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Hilfe! Mein Herz sagt ja, aber mein Bauchgefühl nicht...

25. September um 12:23

Hallo zusammen

Ich hoffe, ihr könnt mir konstruktive Ratschläge von Aussen geben, die mir eventuell weiterhelfen... Bitte entschuldigt jetzt schon, dass der Text so lange wird und danke für jeden Ratschlag!

Ich (w, 22) bin mit meinem Freund (m, 22) seit nun 5 Jahren in einer Beziehung. Wir lieben uns sehr, haben guten Sex, kommunizieren offen und ehrlich, unterstützen uns gegenseitig und passen auch gut zusammen. Er ist wirklich ein absoluter Traummann und liebt mich abgöttisch, ohne aber mir nachzurennen und all meine Wünsche zu erfüllen. Wir sind mit 17 Jahren ein Paar geworden, was vielleicht auch noch eine Rolle spielt.
Vergangenen Frühling war ich für einen Monat alleine auf reisen. Da hat das ganze angefangen, sich rauszukristalisieren. Ich habe scho lange ein Bauchgefühl, welches mir sagen will, dass wir nicht zusammen gehören. Als ich Abstand von ihm bekommen habe, konnte ich die Beziehung auch rational und ohne Emonitionen beurteilen und so unsere Schwächen erkennen. Das war z.B.:

- Wir unternehmen zu wenig. Am Wochenende sitzen wir meist nur rum, und ich möchte so gerne wandern gehen, Aktivitäten nachgehen oder einfach nur am See faulenzen. Er ist eher der Heimsitzer. Das konnten wir aber lösen indem wir abgemacht haben, einmal in der Woche etwas zusammen zu unternehmen - und das haben wir dann auch gemacht und bis heute durchgezogen. Dieses Problem konnte also eliminiert werden.

- Wir waren schon mal in unserer frühen Jugenzeit ein Paar, natürlich noch nicht so erwachsen wie heute, aber dennoch mit viel Liebe! Ich habe ihn damals verlassen, weil wir noch zu jung waren, was ich korrekt war. Dann habe ich etwas mit seinem besten Freund angefangen und zwei Jahre später wurden wir wieder ein Paar. Er war natürlich am Boden zerstört und hat mir sehr vermisst, die ganzen Jahre über und hat mir dann auch verziehen. Ich hatte in der jetztigen Beziehung lange das Gefühl, ich "müsse" mit ihm zusammen sein und dürfe ihn niemals wieder verlassen, weil ich ihn ja schon mal so verletzt habe und er ohne mich nicht glücklich ist. Aber auch dieses Thema haben wir lange und breit besprochen und er hat mir dann gesagt, er wolle nur mit mir zusammen sein, wenn ich das auch will, und er käme auch alleine zurecht und könne ohne mich glücklich sein. Dieses Problem haben wir also auch weitgehenst besprochen.

- Wir reden zu wenig. Mich interessieren viele Dinge wie der Sinn des Lebens, Psychologie, Menschen im Allgemeinen, Geschichte, usw. und ich könnte Stundenlang über das gleiche Thema sprechen. Er ist eher rational und beendet dann eine Diskussion, wenn sie für ihn ins "Unnötige" abdriftet. Das ist aber auch, so denke ich, eine Mann/Frau Diskrepanz. Das habe ich dann auch angesprochen und er hat gesagt, er sehe das nicht so, weil wir sehr viel miteinander reden. Und mir ist dann auch aufgefallen, dass er recht hat. Wir sitzen kaum da und sprechen nicht miteinander, logischerweise kommt das auch mal vor, aber das ist dann nicht komisch sondern eher angenehmes Schweigen. Es ist also auch ein Problem, welches wir elimieren konnten.

- Unsere Zukunftspläne. Ich möchte gerne einem Job nachgehen, indem ich viel reisen muss und gerne würde ich auch mehrere Jahre in einem anderen Land leben. Er hat aber gesagt, dass das eher nicht sein Traum ist. Dann haben wir darüber gesprochen und er meinte dann, wenn halt irgendwann der Zeitpunkt kommt, an dem sich unsere Wege trennen, sei das doch okay. Aber jetzt sei halt alles noch nicht fest geplant und deswegen lohnt es sich nicht wirklich, noch weiter darüber zu diskutieren oder sich gar deswegen zu trennen.

- Wir passen nicht zusammen. Das ist eigentlich der Haupttrigger meines unguten Gefühls. Ich bin eher hibellig, offen, rede viel mit fremden Menschen, tanze gerne, bin laut usw. Er ist eher der ruhige. Er akzeptiert mich vollkommen so, wie ich bin. Ich fühle mich schuldig, dass ich mir manchmal wünsche, er wäre anders. Wenn ich z.B. im Raum umhertanze, ignoriert er das eher oder lacht mich an, anstatt mitzutanzen, obwohl ich mir das wünschen würde. Aber wiederum denke ich, dass ja in einer Beziehung nicht alles 100% passen muss - alles andere ist ja eigentlich gut so, wie es ist.

Dennoch ist bei mir dieses Bauchgefühl nicht weggegangen, und mittlerweile ist die Stimme in mir drin ziemlich klar: "Ich muss alleine sein". Alle logischen Schlüsse und alle Bemühungen scheinen mein Bauchgefühl nur noch schlimmer gemacht zu haben. Mir ist übel, ich habe Verdauungsprobleme, einen verspannten Kiefer, Alpträume, atme nicht mehr richtig... Es zwingt mich regelrecht, auf diese Stimme zu hören. Ich kann an NICHTS anderes mehr denken. Wenn ich aber daran denke, ich zu verlassen und all diese wunderbaren Zeiten hinter mir zu lassen und ihn freizugeben, weine ich krampfhaft und möchte diesen Schritt auf keinen Fall wagen. Ich habe ein riesen Glück, so einen Mann an meiner Seite zu haben der mich ernst nimmt, mich liebt, mir Nähe gibt und mich unterstützt, mir zuhört. Er ist loyal, treu, und immer ehrlich. Intelligent ist er auch und sagt oft das Richtige... Die Zeit mit ihm ist einfach nur schön und er ist auch lustig, wir machen viel belangloses, können aber auch eifach in Ruhe unsere Zeit mit Kuscheln verbringen. Einfach alles scheint perfekt zu sein. Aber mein Bauchgefühl eben nicht. Und ich möchte unbedingt nicht darauf hören sondern einfach nur glücklich mit ihm sein. Wir hätten so eine schöne Beziehung, wenn ich nicht so denken würde. Ich habe auch extreme Angst, dass wenn ich mich für eine Trennung entscheide, ihn verlieren würde und ich dann in mehreren Jahren feststellen müsste, dass es doch die falsche Entscheidung war und ich ihn an meiner Seite möchte.

Ich habe ihm das alles offen und ehrlich gesagt und habe um Zeit für mich alleine gebeten, welche er mir auch gibt. Er hat mir aber auch gesagt, dass er nicht ewig auf mich warten würde und nur mit mir zusammen sein will, wenn ich auch 100%ig möchte. Und das ist auch gut so!

Denkt ihr, ich steigere mich einfach zu fest hinein? Was kann ich tun? Was können wir tun? Ich möchte mich nicht von ihm trennen aber so weiter machen kann ich auch nicht.... Ich bin echt völlig verzweifelt

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25. September um 12:35

Nachtrag:
Ich bin eigentlich davon überzeugt, dass das Bauchgefühl, also die Intiution, einem immer den richtigen Weg weist und man darauf hören sollte. Wenn ich aber an eine Zukunft ohne ihn denke, verkrampft sich mein ganzer Körper. Er war in meinem Vorstellungen immer der Mann, den ich heirate und mit dem ich Kinder kriege und alt werde. Das möchte ich auch nicht missen weil ich weiss, dass ich mit ihm ein gutes Leben haben werde mit einem guten Mann an meiner Seite. Ich fühle mich so egoistisch und fies, dass ich mir all diese Gedanken mache und nicht davon los komme, egal, was ich versuche. Es geht jetzt sogar so weit, dass ich während der Arbeit nur noch daran denke, und wenn ich mit Freundinnen oder der Familie bin, oder wenn ich mit ihm bin. Trotzdem vermisse ich ihn und möchte bei ihm sein, wenn wir nicht zusammen sind. Das ist doch alles nicht mehr normal, oder ???

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25. September um 13:22
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ihr seid als "kinder" zusammengekommen und seid nun erwachsen geworden...
du hast dich anscheinend mehr weiterentwickelt als er...
oder besser gesagt: ihr habt euch in verschiedene richtungen entwickelt

 

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25. September um 14:04
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Ich weiß absolut wie du dich fühlst, da ich gerade so eine ähnliche Situation erleben (abgesehen davon das ich noch keine 5 Jahre mit meinem Freund zusammen bin), mein Freund und ich sind uns zwar in sehr viele Situationen ähnlich, aber trotzdem kämpft seit einiger Zeit diese Stimme in mir die sagt: 'Du bist kein Beziehungsmensch, du brauchst so etwas nicht, du willst alleine sein' und um ehrlich zu sein war ich auf bevor ich ihn kennenlernte so eingestellt. Ich denke einfach das mich mein Kopf davor beschützen wollte, das ich irgendwann vllt mal von einem Typen verletzt werden, weil er Schluss macht. Seit ich ihn kenne, hat sich diese Einstellung mehr oder weniger in Luft aufgelöst, aber diese absolut merkwürdige Gefühl nicht - ich liebe ihn - das mehr als alles andere und habe mir seit dem wir zusammen sind gedacht, das dieses 'Ich will/kann allein sein' Gefühl endtgültig weg ist - und trotzdem hat es irgendwo noch so einen kleinen Funken leben..

Was ich jetzt zu deiner Situation damit sagen will: Alles kommt wie es kommen muss und alles passiert aus einem bestimmten Grund, hör auf dein Herz und nicht auf dein Bauchgefühl und entscheide dich für das was dir jetzt gerade in diesem Moment am besten tut!

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25. September um 14:12
In Antwort auf jasmin7190

ihr seid als "kinder" zusammengekommen und seid nun erwachsen geworden...
du hast dich anscheinend mehr weiterentwickelt als er...
oder besser gesagt: ihr habt euch in verschiedene richtungen entwickelt

 

Das denke ich schon seit langem. Dennoch möchte ich nicht, dass das der Grund ist, warum wir uns trennen, da wir ja doch zusammen eine sehr schöne Zeit haben und es geniessen! Danke für deine Antwort

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25. September um 14:14
In Antwort auf xcutiexw

Ich weiß absolut wie du dich fühlst, da ich gerade so eine ähnliche Situation erleben (abgesehen davon das ich noch keine 5 Jahre mit meinem Freund zusammen bin), mein Freund und ich sind uns zwar in sehr viele Situationen ähnlich, aber trotzdem kämpft seit einiger Zeit diese Stimme in mir die sagt: 'Du bist kein Beziehungsmensch, du brauchst so etwas nicht, du willst alleine sein' und um ehrlich zu sein war ich auf bevor ich ihn kennenlernte so eingestellt. Ich denke einfach das mich mein Kopf davor beschützen wollte, das ich irgendwann vllt mal von einem Typen verletzt werden, weil er Schluss macht. Seit ich ihn kenne, hat sich diese Einstellung mehr oder weniger in Luft aufgelöst, aber diese absolut merkwürdige Gefühl nicht - ich liebe ihn - das mehr als alles andere und habe mir seit dem wir zusammen sind gedacht, das dieses 'Ich will/kann allein sein' Gefühl endtgültig weg ist - und trotzdem hat es irgendwo noch so einen kleinen Funken leben..

Was ich jetzt zu deiner Situation damit sagen will: Alles kommt wie es kommen muss und alles passiert aus einem bestimmten Grund, hör auf dein Herz und nicht auf dein Bauchgefühl und entscheide dich für das was dir jetzt gerade in diesem Moment am besten tut!

Danke für deine Antwort. Daran muss ich manchmal erinnert werden. Ich glaube auch fest daran, dass alles kommt, wie es kommen muss. Niemand zwingt mich zu einer solchen Entscheidung und im Moment fühlt es sich am besten an, wenn wir zusammen sind!

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25. September um 16:02

Du hast zu einem gewissen Teil recht, ich übertreibe definitiv und steigere mich in diese Gedankengänge extrem rein. Langeweile spielt vielleicht insofern eine Rolle, da natürlich nach 5 Jahren Beziehung sich auch ein gewisser Alltag eingespielt hat. Obwohl ich nicht daran glaube, dass es nur daran liegt.
Über die Trennung ihm zu liebe habe ich auch nachgedacht, weil ich mich ja selbst schuldig fühle, dass ich solche Gedanken im Kopf habe. Aber zu diesem Schritt kann ich mich einfach nicht überwinden, weil ich ihn ja doch sehr liebe.

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25. September um 16:06

Hi Tami,
Danke für deine Antwort, du warst nicht zu forsch. Und danke für dein Kompliment, ich schreibe auch gerne Geschichten und da tut das gut, so etwas zu hören 
Ich denke, ich sollte mir die Zeit nehmen, um nochmals ganz genau in mich hineinzuhorchen und auch um zu sehen, wie es ohne ihn ist. Ich war ja seit ich 17 bin eigentlich keinen Moment ohne ihn... Und auf der Pro/Contra Liste stehen eigentlich nur Pro's deswegen verstehe ich ja meine eigene Verwirrung überhaupt nicht. Die Entscheidung kann nur ich selbst treffen, da hast du auch recht. Vielen Dank

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25. September um 17:40
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In Antwort auf milenaobrian

Du hast zu einem gewissen Teil recht, ich übertreibe definitiv und steigere mich in diese Gedankengänge extrem rein. Langeweile spielt vielleicht insofern eine Rolle, da natürlich nach 5 Jahren Beziehung sich auch ein gewisser Alltag eingespielt hat. Obwohl ich nicht daran glaube, dass es nur daran liegt.
Über die Trennung ihm zu liebe habe ich auch nachgedacht, weil ich mich ja selbst schuldig fühle, dass ich solche Gedanken im Kopf habe. Aber zu diesem Schritt kann ich mich einfach nicht überwinden, weil ich ihn ja doch sehr liebe.

keine Trennung IHM zuliebe!!!   aber trotzdem ehrlich zu sich selbst sein ob man vielleicht nur aus Gewohnheit bleibt....   nicht dass du in ein paar Jahren erst merkst dass es nicht das ist was du willst

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