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Hauseigentum, Partner zieht ein, faires Modell langfristig – Ideensammlung

Letzte Nachricht: 28. November 2021 um 10:23
M
mondgedicht
26.11.21 um 16:36

Hallo,
ich hoffe, ich finde hier ein bisschen Input und Idee für folgende Situation:

Mein Freund (38) und ich (33) sind seit 3,5 Jahren ein Paar und leben seit 1 Jahr in einer gemeinsamen Wohnung. Schon länger begleitet uns das Problem, dass wir beide dauerhaft unterschiedliche Wohnorte präferieren. Mein Freund möchte eigentlich unbedingt zurück in seine Heimat, während ich in meine Heimat zurück möchte. Die Entfernung zwischen diesen beiden Wohnorten beträgt ungefähr 1 ½ Stunden Autofahrt. In meiner Heimat “wartet” auf mich ein Haus, welches ich erben werde bzw. welches mir ggf. auch vor Erbfall übertragen wird. Dieses Haus wurde 2016 von meinem Vater komplett saniert/renoviert (Kosten insg. ca. 500.000 &euro und ist abbezahlt. Der derzeitige Mieter zieht nun aus und mein Vater würde sich freuen, wenn mein Freund und ich dort einziehen würden. 

Wir gehen aufgrund des anstehenden Auszugs des aktuellen Mieters derzeit verschiedene Möglichkeiten durch. Nach einigen schwierigen Gesprächen, sind wir derzeit an dem Punkt, dass mir mein Freund nun eine Liste mit Bedingungen erstellt hat, zu denen er zumindest weiter darüber nachdenken würde, mit mir in das Haus zu ziehen. Einige Punkte davon kann ich direkt bestätigen, aber zu den folgenden fehlt mir noch ein “klarerer Blick”, den ich mir hier, also von Unbeteiligten, erhoffe. Gefühlt würde ich gerade alles davon irgendwie möglich machen wollen, nur damit wir dort zusammen leben können und ich nicht das Gefühl hätte, ihm damit etwas “schlimmes” anzutun. 

Demnach wäre eine Bedingung von ihm, dass wir in seiner Heimat ein Ferienhaus zusammen erwerben (Kosten sicherlich um ca. 200.000 &euro. Dieses soll durch uns selbst genutzt werden, um sehr regelmäßig und jederzeit in seiner Heimat zu sein, d.h. eine tatsächliche Vermietung an Feriengäste (und damit eine Refinanzierung) wäre dann nur in sehr geringem Rahmen möglich, da er jederzeit dort hinfahren möchte, wenn er möchte. ich finde die Idee grds. gut und kann mir das vorstellen.

Das Grundstück sowie auch das Haus selbst sind ziemlich groß, hier gäbe es also auch immer gut etwas zu tun und zu erhalten. Mein Freund hat nun berechtigterweise den Wunsch, dass wir uns darüber einig werden, welche Möglichkeiten der “Absicherung” es für ihn geben kann. Ich kann es verstehen, dass er nicht “sein Leben lang” (seine Worte) ein Haus in Stand halten möchte, das ihm nicht gehört. Ich möchte auch nicht, dass er sich irgendwie “nur zu Gast” fühlt. Unsere beiden Eltern sind geschieden, wir wollen so gut es geht fair an die Sache rangehen, auch wenn es sich vielleicht nicht so romantisch anhört. 

Er hat nun drei Möglichkeiten mal in den Raum geworfen, welche zwar noch recht allgemein formuliert sind, aber dennoch zumindest Ansätze sind:
Möglichkeit 1: Arbeiten, die am Haus und am Grundstück anfallen, werden entweder von mir übernommen oder von Dienstleistern gemacht, die ich zahlen würde inkl. Materialien. 
Möglichkeit 2: Er bringt sich ein (Arbeitszeit, weil er gerne selbst werkelt und finanziell), aber zu einem noch zu bestimmenden Zeitpunkt würde ihm die Hälfte des Haus mit gehören (z.B. wenn man Kinder hat oder geheiratet hat). Das heißt für mich, dass ich ihn bei Trennung oder Scheidung auszahlen müsste. 
Möglichkeit 3: Er bringt sich ein (siehe Möglichkeit 2), aber ab einem bestimmten Zeitpunkt (z.B. Heirat und Kinder) wird ihm das Ferienhaus trotz gemeinsamer Finanzierung vollständig gehören. Bei Trennung würde ich noch einen nach Ehejahren gestaffelten Betrag der Restsumme abbezahlen.

Wir verdienen übrigens in etwa gleich viel (er ca. 150 € netto mehr als ich monatlich). 

Ich werde eines Tages mal eine größere Summe erben und habe bereits eine größere Schenkung erhalten, die ich versuche gewinnbringen wieder zu investieren. Das heißt, was den Punkt “Absicherung” betrifft, stehe ich insgesamt sicherer da als er.
Was haltet ihr von diesen Vorschlägen? Kennt ihr ähnliche Situationen? Wie könnte eine faire Regelung für uns beide aussehen? Ich freue mich sehr über ein jedes bisschen Input, vielen Dank vorab!


 

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S
spiff80
26.11.21 um 23:50

HalloWas Du nicht erwähnst, aber bei den Varianten noch wesentlich wäre: würde er in Deinem Haus Miete bezahlen? Wenn Nein, wieso soll er gratis wohnen und Du den ganzen Unterhalt bezahlen?

Ich würde keine erfundenen Bedingungen akzeptieren, sondern ein finanzielles Modell machen, das für beide fair ist.

Zum Haus deines Vaters: solange es Deinem Vater gehört, ist es einfacher, weil ihr so einfach normal Miete bezahlen könnt. Unterhalt am Haus ist Sache des Besitzers. Also eigentlich Deines Vaters. Natürlich kannst es auch Du bezahlen, weil Du es eh erben wirst. Für ihn sollte es aber wie "normale Miete" sein. Wenn er darüberhinaus was tut, könnte es von der Miete abgezogen werden.

Sein Ferienhaus finanziert er selber oder mit Dir zusammen?

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M
mondgedicht
27.11.21 um 11:04
In Antwort auf spiff80

HalloWas Du nicht erwähnst, aber bei den Varianten noch wesentlich wäre: würde er in Deinem Haus Miete bezahlen? Wenn Nein, wieso soll er gratis wohnen und Du den ganzen Unterhalt bezahlen?

Ich würde keine erfundenen Bedingungen akzeptieren, sondern ein finanzielles Modell machen, das für beide fair ist.

Zum Haus deines Vaters: solange es Deinem Vater gehört, ist es einfacher, weil ihr so einfach normal Miete bezahlen könnt. Unterhalt am Haus ist Sache des Besitzers. Also eigentlich Deines Vaters. Natürlich kannst es auch Du bezahlen, weil Du es eh erben wirst. Für ihn sollte es aber wie "normale Miete" sein. Wenn er darüberhinaus was tut, könnte es von der Miete abgezogen werden.

Sein Ferienhaus finanziert er selber oder mit Dir zusammen?

Hallo spiff80,
vielen Dank für deine Antwort!

Stimmt, das habe ich komplett vergessen zu erwähnen: Ja, er würde dann keine Miete zahlen, sich aber an den laufenden Kosten beteiligen, die bei dem großen Haus auch nicht zu vernachlässigen sind. Warum er das verlangt: Weil wir dann in meiner Heimat wohnen und nicht in seiner. 
Das Ferienhaus würden wir zusammen finanzieren, also hälftig, es würde mir also auch gehören. Er möchte (sofern es realitisch und möglich ist), gerne alle zwei Wochenenden dort verbringen, wo ich natürlich auch mitkommen möchte. Ich denke, ich würde zumindest 1x im Monat ein Wochenende dort mit ihm verbringen. Er möchte darüber hinaus auch ggf. mal eine ganze Woche dort verbringen. Sollten wir uns mal trennen, würde er ein Vorkaufsrecht haben wollen, das heißt, er würde mich dann auszahlen. 

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happilyworking
happilyworking
27.11.21 um 15:12

Liebe Mondgedicht,

ich würde es wie folgt lösen:

Zieht erst in dein Haus, wenn ihr verheiratet seid. Erst dann greift die Zugewinngemeinschaft.

Schreibt auf, welche Mehrkosten euch durch den Umzug entstehen. Das beinhaltet Renovierung, Umzugskosten, aber auch höhere laufende Kosten wie Anfahrt zur Arbeit, oder Nebenkosten.

Ihr könntet vereinbaren, dass die Mehrkosten und die Sanierungskosten von dir getragen werden und dein Partner weiterhin die Miete und Nebenkosten zahlt, die ihr in der bisherigen Wohnung hattet und diese am Preisindex orientiert angepasst werden. Dafür erhält er auch einen schriftlichen Mietvertrag von dir. Sollte er höhere Fahrtkosten zur Arbeit haben müsstest du das an sich auch ausgleichen.
Das Geld aus der Miete könnt ihr nehmen, um Urlaub in seiner Heimat zu machen und auf das Ferienhaus zu sparen (z.B. auf dem in gemeinsames Konto anlegen).

In dem Moment, wo ihr euch scheiden lasst wird der Zugewinn beider Häuser ermittelt und errechnet, wer wem Ausgleich schuldet. Das könnt ihr jetzt nicht regeln.

Ich würde ihm zu keinem Zeitpunkt die Hälfte des Hauses zu Tag X zu schenken und u.U. Schenkungssteuern auf ein abbezahltes Haus mit Grundstück zahlen. Von dem Geld kauft ihr lieber das zweite.

Wenn ihr euch jetzt nicht einig seid, vermiete das Haus lieber neu und kläre die Situation in Ruhe. Ihr könnt den neuen Mietern immer noch mit 3 Monaten Frist kündigen - wozu die Hektik?

Ich wünsche euch alles Gute!

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M
mondgedicht
28.11.21 um 10:23
In Antwort auf happilyworking

Liebe Mondgedicht,

ich würde es wie folgt lösen:

Zieht erst in dein Haus, wenn ihr verheiratet seid. Erst dann greift die Zugewinngemeinschaft.

Schreibt auf, welche Mehrkosten euch durch den Umzug entstehen. Das beinhaltet Renovierung, Umzugskosten, aber auch höhere laufende Kosten wie Anfahrt zur Arbeit, oder Nebenkosten.

Ihr könntet vereinbaren, dass die Mehrkosten und die Sanierungskosten von dir getragen werden und dein Partner weiterhin die Miete und Nebenkosten zahlt, die ihr in der bisherigen Wohnung hattet und diese am Preisindex orientiert angepasst werden. Dafür erhält er auch einen schriftlichen Mietvertrag von dir. Sollte er höhere Fahrtkosten zur Arbeit haben müsstest du das an sich auch ausgleichen.
Das Geld aus der Miete könnt ihr nehmen, um Urlaub in seiner Heimat zu machen und auf das Ferienhaus zu sparen (z.B. auf dem in gemeinsames Konto anlegen).

In dem Moment, wo ihr euch scheiden lasst wird der Zugewinn beider Häuser ermittelt und errechnet, wer wem Ausgleich schuldet. Das könnt ihr jetzt nicht regeln.

Ich würde ihm zu keinem Zeitpunkt die Hälfte des Hauses zu Tag X zu schenken und u.U. Schenkungssteuern auf ein abbezahltes Haus mit Grundstück zahlen. Von dem Geld kauft ihr lieber das zweite.

Wenn ihr euch jetzt nicht einig seid, vermiete das Haus lieber neu und kläre die Situation in Ruhe. Ihr könnt den neuen Mietern immer noch mit 3 Monaten Frist kündigen - wozu die Hektik?

Ich wünsche euch alles Gute!

Hallo happilyworking,
vielen Dank für deine Antwort und deinen Input. Da ist viel drin, was mich zum Nachdenken anregt.

Ja, die Variante das Haus nochmal neu zu vermieten und solange an einer Lösung zu arbeiten, sind wir auch ansatzweise mal grob durchgegangen, aber eigentlich möchten wir das beide nicht. Die Gefahr diese Gespräche immer weiter in die Zukunft hinaus zu vertagen, ist zu groß. Wir haben über das Thema lange genug geschwiegen und es ausgeklammert, es aber immer im Hinterkopf gehabt und da es für uns beide momentan einfach sehr wichtig ist, würden wir schon gerne jetzt eine Lösung finden. Da spielen noch ein paar weitere familiäre, eher weiche Faktoren rein, die hier den Rahmen aber sprengen würden.

Erst in das Haus zu ziehen, wenn wir verheiratet sind: Ja, das wäre auch ein Ansatz, aber ehrlich gesagt, würde ich lieber vorher dort wohnen, um mir auch ganz sicher zu sein, dass er sich (und ich mich natürlich auch), uns dort wirklich wohlfühlen und die Pläne mit dem Pendeln zwischen seiner Heimat und dort auch etwas eingegroovt sind. Ich kenne meinen Freund gut und bin mir sehr sicher, dass er mit keinen Antrag machen wird, ehe diese Situation nicht geklärt ist. Für mich fühlt sich das momentan sehr ähnlich an. 

Das Ferienhaus würden wir gerne schon parallel kaufen bzw. finanzieren. 

Ich habe es von ihm bisher so verstanden, dass er weder Miete in dem Haus bezahlen will und dennoch bei Variante 1 möchte, dass ich mich an allen möglichen Kosten beteilige. Umzugskosten sind absolut überschaubar, das kann ich auch alleine tragen. Renoviert werden muss erstmal nichts, da das Haus noch in einem guten Zustand ist. An den Spritkosten beteilige ich mich bereits schon hier hälftig und das soll auch zukünfig so sein. Oder meinst du, dass ich dann hier noch einen größeren Anteil zahlen sollte? Also z.B. 3/4?

Ich frage mal ganz blöd: Wie ist das mit dem Zugewinn beider Häuser genau geregelt? Ich kann mir das gerade gar nicht so richtig vorstellen. 
 

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