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Herz vs. Verstand

17. August 2013 um 17:35

Hallo zusammen!
In Sachen Liebe stehe ich momentan zwischen allen Stühlen...
Ich bin in der Vergangenheit (zu) oft enttäuscht worden und daher derzeit eigtl. nichtmal auf der Suche nach einem neuen Partner.
Dennoch hat schon seit längerer Zeit ein Mann, C., meine ganze Aufmerksamkeit auf sich gezogen, und mit jedem Chat und jedem Anruf wird es "schlimmer"...
Kennengelernt habe ich ihn über ein Online-Spiel, welches wir gemeinsam spielen.
Er ist vor kurzem 38 geworden, ich werde bald 28. Da ich ohnehin eher auf Männer stehe, die ein paar Jahre älter sind als ich, passt das eigtl. ganz gut.
Nur von Fernbeziehungen habe ich noch nie viel gehalten. Wenn ich in einer Beziehung war, wollte ich meinen Partner immer möglichst viel um mich haben. Allerdings wohnt C. in Süd-Ost-Europa und damit keineswegs mal eben um die Ecke.
Aber auch das wäre noch nichtmal so das riesen Problem, da ich ohnehin gerade dabei bin, mein Leben komplett umzukrempeln und ggf. an einem anderen Ort einen Neustart wagen möchte.
Das wirkliche "Problem" ist, dass er verheiratet ist und auch einen 11-jährigen Sohn hat, den er über alles liebt.
Ich habe den Sohn bereits kennenlernen dürfen, und mag auch ihn wirklich gerne.
Über seine Frau weiß ich fast nichts. Er spricht nicht wirklich über sie. Und zu fragen wage ich nicht, da ich ihn erst gar nicht auf den Gedanken bringen möchte, dass ich evtl. mehr für ihn empfinden könnte.
Ich möchte mich nicht in seine Beziehung drängen und auch dem Sohn nicht die Familie zerstören. Und bevor ich alles kaputt mache, was derzeit zwischen uns ist, halte ich lieber meine Klappe.
Aber was ist da eigentlich?
Wir verstehen uns seit dem ersten Tag wirklich super, haben extrem viel gemeinsam und machmal kommt es mir sogar fast so vor, als wären wir so etwas wie Seelenverwandte. Häufig denken wir an exakt das Gleiche, obwohl davon vorher gar nicht die Rede war. Und selbst in der Formulierung ... nicht selten sagt oder schreibt er Dinge, die ich in dem Moment Wort für Wort so im Kopf hatte. Manchmal ist das fast schon erschreckend. Aber auf eine schöne Art und Weise.
Vom ersten Moment an, als ich seine Stimme gehört habe (wir skypen sehr viel), hatte diese etwas unheimlich Beruhigendes aber auch sehr Anziehendes für mich. Das ist auch nach inzwischen hunderten von Gesprächsstunden immer noch genauso. Mir kann es noch so schlecht gehen (ich hatte zB kürzlich mit einem Todesfall zu kämpfen), höre ich seine Stimme, ist die Welt plötzlich in Ordnung.
Hier und da lässt er schonmal einen anzüglichen Kommentar fallen. Keine Ahnung, ob da für ihn etwas hintersteckt, oder ob er bloß versucht, einen Spaß zu machen. Aber jedes Mal, wenn er das tut, zieht sich wie auf Kommando mein ganzer Unterleib zusammen. Ich hab schon versucht, darüber etwas im Internet zu finden, aber ohne Erfolg. Etwas, das ich noch nie zuvor erlebt habe. Ich meine, wie kann denn der Köper so reagieren, nur weil ein Anderer etwas sagt?
Hin und wieder saugt C. beim skypen an seiner Lippe, was man dann entsprechend hört. Das hat die gleiche Wirkung auf mich. Wieder dieser Impuls im Unterleib.
Oder neulich hat meine Spielfigur vor Nässe getrieft. Sein Kommentar: "Looks like you're getting wet or something." Auf Ansage habe ich das auch noch nicht geschafft, aber in dem Moment hatte es genau diese Wirkung...
Dieser Mann raubt mir immer mehr den Verstand. Er ist bereits seit langem mein erster Gedanke am Morgen und mein letzter am Abend.
Wenn er single wäre, würde ich auf die Distanz pfeifen und es einfach riskieren. Aber ... verheiratet ... ich möchte keine Familie zerstören. Und genauso wenig möchte ich riskieren, ihn als Freund zu verlieren, wenn ich ihm sagen würde, was wirklich in mir vorgeht...
Aber er weckt Gefühle in mir, die ich nie zuvor so stark erlebt habe. Unter anderem auch dieses Gefühl, endlich angekommen zu sein, endlich gefunden zu haben, wonach ich so viele Jahre gesucht habe.
Ich hatte schon manche Beziehung, auch teils mit sehr starken Gefühlen für den Partner. Aber verglichen mit dem, was ich derzeit erlebe, ist das alles ein Witz.

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17. August 2013 um 18:41

Nichts ist so kompliziert wie Gefühle, Empfindungen...
...oder deren Interpretationen! (Zumindest nach meiner Meinung)

Ich hatte mal einen recht glaubhaften Post gelesen, von einer Frau, die auf einer Party oder ähnlichem von mehreren Männern missbraucht worden ist (zumindest beschrieb sie es so).

Was ich interessant fand war, dass sie sich gedemütigt fand, aber den gewaltigsten Orgasmus bekam, und sie an die Möglichkeit einer Wiederholung gedacht hatte.

Ich denke, bei Dir ist das ebenfalls ein Kampf zwischen Biochemie (ich halte Gefühle auch als das Ergebnis einer biochemischen Reaktion), Attraktion, Verstand und Erziehung bzw. Moralvorstellungen.

Was ich Dir nur sagen kann:
Du musst Dich nur entscheiden, ob Du bereit bist die Konsequenzen Deiner bewussten Entscheidung zu tragen oder die zu tragen, die Dich erwarten, wenn Du nur abwartest.

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17. August 2013 um 19:22
In Antwort auf schnibbelschesbohnesupp

Nichts ist so kompliziert wie Gefühle, Empfindungen...
...oder deren Interpretationen! (Zumindest nach meiner Meinung)

Ich hatte mal einen recht glaubhaften Post gelesen, von einer Frau, die auf einer Party oder ähnlichem von mehreren Männern missbraucht worden ist (zumindest beschrieb sie es so).

Was ich interessant fand war, dass sie sich gedemütigt fand, aber den gewaltigsten Orgasmus bekam, und sie an die Möglichkeit einer Wiederholung gedacht hatte.

Ich denke, bei Dir ist das ebenfalls ein Kampf zwischen Biochemie (ich halte Gefühle auch als das Ergebnis einer biochemischen Reaktion), Attraktion, Verstand und Erziehung bzw. Moralvorstellungen.

Was ich Dir nur sagen kann:
Du musst Dich nur entscheiden, ob Du bereit bist die Konsequenzen Deiner bewussten Entscheidung zu tragen oder die zu tragen, die Dich erwarten, wenn Du nur abwartest.

Wahrlich kompliziert...
...und deshalb fällt es mir auch schwer, überhaupt eine Entscheidung zu treffen.
Ich meine, ich kann abwarten, ob vlt. irgendwann eindeutigere Signale kommen - was vermutlich nicht passieren wird, weshalb ich mir dann am Ende selbst in den Hintern beißen mag, warum ich es nicht wenigstens versucht habe.
Aber es einfach zu versuchen... Die Hemmschwelle ist so unwahrscheinlich hoch. Wenn es eine normale Beziehung wäre, vlt., aber er ist verheiratet und das nicht erst seit gestern (immerhin ist der gemeinsame Sohn bereits 11).
Und die Chancen bei der ganzen Sache zu gewinnen schätze ich als wesentlich geringer ein als die, zu verlieren und am Ende unsere Freundschaft auf's Spiel gesetzt zu haben.

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