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Hat unsere Ehe noch eine Chance?

26. September 2017 um 13:01

Ich weiß nicht so recht, wie ich anfangen soll und wie weit ich ausholen muss, aber ich fange einfach mal an:

Zur aktuellen Situation:

Mein Mann hat sich vor drei Wochen von mir getrennt, vor zwei Wochen ist er ausgezogen. Wir waren seit Januar 2005 ein Paar, seit 2011 verheiratet. Wir haben zwei Kinder (4 und 7 Jahre), die bei mir leben. Ich bin in unserer Wohnung geblieben. Die Trennung erfolgte nicht im Streit, es lief sehr sachlich und nüchtern ab. Wir haben auch noch ein gutes Verhältnis und beinahe täglich Kontakt (Telefon, Whatsapp, Treffen). Die ersten Tage nach der Trennung ging es mir psychisch sehr schlecht, das habe ich aber (auch für mich selbst) überraschend schnell verkraftet und akzeptiert.

Trennungsgrund:

Vor gut zwei Jahren habe ich auf einer Party einen anderen Mann geküssst. Der Vertrauensbruch kam zufällig heraus, ich habe es meinem Mann nicht von mir aus gebeichtet. Ich fand es damals wie heute auch nicht "schlimm", allerdings geht die Definition von Treue bei mir und meinem Mann sehr weit auseinander. Für ihn war es wirklich schwer zu verkraften. Wir haben sehr viel darüber gesprochen und uns zusammengerauft. In diesen Gesprächen gestand ich meinem Mann auch, dass ich Intereresse an anderen Männern habe und mir eine offene Beziehung wünschen würde. Allerdings habe ich ihm auch immer gesagt, dass es wirklich nur in Frage kommt, wenn er irgendwann bereit dazu ist (und wenn das nie so sein sollte, ist es auch ok).

Die Beziehung frischte richtig auf, mein Mann bezeichnete das immer als unseren "zweiten Frühling". Das hielt gut ein Jahr. Danach fingen wir langsam an uns wieder auseinanderzuleben. In dem Jar war ich nie alleine aus, das Bedürfnis kam aber wieder. Jedes Mal wenn ich ausgegangen bin, gab es Probleme. Mein Mann machte mir immer wieder eine Szene, glaubte mir nicht dass ich Treu bin. Teilweise ging es so weit, dass er mir Vorwürfe machte, ich würde in der Arbeit fremdgehen. Das ging immer so weiter und ich war auch immer verständnisvoll, weil ich dachte, es sei ja meine eigene Schuld, dass er mittlerweile misstrauisch ist.

Irgendwann wurde es mir doch wirklich zu viel und ich wurde unglücklicher und unzufriedener. Fühlte mich eingesperrt, traute mich nicht zu fragen, ob ich mich mit Freundinnen treffen "darf". Wenn ich von meinen Ängsten sprach, stellte mein Mann es immer so dar, dass ich doch alles dürfe und er mir vertraut. Wenn ich dann aber weggegenangen bin, gab es jedes Mal Streit, Stress und Ärger. Wenn ich von weggehen schreiben, meine ich vielleich alle 2-3 Monate einmal. Es ist also auch nicht so, dass es Überhand genommen hat.

Vor ca. einem halben Jahr sprach er das erste Mal in einem solchen Streit von Trennung. Ich konnte ihn dann überzeugen, dass das quatsch ist. Dann gab es den nächsten Vorfall und plötzlich meinte er, es wäre ihm egal. Er war plötzlich sehr abweisend zu mir, wir hatten bis dahin immer viel Körperkontakt und waren auch oft intim. Plötzlich gar nichts mehr. Als ich ihn darauf ansprach sagte er, er hätte keine Gefühle mehr für mich. Ich war ehrlich schockiert und fragte ihn, wie es weitergehen soll. Ob er bereit ist daran zu arbeiten. Er verneinte, denn seiner Meinung nach hat er genug an der Ehe gearbeitet und es hätte bisher nichts gebracht. Ich sagte ihm, wenn er mich nicht mehr liebt und auch nicht daran arbeiten möchte, gibt es nur die Möglichkeit sich zu trennen. Das war dann das erste Mal, dass ich von Trennung sprach.

Plötzlich ruderte er zurück und sagte mir, dass er das sich nur als selbstschutz einredet und er mich natürlich noch liebt. Der restliche Urlaub war dann ganz nett, aber anders als sonst. Wir hatten auch eine Woche kinderfrei (wie jeden Sommer), das wurde immer intensiv als Paarzeit genutzt. Diesmal fühlte es sich eher freundschaftlich an.
Dann hatte der Alltag uns wieder, alles lief wie gewohnt. Etwas kälter vielleicht, aber nicht so, dass es aufgefallen wäre. Bis dann plötzlich vor drei Wochen das besagte Gespräch kam. Ich habe dann noch eine Paartherapie vorgeschlagen, was er sofort verneinte.
Wie ging es weiter:
Die ersten Tage habe ich viel geweint und war sehr depressiv. Ich wollte mit Niemandem darüber reden und habe es in mich hereingefressen (meine beste Freundin war auch gerade im Urlaub). Nach einigen Tagen hatte ich aber plötzlich neue Energie und fühlte mich wirklich gut mit meiner neugewonnenen Freiheit. Das Gefühl hält bis heute an. Ich mag mich wirklich grad gerne leiden. Ich bekomme alles geregelt, bin von niemandem abhängig, hatte auch schon ein Date.

Letztes Wochenende waren die Kinder das erste Mal bei ihrem Vater und ich aus. Das wusste er auch. Am Abend schickte er mir plötzlich eine Nachricht, dass er mich vermisst. Mir kam natürlich sofort in den Sinn, dass er mich wieder kontrollieren will und angst hat, dass ich einen anderen Mann treffe. Am nächsten Tag erzählte er mir, dass er eine andere Frau geküsst hat und es sich falsch angefühlt hat. Dass er doch noch Gefühle für mich hat und gerne doch an der Ehe arbeiten möchte. Dass er erstmal ausgezogen bleibt, aber wir eine Therapie machen. Er kann aber nicht sagen, ob er jemals das Vertrauen zurückbekommen wird.

Nun soll ich entscheiden, ob ich das möchte. Aber das kann ich irgendwie nicht. Aus dem Bauch heraus könnte ich direkt nein sagen. Ich fühle mich wirklich gut mit der Situation derzeit. Aber ich habe angst, dass ich das irgendwann bereuen könnte.

Außerdem haben wir zwei Kinder zusammen, die ihren Vater sehr vermissen. Ich bin es ihnen irgenwie auch schuldig, es wenigstens zu versuchen.

Ich habe überlegt, ob eine Kontaktsperre von 1-2 Wochen vielleicht helfen könnte, einen klaren Kopf zu bekommen. Weiß aber auch nicht, ob das hilft

Tipps? Hatte jemand schon eine ähnliche Situation?

Danke und sorry für den Roman...
 

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26. September 2017 um 17:54

Hallo Ich schreibe dir mal wie ich das als Ehemann erlebt hatte. Und wie gesagt es ist wirklich nur meine persönliche Geschichte. Als ich mit meiner Ex Frau zusammenkam, da war ihre Beziehung gerade mal seit 3 Wochen beendet. Wir hatten uns von Anfang an gut verstanden in jeder Beziehung. Wir waren auch sehr jung 22 und 24 Jahre. Nach etwa 3 Monaten hat sich von ihrem Ex der beste Freund bei ihr gemeldet und wollte mal mit ihr abmachen. Im Voraus noch diese Info: Während ihrer Beziehung hatte dieser beste Freund bereits interesse an ihr die Sie mir selbst erzählte. Ich hatte bedenken aber konnte es ihr ja nicht verbieten. Ich ging zur Arbeit (Nachtschicht) und Sie mit diesem Typen in Ausgang. Als ich am nächsten Morgen um 7h nach hause kam war Sie noch nicht da. Erst am späteren Nachmittag kam Sie dann endlich. Meine Sorgen was gelaufen sein könnte spielte Sie als Hirngespinste ab und ich trottel hatte es ihr noch geglaubt. Sie hätte es mir nie im Leben gebeichtet wenn nicht dieses dumme Ereignis ihr zuvorgekommen wäre. Sie hatte mich mit den Tripper angesteckt. Sie meinte, es sei halt passiert usw. Damals kannte ich einen väterlichen Freund bei der Arbeit und sein Tip an mich war: Die Frau ist immer in der Position zu entscheiden ob aus einem Flirt mehr wird oder nicht. Du als Mann kannst nur deinen Radar justieren um zu erkennen ob eine Frau dich gewähren lassen wird oder nicht. Fazit = Nicht der Mann erobert die Frau sondern die Frau lässt sich erobern. So gesehen zu deiner Geschichte: Du weisst ganz genau was du willst und deine Ausrede von wegen, wenn er nicht positives denkt über eine offene Beziehung dann halt nicht. Das kann ich fast nicht glauben. Deine Instinkte werden immer stärker sein. Mach dir und deinem Mann den Gefallen und beende diese für beide Seiten unerträgliche Gefühl weiter mit einem Menschen zu leben den du nicht mehr als solchen empfindest. Kennst du die Geschicht von den zwei I's? Das eine I steht für Instinkt und der andere für Intellekt. Und wenn wir das ganze als Beispiel mit dem Essen vergleichen wollen merkst du sofort was ich meine. Angenommen dein Magen knurrt, also dein Instinkt will Stoff, dem ist es egal was du ihm zuführst. Ob es einGaladinner und mega teuer oder einfach ein Hamburger. Jetzt müsste eben der Intellekt eingreifen und zusehen ob du überhaupt genug Kohle dabei hast für ein teures Menue oder doch die Wurstbude besser wäre. Bei den Beziehungen ist es dasselbe. Du darfst die beiden I's nicht gegeneinander prallen lassen. Diese beiden sollten in Harmonie agieren. Ich hoffe dich nicht allzusehr genervt zu haben und wünsche euch egal wie ihr es angeht viel Glück dabei.

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