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Hilfe zwiegespalten - mein Partner ist sehr wechselhaft

19. Januar 2015 um 5:45

Hallo Mädels,

ich bin mit 50+ eine reife, gestandene Frau und seit 18 Jahren mit einem Mann zusammen, den ich sehr liebe, der mich jedoch immer wieder zur Verzweiflung bringt und an mich selbst zweifeln läßt. Ich weiß nicht mehr weiter und brauche dringend einen Rat.

Mein Partner ist ein sehr sensibler, zärtlicher und einfühlsamer Mensch, auch in sexueller Hinsicht, verwöhnt mich mit Blumen, hilft im Haushalt und ist fleißig im Beruf. Kurzum, er ist alles das, was sich eine Frau von einem Mann wünscht. Er sagt mir seit 18 Jahren, wie sehr er mich liebt, daß ich seine große Liebe wäre und er nicht mehr ohne mich leben wolle. Doch schon zu Beginn unserer Beziehung vor 18 Jahren gestaltete sich unser Liebesleben sehr schwierig, was sich dann auch auf den Alltag auswirkte. Mein Partner war in Punkto Liebe und Gefühle schon immer sehr wechselhaft, eine Zeitlang himmelhoch jauchzend, dann von einem Tag auf den anderen das ganze Gegenteil. Er war oft tagelang so liebebedürftig, daß er die Hände nicht von mir lassen konnte, egal ob Tag oder Nacht. In dieser Zeit war unser Liebesleben einfach nur toll und der Alltag war harmonisch und zärtlich. Nach wenigen Wochen schlug jedoch ohne einen Grund alles ins Gegenteil um. Von einem Tag auf den anderen nahm er mich kaum noch wahr und zeigte auch kaum noch Gefühle, was mich sehr verunsicherte und zu Schlaflosigkeit führte. Es folgten unzählige Gespräche, in denen er oft weinte und immer wieder versicherte, wie leid ihm alles täte und daß er sich selbst nicht verstehen würde. Anderen Menschen gegenüber ist mein Partner sehr verschlossen und hat auch m. E. grundlos viele Hemmungen. Doch alle Gespräche führten über Jahre zu keiner dauerhaften Veränderung. Das hatte zur Folge, daß ich mich immer weiter verschloß, irgend wann keine Nähe mehr zuließ, um nicht ständig auf's Neue enttäuscht zu werden, und wir in den letzten 10 Jahren in getrennten Zimmern schliefen und keinerlei körperlicher Kontakt mehr stattfand. 10 Jahre lang bat ich ihn, auszuziehen, was er nicht tat, da er die Beziehung nicht aufgeben wollte. Im Sommer vergangenen Jahres bin ich dann ausgezogen, doch wir hatten noch ständig, fast täglich Kontakt, da er mir bei der Einrichtung meiner neuen Wohnung behilflich war. Ich muß zugeben, ich vermißte ihn sehr und merkte sehr bald, wie sehr ich diesen Mann immer noch liebte, obwohl ich mir in den letzten 10 Jahren das Gegenteil eingeredet hatte. Allerdings zeigte ich ihm meine Gefühle nicht. Ihm ging es jedoch offenbar ähnlich, doch er zeigte mir seine Gefühle ganz offen und hemmungslos, sagte mir, wie sehr er mich brauche und wie sehr er mich vermisse und daß er noch nie zuvor einen Menschen so sehr geliebt hätte, wie mich. Kurzum, wir fanden erneut zusammen und ich zog wieder zurück in mein altes Zuhause. Es folgten lange und viele Gespräche über Fehler, die wir gemacht hatten und die nun der Vergangenheit angehören sollten. Es waren wenige Wochen voller Glück, Liebe, Zärtlichkeit und hemmungslosen Sex. Dann ging alles von vorne los. Von einem Tag auf den anderen war mein Partner grundlos wie ausgewechselt, nahm mich kaum noch wahr, pflegte sich nicht mehr und war in jeglicher Hinsicht sehr zurückhaltend. Worte durch die Blume hörte er nicht oder verstand sie nicht und im Bett zog er den Fernseher vor. Es ging so weit, daß er mich nachts sexuell mit der Hand stimulierte und als sich der erste Höhepunkt bei mir einstellte, sagte er mir, daß ich nun mal schlafen sollte, denn es wäre ja schon sehr spät bzw. früh und drehte mir den Rücken zu. Was soll ich nur davon halten? Ich war und bin in einem absoluten Gefühlschaos. Er sieht meine Tränen und streichelt mir nur über's Haar, wie einem kleinen Kind, das man trösten muß. Wieder gibt es Gespräche, in denen er mir sagt, daß er sich nicht verstehe und daß er meine Nähe vermisse, dann gibt es für 2 Wochen wieder Harmonie und Vertrautheit und dann erneut das Gegenteil. Gerade haben wir das Gegenteil und ich eine schlaflose Nacht. Für mich ist der Zustand fast unerträglich. Ich kann mich doch nicht schon wieder trennen. Auch wenn wir uns jahrelang nicht nah waren, so gab es doch nie andere Partner in dieser Zeit für uns. Wir waren uns immer treu. Offenbar können wir nicht miteinander, aber auch nicht ohne einander.

Vielleicht hat ja jemand unter Euch einen Rat für mich. Das wäre super und ich sage jetzt schon mal danke.

Liebe Grüße

Darträuber

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19. Januar 2015 um 6:40

Vielleicht
wäre es eine möglichkeit, dass dein mann ein mal mit einem arzt über dieses problem spricht.
dafür muss er selbst es auch als problem erkennen.
ansonsten denke ich, leb damit oder lass es....

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19. Januar 2015 um 8:57

Hört sich...
... nach manisch-depressiv an. Oder Borderline. Vielleicht solltest Du Dich mal diesbezüglich kundig machen bzw. einfach mal gemeinsam mit Deinem Partner einen unverbindlichen Beratungstermin bei einem Therapeuten machen und die Symptome schildern.

Normal ist das Verhalten jedenfalls nicht - und es ist auch nicht normal, dass Du das zehn Jahre lang mitmachst!

Da keiner von euch beiden einen Schlussstrich ziehen will/ kann, ihr alleine aber mit eurer Situation nicht fertig werdet, bleibt als Möglichkeit nur die Beratung bei einem Dritten, um Überblick über euer Gefühlschaos zu bekommen und angemessen damit umgehen zu lernen.

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19. Januar 2015 um 23:27

Danke, Ihr Lieben ...
... für Eure Ratschläge. Habe schon an mir selbst gezweifelt.

@tyche26
an Borderline habe ich schon gedacht. Habe gestern, bevor ich ganz verzweifelt meinen Beitrag hier einstellte, mit obigem Titel gegoogelt und bin dabei auf Borderline gestoßen. Was ich dann darüber las, ließ mich erschrecken, denn es sind ganz eindeutige Parallelen zu erkennen. Auch was die Begleiterscheinungen in körperlicher Hinsicht angeht. Ich glaube, wir brauchen professionelle Hilfe.

@becky0106
und ja, er hat auch Potenzprobleme. Wir reden aber ganz offen über alle Probleme, auch was die sexuellen angeht und beschränken uns zur Zeit auf andere Techniken

@engelsflug
nachdem auch mein Mann Eure Beiträge gelesen hat, hat er sein Verhalten als Problem erkannt und will sich professionelle Hilfe holen.

Ihr habt mir allesamt sehr geholfen, danke.

Lg Monika (Darträuber)

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20. Januar 2015 um 12:00

Schau mal
, das hört sich doch eigentlich nach einer sehr schönen Beziehung an. Aber dass du das auf Dauer nicht mitmachen möchtest kann man gut verstehen.
Dein Partner verliert anscheinend die Lust, wenn sich die Gewohnheit einspielt.
Also entweder bist du ehrlich mit ihm, zeigst ihm deine Gefühle und sagst offen dass du andere Männer treffen wirst weil du dich einfach sexuell beim ihm nicht auf deine Kosten kommst. (Was nicht heisst, dass eure Beziehung dadurch zu ende sein muss)
Vielleicht hat er auch mehr Lust, wenn er weiss, dass es etwas sehr exklusives ist wenn er mit dir ins Bett gehen darf
oder
was schwer wird, du trittst ihm so oft in den Arsch bis er mit dir einen Kamasutra Kurs besucht, einen Salsa oder Tango Kurs macht oder sonst was Körperbetontes.
Aber ich glaube es lohnt sich für eure Beziehung zu kämpfen

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20. Januar 2015 um 12:41

Hallo ti3ini3pvri,
danke für Dein Feedback. Es geht gar nicht vorrangig um Sex, wenn gleich wir beide auch durch die lange Enthaltsamkeit meinen, nun einen großen Nachholebedarf zu haben. Mein Mann noch mehr als ich, was er auch offen zugibt. Um so unverständlicher ist mir sein Verhalten, was ja nicht erst jetzt aufgetreten ist, sondern schon seit 18 Jahren nach dem gleichen Schema unsere Beziehung belastet. Nur konnte ich früher nicht so offen mit ihm darüber reden wie heute und mich auch ansonsten niemandem anvertrauen. Früher hab ich das in mich hineingefressen und mich mehr und mehr zurückgezogen. Es geht vielmehr um das Miteinander im Alltag, um die Nähe, die er selbst ständig einfordert und die auch sehr schön ist, mich aber dann am nächsten Tag behandelt, als wäre ich gar nicht vorhanden. Er nimmt dann sogar sein Essen allein ein, obwohl wir uns beide im selben Raum befinden und was sonst nie der Fall ist. Und das ganze wortlos, ohne daß Streitigkeiten oder sonstiges Anlaß dafür waren. Ich vermisse dann diese Nähe unendlich und komme mir so ausgegrenzt vor.

Lg Monika

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