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Hilfe - ich will die Trennung, er will nicht gehen !

27. Juli 2004 um 7:47 Letzte Antwort: 30. Juli 2004 um 15:44

Hallo, ich versuche mich kurz zu fassen, aber meistmögliche Infos abzugeben. Ich bin 36, seit 15 Jahren verheiratet, ein Kind (11). Ich bin berufstätig, erledige Haushalt, Behördengänge, Job, Kind, Einkäufe... eigentlich alles für die Familie alleine. Ich möchte, da ich meinen Mann schon seit Jahren nicht mehr liebe, mein Leben mit meinem Sohn alleine führen. Habe etwas Geld anseite, genug Freunde u. Familie, bin also nicht allein. Jeder versteht meine Überlegung und würde mich unterstützen. Mein Mann trinkt seit Jahren, überwacht jeden meiner Schritte eifersüchtig und schreit fast täglich nur noch rum. Wirft mir alles mögliche vor (zu Unrecht wohlgemerkt). Aus Angst vor dem Alleinsein und "was die Nachbarn sagen" habe ich jahrelang klein beigegeben und alle Schuld auf mich genommen. Immer wieder alle Energie in die Ehe gesteckt und nichts kam zurück. Mit meinen Nerven am Ende und ohne Kraft für weiteres Schauspiel, möchte ich eine Trennung. Diese ist aber nicht so einfach. ICH kann nicht gehen, er lässt mich nicht. Habe Angst vor dem Terror danach. Dass er mir oder noch schlimmer dem Kind was antut (er drohte bereits mit Mord oder Selbstmord). Habe auch Angst vor Auflauern und Palaver in der Firma - das kann ich mir nicht leisten. Eheberatung lehnt er ab und inzwischen möchte auch ich nicht mehr. Die "AA's" wäre das einzig richtige für ihn, doch er sieht sich nicht so wie andere. Ich versuche jetzt seit Wochen, ihn durch "herumzicken" dazu zu bringen, dass es ihm reicht und er geht. Es zehrt an meinem Nervenkostüm und funktioniert einfach nicht. Mehr als noch mehr Krach kommt dabei nicht raus und das Kind leidet darunter. Der Junge hängt sehr an mir, hat keine innige Beziehung zum Vater. Wird eh ständig nur angemotzt oder bestraft für Lächerlichkeiten. Durch den vielen Streit und Terror, die Drohungen die mein Mann ohne Rücksicht auf seine Anwesenheit ausspricht, wird er immer verstörter und verschlossener. Ich muss es allein für mein Kind tun, in zweiter Linie auch für mein eigenes Seelenwohl.
Ich brauche ernsthaft Ratschläge, wie ich es schaffe, dass ich meinen Mann loswerde, ohne dass ich gehen muss. Habe schon überlegt, eine Professionelle zu "kaufen", die ihn verführt und dann auffliegen lässt. Ihm dann den Fehltritt natürlich nicth verzeihe und er gehen muss. Welche Möglichkeiten kann ich denn ausspielen, die nicht zu sehr an die Nerven und besonders auf das Kind negativ wirken, aber erfolgreich sind, dass er von sich aus "Die Nase voll hat" ?????
Meine Frage ist wirklich ernstgemeint, ich brauch dringend Hilfe und Tipps. DANKE AUCH ALLEN.

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27. Juli 2004 um 9:44

Michelle
wenn es dir ernst ist mit dem gehen, mußt du es auch eben tun. Da hilft nix.
Alles andere wäre doch nur mit dem Hintergrund, da doch noch einmal etwas zu ändern.
Natürlich geht es auch nicht so:" Hab Ärger, also wegrennen."
So eine Situation kann nur jeder selbst einschätzen.
Zu glauben, du könntest ihm die Hölle heiß machen, damit er selbergeht ist utopie.
Sag mir auch nur einen vernünftigen Grund, warum er das tu sollte. Er hat doch alles. Bett, Essen - Wäsche ist warscheinlich auch gewaschen.
Ein Alkoholiker sieht nie die eigene Notwendigkeit daran etwas zu ändern. Jedenfalls der Weg dahin ist sehr schwer.
Der Schutz des eigenen Lebens und das des Kindes ist tatsächlich ein Problem. Leider muß nach deutschen Gesetzen erst etwas geschehen und dann kann der arme Kerl oft immer noch nichts dafür.
Die Drohung Selbstmord ist nur eine Schutzbehauptung und wird nie passieren. Und wenn .... würde es nicht das Problem lösen?

Einzig wohl an dieser Stelle "Bett, Essen - Wäsche ist warscheinlich auch gewaschen" könntest du ihn treffen.
Es gibt natürlich die Möglichkeit, ihn als Luft zu behandeln. Aber das reizt die Stimmung auch nur weiter auf.

Waren nur eiige Gedanken

LG

Teddy

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27. Juli 2004 um 14:23

Liebe Michelle,
bitte zieh' es sofort durch und gehe DU, wegen dir und wegen deinem KIND,
ganz wichtig, damit der Kleine nicht noch verstörter wird.
Glaube bloß nicht, daß du ihn soweit bekommst, daß er geht, das ist bestimmt ein Trugschluß, schon gar nicht mit solchen Mitteln, die du in Erwägung ziehst.
Mach Nägeln mit Köpfen und hau endlich ab, dein Mann wird erst aufhören zu trinken, wenn er selbst erkannt hat, daß er Alkoholiker ist und es nicht mehr sein will, DU kannst da gar nichts machen, glaube mir.
Nimm' notfalls professionelle Hilfe, ziehe vorübergehend zu Eltern oder Bekannte, aber gehe.
Und enn du das geschafft hast, sieh' zu, daß dein Kind, vielleicht auch du therapeutische Hilfe in Anspruch
nimmt.

Alles Liebe und viel Glück
Gabriele

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27. Juli 2004 um 17:06
In Antwort auf jonny_12159999

Michelle
wenn es dir ernst ist mit dem gehen, mußt du es auch eben tun. Da hilft nix.
Alles andere wäre doch nur mit dem Hintergrund, da doch noch einmal etwas zu ändern.
Natürlich geht es auch nicht so:" Hab Ärger, also wegrennen."
So eine Situation kann nur jeder selbst einschätzen.
Zu glauben, du könntest ihm die Hölle heiß machen, damit er selbergeht ist utopie.
Sag mir auch nur einen vernünftigen Grund, warum er das tu sollte. Er hat doch alles. Bett, Essen - Wäsche ist warscheinlich auch gewaschen.
Ein Alkoholiker sieht nie die eigene Notwendigkeit daran etwas zu ändern. Jedenfalls der Weg dahin ist sehr schwer.
Der Schutz des eigenen Lebens und das des Kindes ist tatsächlich ein Problem. Leider muß nach deutschen Gesetzen erst etwas geschehen und dann kann der arme Kerl oft immer noch nichts dafür.
Die Drohung Selbstmord ist nur eine Schutzbehauptung und wird nie passieren. Und wenn .... würde es nicht das Problem lösen?

Einzig wohl an dieser Stelle "Bett, Essen - Wäsche ist warscheinlich auch gewaschen" könntest du ihn treffen.
Es gibt natürlich die Möglichkeit, ihn als Luft zu behandeln. Aber das reizt die Stimmung auch nur weiter auf.

Waren nur eiige Gedanken

LG

Teddy

Danke....
... ich habe bereits erkannt, dass ich wohl selber gehen muss. Habe dies Posting versehentlich in der falschen Kategorie (unter Ehe) zuerst eingesetzt, bis mir auffiel, dass es eindeutig hierher gehört.
Einfach gleich wegrennen, das mache ich bestimmt nicht. Es hat mich viel Kraft und Nerven gekostet, die letzten Jahre zu überstehen. Ich habe wirklich viel gegeben und bisher nie die "Zicke" gespielt. Sch..., ich habe ihm den A... nachgetragen. Dass ich alles selber erledigt habe, gibt mir allerdings jetzt ein wenig Selbstsicherheit. Ich sehe ja, dass ich ALLEINE klarkomme, bin ja in gewisser Hinsicht "alleine". Über diese viele Arbeit und dass ich alle Wege alleine gehen muss, kann ich ja eigentlich froh sein. Wäre ich ans Haus gebunden, von seinem Einkommen abhängig und hätte weder Ahnung von Behörden noch von unseren Bankdaten, dann ginge es mir um einiges schlechter. Gut auch, dass er so viel Schulden gemacht hat (dadurch brauchen wir das Geld und ich MUSS arbeiten gehen, sonst würde er mir sicher selbst das untersagen). Auch wenn ich im Moment festhänge, mal darüber zu schreiben und Anregungen zu erhalten, die mich zu weiterem Nachdenken und weiteren Schritten in die richtige Richtung bringen, das tut unheimlich gut. Seit langem fühle ich mich endlich mal akzeptiert wie ich bin und verstanden. DANKE, das ist mir sehr wichtig und gibt mir den Mut und die Kraft alles nötige zu organisieren und zu planen.

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27. Juli 2004 um 18:47

GEHE
Hallo Michelle,

kann Dir nur einen rat geben: GEHE und zwar so bald wie möglich.Du hast erkannt,dass nichts mehr da ist und wie sich alles auf das Kind auswirkt. Da Dein Nochmann nicht erkennt wie es überhaupt um ihn gestellt ist sich die Gegenwart darstellt, sehe ich keinen Grund auf irgend etwas zu warten. GEHE um deines Sohnes willen und wenn Du Dir auch etwas gutes tun möchtest. Der Tag wird kommen, an dem Du sagst: jawohl ich habe richtig gehandelt und würde es wieder tun.
Viel Erfolg und viel Kraft wünsche ich Dir

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28. Juli 2004 um 14:53

Hallo fast "Namensvetterin"
Deine Geschichte liest sich ähnlich wie meine, nur dass mein Ex nicht trank, und gottseidank noch kein Kind da war aber sonst.... dito....Anstatt des Kindes waren/sind da 2 Häuser, 1 Hund und 1 Katze und 10 gemeinsame Jahre. ich fühlte mich wie Du, für alles verantwortlich und trotzdem wollte er das Zepter in der hand halten. ich war fürs famileineinkommen zuständig und auch den anderen kram.
als ich nicht mehr weiterwusste und zur rettung der beziehung auf eheberatung drängte, schaltete er auch auf stur und ebenso mit selbestmorddrohungen. dann bin ich halt alleine zur psychologin. fazit war: ich bin total normal ("eine starke frau" sagte die dame) und sie sagte auch, dass ICH gehen müsse, da ein typ mensch wie dieser (heut weiss ich, dass leute wie mein ex und dein mann unter einer verzerrten wahrnehmung "leiden" (bzw. zu leiden haben darunter fast ausschliesslich die angehörigen...!)) NIE von alleine gehen würde, egal was ich veranstaltn würde.
was mich dann wirklich bewog, diesen schritt auch zu TUN war die vorstellung, wie sich mein ex wohl als vater (wir redeten ja von gemeinsamen kindern) machen würde... und da wurde mir schlecht, denn genau das, was dein armer sohn jetzt erleiden muss, hatte ich dann vor dem inneren auge. Genau so!
ja, ich machte es wie folgt. ich ersteigerte über ebay ein auto für ihn (hatten nur 1 auto), dann warf mir der zufall (oder der liebe gott) ein schnuckeliges, sehr günstiges appartment vor die füsse, da hab ich dann gleich den mietvertrag untershrieben und dann habe ich ihm ganz ruhig gesagt, dass ich gehen würde. tob tob (das kannst du doch nicht machen, dann tränen und unglauben) und er glaubte es erst, als ich ihm den mietvertrag und die autoschlüssel vorlegte. schwupp, er ging zusammen wie eine luftballon.
das schreibt sich jetzt alles so leicht, aber es war für mich echt schrecklich, aber der einzig gangbare weg und ICH BIN FROH UND GLÜCKLICH DARÜBER!!!! das ganze ist jetzt 15 monate her und ich möchte keinen der freien monate missen. es war soooooo schöööön, alleine zu sein, mich selbst wieder zu entdecken (ich bin mir sicher, du kannst das auch nicht in dieser einengenden, alles aufsaugenden beziehung). jupiduuuu. tja und jetzt bin ich mit meinem absoluten traummann zusammen, der mich auf händen trägt. ES LOHNT SICH und bei Dir vor allem wegen eures sohnes!!! Lass das kind nicht länger leiden, wer weiss, was dein mann schon alles in ihm kaputtgemacht hat.
Du bist die starke, also geh, glaub mir, es wird dir besseer gehen als je zuvor. und die selbstmorddrohungen. er hat es NICHT gemacht, nicht einmal versucht. die anderen drohungen hat er auch nicht wahrgemacht, denn meist (leider nicht immer) sind solche menschen sehr feige und auch sehr ängstlich, sie können sihc nur an vermeintlich schwächere halten. guck, dass du dir beistand im familien- ujnd freundeskreis holst, dann plane (auch wenn es dir evtl nun als "hinte3rrücks" vorkommt... lass dir das nicht einreden!!) alles genau und am tag x setze ihn davon in kenntnis und dann ab und weg.
ups ein ganzer roman, aber ich könnt mich noch ewig über das thema auslassen....

ich wünsche dir alle kraft, die du brauchst, das durchzuziehen, dein sohn wird dir ewig dankbar sein!
Alles Liebe
Michi

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28. Juli 2004 um 16:50

Hallo michelle,
hast du mal überlegt, was du deinem eigenen kind zumutest? du hast als erwachsener mit dieser situation schon schwierigkeiten, wie muss erst dein kind darunter leiden, dass sein vater seit jahren trinkt und ihr nur noch eine extreme und schwierige ehe führt und er da mittendrin steckt?
dein mann ist alkoholkrank, er kann nicht mehr abschätzen, in welche situation er ist, aber du merkst doch schon, wie sich dein kind zum nachteil verändert, diesen schaden kannst du nicht mehr gut machen! soll er später auch mal so enden wie sein vater? welche probleme kinder alkoholkranker eltern haben ist dir doch sicher auch bekannt?

sieh zu, deinen sohn ganz schnell da raus zu holen, damit er endlich mal wieder kind sein kann!
du bist seine mutter, also übernimm auch die verantwortung für ihn. dein kind hat ein recht auf ein normales leben und eine normale kindheit, und das kannst du ihm geben, indem du ihn aus dieser kaputten familie raus holst. lieber eine neue wohnung und frieden als diesen jahrelangen alptraum!

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28. Juli 2004 um 17:45
In Antwort auf maria_12541796

Hallo fast "Namensvetterin"
Deine Geschichte liest sich ähnlich wie meine, nur dass mein Ex nicht trank, und gottseidank noch kein Kind da war aber sonst.... dito....Anstatt des Kindes waren/sind da 2 Häuser, 1 Hund und 1 Katze und 10 gemeinsame Jahre. ich fühlte mich wie Du, für alles verantwortlich und trotzdem wollte er das Zepter in der hand halten. ich war fürs famileineinkommen zuständig und auch den anderen kram.
als ich nicht mehr weiterwusste und zur rettung der beziehung auf eheberatung drängte, schaltete er auch auf stur und ebenso mit selbestmorddrohungen. dann bin ich halt alleine zur psychologin. fazit war: ich bin total normal ("eine starke frau" sagte die dame) und sie sagte auch, dass ICH gehen müsse, da ein typ mensch wie dieser (heut weiss ich, dass leute wie mein ex und dein mann unter einer verzerrten wahrnehmung "leiden" (bzw. zu leiden haben darunter fast ausschliesslich die angehörigen...!)) NIE von alleine gehen würde, egal was ich veranstaltn würde.
was mich dann wirklich bewog, diesen schritt auch zu TUN war die vorstellung, wie sich mein ex wohl als vater (wir redeten ja von gemeinsamen kindern) machen würde... und da wurde mir schlecht, denn genau das, was dein armer sohn jetzt erleiden muss, hatte ich dann vor dem inneren auge. Genau so!
ja, ich machte es wie folgt. ich ersteigerte über ebay ein auto für ihn (hatten nur 1 auto), dann warf mir der zufall (oder der liebe gott) ein schnuckeliges, sehr günstiges appartment vor die füsse, da hab ich dann gleich den mietvertrag untershrieben und dann habe ich ihm ganz ruhig gesagt, dass ich gehen würde. tob tob (das kannst du doch nicht machen, dann tränen und unglauben) und er glaubte es erst, als ich ihm den mietvertrag und die autoschlüssel vorlegte. schwupp, er ging zusammen wie eine luftballon.
das schreibt sich jetzt alles so leicht, aber es war für mich echt schrecklich, aber der einzig gangbare weg und ICH BIN FROH UND GLÜCKLICH DARÜBER!!!! das ganze ist jetzt 15 monate her und ich möchte keinen der freien monate missen. es war soooooo schöööön, alleine zu sein, mich selbst wieder zu entdecken (ich bin mir sicher, du kannst das auch nicht in dieser einengenden, alles aufsaugenden beziehung). jupiduuuu. tja und jetzt bin ich mit meinem absoluten traummann zusammen, der mich auf händen trägt. ES LOHNT SICH und bei Dir vor allem wegen eures sohnes!!! Lass das kind nicht länger leiden, wer weiss, was dein mann schon alles in ihm kaputtgemacht hat.
Du bist die starke, also geh, glaub mir, es wird dir besseer gehen als je zuvor. und die selbstmorddrohungen. er hat es NICHT gemacht, nicht einmal versucht. die anderen drohungen hat er auch nicht wahrgemacht, denn meist (leider nicht immer) sind solche menschen sehr feige und auch sehr ängstlich, sie können sihc nur an vermeintlich schwächere halten. guck, dass du dir beistand im familien- ujnd freundeskreis holst, dann plane (auch wenn es dir evtl nun als "hinte3rrücks" vorkommt... lass dir das nicht einreden!!) alles genau und am tag x setze ihn davon in kenntnis und dann ab und weg.
ups ein ganzer roman, aber ich könnt mich noch ewig über das thema auslassen....

ich wünsche dir alle kraft, die du brauchst, das durchzuziehen, dein sohn wird dir ewig dankbar sein!
Alles Liebe
Michi

Danke für die Kraft, ich kann sie brauchen...
hi Michi,
ich bin froh, dass ich ein eigenes Posting gesetzt habe. Bislang habe ich hier nach ähnlichen Geschichten gesucht um eine Lösung für mich zu finden. Ich habe mich vor ein paar Tagen 2 Freundinnen anvertraut, die auch meinen Mann kennen. Je mehr ich lese, höre und nachdenke, desto klarer sehe ich. Ich bin in den letzten Tagen viel besser drauf, das sagte auch meine Freundin gestern Abend. Das verdanke ich besonders Menschen wie dir, die mir Ratschläge, Kraft und Mut geben und die mich erkennen lassen, dass ich nicht alleine stehe mit solchen Sorgen und dass ich kein schlechter Mensch bin, wenn ich mal an mich denke. Meinem Sohn geht es soweit ganz gut, weil ich viel Zeit mit ihm verbringe - ohne meinen Mann. Ich versuche auch, die beiden ein wenig voneinander fern zu halten, um ihm keinen weiteren Schaden zuzufügen. Weil ich weiß, dass ich nicht einfach so von heute auf morgen gehen kann. Ich erkundige mich gerade nach Anwälten, die mir in meiner Lage helfen sollen, mir alle Pflichten und Rechte aufführen. Habe mich im Internet intensiv über Alkoholismus und den Ablauf informiert und besonders über Co-Alkoholismus (also mein Sohn und ich als Betroffene). Leider muss ich zugeben, dass ich jahrelang (vielleicht aus Scham) die Fehler begangen habe (ihn vor anderen in Schutz nehmen, Bier holen...), die die meisten Angehörigen vor dem "auswachen" machen. Zu wissen, dass ich nicht allein bin, hat mir am meisten geholfen und mir Mut gemacht. Ich habe ein wenig Geld anseite schaffen können, werde auch noch weiter machen (für eine kleine Wohnung und Unkosten). Wenn ich dann körperlich und seelisch gesfestigt bereit bin, kann ich diesen Schritt gehen, ohne mich einlullen oder einschüchtern zu lassen.
Die Angst wird aber bleiben, damit muss ich leben. Aber ich habe eingesehen, dass sie nicht mein Leben bestimmen und mich in dieser Situation auf unbestimmte Zeit halten darf.
Danke nochmal an dich, für dein langes Posting.
Michelle.

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28. Juli 2004 um 17:52

Immer das gleiche
die kids leiden mal wieder darunter. aber ich hatte das gleiche problem und hab meinen einfach vor die tür gesetzt und war auf dem familiengericht, sofort das sorgerecht beantragt, notfalls polizeit informieren, wegen hausverbot.. mit rumzicken, bekommst du den mann nicht raus .

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29. Juli 2004 um 6:53
In Antwort auf jiang_11945306

Immer das gleiche
die kids leiden mal wieder darunter. aber ich hatte das gleiche problem und hab meinen einfach vor die tür gesetzt und war auf dem familiengericht, sofort das sorgerecht beantragt, notfalls polizeit informieren, wegen hausverbot.. mit rumzicken, bekommst du den mann nicht raus .

Für mich ist es neu....
... ich weiß, dass es für manche "immer das gleiche" ist. Entschuldigung, ich stecke zum ersten Mal in der kritischen Lage, hätte vielleicht früher mal wachwerden sollen, das gebe ich zu. Aber ich kenne derartiges nicht, auch nicht aus meinem Umfeld. Da gingen die Trennungen immer "anders" über die Bühne und Alkohol war auch nie im Spiel. Wie gesagt, für mich ist alles "NEU" und ich suche nach Möglichkeiten und Vorschlägen, was ich tun kann. Ich werde als nächsten Schritt einen Anwalt aufsuchen und mich nach Sorgerechtsfragen erkundigen - die sind mir am wichtigsten, aus Angst vor der Zukunft, wenn er damit nicht klar kommt, dass wir weg sind. Kurze Frage an dich: kannst du mir ein wenig ausführlicher schreiben, wie das bei dir war? Ging es dann leichter, nachdem du beim Gericht warst? Hat er dich bedroht? Sieht er die Kinder noch? Was, wenn er sich ans Hausvrebot hält, mir aber irgendwo auflauert oder dem Jungen nach der Schule ??? Wie kann ich das Kind schützen ? Wenn er nun austickt und mein Auto sabotiert oder die Bude in Brand setzt, während wir schlafen?
Ich will doch nur einmal glücklich leben und das ohne Angst. Ich will aus meinem Sohn ein glückliches Kind machen, dass er früher war und ihm den Weg ins Erwachsenenleben bestmöglich ebnen, ohne ihm eigene Erfahrungen zu nehmen (ich vertüddel ihn nicht, aber er soll einfach mit anderen Dingen als Ehekrach und Angst beschäftigt sein). Er soll soziale Kontakte und Freundschaften haben zu anderen Kindern und die Schulzeit genießen.
Ihr versteht mich schon, was jede Frau und Mutter sich wünscht....

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29. Juli 2004 um 9:47
In Antwort auf odelia_12692147

Für mich ist es neu....
... ich weiß, dass es für manche "immer das gleiche" ist. Entschuldigung, ich stecke zum ersten Mal in der kritischen Lage, hätte vielleicht früher mal wachwerden sollen, das gebe ich zu. Aber ich kenne derartiges nicht, auch nicht aus meinem Umfeld. Da gingen die Trennungen immer "anders" über die Bühne und Alkohol war auch nie im Spiel. Wie gesagt, für mich ist alles "NEU" und ich suche nach Möglichkeiten und Vorschlägen, was ich tun kann. Ich werde als nächsten Schritt einen Anwalt aufsuchen und mich nach Sorgerechtsfragen erkundigen - die sind mir am wichtigsten, aus Angst vor der Zukunft, wenn er damit nicht klar kommt, dass wir weg sind. Kurze Frage an dich: kannst du mir ein wenig ausführlicher schreiben, wie das bei dir war? Ging es dann leichter, nachdem du beim Gericht warst? Hat er dich bedroht? Sieht er die Kinder noch? Was, wenn er sich ans Hausvrebot hält, mir aber irgendwo auflauert oder dem Jungen nach der Schule ??? Wie kann ich das Kind schützen ? Wenn er nun austickt und mein Auto sabotiert oder die Bude in Brand setzt, während wir schlafen?
Ich will doch nur einmal glücklich leben und das ohne Angst. Ich will aus meinem Sohn ein glückliches Kind machen, dass er früher war und ihm den Weg ins Erwachsenenleben bestmöglich ebnen, ohne ihm eigene Erfahrungen zu nehmen (ich vertüddel ihn nicht, aber er soll einfach mit anderen Dingen als Ehekrach und Angst beschäftigt sein). Er soll soziale Kontakte und Freundschaften haben zu anderen Kindern und die Schulzeit genießen.
Ihr versteht mich schon, was jede Frau und Mutter sich wünscht....

Hallo michelle,
in jeder größeren stadt gibt es inzwischen auch frauenberatungsbüros, vielleicht suchst du mal im internet, die kennen diese themen in und auswendig, vor allem auch aus eigener erfahrung.
oder schau mal in der zeitung, dort gibt es auch viele selbsthilfe-gruppen, ich denke, es wird dir auch einfach guttun, dass du merkst, diese probleme haben sehr viele - nur die wenigsten sprechen darüber

wenn dein mann gewälttätig ist, kann er inzwischen auch aus der wohnung verwiesen werden. da kann dir aber sicher ein anwalt bessere tipps geben.
andererseits ist vielleicht ein neuer anfang im neuen umfeld für euch leichter?
viel glück, jetzt kann es nur aufwärts gehen

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30. Juli 2004 um 15:44
In Antwort auf odelia_12692147

Danke für die Kraft, ich kann sie brauchen...
hi Michi,
ich bin froh, dass ich ein eigenes Posting gesetzt habe. Bislang habe ich hier nach ähnlichen Geschichten gesucht um eine Lösung für mich zu finden. Ich habe mich vor ein paar Tagen 2 Freundinnen anvertraut, die auch meinen Mann kennen. Je mehr ich lese, höre und nachdenke, desto klarer sehe ich. Ich bin in den letzten Tagen viel besser drauf, das sagte auch meine Freundin gestern Abend. Das verdanke ich besonders Menschen wie dir, die mir Ratschläge, Kraft und Mut geben und die mich erkennen lassen, dass ich nicht alleine stehe mit solchen Sorgen und dass ich kein schlechter Mensch bin, wenn ich mal an mich denke. Meinem Sohn geht es soweit ganz gut, weil ich viel Zeit mit ihm verbringe - ohne meinen Mann. Ich versuche auch, die beiden ein wenig voneinander fern zu halten, um ihm keinen weiteren Schaden zuzufügen. Weil ich weiß, dass ich nicht einfach so von heute auf morgen gehen kann. Ich erkundige mich gerade nach Anwälten, die mir in meiner Lage helfen sollen, mir alle Pflichten und Rechte aufführen. Habe mich im Internet intensiv über Alkoholismus und den Ablauf informiert und besonders über Co-Alkoholismus (also mein Sohn und ich als Betroffene). Leider muss ich zugeben, dass ich jahrelang (vielleicht aus Scham) die Fehler begangen habe (ihn vor anderen in Schutz nehmen, Bier holen...), die die meisten Angehörigen vor dem "auswachen" machen. Zu wissen, dass ich nicht allein bin, hat mir am meisten geholfen und mir Mut gemacht. Ich habe ein wenig Geld anseite schaffen können, werde auch noch weiter machen (für eine kleine Wohnung und Unkosten). Wenn ich dann körperlich und seelisch gesfestigt bereit bin, kann ich diesen Schritt gehen, ohne mich einlullen oder einschüchtern zu lassen.
Die Angst wird aber bleiben, damit muss ich leben. Aber ich habe eingesehen, dass sie nicht mein Leben bestimmen und mich in dieser Situation auf unbestimmte Zeit halten darf.
Danke nochmal an dich, für dein langes Posting.
Michelle.

Wünsch Dir viel Kraft
Hallo Michelle,

ich wünsch Dir ganz viel Kraft und Standhaftigkeit. Du packst das schon. Bereite aber unbedingt vorher Dein "Rüstzeug" vor, damit Du ihn wirklich mit vollendeten Tatsachen gegenüber treten kannst. So nimmst Du ihm gleich Wind aus den Segeln.
Ja, die Angst kenne ich ein wenig, bei mir hat sich aber nichts bewahrheitet. Bei einer Freundin wars ähnlich und er hatte sie dann bedroht (sie hat auch eine kl. Tochter) und sie hatte dann auch einige Zeitlang Angst, aber es waren gottseidank auch nur Worthülsen (wie bei allem anderen auch). Sie hat dann halt die ersten 2 Wochen nach der Trennung bei ihren Eltern gewohnt.

Ach ja, geb mal in den Suchmaschinen pro Familia ein, die helfen wohl auch sehr kompetetnt.

Viele liebe Grüsse
Michi

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