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Hilfe! Komme nicht los von meinem Ex!!!

12. März 2004 um 20:20

Hi,

ich schleppe seit 10 (!) Jahren meinen Ex gedanklich mit mir herum und drehe bald noch durch, weil ich ihn einfach nicht loswerden und loslassen kann/will (?) und brauche dringend mal einen Rat.
Hintergrund ist folgender:
Wir waren 14, als wir uns kennen lernten (er saß in der Schule hinter mir). Wir waren immer verknallt, wussten aber nicht, dass der andere es auch ist. Er zog dann weg aufgrund Scheidung seiner Eltern und wir schrieben uns ab da dann immer. Es knisterte die ganzen Jahre und als
wir dann zusammen kamen, waren wir 17. Es war eine wunderschöne Romeo + Julia-Beziehung, die erste große und einzige Liebe. Nach 9 Monaten war der erste Rausch weg, was ja normal ist, nur ich dachte mit 17, das sei das Ende einer Beziehung. Ich fühlte mich wohl auch noch zu jung für so eine feste Beziehung und als ich dann noch einen anderen kennen lernte, machte ich Schluss. Es brach ihm das Herz, er kam nicht darüber hinweg, meinte, er würde sterben. Dann hatten wir nur noch sporadisch Kontakt, er hatte dann auch wieder Beziehungen. Als wir 19 waren, sahen wir uns zufällig wieder und die Liebe entfachte lichterloh neu. Ich war so glücklich, ihn wieder zu haben und hätte ihn nie mehr gehen lassen. Aber nach 3 Monaten trennte er sich dann, nachdem er ganz heftig weinte, er hätte so Angst, mich zu verlieren. Alle meine Beteuerungen, ich würde ihn nicht nochmal so verletzen, erreichten ihn nicht. Konkrete Schlussgründe gab er mir nicht (nie!). Er meinte nur, man könne in einer Beziehung keine Zärtlichkeiten mit anderen austauschen und wir würden nicht mehr zusammenpassen und wir seien eben nicht mehr 17. Kurz vorher meinte er: Wann heiraten wir? und er würde mich immer lieben, egal was passieren würde, es ginge gar nicht anders. Also alles total widersprüchlich. Er sagte, wenn man liebt, hält man den anderen nicht fest und lässt ihn frei und weg war er. Er liebte mich also (?) und wollte aber ohne mich leben, damit diese Liebe nie stirbt. Ich habe ihn dann später nochmal besucht, um mich endlich mit ihm auszusprechen, weil das vorher nie dazu kam (verletzter Stolz etc.) Da war er den ganzen Tag nur am Kiffen (er ist Künstler, vielleicht malt es sich so besser und total verändert und ein völlig anderer Mensch. Ich kann nicht verstehen, bis heute nicht, wie man jemanden gehen lässt und verlässt, wenn man ihn angeblich liebt! Dann hält man sein Glück doch fest, erst recht, wenn man noch einmal die Chance neu bekommen hat oder? Er hat nur gekifft und mir Sachen gesagt, die er in den Wolken sieht. Es war kein normales Gespräch mehr möglich. Was ist denn mit so einem Menschen passiert, der früher ganz "normal", also drogenfrei, romantisch, gefühlvoll war und heutzutage nur noch kifft und im Flash rummalt? Ich wollte, weil alles so traurig war und er so anders war, dann fahren. Er hielt mich aber zurück, die erste konkrete Reaktion auf mich, und dann kam eins zum anderen... Danach schlief er ein, als ich gefahren bin und Tschüss. Das war's. Der Kontakt ist nun seit Jahren endgültig beendet und ich weiß auch gar nicht mehr, wo er heute wohnt, seine Spur hat sich total verloren. Und selbst wenn: könnte er mir wirklich heute die Antworten geben, welche Gründe er damals, vor 10 Jahren hatte, sich zu trennen, mich nicht halten zu wollen? Ich habe ihn das nämlich schonmal gefragt vor einigen Jahren, und da hat er mir von seinem Sessel (!) geschrieben, wie toll der doch wäre, wie bequem und wie dieser phänomenale Sessel aussieht. Dann kamen nur noch einige Phrasen wie: Warum heiratet man heute nicht mehr seine erste große Liebe? Die Liebe ist wie ein Schmetterling, sie lässt sich nicht einfangen, wir wollen sie festhalten, aber will frei sein. Dann aber wieder: Liebe stirbt nie und auch wenn er es jemals mal wollen sollte, mich nicht mehr zu lieben, es würde ihm nie gelingen. Dann: ich interessiere mich nicht für Malerei (er malt), und wir würden u.a. auch deswegen nicht mehr (so wie mit 17, als wir das erste Mal zusammenwaren) zusammenpassen. Dann wieder: Er liebt mich und hat mich immer geliebt (kurz darauf machte er Schluss, weinte ganz schlimm, er hätte Angst mich zu verlieren, alle meine Beteuerungen, ich würde ihn NIE mehr verlassen, haben nix geholfen). Dann rief er irgendwann an, meinte, er würde einige Kumpels besuchen, ob ich nicht auch Lust hätte, dass er mal vorbeikommt. Ein anderes Mal wollte er bei mir schlafen, weil in meiner Stadt ein Konzert war. Ich habe ihn am Bhf. abgeholt, er hat kein Wort mit mir geredet (!), war voll in Gedanken, und auf dem Konzert verschwand er plötzlich. Kam dann wieder und wollte eine Zigarette von mir und meinte: Ach, ich schlafe doch nicht bei dir, sondern bei einem Freund. Dann wollte er einmal zu mir kommen, weil der Zustand ihm unerträglich sei. Als er da war, kriegte er den Mund nicht auf, starrte mich immer nur fasziniert an und schrieb was auf. Als er fuhr, meinte er, lies das wenn ich weg bin. Er hatte geschrieben: Ich wollte dir sagen, was für eine wundervolle Frau du bist. Wie soll ich das alles JEMALS kapieren? Und auch wenn er keine Drogen mehr nimmt, ist er wirklich mein Ansprechpartner für eine Beziehung, die schon so lange her ist? Es ist nicht so, dass ich deswegen eine Therapie machen wollte, denn ich lebe ja gut damit, aber der Gedanke, dass ich NIE herausfinden werde, was bei ihm los war damals und wie es sein kann, dass, wenn er mir immer über Jahre sagte, er würde mich IMMER lieben, wieso er mich dann nicht festgehalten hat sondern vertrieben und mir diese ganzen Phrasen gedroschen hat, ohne auch nur EINMAL KONKRET zu werden!! Wie kann ich das Thema verabschieden, wie ihn loslassen, wie zur Ruhe kommen? Geht das alleine oder nur mit ihm? Ich weiß einfach nicht mehr weiter und hoffe auf eure Hilfe!

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14. März 2004 um 19:02

Antwort an Vanitas
Liebe Vanitas,

vielen Dank für deine Antwort - was du schreibst, klingt sehr einleuchtend. Ja, mich beschäftigen noch immer meine Fragen von früher, dass ich nicht weiß was damals mit ihm los war, diese vielen Widersprüchlichkeiten und dass er mir nie gesagt hat, dass er mich NICHT mehr liebt, im Gegenteil. Damit tue ich mich einfach sehr schwer, denn wenn ich jemanden verlasse, liebe ich ihn nicht mehr, das ist für den anderen ja auch viel besser für die Verarbeitung, denke ich. Wenn ich mit ihm heute darüber reden würde und bekäme meine Antworten, vielleicht wären diese Gedanken trotzdem ja immer noch genau so vorhanden? Ich meine, ich habe gemerkt, dass immer, wenn in meinem Leben Stillstand ist oder eine Beziehung endet oder Routine wird, dann - zack, zaubere ich ihn aus der Kiste und verbringe unendlich viel Zeit, an ihn und früher zu denken, oft auch mit viel Wehmut, dass ich nicht mehr 17 bin sondern 30. Dann könnte ich seine ganzen Briefe wieder aus dem Keller holen und alle lesen und heulen. Habe ich vielleicht auch ein Problem mit dem Älterwerden? Ich glaube, dadurch, dass bei uns immer alles über Briefe ablief und wir uns leider nie richtig ausgesprochen haben, habe ich sehr viel verdrängt. Beim zweiten Mal habe ich die Trauer nicht hochkommen lassen, sondern nur verdrängt, verdrängt, verdrängt, weil der Schmerz zu groß war. Kann das auch ein Grund sein, dass das Thema immer und immer wiederkehrt? Obwohl ICH ja mit IHM das erste Mal Schluss gemacht habe und mindestens 1 Jahr die Chance gehabt hätte, wieder mit ihm zusammenzukommen! Aber das WOLLTE ich ja gar nicht, im Gegenteil, ich hatte jemand anders und war auch nicht mehr verliebt in ihn. Das muss ich mir IMMER WIEDER sagen, dass das von MIR ausging. Beim zweiten Mal, wo er sich getrennt hat, waren wir dann quasi quitt: Ich habe ihm das Herz gebrochen, und dann er mir (juchu). Was mich einfach nicht loslässt, ist auch diese Neugier: Was macht er heute? Ist er in einer Beziehung? Ist er gar verheiratet und hat Kids? Denkt er noch manchmal an mich? Hätte er vielleicht auch gern mal wieder Kontakt, und wenn es nur 1, 2 Mails wären? Ich vermute, wenn ich meine Neugier in diesen Punkten stillen könnte, und wenn er vielleicht in meiner Nähe wohnen würde (wir hatten immer eine Fernbeziehung, haben nie in einer Stadt gewohnt, was erschwerend hinzukam), dann wären diese Gedanken vielleicht ja auch gar nicht mehr so interessant wie jetzt, wo ich mir alles Mögliche zusammenphantasieren kann(ich weiß heute nichts mehr von ihm). Ich habe ihn in den letzten Jahren auch immer auf einen Thron gesetzt, gegen den quasi jeder reale Mann kaum Chancen hatte. Doch jetzt habe ich seit 3 Jahren eine glückliche Beziehung, die im Moment etwas Routine geworden ist und zack -denke ich wieder an den Ex. WARUM TUE ICH DAS? Oder ist es so, dass man immer das will, was man nicht hat? Aber ich WEISS vom Kopf her genau, dass ich bestimmt keinen kiffenden verwirrten Künstler haben will, der er heute ist! Wenn ich so traurig bin, dann denke ich immer an ihn, wie er früher war, mit 17, mit 19 und nicht wie vor 3, 4 Jahren. Wie kann ich ihn endgültig vergessen und wieder normal werden? Ich fände es total super, wenn du mir nochmal schreiben könntest (andere Gedanken sind natürlich auch total willkommen!!)

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