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Hilfe, meine Freundin trinkt heimlich !!!!!

14. Februar 2011 um 13:47

Hallo zusammen,
Also, kurz zu meinem Problem. Ich (45 Jahre) lebe mit meiner Partnerin (47 Jahre) nunmehr seit fast 20 Jahren zusammen. Wir sind nicht verheiratet und haben keine Kinder, aber alle Annehmlichkeiten des Lebens können wir uns leisten. Daran sieht man mal wieder, dass Geld allein nicht glücklich macht. Wir haben in diesen 20 Jahren viele Höhen und Tiefen durchlebt und viele viele schöne Momente genossen. Wir haben uns auch nur auf uns selber konzentrieren können. Mir fiel in letzter Zeit auf, dass meine Lebensgefährtin immer unzufriedener wirkte. Um es auf den Punkt zu bringen: Meine Partnerin trinkt heimlich. Es ist mir in den letzten Jahren schon häufiger aufgefallen, dass sie etwas benommen wirkte. Habe sie dann auch drauf angesprochen entweder der Alkohol oder ich. Dann ging es ne zeitlang gut und dann wieder der Absturz. Dann wieder ein Gespräch, dann die üblichen Zusagen von ihr. Nun ist das letzte Wochenende eines der schlimmsten der letzten 20 Jahre für mich gewesen. Das ist letztendlich auch der Grund, warum ich hier poste. Sie lag in Dauerkoma und meinte, sie wäre erkältet. Und ich kann mich nicht mal bei irgendeinem Kumpel ausheulen, weil unser kompletter Freundeskreis denkt, wir wären das ideale Paar. Nun habe ich Angst, dass meine geliebte Partnerin sich kaputttrinkt. Und außerdem geht unsere Partnerschaft und unsere Liebe den Bach runter. Ich will ihr ja helfen, habe ihr schon diverse Male den Ball zugespielt, so nach dem Motto. Gibt es irgendeinen Grund für Dich so traurig zu sein?? Hast Du irgendwas auf dem Herzen?? Hey, wir sind nun schon so ewig lange zusammen, können über alles reden (dachte ich jedenfalls). Ich bekam aber keine ehrliche Antwort, nein alles wäre gut! Sie entgleitet mir und ich kann nichts dagegen tun, dieses Gefühl ist unfassbar schlimm.
Hat jemand eine Idee? Ich trauere einem Leben hinterher, das ich mal hatte, aber wohl nicht wiederbekommen kann. Ich hoffe, ich komm hier nicht als Weichei rüber weil ich als Mann meine Probleme nicht in den Griff kriege, aber ich weiß echt nicht weiter...... Gruß Speedy
Nicht wundern, habe diese Diskussion auch unter "Gesundheit" gepostet, weil ich wirklich Antworten brauche.

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14. Februar 2011 um 14:42

Mal vorweg,
du bist kein Weichei. Du bist hilflos gegenüber dieser Krankheit Alkoholsucht. Zunächst würde ich dir dringend empfehlen dich zu informieren, Es gibt super gute Bücher und ich werde dir nun einige nennen.
1.Familienkrankheit Alkoholismus
2. Sucht sucht Sehnsucht
3. Trocken wie die Sahara
4. Co-Abhängigkeit, was Sucht für die Familien bedeutet
5. Sucht in der Familie
Es gibt einen Abhängigen, das ist deine Freundin und es gibt einen Co-Abhängigen. Ich war genau in deiner Lage und war stinksauer, als man mir sagte, dass es in so einer Beziehung immer zwei Kranke gibt. Erst als ich dies einsah, war auch für mich dauerhafte Änderung möglich.^Die Angehörigen übernehmen Aufgaben, vertuschen vor Freunden und entschuldigen usw.
Du solltest ganz dringend zu einer Beratungsstelle gehen von Diakonie oder Caritas. Dort gibt es Angehörigengruppen und dort wirst du viele Menschen finden, die genauso hilflos sind wie du.
Wenn sie das nächste mal im Dauerkoma zuhause liegt, dann hol den Krankenwagen, schließlich könnte sie ja sterben. Dann kommen die Dinge ins Rollen. Du kannst ihr
nur helfen, indem du Grenzen setzt. Das wirst du aber bei der Beratung erfahren. Du wirst sie nicht verändern können. Die Frau ist krank und sie braucht Hilfe und als erstes aber die Einsicht, dass sie Alkoholikerin ist. Solange du diesen Zustand, wie er jetzt ist aufrecht erhältst, unterstützt du diese Frau in ihrer Sucht und Krankheit. Oft müssen Alkis ihren Arbeitsplatz verlieren und die Beziehung , ehe sie aufwachen.
Am tiefsten Punkt des Lebens ist oft Veränderung möglich.
Und manche trinken sich einfach zu Tode oder landen auf der Straße. Ich weiß , das sind grausame Vorstellungen, aber es ist die Realität.
Wenn du noch mehr wissen mußt , schreib mir bitte eine PN.
Ich weiß , wie du dich fühlst.
Lieben Gruß
Melike

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15. Februar 2011 um 10:38
In Antwort auf melike13

Mal vorweg,
du bist kein Weichei. Du bist hilflos gegenüber dieser Krankheit Alkoholsucht. Zunächst würde ich dir dringend empfehlen dich zu informieren, Es gibt super gute Bücher und ich werde dir nun einige nennen.
1.Familienkrankheit Alkoholismus
2. Sucht sucht Sehnsucht
3. Trocken wie die Sahara
4. Co-Abhängigkeit, was Sucht für die Familien bedeutet
5. Sucht in der Familie
Es gibt einen Abhängigen, das ist deine Freundin und es gibt einen Co-Abhängigen. Ich war genau in deiner Lage und war stinksauer, als man mir sagte, dass es in so einer Beziehung immer zwei Kranke gibt. Erst als ich dies einsah, war auch für mich dauerhafte Änderung möglich.^Die Angehörigen übernehmen Aufgaben, vertuschen vor Freunden und entschuldigen usw.
Du solltest ganz dringend zu einer Beratungsstelle gehen von Diakonie oder Caritas. Dort gibt es Angehörigengruppen und dort wirst du viele Menschen finden, die genauso hilflos sind wie du.
Wenn sie das nächste mal im Dauerkoma zuhause liegt, dann hol den Krankenwagen, schließlich könnte sie ja sterben. Dann kommen die Dinge ins Rollen. Du kannst ihr
nur helfen, indem du Grenzen setzt. Das wirst du aber bei der Beratung erfahren. Du wirst sie nicht verändern können. Die Frau ist krank und sie braucht Hilfe und als erstes aber die Einsicht, dass sie Alkoholikerin ist. Solange du diesen Zustand, wie er jetzt ist aufrecht erhältst, unterstützt du diese Frau in ihrer Sucht und Krankheit. Oft müssen Alkis ihren Arbeitsplatz verlieren und die Beziehung , ehe sie aufwachen.
Am tiefsten Punkt des Lebens ist oft Veränderung möglich.
Und manche trinken sich einfach zu Tode oder landen auf der Straße. Ich weiß , das sind grausame Vorstellungen, aber es ist die Realität.
Wenn du noch mehr wissen mußt , schreib mir bitte eine PN.
Ich weiß , wie du dich fühlst.
Lieben Gruß
Melike

Ich bin völlig verzweifelt....
Hallo Melike,
vielen herzlichen Dank für Deine Antwort(en). Es hilft mir schon sehr viel weiter, dass ich weiß, dass ich mit meinen Problemen nicht alleine dastehe. Man kommt sich ja so absolut hilflos vor! Ich werde Deinen Rat befolgen und unseren gemeinsamen Hausarzt aufsuchen. Ich habe ja immer versucht, zu verstehen warum sich die Dinge so entwickeln wie sie sich entwickeln. Hey wir hatten echt keine Sorgen die man im Alkohol ertränken müsste. Aber das scheint die Geschichte meines Lebens zu sein. Mein Vater hat mir meine Kindheit kaputtgetrunken. Das zog sich für mich wie ein roter Faden durchs Leben. Er ist mittlerweile 4mal seinen Führerschein wg. Trunkenheit am Steuer losgeworden. Zuletzt im Jahre 2007 (2,4 Promille). Von daher waren wir (meine Mutter und ich) schon bei einer seiner Kuren in so einer Art Co-Abhängigen-Gruppensitzung.
Hätte damals ja niemals gedacht, das es mich wieder erwischen würde. Als ob man mit seinem Leben nichts Besseres anzufangen wüsste
Aber zurück zu meinem Problem: Ich werde mich mit dem Gedanken anfreunden müssen sie notfalls loszulassen. Die vergangene Zeit hat dermaßen an meinen Kräften genagt, dass ich nicht sehe, wie ich das in Zukunft schaffen soll. Andererseits schmerzt der Gedanke an Trennung sehr, ist ja klar. Denn 20 Jahre einfach so hinter sich zu lassen ist schon schwer. Man denkt ja immer, dass einen keiner mehr will. Man hat das Flirten ja eigentlich komplett verlernt. Da sind so viele Ängste die da reinspielen. Ich werde auf jeden Fall nicht nur wie gesagt unseren Hausarzt aufsuchen, sondern auch für mich eine Beratungsstelle konsultieren.
Vielen Dank für Deine Hilfe, ich bin ja für alles dankbar, was mich von meiner momentanen Situation ablenkt und mir hilft in den nächsten Tag zu starten. Ganz liebe Grüße Speedy

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16. Februar 2011 um 15:56
In Antwort auf olan_12053422

Ich bin völlig verzweifelt....
Hallo Melike,
vielen herzlichen Dank für Deine Antwort(en). Es hilft mir schon sehr viel weiter, dass ich weiß, dass ich mit meinen Problemen nicht alleine dastehe. Man kommt sich ja so absolut hilflos vor! Ich werde Deinen Rat befolgen und unseren gemeinsamen Hausarzt aufsuchen. Ich habe ja immer versucht, zu verstehen warum sich die Dinge so entwickeln wie sie sich entwickeln. Hey wir hatten echt keine Sorgen die man im Alkohol ertränken müsste. Aber das scheint die Geschichte meines Lebens zu sein. Mein Vater hat mir meine Kindheit kaputtgetrunken. Das zog sich für mich wie ein roter Faden durchs Leben. Er ist mittlerweile 4mal seinen Führerschein wg. Trunkenheit am Steuer losgeworden. Zuletzt im Jahre 2007 (2,4 Promille). Von daher waren wir (meine Mutter und ich) schon bei einer seiner Kuren in so einer Art Co-Abhängigen-Gruppensitzung.
Hätte damals ja niemals gedacht, das es mich wieder erwischen würde. Als ob man mit seinem Leben nichts Besseres anzufangen wüsste
Aber zurück zu meinem Problem: Ich werde mich mit dem Gedanken anfreunden müssen sie notfalls loszulassen. Die vergangene Zeit hat dermaßen an meinen Kräften genagt, dass ich nicht sehe, wie ich das in Zukunft schaffen soll. Andererseits schmerzt der Gedanke an Trennung sehr, ist ja klar. Denn 20 Jahre einfach so hinter sich zu lassen ist schon schwer. Man denkt ja immer, dass einen keiner mehr will. Man hat das Flirten ja eigentlich komplett verlernt. Da sind so viele Ängste die da reinspielen. Ich werde auf jeden Fall nicht nur wie gesagt unseren Hausarzt aufsuchen, sondern auch für mich eine Beratungsstelle konsultieren.
Vielen Dank für Deine Hilfe, ich bin ja für alles dankbar, was mich von meiner momentanen Situation ablenkt und mir hilft in den nächsten Tag zu starten. Ganz liebe Grüße Speedy

Hallo Speedy,
wie so oft , ist das Thema Alkohol bzw. Abhängigkeit und Co-Abhängigkeit ein Familienthema, das sich ständig wiederholt.
Das hat mit Inteligenz nichts zu tun. Sondern es sind Verhaltensmuster , die man gelernt hat und deshalb ist es für dich ganz wichtig, dich mit mit dem Thema Co-Abhängigkeit in allen Facetten auseinander zu setzen. Es gibt zum Teil auch Foren, wo solche Dinge besprochen werden können.
Oft ist es so , dass sich diese Muster von Alkohol und Co.Abh.
über viele Generationen durchziehen.
Gruß melike

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