Traummann kennengelernt und ein knappes Jahr später geheiratet. Wir waren zu jenem Zeitpunkt Mitte 30 (ich) bzw. Mitte 40 (er) und hatten jeweils eine überschaubare Anzahl von Kurzzeitbeziehungen hinter uns.

Er wusste sofort, dass ich die Richtige bin, ich war anfangs noch ein wenig distanziert, ließ mich aber gern erobern. Er sieht sehr gut aus, ist weltgewandt und sehr charismatisch. Während ich aus meiner Heimatstadt nie herausgekommen bin, hat er schon in den USA, Paris und London gelebt. Er ist ein ausgewiesener Experte in seinem Beruf, verdient sehr gut, kann kochen, Gitarre spielen, kleidet sich elegant (Maßanzugträger), ist Weinliebhaber, fährt Motorrad und hat eigentlich immer einen lustigen Spruch auf den Lippen. Aufgrund seiner natürlichen Eleganz und seines Charmes wird er oft für schwul gehalten, was ihn sehr amüsiert, weil er, wie er ausdrücklich erklärt, keinerlei Interesse an Männern hat. Ich hingegen bin optisch eher durchschnittlich (Jeans&Shirt), habe keine interessanten Hobbies, einen mikroskopisch kleinen Freundeskreis, kann nicht kochen, bin nicht sportlich, trinke und rauche nicht und habe nicht mal einen Führerschein. Trotzdem war unsere Beziehung sehr schnell sehr innig und vertrauensvoll und wir wollten beide unbedingt eine Familie gründen (was wir auch taten, unser Kind ist jetzt ein Jahr alt). Kurzum: Ich dachte, ich hätte in der Liebeslotterie nach vielen Nieten den ultimativen Jackpot geknackt, und freute mich auf das Leben an der Seite eines interessanten liebevollen Menschen.

Leider sieht die Realität ganz anders aus. Obwohl er beruflich sehr engagiert ist und mir auch oft interessante Episoden aus seinem früheren Leben erzählt (Reisen, Segeltörns, Jam-Sessions mit Musikerfreunden, One-night-Stands, legendäre Partys in seinem Loft in London etc.), bringt er sich überhaupt nicht in unser gemeinsames Leben ein. Egal ob Hochzeitsplanung, Geburtsvorbereitung, Altersvorsorge, Wohnungssuche, Wochenendreisen, Möbelkauf, Kita-Suche, Steuererklärung, Behördenkorrespondenz - alles bleibt an mir hängen. Er plant weder Geburtstage noch Reisen oder Ausflüge. Er besorgt nichts zum Valentinstag, zu unserem Hochzeitstag oder zu Ostern. Er spielt auch kaum noch Gitarre oder fährt Motorrad. Jeder Tag endet auf der Couch vor dem Fernseher, oder er sitzt am Computer und programmiert. 

Ich bin momentan in Elternzeit und habe viele lustige Ideen, die ich umsetze und für die ich ihn auch zu begeistern versuche. Zum Beispiel habe ich einen kleinen Online-Shop eröffnet und einen YouTube-Channel gestartet. Das findet er auch toll, möchte aber nicht mitmachen. Selbst als wir für zwei Monate parallel in Elternzeit waren, hatte er zu nichts Lust. Er ist dabei nicht schlecht gelaunt, sondern lässt die Tage einfach so ungenutzt dahinplätschern. Unsere Highlights sind Spaziergänge in der Nachbarschaft und Einkäufe beim Supermarkt um die Ecke. 

Sexualität findet bei uns ebenfalls schon seit Langem nicht mehr statt (zuletzt an Weihnachten und auch davor nur alle paar Monate mal), obwohl unser Kind in seinem eigenen Zimmer und beinahe durchschläft. 
Er macht einfach nie den Anfang, und wenn ich mit ihm kuschele, steht er irgendwann auf und geht ins Bett oder dreht sich auf die andere Seite. Und falls er doch mal von sich aus mit mir schäkert, zieht er das Ganze ins Alberne, indem er Grimassen schneidet oder mit einer lustigen Stimme spricht, so dass an Erotik nicht zu denken ist. 

Alle paar Wochen versuche ich, ihn darauf anzusprechen und ihm klarzumachen, dass mir ein gemeinsames Eheleben fehlt mit gemeinsamen Interessen, einem Liebesleben und echten Gesprächen, aber das endet fast immer in katastrophalen Auseinandersetzungen, in denen wir uns irgendwann nur noch mit Gehässigkeiten bombardieren.

Inzwischen sind wir an einem Punkt angekommen, an dem er sich von mir nicht mehr angezogen fühlt, weil ich ständig frustriert bin, und ich ständig frustriert bin, weil er sich von mir nicht mehr angezogen fühlt (Anm.: Erektionsprobleme hat er definitiv nicht, auch keine Geliebte, sondern schlichtweg kein Interesse). Er sagt zwar, dass er mich noch liebt, aber ich glaube ihm das kaum noch.

Als ich noch Single war, hatte ich wenigstens die Hoffnung, dass irgendwo eine wunderschöne Liebesbeziehung auf mich wartet. Jetzt fühle ich mich dieser Hoffnung beraubt. Wie soll das nur weitergehen? 



 

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Beste hilfreiche Antwort

14. April um 11:22

Du bist halt in die Torschlusspanikfalle geraten.

Hast jemanden kennengelernt, der im ersten Moment perfekt schien und statt die Beziehung zu festigen und zu schauen, ob das auf Dauer Bestand hat, habt ihr gleich Nägel mit Köpfen gemacht.

Jetzt stehst du leider vor dem Trümmerhaufen deines unüberlegten Handelns.

Langzeitpaaren, bei dem jahrelang alles super lief, würde ich immer raten an der Ehe zu arbeiten.

Aber bei euch ist alles noch so frisch und wenn es jetzt schon daneben ist, dann wird daran keine Paartherapie, kein Geheule und kein Gemecker dieser Welt etwas daran ändern.

Das was du jetzt siehst, ist das was du geheiratet hast. Am Anfang ist man noch vollgepumpt mit Hormonen und beide zeigen sich von ihrer besten Seite, die Zeit zählt aber nicht, wichtig ist das, was übrig bleibt, wenn die Verliebtheit vergeht und der Alltag einkehrt.

Ich glaube auch, dass dein "Traummann" auch wirklich nur ein Traummann ist und in der Realität diesem Titel definitiv nicht gerecht wird.

Dann hab ich lieber einen ungebildeten Mann, der Bier statt Wein trinkt aber sich liebevoll um alles kümmert und mich immer unterstützt, deine angegeben Eigenschaften machen keinen Mann zu einem guten Partner. Aber das hast du selber ja schon herausgefunden.

Wirklich raten kann ich dir nichts.
Ich persönlich würde bei so jemanden nicht bleiben wollen, dafür ist das Leben zu schön und zu kostbar um es mit einem auf dem Sofa liegenden Mann zu verbringen, der bei nichts mithilft und der mich nicht mal mehr begehrt.

Aber am Ende des Tages ist es dein Leben. Du musst entscheiden was du für dich willst und auch was für dein Kind das Beste ist.

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14. April um 11:22

Du bist halt in die Torschlusspanikfalle geraten.

Hast jemanden kennengelernt, der im ersten Moment perfekt schien und statt die Beziehung zu festigen und zu schauen, ob das auf Dauer Bestand hat, habt ihr gleich Nägel mit Köpfen gemacht.

Jetzt stehst du leider vor dem Trümmerhaufen deines unüberlegten Handelns.

Langzeitpaaren, bei dem jahrelang alles super lief, würde ich immer raten an der Ehe zu arbeiten.

Aber bei euch ist alles noch so frisch und wenn es jetzt schon daneben ist, dann wird daran keine Paartherapie, kein Geheule und kein Gemecker dieser Welt etwas daran ändern.

Das was du jetzt siehst, ist das was du geheiratet hast. Am Anfang ist man noch vollgepumpt mit Hormonen und beide zeigen sich von ihrer besten Seite, die Zeit zählt aber nicht, wichtig ist das, was übrig bleibt, wenn die Verliebtheit vergeht und der Alltag einkehrt.

Ich glaube auch, dass dein "Traummann" auch wirklich nur ein Traummann ist und in der Realität diesem Titel definitiv nicht gerecht wird.

Dann hab ich lieber einen ungebildeten Mann, der Bier statt Wein trinkt aber sich liebevoll um alles kümmert und mich immer unterstützt, deine angegeben Eigenschaften machen keinen Mann zu einem guten Partner. Aber das hast du selber ja schon herausgefunden.

Wirklich raten kann ich dir nichts.
Ich persönlich würde bei so jemanden nicht bleiben wollen, dafür ist das Leben zu schön und zu kostbar um es mit einem auf dem Sofa liegenden Mann zu verbringen, der bei nichts mithilft und der mich nicht mal mehr begehrt.

Aber am Ende des Tages ist es dein Leben. Du musst entscheiden was du für dich willst und auch was für dein Kind das Beste ist.

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14. April um 11:28

Redest du von meinem Ex? Der war haargenau so. Vordergründig ein "Traum"mann, aber hintenrum eigentlich nur an sich und der Arbeit interessiert. Ich war nicht mehr als ein Anhängsel. Eben nicht mehr als ein Traum, der mit der Realität nicht mithalten kann. Ich kann dir auch nur das raten, was meine Vorschreiberin schon schrieb.

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14. April um 11:29

Da ist aus dem Prinzen ein Frosch geworden.
Wieviel von seinem tollen Status und Leben hast Du denn wirklich erlebt und wieviel davon hat er Dir nur erzählt? Vielleicht ist bei vielem mehr Schein als Sein?
Gab es denn einen Knackpunkt, seitdem es sich drastisch verändert hat? Es klingt ein bisschen nach dem Muster bis ich die Frau sicher habe mache ich auf große Show und dann lasse ich mich hängen. Du bist im Gegensatz zu ihm authentisch, Du bist was Du darstellst und im Gegensatz zu ihm entwickelst Du Dich weiter.

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14. April um 12:03
In Antwort auf mayflower2020

Hallo, Ihr Lieben, 

ich habe vor 2,5 Jahren meinen Traummann kennengelernt und ein knappes Jahr später geheiratet. Wir waren zu jenem Zeitpunkt Mitte 30 (ich) bzw. Mitte 40 (er) und hatten jeweils eine überschaubare Anzahl von Kurzzeitbeziehungen hinter uns.

Er wusste sofort, dass ich die Richtige bin, ich war anfangs noch ein wenig distanziert, ließ mich aber gern erobern. Er sieht sehr gut aus, ist weltgewandt und sehr charismatisch. Während ich aus meiner Heimatstadt nie herausgekommen bin, hat er schon in den USA, Paris und London gelebt. Er ist ein ausgewiesener Experte in seinem Beruf, verdient sehr gut, kann kochen, Gitarre spielen, kleidet sich elegant (Maßanzugträger), ist Weinliebhaber, fährt Motorrad und hat eigentlich immer einen lustigen Spruch auf den Lippen. Aufgrund seiner natürlichen Eleganz und seines Charmes wird er oft für schwul gehalten, was ihn sehr amüsiert, weil er, wie er ausdrücklich erklärt, keinerlei Interesse an Männern hat. Ich hingegen bin optisch eher durchschnittlich (Jeans&Shirt), habe keine interessanten Hobbies, einen mikroskopisch kleinen Freundeskreis, kann nicht kochen, bin nicht sportlich, trinke und rauche nicht und habe nicht mal einen Führerschein. Trotzdem war unsere Beziehung sehr schnell sehr innig und vertrauensvoll und wir wollten beide unbedingt eine Familie gründen (was wir auch taten, unser Kind ist jetzt ein Jahr alt). Kurzum: Ich dachte, ich hätte in der Liebeslotterie nach vielen Nieten den ultimativen Jackpot geknackt, und freute mich auf das Leben an der Seite eines interessanten liebevollen Menschen.

Leider sieht die Realität ganz anders aus. Obwohl er beruflich sehr engagiert ist und mir auch oft interessante Episoden aus seinem früheren Leben erzählt (Reisen, Segeltörns, Jam-Sessions mit Musikerfreunden, One-night-Stands, legendäre Partys in seinem Loft in London etc.), bringt er sich überhaupt nicht in unser gemeinsames Leben ein. Egal ob Hochzeitsplanung, Geburtsvorbereitung, Altersvorsorge, Wohnungssuche, Wochenendreisen, Möbelkauf, Kita-Suche, Steuererklärung, Behördenkorrespondenz - alles bleibt an mir hängen. Er plant weder Geburtstage noch Reisen oder Ausflüge. Er besorgt nichts zum Valentinstag, zu unserem Hochzeitstag oder zu Ostern. Er spielt auch kaum noch Gitarre oder fährt Motorrad. Jeder Tag endet auf der Couch vor dem Fernseher, oder er sitzt am Computer und programmiert. 

Ich bin momentan in Elternzeit und habe viele lustige Ideen, die ich umsetze und für die ich ihn auch zu begeistern versuche. Zum Beispiel habe ich einen kleinen Online-Shop eröffnet und einen YouTube-Channel gestartet. Das findet er auch toll, möchte aber nicht mitmachen. Selbst als wir für zwei Monate parallel in Elternzeit waren, hatte er zu nichts Lust. Er ist dabei nicht schlecht gelaunt, sondern lässt die Tage einfach so ungenutzt dahinplätschern. Unsere Highlights sind Spaziergänge in der Nachbarschaft und Einkäufe beim Supermarkt um die Ecke. 

Sexualität findet bei uns ebenfalls schon seit Langem nicht mehr statt (zuletzt an Weihnachten und auch davor nur alle paar Monate mal), obwohl unser Kind in seinem eigenen Zimmer und beinahe durchschläft. 
Er macht einfach nie den Anfang, und wenn ich mit ihm kuschele, steht er irgendwann auf und geht ins Bett oder dreht sich auf die andere Seite. Und falls er doch mal von sich aus mit mir schäkert, zieht er das Ganze ins Alberne, indem er Grimassen schneidet oder mit einer lustigen Stimme spricht, so dass an Erotik nicht zu denken ist. 

Alle paar Wochen versuche ich, ihn darauf anzusprechen und ihm klarzumachen, dass mir ein gemeinsames Eheleben fehlt mit gemeinsamen Interessen, einem Liebesleben und echten Gesprächen, aber das endet fast immer in katastrophalen Auseinandersetzungen, in denen wir uns irgendwann nur noch mit Gehässigkeiten bombardieren.

Inzwischen sind wir an einem Punkt angekommen, an dem er sich von mir nicht mehr angezogen fühlt, weil ich ständig frustriert bin, und ich ständig frustriert bin, weil er sich von mir nicht mehr angezogen fühlt (Anm.: Erektionsprobleme hat er definitiv nicht, auch keine Geliebte, sondern schlichtweg kein Interesse). Er sagt zwar, dass er mich noch liebt, aber ich glaube ihm das kaum noch.

Als ich noch Single war, hatte ich wenigstens die Hoffnung, dass irgendwo eine wunderschöne Liebesbeziehung auf mich wartet. Jetzt fühle ich mich dieser Hoffnung beraubt. Wie soll das nur weitergehen? 



 

Du bist für ihn nicht die richtige und er nicht für ihn. Du hast ihn genommen weil du ihn überbewertet hast. Er hat kein Interesse an dir oder einem gemeinsamen Leben. Ist schade. Es ging zu schnell bei euch. Du hast einfach zugeschlagen, damit Du was hast. Ihr solltet reden wir die Zukunft aussehen soll. Ich sehe nämlich keine 

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14. April um 12:37

Menschen mit seinem früheren Lebensstil sind oft nicht willens sich zu binden, sind unstet und schnell unzufrieden und gelangweilt. Deshalb suchen sie das in der Weltgeschichte. Wer an allem möglichen interessiert ist findet oft nicht interessant genug um sich damit dauerhaft zu befassen. Sehr gutes Aussehen und Kleidung können Oberflächlichkeit bedeuten.
Ein echter Familienmensch scheint er nicht zu sein- lass ihn ziehen.

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14. April um 14:36
In Antwort auf mayflower2020

Hallo, Ihr Lieben, 

ich habe vor 2,5 Jahren meinen Traummann kennengelernt und ein knappes Jahr später geheiratet. Wir waren zu jenem Zeitpunkt Mitte 30 (ich) bzw. Mitte 40 (er) und hatten jeweils eine überschaubare Anzahl von Kurzzeitbeziehungen hinter uns.

Er wusste sofort, dass ich die Richtige bin, ich war anfangs noch ein wenig distanziert, ließ mich aber gern erobern. Er sieht sehr gut aus, ist weltgewandt und sehr charismatisch. Während ich aus meiner Heimatstadt nie herausgekommen bin, hat er schon in den USA, Paris und London gelebt. Er ist ein ausgewiesener Experte in seinem Beruf, verdient sehr gut, kann kochen, Gitarre spielen, kleidet sich elegant (Maßanzugträger), ist Weinliebhaber, fährt Motorrad und hat eigentlich immer einen lustigen Spruch auf den Lippen. Aufgrund seiner natürlichen Eleganz und seines Charmes wird er oft für schwul gehalten, was ihn sehr amüsiert, weil er, wie er ausdrücklich erklärt, keinerlei Interesse an Männern hat. Ich hingegen bin optisch eher durchschnittlich (Jeans&Shirt), habe keine interessanten Hobbies, einen mikroskopisch kleinen Freundeskreis, kann nicht kochen, bin nicht sportlich, trinke und rauche nicht und habe nicht mal einen Führerschein. Trotzdem war unsere Beziehung sehr schnell sehr innig und vertrauensvoll und wir wollten beide unbedingt eine Familie gründen (was wir auch taten, unser Kind ist jetzt ein Jahr alt). Kurzum: Ich dachte, ich hätte in der Liebeslotterie nach vielen Nieten den ultimativen Jackpot geknackt, und freute mich auf das Leben an der Seite eines interessanten liebevollen Menschen.

Leider sieht die Realität ganz anders aus. Obwohl er beruflich sehr engagiert ist und mir auch oft interessante Episoden aus seinem früheren Leben erzählt (Reisen, Segeltörns, Jam-Sessions mit Musikerfreunden, One-night-Stands, legendäre Partys in seinem Loft in London etc.), bringt er sich überhaupt nicht in unser gemeinsames Leben ein. Egal ob Hochzeitsplanung, Geburtsvorbereitung, Altersvorsorge, Wohnungssuche, Wochenendreisen, Möbelkauf, Kita-Suche, Steuererklärung, Behördenkorrespondenz - alles bleibt an mir hängen. Er plant weder Geburtstage noch Reisen oder Ausflüge. Er besorgt nichts zum Valentinstag, zu unserem Hochzeitstag oder zu Ostern. Er spielt auch kaum noch Gitarre oder fährt Motorrad. Jeder Tag endet auf der Couch vor dem Fernseher, oder er sitzt am Computer und programmiert. 

Ich bin momentan in Elternzeit und habe viele lustige Ideen, die ich umsetze und für die ich ihn auch zu begeistern versuche. Zum Beispiel habe ich einen kleinen Online-Shop eröffnet und einen YouTube-Channel gestartet. Das findet er auch toll, möchte aber nicht mitmachen. Selbst als wir für zwei Monate parallel in Elternzeit waren, hatte er zu nichts Lust. Er ist dabei nicht schlecht gelaunt, sondern lässt die Tage einfach so ungenutzt dahinplätschern. Unsere Highlights sind Spaziergänge in der Nachbarschaft und Einkäufe beim Supermarkt um die Ecke. 

Sexualität findet bei uns ebenfalls schon seit Langem nicht mehr statt (zuletzt an Weihnachten und auch davor nur alle paar Monate mal), obwohl unser Kind in seinem eigenen Zimmer und beinahe durchschläft. 
Er macht einfach nie den Anfang, und wenn ich mit ihm kuschele, steht er irgendwann auf und geht ins Bett oder dreht sich auf die andere Seite. Und falls er doch mal von sich aus mit mir schäkert, zieht er das Ganze ins Alberne, indem er Grimassen schneidet oder mit einer lustigen Stimme spricht, so dass an Erotik nicht zu denken ist. 

Alle paar Wochen versuche ich, ihn darauf anzusprechen und ihm klarzumachen, dass mir ein gemeinsames Eheleben fehlt mit gemeinsamen Interessen, einem Liebesleben und echten Gesprächen, aber das endet fast immer in katastrophalen Auseinandersetzungen, in denen wir uns irgendwann nur noch mit Gehässigkeiten bombardieren.

Inzwischen sind wir an einem Punkt angekommen, an dem er sich von mir nicht mehr angezogen fühlt, weil ich ständig frustriert bin, und ich ständig frustriert bin, weil er sich von mir nicht mehr angezogen fühlt (Anm.: Erektionsprobleme hat er definitiv nicht, auch keine Geliebte, sondern schlichtweg kein Interesse). Er sagt zwar, dass er mich noch liebt, aber ich glaube ihm das kaum noch.

Als ich noch Single war, hatte ich wenigstens die Hoffnung, dass irgendwo eine wunderschöne Liebesbeziehung auf mich wartet. Jetzt fühle ich mich dieser Hoffnung beraubt. Wie soll das nur weitergehen? 



 

So ist das Leben! Vielleicht hättet ihr mit dem Heiraten ein paar Jahre warten sollen. Man sollte wichtige Entscheidungen nunmal nicht übereilt treffen.

Aber der Trost: auch eine Ehe ist wieder auflösbar. 

Rede mit deinem Mann, versucht, Lösungen zu finden. Wenn ihr euch nicht einigen könnt, lasst euch eben wieder scheiden. 

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