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Hilfe....

14. August 2007 um 0:24

Hallo.

Ich bin seit ca. 3 Wochen in eine Klinik aufgrund von Depressionen. Mir geht es sehr schlecht und meine Mutter, bei der Ich zur Zeit übergangsweise wohne, fährt die nächsten zwei Wochen auf Kur. Alleine zu sein, ist für mich sehr schlimm und Ich fürchte mich sehr vor den kommenden Tagen. Zusätzlich fährt mein Freund genau zur gleichen Zeit ebenfalls in Ferien und das macht es nicht unbedingt besser =(. Ich habe totale Angst, alles nicht auf die Reihe zu kriegen und diese Wochen ohne die zwei Menschen zu verbringen, die für mich am wichtigsten sind.
Mein Freund fährt am Mittwoch, gestern hatten wir telefoniert und ausgemacht, dass wir eventuell heute abend ins Kino gehen (Ich bin in einer sogenannten Tagesklinik, das bedeutet, dass Ich morgens dort hinfahre und abends wieder gehen kann), denn es ist der letzte richtige Tag, den wir miteinander verbringen können. Also habe Ich ihn heute angerufen und gefragt, wann wir uns treffen oder ob wir etwas anderes unternehmen sollen. Da sagt er zu mir, ja, aber nicht Kino, Ich treffe mich um 10 mit einem Freund um zu besprechen. Und, ach ja, stimmt, hab Ich dir noch garnicht erzählt, es ist jetzt sicher mit Australien, wir kaufen morgen die Tickets. Dazu die Geschichte : Eigentlich wollte er im Sommer mit einem Freund nach Australien. Zuerst hieß es 4 Wochen, dann 6, dann hat es nicht geklappt. Dann wollte er mit einem anderen Freund nach Bosnien für 6 Wochen, das hat auch nicht geklappt. Jetzt hat er zufällig ein paar alte Freunde getroffen, die auch nach Australien wollen, aber es war immer so eine Ach-klappt-wahrscheinlich-sowieso-nicht-Sache.
Und jetzt kriege Ich die fertige Entscheidung einfach mal so vorn Latz geklatscht. Da war meine Laune erstmal mies wegen den zwei bevorstehenden Wochen, dem geplatzten Abend (er sagte zwar Ich könne mitkommen, aber Ich muss ja morgen wieder früh raus und es war mir dann einfach zu spät, noch in eine Kneipe zu gehen....) und der Aussicht auf sieben Monate ohne ihn.
Danach gab es leider für mich kein Halten mehr. Ich habe ihm natürlich Vorwürfe gemacht, dass er das nicht absagen kann, dass das unser letzter Abend ist. Das er mal ein bisschen einfühlsamer sein soll und verstehen sollte, wie scheiße es für mich ist, dass er weg geht.Ich hab ihm auch gesagt, dass Ich mich für ihn freue, aber dass Ich nicht glaube, dass Ich sieben Monate in meinem Zustand durchhalte. Und warum er mich jetzt, wo es mir gerade so schlecht geht und Ich im Krankenhaus bin, alleine lassen muss.
Darauf hin hat er gesagt, Ich wäre ja krank, das wäre eine einmalige Chance (was Ich bezweifele...) und Ich würde ihm nur zeigen, dass Ich ihn nicht lieben würde, weil ich ihn nicht gehen lasse. Ich habe ihn dann gefragt, ob er glaubt, dass es liebe ist, wenn man geht, obwohl man weiß, dass die Freundin total im Arsch ist und ihr damit nochmal ordentlich eins reinwürgt. Darauf hin wiederholte er sich und sagte, ich sei ja wohl verrückt (was auch nicht unbedingt lustig ist mit meinem Kontext, aber egal).

Ich bin dann wirklich durchgedreht und habe Sachen gesagt, die Ich nicht hätte sagen dürfen. Ich habe gesagt, dass es mir wahnsinnig schwerfallen wird und ich mir überlegen müsste, ob es nicht besser ist ohne ihn, wenn er sowieso nicht da ist. Und er solle sich mal entscheiden, was ihm wichtiger ist (und dazu muss man sagen, dass ich keine Klette bin. Er macht viel mit seinen Freunden und ist viel unterwegs). Darauf hin sagte er, Ich würde ja wohl wissen, wie seine Entscheidung sei, er würde sich von mir sein Leben nicht verbauen lassen.Ich hab ihm dann nach weiterem Streit gesagt, dass es okay ist mit Australien, er aber auch verstehen müsste, dass die kommenden zwei Wochen mega hart für mich werden. Konnte er nicht.

Jetzt ist er mit seinen Freunden in der Kneipe,ich habe ihn nochmal angerufen und angeboten, dass wir uns auch um 11 an der U-Bahnhaltestelle treffen können, woraufhin er sagte, nee, er hat jetzt schon andere Freunde eingeladen.

Und jetzt sitze ich hier und mir gehts wirklich nicht gut.

Hab ich falsch gehandelt. Kann man von seinem Freund in so einer Situation so heftig Beistand fordern?

=(

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14. August 2007 um 1:12

Durcheinander

Hallo Gina,


jetzt fühl dich erst mal virtuelle gaaanz feste gedrückt.
Ja, es ist gerade schlimm für Dich, doch da findet sich
eine Lösung, auch wenn es gerade ganz dicke kommt.

Mir ist eines nicht so ganz klar, wie lange dein Freund denn nun in Australien sein wird, wie kann es denn sein, dass er
aus den einst geplanten 4-6 Wochen auf einmal 7 Monate macht?
Woher nimmt er denn die Kohle?

Deine Mutter lässt dich nicht im Stich, sondern wird gut
erholt nach ihrer Kur wieder für dich da sein.
Hast Du in deiner Tagesklinik einen Psychologen, dem Du
so vertraust, dass Du mit ihm(ihr) darüber reden kannst,
was dich aktuell so beschäftigt und dir Angst vor den
nächsten Wochen macht?

Mal angedacht: Könnte es für dich eine Möglichkeit sein,
die nächsten beiden Wochen übergangsweise bis zur Rück-
kehr deiner Mutter in stationärer Behandlung (quasi
Vollzeit Krankenhaus) zu verbringen?

Dein Freund kann dir deine Depressionen nicht abnehmen und
reagiert deshalb vielleicht auf so, dass es auf dich abweisend
wirken mag. Doch denk dran, er ist dafür nicht verantwortlich,
er ist weder Arzt noch Therapeut. Das von ihm zu "verlangen"
würde ihn überfordern.
Ich habe den Eindruck, er weiss einfach nicht recht, wie er sich dir gegenüber verhalten soll.

Kann seine Abwesenheit nicht wirklich auch eine Chance für Dich sein, zu spüren, zu fühlen und zu erleben, wie Du
Schritt für Schritt lernst mit Dir und deinen Ängsten klar zu kommen? Wenn Du dazu bereit bist, kannst Du wirklich stolz sein
und wirst auch in der Lage sein, dein Glück durch dich selbst
und in Dir zu finden - und damit auch unabhängiger von der Meinung anderer Menschen zu sein.


Lg

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14. August 2007 um 17:53
In Antwort auf acecat

Durcheinander

Hallo Gina,


jetzt fühl dich erst mal virtuelle gaaanz feste gedrückt.
Ja, es ist gerade schlimm für Dich, doch da findet sich
eine Lösung, auch wenn es gerade ganz dicke kommt.

Mir ist eines nicht so ganz klar, wie lange dein Freund denn nun in Australien sein wird, wie kann es denn sein, dass er
aus den einst geplanten 4-6 Wochen auf einmal 7 Monate macht?
Woher nimmt er denn die Kohle?

Deine Mutter lässt dich nicht im Stich, sondern wird gut
erholt nach ihrer Kur wieder für dich da sein.
Hast Du in deiner Tagesklinik einen Psychologen, dem Du
so vertraust, dass Du mit ihm(ihr) darüber reden kannst,
was dich aktuell so beschäftigt und dir Angst vor den
nächsten Wochen macht?

Mal angedacht: Könnte es für dich eine Möglichkeit sein,
die nächsten beiden Wochen übergangsweise bis zur Rück-
kehr deiner Mutter in stationärer Behandlung (quasi
Vollzeit Krankenhaus) zu verbringen?

Dein Freund kann dir deine Depressionen nicht abnehmen und
reagiert deshalb vielleicht auf so, dass es auf dich abweisend
wirken mag. Doch denk dran, er ist dafür nicht verantwortlich,
er ist weder Arzt noch Therapeut. Das von ihm zu "verlangen"
würde ihn überfordern.
Ich habe den Eindruck, er weiss einfach nicht recht, wie er sich dir gegenüber verhalten soll.

Kann seine Abwesenheit nicht wirklich auch eine Chance für Dich sein, zu spüren, zu fühlen und zu erleben, wie Du
Schritt für Schritt lernst mit Dir und deinen Ängsten klar zu kommen? Wenn Du dazu bereit bist, kannst Du wirklich stolz sein
und wirst auch in der Lage sein, dein Glück durch dich selbst
und in Dir zu finden - und damit auch unabhängiger von der Meinung anderer Menschen zu sein.


Lg

Heute
hat er das Ticket gebucht. Er hat auf 8 Monate verlängert. Ich kann nicht mehr, ich weiß doch, dass es nicht klappt. Das Geld nimmt er tollerweise von seinem Studiengeld, dass er von seinem opa bekommen hat.

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14. August 2007 um 19:05
In Antwort auf ginax87

Heute
hat er das Ticket gebucht. Er hat auf 8 Monate verlängert. Ich kann nicht mehr, ich weiß doch, dass es nicht klappt. Das Geld nimmt er tollerweise von seinem Studiengeld, dass er von seinem opa bekommen hat.

Das tut mir leid

für dich gina!!

Bitte rede mit einem Therapeuten über die Angelegenheit
und überlege dir auch ernsthaft die nächsten Wochen stationär
zu verbringen.

So schlimm es sich anhört und für Dich momentan auch anfühlt:
Wenn er auf diese Weise vor dir "flüchtet", ist es vielleicht
besser, gleich einen Schlussstrich zu ziehen als sich einer
falschen Hoffnung hin zu geben und auf seine Rückkehr warten
zu wollen. Lieber ein Ende mit Schrecken - als ein Schrecken
ohne Ende. Auch wenn Dir das jetzt nur ein kleiner Trost sein
kann.

Auch ein Scheeeiissstag ist irgendwann vorbei!!!

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