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Hilfe! möchte ein Kind... aber keine Frau!

19. September 2007 um 13:56

Bin 33 und habe einen großen Kinderwunsch, weil ich Kinder gern hab und diese Aufgabe dem Leben mehr Sinn und Freude verleiht ... das Problem ist, dass ich als alleinstehender Mann kaum eine Chance auf ein Adoptivkind habe - abgesehen davon möchte ich der Schöpfung nicht nur etwas von meiner Persönlichkeit weitergeben, sondern ich würde mich auch gerne biologisch verewigen, also ein leibliches Kind großziehen, denn es ist ein schönes Gefühl, in seinen Kindern weiterleben zu dürfen!


Bedauerlicherweise ist die Leihmutterschaft in Deutschland verboten (1 Abs. 1 EschG) und so müsste ich die Tragemutter auch teilweise als Sorgemutter akzeptieren. Ich würde ihr einen
regelmäßigen Umgang zugestehen und im Vorfeld eine faire Umgangsregelung aushandeln. Gerne stelle ich hierzu eine Wohnung zur Verfügung und komme selbstverständlich für die übrigen Lebensunterhaltungskosten der Sorgemuter auf (Voraussetzung: sie tritt das Sorgerecht uneingeschränkt an mich ab).

Kann mir jemand einen Tipp geben, wie und wo man eine solche Frau findet?? (sie sollte auch einen Kinderwunsch von Herzen haben und liebenswert mit Kindern umgehen können)

Danke für alle Tipps!

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19. September 2007 um 16:39

Puh... das ist ein Problem
Hi eisenstern,

zuallererst stellt sich mir bei deinem Posting die Frage: warum soll es keine Mama dazugeben?! Es ist ja schön, dass du gerne ein Kind hättest, und es stimmt, Frauen haben es, was das betrifft, viel leichter - sie nehmen sich einfach einen Erzeuger, schießen ihn dann ab, haben das Kind und Alimente.

Allerdings halte ich davon nicht viel - weder wenn es eine Frau macht, noch wenn ein Mann das tun würde. Zunächst mal sollte ein Kind idealerweise beide Eltern haben (deshalb halte ich auch nichts von dem ganzen Frauen-müssen-sich-um-die-Kinder-kümmern-Gerede - das müssen Männer auch, wenn sie richtige Väter sein wollen). Natürlich schaffen es viele auch (müssen es notgedrungen), ihr Kind gut alleine großzuziehen - nur würde ich diesen Zustand nicht ohne Not herbeiführen wollen.

Dann halte ich diese ganze Leihmutterschafts-Geschichte für moralisch und ethisch hochbedenklich. Ich finde es eigentlich richtig, dass es verboten ist. Es kommt immer wieder vor, dass Frauen, die sich aus welchen Gründen auch immer dafür bereiterklären (meistens sind es Geldprobleme), danach sehr leiden, wenn sie "IHR" Kind abgeben müssen. Und selbst wenn man sich gütlich einigt - auch diese Frau wird immer Teil deines Lebens sein. Wie soll das Kind damit umgehen, wenn es mal älter wird und begreifen lernt?

Adoption - klar, ist für Alleinstehende wohl kaum möglich (ist aber sicher nicht abhängig vom Geschlecht, denke ich). Diesbezüglich sind unsere Gesetze sehr streng, und es steht mir nicht zu, darüber zu urteilen, ob das gut oder übertrieben ist. Allerdings kenne ich mich da nicht aus - es lohnt sich vielleicht für dich, dich da nochmal genauer zu erkundigen. Wenn du gut situiert bist und in einem intakten sozialen Umfeld lebst, geht es vielleicht doch. Ich weiß nicht.

Also, meine Meinung zu deinem Fall - keine Beziehung, kein Kind. Sorry. Das ist dann einfach Schicksal - man kriegt eben nicht alles im Leben. Manch einer hätte gern welche und ist zeugungsunfähig, manche Frau kann keine Kinder bekommen, bei manchen Paaren "klappt" es einfach nicht, manche kriegen welche und wollen sie gar nicht - das kann sich kaum einer aussuchen. Ich will auch welche haben - ob es am Ende klappt, ist ne andere Frage.

Nochmal - ich finde es schön, dass es Männer wie dich gibt, die gerne Kinder hätten. Aber du kannst, wenn es eben biologisch nicht drin ist, dich beispielsweise sozial engagieren, eine Patenschaft übernehmen, dich um die Kinder von Freunden oder Geschwistern kümmern. Das ist natürlich nicht das Gleiche, aber ich sehe für dich eigentlich keine andere Möglichkeit, jedenfalls keine, dich ICH vertretbar fände. Weiß nicht, wie andere hier im Forum das sehen. Bin neugierig auf die anderen Antworten.

Alles Liebe dir
nexgo

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19. September 2007 um 18:28

Ich habe dir...
im Psycho-Forum schon geantwortet. Eine Frau, die sich auf so etwas einlässt, findest du sicherlich, aber juristisch hast du keine Chance.

Ich finde es auch schade, dass Adoption so schwierig ist und dadurch vielen Kindern die Möglichkeit auf liebevolle Adoptiveltern genommen wird. Allerdings bist du gerade ein gutes Beispiel viel diejenigen, die Adoptionen von Alleinerziehenden ablehnen.

Wenn du Frauen (die bedauerlicherweise die Hälfte der Gesellschaft ausmachen) grundsätzlich ablehnst und das vermutlich auch deinem Kind vermitteln würdest, dann hat das Kind wenig Chancen eine Persönlichkeit zu entwicklen, mit der es in der Gesellschaft zurecht kommt.

Es tut mir leid, dass du schlechte Erfahrungen gemacht hast, aber wer nicht in der Lage ist, solche Dinge auf einem erwachsenen Niveau zu verarbeiten (will heißen, nicht von 3 oder 10 Frauen auf das gesamte Geschlecht zu schließen), dem sollte man keine Tipps geben, ein Kind zu bekommen.

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19. September 2007 um 21:09
In Antwort auf jamile23

Ich habe dir...
im Psycho-Forum schon geantwortet. Eine Frau, die sich auf so etwas einlässt, findest du sicherlich, aber juristisch hast du keine Chance.

Ich finde es auch schade, dass Adoption so schwierig ist und dadurch vielen Kindern die Möglichkeit auf liebevolle Adoptiveltern genommen wird. Allerdings bist du gerade ein gutes Beispiel viel diejenigen, die Adoptionen von Alleinerziehenden ablehnen.

Wenn du Frauen (die bedauerlicherweise die Hälfte der Gesellschaft ausmachen) grundsätzlich ablehnst und das vermutlich auch deinem Kind vermitteln würdest, dann hat das Kind wenig Chancen eine Persönlichkeit zu entwicklen, mit der es in der Gesellschaft zurecht kommt.

Es tut mir leid, dass du schlechte Erfahrungen gemacht hast, aber wer nicht in der Lage ist, solche Dinge auf einem erwachsenen Niveau zu verarbeiten (will heißen, nicht von 3 oder 10 Frauen auf das gesamte Geschlecht zu schließen), dem sollte man keine Tipps geben, ein Kind zu bekommen.

Jamilie,
es gibt mehrere wege, als mann das ausschließliche sorgerecht für sein kind zu erlangen, auch wenn die mutter deutsche ist - aber sie müsste natürlich 'mitspielen'. das sorgerecht hätte ich natürlich gerne, weil ich dann immer sicher sein kann, dass für mein kind stets die richtigen entscheidungen getroffen werden, ohne eine unbedachte intervention seitens der kindesmutter befürchten zu müssen. diese verantwortung zu tragen wäre ich meinem kind schuldig.

frauen lehne ich nur auf der beziehungs- und sexuellen ebene ab, aber nicht auf der elternebene, d.h. frauen können durchaus gute mütter sein, das könnte ich meinem kind mit etws glück ja auch vermitteln. mein traum wäre es, eine kindesmutter zu finden, die ähnlich denkt wie ich und vorbildlich lebt, werte und ideale in sich trägt und diese weitergibt und selbstverständlich auch keine beziehung mehr führen möchte.

zum thema verarbeitung von schlechten erfahrungen:
habe meine konsequenz nicht nur aufgrund eigener erfahrungen gewonnen, sie stützt sich auch auf die gesellschaftliche beobachtung und die vom bekanntenktreis. das risiko, dass eine beziehung langfristig nicht funktioniert ist einfach zu hoch, leider... aber ausnahmen gibt es dennoch, diese paare sind zu beneiden und bewundernswert!

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19. September 2007 um 21:43
In Antwort auf nexgo

Puh... das ist ein Problem
Hi eisenstern,

zuallererst stellt sich mir bei deinem Posting die Frage: warum soll es keine Mama dazugeben?! Es ist ja schön, dass du gerne ein Kind hättest, und es stimmt, Frauen haben es, was das betrifft, viel leichter - sie nehmen sich einfach einen Erzeuger, schießen ihn dann ab, haben das Kind und Alimente.

Allerdings halte ich davon nicht viel - weder wenn es eine Frau macht, noch wenn ein Mann das tun würde. Zunächst mal sollte ein Kind idealerweise beide Eltern haben (deshalb halte ich auch nichts von dem ganzen Frauen-müssen-sich-um-die-Kinder-kümmern-Gerede - das müssen Männer auch, wenn sie richtige Väter sein wollen). Natürlich schaffen es viele auch (müssen es notgedrungen), ihr Kind gut alleine großzuziehen - nur würde ich diesen Zustand nicht ohne Not herbeiführen wollen.

Dann halte ich diese ganze Leihmutterschafts-Geschichte für moralisch und ethisch hochbedenklich. Ich finde es eigentlich richtig, dass es verboten ist. Es kommt immer wieder vor, dass Frauen, die sich aus welchen Gründen auch immer dafür bereiterklären (meistens sind es Geldprobleme), danach sehr leiden, wenn sie "IHR" Kind abgeben müssen. Und selbst wenn man sich gütlich einigt - auch diese Frau wird immer Teil deines Lebens sein. Wie soll das Kind damit umgehen, wenn es mal älter wird und begreifen lernt?

Adoption - klar, ist für Alleinstehende wohl kaum möglich (ist aber sicher nicht abhängig vom Geschlecht, denke ich). Diesbezüglich sind unsere Gesetze sehr streng, und es steht mir nicht zu, darüber zu urteilen, ob das gut oder übertrieben ist. Allerdings kenne ich mich da nicht aus - es lohnt sich vielleicht für dich, dich da nochmal genauer zu erkundigen. Wenn du gut situiert bist und in einem intakten sozialen Umfeld lebst, geht es vielleicht doch. Ich weiß nicht.

Also, meine Meinung zu deinem Fall - keine Beziehung, kein Kind. Sorry. Das ist dann einfach Schicksal - man kriegt eben nicht alles im Leben. Manch einer hätte gern welche und ist zeugungsunfähig, manche Frau kann keine Kinder bekommen, bei manchen Paaren "klappt" es einfach nicht, manche kriegen welche und wollen sie gar nicht - das kann sich kaum einer aussuchen. Ich will auch welche haben - ob es am Ende klappt, ist ne andere Frage.

Nochmal - ich finde es schön, dass es Männer wie dich gibt, die gerne Kinder hätten. Aber du kannst, wenn es eben biologisch nicht drin ist, dich beispielsweise sozial engagieren, eine Patenschaft übernehmen, dich um die Kinder von Freunden oder Geschwistern kümmern. Das ist natürlich nicht das Gleiche, aber ich sehe für dich eigentlich keine andere Möglichkeit, jedenfalls keine, dich ICH vertretbar fände. Weiß nicht, wie andere hier im Forum das sehen. Bin neugierig auf die anderen Antworten.

Alles Liebe dir
nexgo

Das problem ist eine gute mutter zu finden...
hi nexgo!

natürlich hätte ich gerne eine gute mama für mein kind, aber eben nur als mutter.
Der grund, dass ich mich auf nichts anderes mehr einlasse ist weisheit und selbstschutz.


bei deiner meinung zum thema leihmutterschaft stimme ich zu, ich müsste ständig mit dem schlechten gewissen leben, vielleicht etwas unrechtes getan zu haben und habe mir auch schon gedanken gemacht, was mich mein kind später alles fragen könnte und eine ehrliche antwort wäre ich ihm auch schuldig - niemals würde ich irgendwelche geschichten auftischen, nur die wahrheit zählt!
die adoption wäre eine absolute notlösung, ist auch unwahrscheinlich für einen alleinstehenden mann dies zu erreichen, obwohl ich gut situiert bin und in einem intakten sozialen Umfeld lebe.

Doch kein Kind? zitat: "Das ist dann einfach Schicksal - man kriegt eben nicht alles im Leben"
Nein, ich glaube an meine ziele und nur wer aufgehört hat zu glauben, enfernt sich schon einen schritt von seinem ziel. normalerweise erreiche ich auch, was ich will, denn ich gebe nicht so schnell auf. und der erfolg in meinem leben gibt mir recht.
nur bei partnerschaften mit frauen hatte ich bislang kein glück - aber es lag nicht an mir. für das gemeinsame glück gehören immer zwei und wenn der andere sein glück mit füssen tritt kann man sich noch so bemühen... letztendlich muss die beziehung zum scheitern führen.


zitat: "Aber du kannst, wenn es eben biologisch nicht drin ist, dich beispielsweise sozial engagieren, eine Patenschaft übernehmen, dich um die Kinder von Freunden oder Geschwistern kümmern."
Genau das habe ich ja auch schon getan und dabei gemerkt, dass mir kinder gutuen, ich kann sehr gut mit kindern umgehen, lebe dabei auf und es gibt mir lebensfreude, kraft, eine sinvolle aufgabe und diese kinder lieben mich auch! für mich der beweis, ein guter vater zu werden...

liebe grüße zurück,

stern

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19. September 2007 um 21:48
In Antwort auf eisenstern

Jamilie,
es gibt mehrere wege, als mann das ausschließliche sorgerecht für sein kind zu erlangen, auch wenn die mutter deutsche ist - aber sie müsste natürlich 'mitspielen'. das sorgerecht hätte ich natürlich gerne, weil ich dann immer sicher sein kann, dass für mein kind stets die richtigen entscheidungen getroffen werden, ohne eine unbedachte intervention seitens der kindesmutter befürchten zu müssen. diese verantwortung zu tragen wäre ich meinem kind schuldig.

frauen lehne ich nur auf der beziehungs- und sexuellen ebene ab, aber nicht auf der elternebene, d.h. frauen können durchaus gute mütter sein, das könnte ich meinem kind mit etws glück ja auch vermitteln. mein traum wäre es, eine kindesmutter zu finden, die ähnlich denkt wie ich und vorbildlich lebt, werte und ideale in sich trägt und diese weitergibt und selbstverständlich auch keine beziehung mehr führen möchte.

zum thema verarbeitung von schlechten erfahrungen:
habe meine konsequenz nicht nur aufgrund eigener erfahrungen gewonnen, sie stützt sich auch auf die gesellschaftliche beobachtung und die vom bekanntenktreis. das risiko, dass eine beziehung langfristig nicht funktioniert ist einfach zu hoch, leider... aber ausnahmen gibt es dennoch, diese paare sind zu beneiden und bewundernswert!

Logischer Knacks...
Eine Mutter, die "vorbildlich" lebt (whatever that means), kinderlieb ist und Werte und Ideale in sich trägt, würde doch nicht das Sorgerecht an einen Mann abgegeben, den sie kaum kennt und den sie nicht liebt.

Wie stellst du dir das vor? Eine Frau, die ein Kind 9 Monate lang in sich trägt, es gebärt und danach möglichweise noch stillt, würde schon aus Liebe und Mutterinstinkt ihr Kind nicht abgeben wollen. Wenn, dann nur aus Not oder Zwangslage heraus.

Die gefühlsmäßige Barriere weggedacht - also angenommen eine Frau, die so denkt wie du - sie würde das Kind doch dann allein großziehen und ohne "unbedachte Intervention" des Vaters.

Ich bezweifle nicht, dass du ein liebevoller Vater sein würdest, aber dein Bild von Elternschaft scheint mir doch etwas realitätsfremd. Niemand kann sich sicher sein, stets die richtigen Entscheidungen für sein Kind zu treffen. Eine Beziehung zu einem Kind ist letztlich ebenso wie die zu einem Erwachsenen größtenteils unberechenbar. Auch wenn die Erziehung ein Kind prägt, kann der Erziehende nur sehr begrenzt einschätzen, wie diese Erziehung angenommen wird. Dazu ist die menschliche Psyche zu komplex und die Einflüße sind zu vielschichtig. Wenn du also aufgrund der Angst vor weiteren Verletzungen und Schmerz keine Beziehungen mehr eingehen willst, wie willst du dann in der Lage sein, deinem Kind ein starkes Vorbild zu sein? Wie kommst du mit Rückschlägen klar und damit, dass dein Kind sich nicht so entwickelt, wie deine Ideale es vorsehen? Wie kommst du damit klar, wenn dein Kind seine Mutter vermisst und trotz all deiner Fürsorge lieber Zeit mit ihr verbringen möchte (was oft passiert, wenn ein Elternteil nur selten vorhanden ist)?

Ich finde deinen Plan nicht wirklich ausgereift und es hört sich sehr danach an, als wäre das Kind nur die Flucht aus der Einsamkeit. Mit Erwachsenen (in deinem Fall Frauen) hast du schlechte Erfahrungen gemacht. Daher möchtest du deine Liebe an ein Kind weitergeben, weil ein Kind dankbarer mit deiner Liebe umgehen würde, weil ein Kind abhängig von dir wäre, weil ein Kind nicht in der Lage wäre, dich so zu enttäuschen, wie es Erwachsene tun. Das ist aber keine gute, stabile Grundlage für eine Eltern-Kind-Beziehung.

Naja, und zum Rechtlichen: Klar, wenn die Mutter mitwirkt, kann es klappen, aber sobald sie es sich anders überlegt, hast du schlechte Karten. Dann müssten schon gewichtige Gründe dafür sprechen, dir das alleinige Sorgerecht zuzusprechen - mehr als nur deine Behauptung, dass du auf jeden Fall verantwortlicher handelst als sie.

Zu Beziehungen: Das Beziehungen langfristig nicht funktionieren, ist nicht nur ein Risiko, sondern hängt vor allem von den Beteiligten ab. Und das eine Beziehung scheitert, macht die Beziehung als Ganze noch nicht zu einer schlechten Erfahrung. Auch wenn wenige Menschen, dass Glück haben eine Liebe zu finden, die Jahrzehnte überdauert, würde ich deshalb nicht die Liebe gänzlich ablehnen.

Wie gesagt, es tut mir leid, dass du zu einer solchen Einstellung gekommen bist. Wenn du keine Beziehungen mehr führen willst, ist das natürlich ein möglicher Weg. Allerdings gruselt mich die Vorstellung, dass du deinen Kinderplan realisierst.

(Und ja, ich weiß, dass es Frauen mit einer ähnlichen Einstellung gegenüber Männern gibt, die Kinder großziehen. Aber das macht es nicht besser.)

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19. September 2007 um 22:51
In Antwort auf jamile23

Logischer Knacks...
Eine Mutter, die "vorbildlich" lebt (whatever that means), kinderlieb ist und Werte und Ideale in sich trägt, würde doch nicht das Sorgerecht an einen Mann abgegeben, den sie kaum kennt und den sie nicht liebt.

Wie stellst du dir das vor? Eine Frau, die ein Kind 9 Monate lang in sich trägt, es gebärt und danach möglichweise noch stillt, würde schon aus Liebe und Mutterinstinkt ihr Kind nicht abgeben wollen. Wenn, dann nur aus Not oder Zwangslage heraus.

Die gefühlsmäßige Barriere weggedacht - also angenommen eine Frau, die so denkt wie du - sie würde das Kind doch dann allein großziehen und ohne "unbedachte Intervention" des Vaters.

Ich bezweifle nicht, dass du ein liebevoller Vater sein würdest, aber dein Bild von Elternschaft scheint mir doch etwas realitätsfremd. Niemand kann sich sicher sein, stets die richtigen Entscheidungen für sein Kind zu treffen. Eine Beziehung zu einem Kind ist letztlich ebenso wie die zu einem Erwachsenen größtenteils unberechenbar. Auch wenn die Erziehung ein Kind prägt, kann der Erziehende nur sehr begrenzt einschätzen, wie diese Erziehung angenommen wird. Dazu ist die menschliche Psyche zu komplex und die Einflüße sind zu vielschichtig. Wenn du also aufgrund der Angst vor weiteren Verletzungen und Schmerz keine Beziehungen mehr eingehen willst, wie willst du dann in der Lage sein, deinem Kind ein starkes Vorbild zu sein? Wie kommst du mit Rückschlägen klar und damit, dass dein Kind sich nicht so entwickelt, wie deine Ideale es vorsehen? Wie kommst du damit klar, wenn dein Kind seine Mutter vermisst und trotz all deiner Fürsorge lieber Zeit mit ihr verbringen möchte (was oft passiert, wenn ein Elternteil nur selten vorhanden ist)?

Ich finde deinen Plan nicht wirklich ausgereift und es hört sich sehr danach an, als wäre das Kind nur die Flucht aus der Einsamkeit. Mit Erwachsenen (in deinem Fall Frauen) hast du schlechte Erfahrungen gemacht. Daher möchtest du deine Liebe an ein Kind weitergeben, weil ein Kind dankbarer mit deiner Liebe umgehen würde, weil ein Kind abhängig von dir wäre, weil ein Kind nicht in der Lage wäre, dich so zu enttäuschen, wie es Erwachsene tun. Das ist aber keine gute, stabile Grundlage für eine Eltern-Kind-Beziehung.

Naja, und zum Rechtlichen: Klar, wenn die Mutter mitwirkt, kann es klappen, aber sobald sie es sich anders überlegt, hast du schlechte Karten. Dann müssten schon gewichtige Gründe dafür sprechen, dir das alleinige Sorgerecht zuzusprechen - mehr als nur deine Behauptung, dass du auf jeden Fall verantwortlicher handelst als sie.

Zu Beziehungen: Das Beziehungen langfristig nicht funktionieren, ist nicht nur ein Risiko, sondern hängt vor allem von den Beteiligten ab. Und das eine Beziehung scheitert, macht die Beziehung als Ganze noch nicht zu einer schlechten Erfahrung. Auch wenn wenige Menschen, dass Glück haben eine Liebe zu finden, die Jahrzehnte überdauert, würde ich deshalb nicht die Liebe gänzlich ablehnen.

Wie gesagt, es tut mir leid, dass du zu einer solchen Einstellung gekommen bist. Wenn du keine Beziehungen mehr führen willst, ist das natürlich ein möglicher Weg. Allerdings gruselt mich die Vorstellung, dass du deinen Kinderplan realisierst.

(Und ja, ich weiß, dass es Frauen mit einer ähnlichen Einstellung gegenüber Männern gibt, die Kinder großziehen. Aber das macht es nicht besser.)

Ja, vielleicht denke ich zu logisch...
mag zwar paradox klingen, was ich von der kindesmutter erwarte: sie soll das sorgerecht abgeben und gleichzeitig persönlichkeit besitzen und einen guten charakter haben... warum nicht? wenn sie nur egoistisch denkt, würde sie sich vielleicht nicht darauf einlassen, aber sie hätte viele vorteile: wichtige entscheidungen würden ihr abgenommen - ohne streit, ohne diskussionen. in meinem beruf muss ich täglich verantwortungsvolle entscheidungen treffen, auch für andere, und ich lassse mich auch gerne dabei beraten, aber die erfahrung zeigt: es ist besser, wenn letztlich nur eine person die entscheidungsgewalt innehat, dann gibt es kein zeitraubendes hin und her.

natürlich würde ich mir die kindesmutter vorher genau anschauen und sie kennenlernen wollen, sie müsste viele gute eigenschaften besitzen, das stimmt, aber warum sollte sie mich lieben müssen? ich will sie schließlich auch nicht lieben müssen, auch nicht körperlich, und für die fortpflanzung gibts zum glück die 'becher-und-spritze-methode'. Voraussetzung für den elternschafts-deal ist natürlich, dass ich die frau auch hinsichtlich meiner qualitäten überzeugen kann, aber darin sehe ich keine bedenken.

"Naja, und zum Rechtlichen: Klar, wenn die Mutter mitwirkt, kann es klappen, aber sobald sie es sich anders überlegt, hast du schlechte Karten" Da kennst du dich aber nicht gut genug aus, in der rechtssprechung. Die richter haben vorwiegend zugunsten des kindeswohls zu entscheiden. D.h. wenn ein kind schon langfristig an eine bezugsperson (in meinem fall: vater) gebunden war und die mutter beispielsweise berufstätg war und weniger umgangszeiten hatte, so hat sie es nicht mehr so leicht. Wenn sie vorher schon ihr sorgerecht abgetreten hatte, wird es noch schwerer für sie. Und wenn noch ein zweites kind im spiel ist (z.b. von einer anderen mutter) und dieses mit meinem ersten kind zusammen aufwächst, wird sie überhaupt keine chance mehr haben, wegen der geschwisterbindung.


"Zu Beziehungen: Das Beziehungen langfristig nicht funktionieren, ist nicht nur ein Risiko, sondern hängt vor allem von den Beteiligten ab."
Eben das ist der Punkt. Ich möchte das risiko minimieren, und natürlich bin ich mir völlig bewusst, dass das leben kein wunschkonzert ist und es auch in der vater-kind beziehung probleme geben könnte...
Es ist eine einfache Rechnung: eine familie besteht doch aus der Elternbeziehung (partnerschaft) und der Eltern-kind beziehung. Wenn eine ebene wegfällt, verringert sich das risiko, dass das system nicht funktioniert, um 50%.
Daher möchte ich schon im vorfeld nur an einer elternebene arbeiten, die später möglichst vollkommen sein sollte - denn was sollte die elternebene stören können, wenn man fast nichts miteinander zu tun hat und sich an ausgehandelte regeln hält?
Meine Idee: 'Eltern werden ohne Beziehung' mag zwar für viele befremdlich klingen - aber warum sollte sie unausgereift sein? Wenn zwei Menschen das gleiche wollen?
Es ist eben eine Innovation!



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19. September 2007 um 23:33
In Antwort auf eisenstern

Ja, vielleicht denke ich zu logisch...
mag zwar paradox klingen, was ich von der kindesmutter erwarte: sie soll das sorgerecht abgeben und gleichzeitig persönlichkeit besitzen und einen guten charakter haben... warum nicht? wenn sie nur egoistisch denkt, würde sie sich vielleicht nicht darauf einlassen, aber sie hätte viele vorteile: wichtige entscheidungen würden ihr abgenommen - ohne streit, ohne diskussionen. in meinem beruf muss ich täglich verantwortungsvolle entscheidungen treffen, auch für andere, und ich lassse mich auch gerne dabei beraten, aber die erfahrung zeigt: es ist besser, wenn letztlich nur eine person die entscheidungsgewalt innehat, dann gibt es kein zeitraubendes hin und her.

natürlich würde ich mir die kindesmutter vorher genau anschauen und sie kennenlernen wollen, sie müsste viele gute eigenschaften besitzen, das stimmt, aber warum sollte sie mich lieben müssen? ich will sie schließlich auch nicht lieben müssen, auch nicht körperlich, und für die fortpflanzung gibts zum glück die 'becher-und-spritze-methode'. Voraussetzung für den elternschafts-deal ist natürlich, dass ich die frau auch hinsichtlich meiner qualitäten überzeugen kann, aber darin sehe ich keine bedenken.

"Naja, und zum Rechtlichen: Klar, wenn die Mutter mitwirkt, kann es klappen, aber sobald sie es sich anders überlegt, hast du schlechte Karten" Da kennst du dich aber nicht gut genug aus, in der rechtssprechung. Die richter haben vorwiegend zugunsten des kindeswohls zu entscheiden. D.h. wenn ein kind schon langfristig an eine bezugsperson (in meinem fall: vater) gebunden war und die mutter beispielsweise berufstätg war und weniger umgangszeiten hatte, so hat sie es nicht mehr so leicht. Wenn sie vorher schon ihr sorgerecht abgetreten hatte, wird es noch schwerer für sie. Und wenn noch ein zweites kind im spiel ist (z.b. von einer anderen mutter) und dieses mit meinem ersten kind zusammen aufwächst, wird sie überhaupt keine chance mehr haben, wegen der geschwisterbindung.


"Zu Beziehungen: Das Beziehungen langfristig nicht funktionieren, ist nicht nur ein Risiko, sondern hängt vor allem von den Beteiligten ab."
Eben das ist der Punkt. Ich möchte das risiko minimieren, und natürlich bin ich mir völlig bewusst, dass das leben kein wunschkonzert ist und es auch in der vater-kind beziehung probleme geben könnte...
Es ist eine einfache Rechnung: eine familie besteht doch aus der Elternbeziehung (partnerschaft) und der Eltern-kind beziehung. Wenn eine ebene wegfällt, verringert sich das risiko, dass das system nicht funktioniert, um 50%.
Daher möchte ich schon im vorfeld nur an einer elternebene arbeiten, die später möglichst vollkommen sein sollte - denn was sollte die elternebene stören können, wenn man fast nichts miteinander zu tun hat und sich an ausgehandelte regeln hält?
Meine Idee: 'Eltern werden ohne Beziehung' mag zwar für viele befremdlich klingen - aber warum sollte sie unausgereift sein? Wenn zwei Menschen das gleiche wollen?
Es ist eben eine Innovation!



Naja...
... für dich mag es logisch sein, für mich nicht.

Die Rechnung, dass das Risiko auf ein gestörtes Familienleben sich um die Hälfte verringert, wenn zwischen den Eltern schon gar keine Beziehung besteht, geht völlig an der Natur von solchen Beziehungen vorbei. Die Tatsache, dass das Kind in einer solch konstruierten Entfernung von der Mutter lebt, würde das Vater-Kind-Verhältnis belasten. Und man kann Vieles schlichtweg nicht vorweg planen.

In dem Teil mit der Mutterliebe hast du mich nicht wirklich verstanden. Eine liebende Mutter würde ihr Kind nur in Ausnahmesituationen abgeben, z.B. dann, wenn sie selbst dafür nicht sorgen kann. Wenn sie nur an das Kindeswohl denkt, ohne jede Emotion, würde sie vermutlich eine liebende Familie für ihr Kind auswählen oder einem Menschen, den sie liebt und dem sie vertraut. Nicht aber einen Mann, der sie nur als Gebärmaschine möchte (So hart muss man es wohl formulieren.).

Ich kenne mich ganz gut mit dem Familienrecht aus und natürlich ist das Kindeswohl entscheidend. Gerade deshalb hast du meiner Meinung nach schlechte Karten, weil es dir vor allem um deine persönliche Lebensplanung geht, nicht um das Kindeswohl und weil die Resprechung das Kindeswohl doch immer noch mit einer Beziehung des Kindes zur Mutter verknüpft. Natürlich gibt es da auch Fälle, wo aus guten Gründen zugunsten des Vaters entschieden wurde, aber das muss man im Einzelfall sehen. Planen kannst du es sicher nicht. (Im Übrigen gruselt mich das Kalkül mit dem du dir überlegst deine "Familie" rechtssicher aufzubauen.)

Wie gesagt, ich denke nicht, dass du ein schlechter Vater wärest, aber zum Wohl des Kindes gehört eben noch einiges mehr. Eine Mutter dauerhaft zu ersetzen, ist sehr schwierig. Dazu müsste sich das Kind in seinem schulischen Umfeld damit auseinandersetzen, absoluter Aussenseiter zu sein. Dieses Argument wird häufig noch gegen Adoption durch homosexuelle Paare angeführt und würde bei deiner Idee wohl umso mehr greifen.
Eine Innovation? Vielleicht. Ich denke, es ist eher ein Experiment. Ein Experiment auf Risiko der gesunden psychischen Entwicklung eines Kindes.

Ich weiß, dass sich meine Argumentation insofern auf dünnem Eis bewegt, als dass eine alleinstehende Frau eine solche Entscheidung allein treffen könnte. Aber es geht, wie du selbst sagst, um das Kindeswohl. Und das ist meines Erachtens immer noch am ehesten gewährleistet, wenn das Kind eine gute Beziehung zu beiden Eltern hat (egal ob zusammen oder getrennt), eine enge Beziehung zur Mutter (insbesondere in den ersten Jahren), im familären Umfeld gute Beispiele für liebevolle zwischenmenschliche Beziehungen hat und in einer von der Gesellschaft anerkannten elterlichen Konstruktion lebt. Selten stimmen alle Dinge, aber bei deinem Wunsch würde kaum etwas davon vorhanden sein. Und das wirst du mit aller Liebe nicht kompensieren können.

Ich kann dir nicht sagen, wo du eine solche Mutter findest - anständig, mit Idealen, liebevoll, aber ohne mütterlichen Instinkt. Vielleicht gibt es sie. Aber die Suche nach einer solchen perfekten Mutter ist vermutlich genauso schwierig wie die nach der perfekten Partnerin.

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20. September 2007 um 0:41

Ich sagte
erst vor ein paar tagen zu einer freundin "ein kind würde mich nicht stören, der mann dazu ginge mir auf die nerven!" und so gesehen verstehe ich dich sehr gut , ABER ich bezweifle, dass eine "normale" mutter in unserer gesellschaft ihr kind (9 monate schwangerschaft, die geburt und der hormoncocktail "mama" sorgen für eine sehr starke mutter-kind-bindung seitens der mutter!) ihr kind hergibt.

andere frage: warum ist eine "normale" beziehung mit einer frau inkl. "normaler" zukunftsplanung für dich keine alternative?

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24. September 2007 um 13:33

...
es wird juristisch wirklich nicht einfach für dich... denn klar, wenn das kind erstmal mit alleinigem sorgerecht längerfristig bei dir gelebt hat, spricht das kindeswohl sicherlich dafür, das so beizubehalten. aber du kannst eben nix machen, wenn die Kindesmutter dir das Sorgerecht dann doch nicht einräumt. Dieses Risiko müsste immer mitlaufen... und es wäre keiner Frau zu verübeln, wenn sie während neun monatenschwangerschaft feststellt, dass sie es nicht fertig bringt, das baby einfach an dich weiterzureichen...

im übrigen ist es alleinstehenden frauen die vernünftig handeln auch nicht einfacher gemacht, schwanger zu werden... da gibts schließlich ein gesundheitsrisiko, das bedacht werden mus... und nicht zuletzt auch die sinnige erwägung, dass man als mutter seinem kind später nicht sagen will

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