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Herz gegen Kopf - wie kann ich aufhören, ihn zu lieben?

20. Oktober 2016 um 10:12 Letzte Antwort: 20. Oktober 2016 um 22:42

Hallo!
Ich versuche mich kurz zu fassen.
Bin seit 4 Jahren verheiratet, habe mit meinem Mann ein wundervolles Kind.
Hatten zwei Jahre lang keine gute Beziehung - nichts für uns gemeinsam gemacht, uns nur auf das Kind fixiert und nach und nach als Paar verloren. Dazu gab es viele Streits, weil mein Mann arbeitsbedingt sehr oft schlecht gelaunt und angespannt war und alles an mir ausließ.
Durch mein Hobby hatte ich dann letztes Jahr öfter mit einem guten Bekannten/Freund, den ich schon seit über 25 Jahren kenne, Kontakt und wir verliebten uns in einander. Als mir die Gefühle bewusst wurden, trennte ich mich von meinem Mann und zog ins Arbeitszimmer. Das mit dem Neuen ging 2,5 Monate - trotz allem heimlich, da er auch unsicher war, ob er eine Beziehung mit mir eingehen möchte wegen Kind und Noch-Mann und weil er spürte, dass mich die Situation so auch nicht glücklich machte. Ich fühlte und fühle mich bei ihm wie noch nie zuvor bei einem Mann. Geborgen, sicher, beschützt und einfach nur glücklich.... LEIDER....
Mein Mann wusste in dieser Zeit, dass ich mich zu dem anderen hingezogen fühle, blockte aber ab, sobald ich mehr erzählen wollte. Also ließ ich es.
Als ich im Januar diesen Jahres eine passende Wohnung für mein Kind und mich gefunden hatte, sagte ich es meinem Mann und er bat mich - unseret- aber vor Allem der Familie und unseres Kindes Willen noch einen Versuch zu starten. Da ich mein Kind mehr als alles andere Liebe und ihm das Leben so schön wie möglich gestalten möchte, hielt ich die Bitte für gut und habe mich darauf eingelassen. Wir kämpfen seither, dass alles besser und schöner wird. Unser Kind blüht auch immer mehr auf - er spürt auch die positive Veränderung. Als Familie funktionieren wir mittlerweile wieder richtig gut. Auch freundschaftlich verstehen wir uns super - nur fehlt mir die Liebe zu ihm.
Ich liebe nach wie vor den anderen - er mich auch. Wir versuchen, so normal wie möglich miteinander umzugehen und warten seit dem 'ende' darauf, dass die Gefühle weniger werden. Es ist nur so eine wahnsinnig große Anziehungskraft zwischen uns. Habe ihm auch sehr deutlich gesagt, dass ich mir wünsche, dass er mit seiner Freundin glücklich wird. Und das meine ich auch so. Und ich möchte auch wieder glücklich und zufrieden mit meinem Mann werden - und wünsche mir auch, wieder die Liebe zu ihm zu entdecken - nur wie?
...und dann gibt es Momente, da überkommt mich die Angst, die falsche Entscheidung getroffen zu haben.
Keine Ahnung, was ich mir jetzt von euch erhoffe. Vielleicht etwas Untersützung, dass die Entscheidung für die Ehe die Richtige war - oder auch Gleichgesinnte, damit ich nicht länger das Gefühl habe, die Einzige zu sein, die so fühlt....
Am Liebsten den ultimativen Tipp, wie alles ganz schnell wieder gut wird. Vermisse meine heile Welt....

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20. Oktober 2016 um 16:41

Hey
vielleicht kann ich dir auch etwas helfen - bin doppeltes scheidungskind (vater, stiefvater) mittlerweile 20 jahre alt...

und wenn die liebe bei den eltern weg ist - spürt man das als kind. ich weiß noch wie meine eltern damals in der trennungsphase waren - also nur noch zusammen wegen der kinder - es herrschte irgendwie komisch stimmung, klar wir waren froh , dass unsere eltern noch zusammen waren, aber sie "hatten sich nicht mehr lieb" und wenn ich eines darauf gelernt hab, dann, dass man auch als kind will, dass die eltern sich lieb haben, also sich lieben.

wie meine mutter dann ihren mittlerweile ex (meinen Stiefvater) kennengelernt hat, war sie richtig glücklich, was auch mich glücklich machte, da ich sah, dass sich meine "eltern" liebten...

zusammengefasst also... es geht nicht nur darum das die eltern unter einen dach wohnen, sie sollten sich auch lieben, dass überträgt sich dann auch aufs kind. Und so schlimm ist es als scheidungskind auch nicht... umso älter man wird, umso besser kann man es verstehen, bzw. umso normaler wird es... es gibt auch vorteile 2x Geburtstag feier, usw...

hoffe ich konnte dir etwas helfen !

LG Marie

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20. Oktober 2016 um 22:42

Hui ich fühle mit dir... nicht so leicht deine Situation.
Ich finde es gut, dass du es mit deinem Mann noch mal versuchst wegen eurem Kind. Ich selber bin auch Scheidungskind und weiss was es bedeutet... ich denke aber auch, jedes Kind verarbeitet es anders. Wenn sie Fragen stellen dazu, denke ich sollte man es kindgerecht je nach Alter erklären, natürlich nicht unbedingt die bittere Wahrheit im Detail, sondern eher so, dass sich die Dinge im Leben oft ändern und es jetzt gerade so ist, das ist eben auch die Lebendigkeit in den Beziehungen und in der Liebe.
Ich verstehe dich so, dass ihr wieder eine Verbindung miteinander aufgenommen habt, ihr euch aber nicht mehr liebt... doch ihr habt es aus Liebe zu eurem Kind gemacht und somit ist es doch wieder die Liebe die euch verbindet, auch wenn sie gerade nicht spürbar zwischen euch ist. Die Anziehung und Liebe zu dem anderen Mann, könntest du ansich weiter ausleben, sofern er auch will und eine Art offene Beziehung/Ehe leben... ich bin davon überzeugt wir Menschen können mehr als einen Partner lieben.
Ich bin aber auch schon länger mit dem Thema in Berührung und es ist seeehr sensibel und braucht viel Vertrauen aller beteiligten und absolute Ehrlichkeit.
Ich finde man muss keine Partnerschaft hinschmeissen, man kann sofern beide wollen immer ein wenig daran arbeiten und der Liebe eine Chance geben, die sich vielleicht auch mal ganz anders äussert als in der klassischen Zweierbeziehung... gerade die Liebe ist doch nicht statisch sondern sehr lebendig und lässt sich nicht einfangen, sondern ist nur wirklich von Dauer wenn alle aus freien Stücken zueinanderfinden und zusammen sind.
Ich finde es aber auch gerade nicht leicht es in Worte zu fassen, hab derzeit Schlafstörungen und bin nun ziemlich unkonzentriert und hoffe du kannst mir folgen.
Ich habe gerade ein Buch wieder hervorgekramt, was ich vor Jaaahren mal las: Die Liebe ist das Kind der Freiheit von Michael Lukas Moeller. Das passt sehr gut, egal ob offene Ehe oder nicht, ich lege es jedem ans Herz der offen ist für Paar-Arbeit und offene Kommunikation.

Ganz schnell wieder gut, kann es werden, wenn du deinen Standpunkt oder die Sichtweise änderst... so geht es mir zumindest immer. Der Schmerz will gefühlt sein, es geht darum diesen nicht zu unterdrücken oder wegzuschieben, sondern zu fühlen und dann gehen zu lassen... oft hielt ich mich daran fest und litt um so länger. Gefühle folgen den Gedanken, also beginne ich meine Denkweise zu ändern.
Ich kann nur von mir erzählen und im Austausch mit anderen, die damit ähnlich umgehen weiss ich, dass es viel bringt.
Ich wünsche dir, dass du für dich einen Weg findet, die Liebe zu leben.

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