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Hat unsere Ehe noch eine Chance?

25. September 2012 um 10:44

Achtung das wird lang aber ich glaube, daß die ganze Story in ihrer Entwicklung wichtig für's Verständnis meiner jetzigen Situation ist.

Meine Frau und ich sind seit 11 Jahren verheiratet. Wir sind jeweils unsere erste und einzige Liebe - wir sind schon als Teenies zusammengekommen (für mich war's die berühmte Liebe auf den ersten blick mit sofortigen Schmetterlingen im Bauch usw.) und somit seit mehr als 20 Jahren zusammen. Wir haben zwei Kinder, ein Haus und wollten zusammen alt zu werden.
Unser Alltag ist im Vergleich zu anderen Paaren in unserer Umgebung recht... stressig . Der Grund ist, daß wir beide jeweils ca. 100km entfernt arbeiten - in entgegengesetzter Richtung. Das macht die alltägliche Planung zur Herausforderung, aber da uns unsere Jobs viel Spaß machen und wir es auch nicht anders gewöhnt sind, haben wir uns ganz gut arrangiert. Wir wechseln uns ab, wenn's drum geht, die Kinder zum Kiga oder zur Schule / Fußball / etc. zu bringen. Das klappt meistens und wenn nicht gibt's Oma und Opa.

Unsere Beziehung ist extrem harmonisch. Wirklichen Streit kennen wir nicht - wir sind erwachsen und intelligent und konnten bisher immer alles aussortieren. Unsere Charaktere ergänzen sich perfekt - ich bin sehr analytisch, praktisch, logisch aber auch leidenschaftlich, jedoch nicht sehr romantisch. Kalt bin ich jedoch keineswegs. Sie ist die emotionale Seite. Vor allem später mit der Kindererziehung hat sich gezeigt, daß dies eine sehr gute Balance schafft. Wir haben - zumindest dachte ich das - die Stärken und auch Schwächen des anderen erkannt. Ich zumindest bin der Meinung: Den Bilderbuch-Partner gibt's nicht aber wenn man jemanden liebt, der dem sehr nahe kommt, dann gehört es zur "Beziehungsfähigkeit", sich nicht an den Schwächen aufzureiben sondern sie zu akzeptieren und darüber hinweg zu sehen. Wenn man das nicht kann, sollte man die Sache rasch beenden.
Nun, daß wir seit 20 Jahren zusammen sind, hat mir hier ein gutes Gefühl gegeben, daß wir unseren Weg gefunden hätten.

Ich hatte nie Grund für Eifersucht und sie auch nicht - bis auf jeweils einen Ausrutscher im Teenie-Alter: geschenkt. Mir ist Vertrauen und Geradlinigkeit sehr wichtig und so habe ich auch nie auch nur daran gedacht, daß meine Frau mir untreu werden könnte. Ich meine: das ist ja die Basis einer Ehe! Dafür haben wir uns gefunden und schließlich nicht nur eine Beziehung sondern wir haben geheiratet und eine Familie gegründet. Aber um Formalitäten geht's mir nicht. Es geht um Vertrauen. Um verlorenes.


Wir waren im August im Urlaub im Ausland. Dort bemerkte ich, daß meine Frau, wenn ich z.B. von einem Einkauf zurück kam, telefonierte und sich hastig verabschiedete. Ich rollte innerlich mit den Augen, da ich dachte, daß sie wieder die Arbeit nicht loslassen könne und mit einer Arbeitskollegin telefonierte, "weil's ja ohne mich nicht geht". Dann habe ich mich geärgert, weil sie unseren Urlaub nicht achtet und teure Auslands-Telefongebühren für die Arbeit verbrät. Also habe ich mir mal ihr Telefon genommen, um zu checken, wie viel Anrufe sie denn mit ihrer Kollegin geführt hätte, um sie darauf anzusprechen.
Nun - die Kollegin war ein Kollege. Genaugenommen ein Ex-Kollege, der aber beruflich bedingt immernoch ab und zu bei ihr auf Arbeit aufkreuzt.

Ich war rasend. Ich war verwirrt. Ich wollte es verstehen.
Die Kinder waren schon im Bett und ich ließ uns eine Badewanne ein, um das Thema streßfrei zu diskutieren. Also sprach ich sie dann darauf an. Sie wich aus aber schließlich gab sie zu: "Ja, ich fühle mich zu ihm hingezogen, weil er meine Situation auf Arbeit versteht und viel romantischer ist als Du.". Die Affäre war noch recht frisch. So richtig "Fahrt aufgenommen" hat das wohl erst unmittelbar vor unserem Urlaub, als der Streßlevel bei Ihr auf Arbeit maximal war. Er hat Ihr wohl gut zugeredet, sie umarmt und sie haben sich geküßt. Ich denke, dabei blieb es auch - zumindest habe ich unterdessen auch von ihm die Bestätigung dieser Aussage, daß nicht "mehr" war.
Nach verschiedenen Stadien - Wut, Verzweiflung, Resignation - fingen wir an, zu diskutieren und zu ergründen "was lief falsch?". Sie machte mich verantwortlich, daß ich mich entfernt hätt, ihr im Haushalt nicht mehr richtig helfen würde und teilweise am Wochenende zu viel Computerspiele gespielt hätte. Damit hatte sie vollkommen recht. Ich habe das selbst bemerkt und reflektiert, warum ich so bin. Ich hab's aber in dem Moment noch nicht verstanden und nicht gegengesteuert. Dazu komme ich noch.
Ich habe sie dennoch damit nicht entlastet, denn SIE war es, die die Affäre einging und somit unsere Familie gefährdete. Bei allem Schuldeingeständnis meinerseits - ich kann dies nicht verstehen und auch nicht entschuldigen.
Wir haben erkannt, daß wir beide unsere Ehe leichtfertig aufs Spiel gesetzt haben. Wir haben uns gefragt, ob wir sie noch retten wollen und mit dem Partner weiterhin zusammen sein möchten. Wir haben gezweifelt und hervorgekramt, ob und warum zum Teufel wir den anderen noch lieben. Fazit: JA!

Von da an ging's bergauf. Ich habe mein blödes Verhalten eingestellt und wieder im Haushalt meine Pflichten erfüllt. Mir fiel's nicht mal schwer, weil ich gemerkt habe, wie viel besser wir beide drauf waren. Es war einfach schön.

ABER: In mir ist an dem Abend viel zerbrochen. Vor allem das uneingeschränkte Vertrauen in meine Ehefrau. Mich haben die Zweifel gequält - ich wurde fast wahnsinnig, wenn sie nicht da war. Und so reifte in mir der Gedanke, daß ich wissen muss, was sie tut, um zu bestätigen, daß da nichts mehr ist. Daher installierte ich ein Überwachungs-Tool auf ihrem Handy. Damit konnte ich ihre Position abfragen und sie über das Mikro belauschen. Ich fühlte mich schäbig, aber es war das einzige, was mir einfiel, um mein Seelenheil zu retten und letztendlich wieder zur völligen Normalität in unserer Ehe zurückzukehren.

An einem Sonntag nach unserem Urlaub war sie über Mittag unterwegs (Friedhof zum Grab ihrer Oma), und so wollte ich eher aus technischem Interesse einmal prüfen, wie das Tool funktioniert. Ich wußte, wo sie sein wollte, aber das blöde Ding, gab eine völlig andere Position an. Also schaltete ich die Sprachübertragung an - und da traf mich fast der Schlag! Ich hörte neben ihr eine Männerstimme. Für das Erkennen einzelner Worte war die Qualität aber zu schlecht. Getuschel, Gekicher. Ich war in Rage, ich war nicht mehr ich selbst - "Vom Dr. Jekyll werd' ich zu Mr. Hyde". Ich rief sie dutzende Male an, aber sie ging nicht ran. Ich wollte sie schließlich in flagranti ertappen, packte unseren Kleinen ins Auto und raste zu dem Ort. Da waren sie unterdessen nicht mehr, und ich erhielt schließlich ihren Rückruf. Sie war bei ihren Eltern. Ich sagte ihr auf den Kopf zu, was ich wußte und daß wir uns SOFORT zu Hause treffen würden. Der Kleine wurde vor dem TV geparkt und ich machte mich bereit, unsere Ehe zu beenden. Ich wollte nie wieder so gedemütigt werden!
Sie erklärte, daß sie wirklich zum Friedhof wollte und er sie kurzfristig anrief, daß er da und dort wäre, also haben sie sich getroffen. Sie wollte die Sache dort klarstellen, fand aber keine Kraft. Sie haben sich wieder geküßt. Ich vereinbarte mit ihr, daß er mir seinen Teil der Story sagen solle. Sie beendete die Beziehung per Mail er bestätigte mir schließlich per Mail mit seinen Worten, was im Auto gewesen ist (und was nicht) und auch, daß er gefühlt hat, daß sie "komisch" war. Er würde ihre Entscheidung akzeptieren und sich zurückziehen.
Ich ließ mich wieder von meinen Gefühlen für sie einfangen. 20 Jahre löscht man halt nicht so einfach in kurzer Zeit aus. Ich liebe sie wirklich noch sehr, trotz allem. Aber ich sagte ihr auch deutlich, daß mein Vertrauen zerbrochen ist und nur geheilt werden kann, indem sie mir keinen neuen Grund für Eifersucht gibt. Ich sagte auch, daß ich Leute und Mittel habe, die mir über sie berichten könnten. Von der konkreten Überwachungsmethodik erzählte ich nichts.

Es wurde wieder besser - nein es wurde wirklich schön. Ich hatte das Gefühl, daß wir alles im Griff hatten.

Aber da waren immer noch diese Zweifel. Ich mußte sie ersticken, indem ich Beweise finde, die mir sagen, daß da nichts mehr ist. Als sie an einem Abend zu einem 2-Tages-Workshop weg war, prüfte ich ihre eMails. Sie enthielten eine brandneue Mail von ihm mit einer Buchungsbestätigung für ein gemeinsames Hotelzimmer in der Nähe des Workshops.
Wut, Rage, Verzweiflung, tausend Versuche, sie zu kontaktieren. Sie sagte, daß sie das gesehen aber nicht drauf reagiert hat. Sie kam sofort heim und versicherte mir, daß da nichts ist und sie nichts vorhatte. Sie sagte mir, daß sie mit ihm keinen Kontakt mehr hatte und hoffte, daß er die Sache damit auf sich beruhen lassen würde.
Ich entschloß mich, ihr zu glauben aber ich sagte ihr klipp und klar, daß sie mir ab sofort über jegliche Kommunikation mit ihm sprechen muss.

Jetzt muss ich für's Verständnis noch über die Situation auf ihrer Arbeit berichten. Sie ist in einer leitenden Tätigkeit in einem mittelständigen Unternehmen tätig. Das Arbeitspensum für sie war dort schon immer grenzwertig. Sie ist dort seit über 10 Jahren und neben ihrer fachlichen Qualifikation ist sie dort auch "die Mutti, die alles zusammenhält". Jeder, der Probleme auf Arbeit hat, kommt zu ihr und sie richtet das irgendwie oder hört wenigstens zu. Das macht's natürlich schwierig, die eigene Arbeit zu organisieren und ich hab sie über die Jahre schon oft davor gewarnt. Aber es ging irgendwie, bis schließlich innerhalb kurzer Zeit zwei Kolleg/Innen und ihr Chef kündigten. Der neue Chef ist eine Katastrophe, hat keine Achtung für ihre Arbeit und überlastet sie dauerhaft. Dazu muss sie jeweils in Teilen die weggefallenen Stellen kompensieren, eine chronisch Kranke vertreten (kurz vor der Rente und keinen Bock mehr auf Arbeiten) und Urlaubsvertretung machen.
Kurz: seit Frühjahr diesen Jahres ist es exzessiv. Sie lebt nur noch für die Arbeit und die "Organisation" der Familie. Ich habe sie dennoch unterstützt, und versucht, so weit es geht, meine Arbeit hintenan zu stellen. Dazu muss man wissen, daß ich der deutliche Hauptverdiener bin und ich eine Position auf Arbeit innehabe, die u.a. die indirekte Verantwortung für einen Betrieb bedeutet. Wenn ich bzw. das von mir geleitete Team sich einen Patzer leisten, hat ein Betrieb mit 3000 Mitarbeitern keine Arbeit für den Tag. Aber glücklicherweise erlaubt mir mein Arbeitgeber eine hohe Flexibilität in der Arbeitszeit und im Arbeitsort. Und ich stelle meine Arbeit auch nicht über die meiner Frau, weil ich weiß, daß sie dort viel Bestätigung erhält und sowas ja auch gut für's Allgemeinwohl ist. Somit habe ich z.B. - auch wenn wir an einem Tag vereinbart hatten, daß meine Frau die Kinder abholt - ich mir Freiräume geschaffen und sie angerufen und gesagt: "Du kannst noch bleiben, wenn's Dir hilft - ich hole die Kids!". Sie hat das auch immer dankend angenommen. Nur hat sie's auch übertrieben. "Sei wenigstens zum Abendbrot zu Hause" - sie war es nie. Sie war chronisch unpünktlich. Immer. Das ganze Jahr über. Auch in der Zeit, bevor sie die Affäre hatte. Und sie zeigte hinterher, wenn sie da war nicht einmal Reue oder entschuldigte sich dafür - nein, sie drehte die Diskussion oft um in der Art "Es muss Dir doch klar sein, daß ich nicht pünktlich sein kann!". Ich war frustriert darüber, daß sie nicht mal im Ansatz auf unsere Abmachungen achtete. Ich hatte irgendwann Anfang des Sommers die Erkenntnis: "Wir sind dabei Du bist dabei ich bin dabei uns zu verlieren.". Aber ich verpasste die Chance, gegenzusteuern und machte stattdessen "zu". Und so kam es, daß ich manchmal, nach einer Woche, in der wiedermal nichts geklappt hatte, ich mir am Wochenende frustriert dachte: "und jetzt bist DU halt da und ICH bin vor'm PC". Es war kindisch, es war dumm. Ich hätte es besser wissen sollen. Ich hoffte, daß es mal "knallt" und wir einen reinigenden Streit hätten. Aber sie hatte wohl auch keine Kraft mehr und war enttäuscht von mir. Ein Teufelskreis.
Da sie bei ihr auf Arbeit alle eine so tolle Family sind, haben sie für eine Kollegin eine große Abschiedsparty geplant. In die Planung war "Er" mit einbezogen aber sie meinte noch Anfang letzte Woche, er hätte sich lange nicht gemeldet und sie wüßte gar nicht, ob er noch käme. Sie hätten keinen Kontakt.

Letzten Freitag
war wieder ein längerer Arbeitstag für sie. Ich durchforstete ihren PC und fand eine Mail neueren Datums an IHN mit einem seltsamen Inhalt. Als Ahnang waren Bilder dabei, die ich nicht sehen konnte. Ich befürchtete das Schlimmste und war wiedermal auf 180 (Mr. Hyde). Ich wollte sie sofort erreichen, aber sie nahm nicht ab. In meiner Verzweiflung rief ich eine Kollegin an unter einem harmlosen Vorwand - und erhielt die Antwort: "Die ist mit IHM unterwegs.". So viel zum Thema "wir haben keinen Kontakt mehr". Ich rief schließlich IHN an und er meinte, daß sie aktuell nicht mehr zusammen wären - sowohl nicht mehr am gleichen Ort als auch was ihre Beziehung angeht. Sie hätten nur die Abschiedsparty der Kollegin zusammen mit anderen Kollegen geplant.
Ich glaube wirklich, daß das wahr ist. Ich habe unterdessen auch die Bilder in der Mail gesehen und sie sind völlig harmlos. Ich hatte in meiner Rage und Paranoia das erst mal einen falschen Verdacht und hatte es überzogen. Es war ein Fehler. Ein Riesen-Fehler.
Schließlich erreichtete ich sie. Sie war enttäuscht, daß ich sie überwachte und ausspionierte. Das ist völlig verständlich. Ich erklärte ihr, daß es mein Weg ist, wieder Vertrauen zu fassen - indem ich "nichts" finde, bestätigt mir das, daß da nichts mehr ist. Ich entschuldigte mich aufrichtig.
Wir sprachen außerdem über ihre Arbeit und ich sagte ihr recht deutlich, daß ihre Arbeit unsere Beziehung auf dem Gewissen hat. Nicht wegen ihm, sondern weil sie uns die Rest-Zeit in unserem Alltag abschnürt, die wir füreinander hätten. Sie wollte das nicht hören, ihre Arbeit ist ihr so wichtig und sie hat Angst, sich eine neue Arbeit suchen zu müssen (wir leben in Ostdeutschland, da sind die guten Arbeitsplätze nicht so dicht gesät).
Das Wochenende war sehr kühl zwischen uns.

Gestern.
Da sie immer noch ein riesiges Arbeitspensum hat, hab ich gestern wieder kurfristig umdisponiert und sie konnte länger arbeiten: "Bitte sei wenigstens zum Abendessen da!" - "Ja!".
Und da waren wieder diese Zweifel. Also Audio-Überwachung an. "Nein, sie arbeitet nur, Du wirst sehen" redete ich mir ein. Stattdessen ein Gesprächsfetzen mit wieder diesem intimen Ton in ihrer Stimme: "Ja, 17:30 Uhr". Ab diesem Zeitpunkt zeichnete ich 1h intimes Getuschel und Küsse - aber anscheinend auch nicht mehr - auf.
Wut, Verzweiflung, Resignation: Diese Ehe ist am Ende. Ich wollte ihr wenigstens die Chance auf Ehrlichkeit geben, hoffte, sie sagte wenigstens von sich aus, daß da wieder etwas war aber sie es in den Griff kriegen würde... ich weiß nicht, was ich mir noch versprach. Jedenfalls meldete sie sich auf dem Rückweg (sie war dann natürlich erst zu Hause, als die Kinder im Bett waren) und ich leitete das Gespräch so, daß sie erzählen sollte, was sie noch gemacht hat und ob sie allein gewesen wäre. Sie sagte, sie wäre die ganze Zeit allein gewesen. Ich sagte ihr, wie's wirklich war und daß wir dann in Ruhe drüber reden müßten.
Die Kinder waren im Bett, als sie ankam und wir sprachen. In mir war alles zerbrochen, ich war leer und bitter, ich weinte nicht mal mehr. Ich wollte an dem Abend wirklich die Koffer packen und zu meinen Eltern ziehen. Dann hätte die Sache große Kreise gezogen und es wären Dinge passiert, die unumkehrbar gewesen wären, selbst wenn wir wieder zusammenfünden.
Jedenfalls: Anscheinend hatte er nach meinem Anruf bei ihm wieder auf Oberwasser gehofft und seine Chance genutzt - und sie war wieder schwach geworden, auch aus Frust wegen meines Fehlers vom Freitag. Ob das alles Gründe sind, die Affäre wieder neu aufflammen zu lassen: aus meiner Sicht nicht.
Sie fing mich wieder ein bzw. eher die Liebe zu ihr und so fingen wir wieder an, über uns zu diskutieren. Wir analysierten weiter, was uns zu diesem Punkt gebracht hat und warum sie so empfänglich für ihn war. Er sei halt so ein Romantiker. Das bin ich nicht und das werde ich nie sein - auch weil ich Aufrichtigkeit mehr schätze, als mich zu verbiegen. Ich bin aber auch nicht kalt. Nur halt nicht besonders romantisch. Aber das weiß sie seit über 20 Jahren.
Wir haben schließlich für uns erkannt, daß der Punkt, an dem wir unsere Balance verloren und die Selbstheilungskräfte unserer Liebe zueinander versagten jener war, an dem ihre Arbeit "kippte". Also im Frühjahr. Es gab dadurch Verletzungen bei mir, die schließlich zu Verletzungen bei ihr führten. Wie ich oben schon beschrieb: Ein Teufelskreis, aus dem wir zu blöd waren auszubrechen.
Und dann sprachen wir nochmal über ihre Arbeit und ich führte ihr vor, wie eins zum anderen geführt hatte. Ihre Überlastung - meine Frust - zuwenig Zeit füreinander - Verletzungen - mein Unverständnis, daß sie sich so ausbeuten ließ, auch von ihren geschätzten Arbeitskollegen - und schließlich ER, der ihr bei dem Schlamassel auch noch gut zuredete. Diese Ratte! Sie fand in ihm Bestätigung für ihren Weg auf Arbeit, den sie von mir nicht bekam. Ich kann da nicht aus meiner Haut - ich KANN sie doch nicht in etwas bestärken, daß sie körperlich alle macht, sie ausbeutet und bei dem es Null Ausblick auf Besserung gibt?! Das ist doch meine Verantwortung als ihr Freund und Ehemann, sie darauf hinzuweisen, daß sie sich in einer Abwärtsspirale befindet! Aber sie wollte das bis gestern nicht hören und hörte wohl stattdessen lieber IHM zu, der ihr schmeichelte und sie auf ihrem falschen Weg bestätigte. Bestimmt hat er ab und zu mal ein "Och Du Arme, Du darfst nicht so viel arbeiten, das ist nicht gut für Dich!" gesagt - aber das ist keine wirkliche Hilfe sondern oberflächliches Geschmeichle mit dem Ziel, bei ihr zu "landen" und es verschlimmert die Sache nur.
Ich habe ja sogar versucht, die nicht wegzudiskutierende Überlastung dadurch zu kompensieren, indem ich sie auch mal am Wochenende auf Arbeit ließ, damit sie ihre TODO-Liste abarbeiten konnte, um ein besseres Gefühl zu bekommen. Aber das ist nur das Herumdoktern an Symptomen. Die Ursache ist die Arbeit und die ist einfach kaputt.
Sie hat auch deutliche Defizite in der Selbstorganisation, was die Probleme ja nur noch verstärkt. Ich habe ihr hier schon mehrmals Hilfe angeboten und ihr erklärt, wie ich meiner vielen "Prio-1 sofort!"-Themen Herr werde und wie man bei all dem Wahnsinn noch sein Seelenheil behält und Spaß an der Arbeit. Das hat auch viel mit "Nein" und "Später" zu tun aber diese Worte fallen ihr unglaublich schwer auf Arbeit.

Wir beendeten den Abend mit einem vorsichtig optimistischen Ausblick und gutem Versöhnungs-Sex - überhaupt ist das Thema Sex eines, wo wir gegenseitig null Defizite sehen, nur mal der Vollständigkeit halber . Ich hoffe, daß sie das wenigstens davon abgehalten hat, mit ihm Sex zu haben. Aber ich schweife ab.
Ich habe schließlich alle meine Karten auf den Tisch gelegt und ihr beschrieben, daß ich meine Überwachung einstelle und sie dies auch aktiv unterbinden kann. Ich bin damit meine Mittel los, meine Zweifel aktiv zu bekämpfen. Aber ich glaube, daß ich diesen Preis zahlen muss, damit mir so eine Dummheit wie vom Freitag nicht noch einmal passiert. Es fiel mir sehr schwer, da schließlich mein Mißtrauen und die Kontrolle überhaupt dazu geführt haben, daß die Affäre vorzeitig aufflog. Nicht auszudenken, wenn das nicht passiert wäre, und das alles so weitergelaufen wäre wie vor dem Urlaub! Wir wären nicht recht wieder zusammen gekommen und er hätte weiterhin ungestört seine Chancen nutzen können. Dann hätte es irgendwann vermutlich EINEN großen Knall gegeben, der unumkehrbar gewesen wäre.

Aber natürlich habe ich noch meine Zweifel. Und ihr Wankelmut bei der ganzen Story ist diesem wirklich nicht zuträglich. Ich hoffe nur, daß wir jetzt den schwersten Teil dieses Weges hinter uns haben. Ich bin nach wie vor enttäuscht, daß es überhaupt so weit kam. Die Verletzungen, die wir uns gegenseitig zugefügt haben, sind in anderen Beziehungen nahezu *läscherlich*, das haben wir gestern auch erkannt. Unsere extreme Harmonie die ganzen Jahre hat uns dazu verleitet, die kleinste Un-Balance zu übertreiben. Aber daß sie daraus gleich eine Affäre machen mußte, nehme ich ihr übel, daß kann ich einfach nicht verstehen. Ich bin aber gewillt, an uns zu arbeiten und Dinge zu vergessen. Und das nicht "für die Kinder" - DAFÜR würde ich es nie tun, da solche Lügen-Ehen zum Scheitern verurteilt sind und nur noch mehr Unheil anrichten.
Und da ist auch noch die ungeklärte Situation mit ihrer Arbeit. Es gibt wohl jetzt ein Lösungsszenario, um sie zu entlasten, aber das fällt für mich auch unter die Kategorie "Glaube, Hoffnung". Und sie hat deutliche Ängste, sich eine neue Arbeit zu suchen. Sie hat mir aber gestern endlich das erste mal wirklich zugehört zu ihrer Arbeit und meinen Standpunkt, daß diese kranke Organisation sie nicht länger kaputt machen darf, angenommen. Es müssen hier drastische Änderungen bei ihr und damit auch bei ihrer Arbeit bzw. in der Art, wie ihre Kollegen mit ihr umgehen, vollzogen werden. Ihre Kollegen schätzen sie wirklich sehr - aber sie beuten sie halt auch gnadenlos aus, wenn auch vielleicht unbewußt und aus Gewohnheit. "Du arbeitest zu viel"-Gerede nützt nichts, wenn die lieben Kollegen am nächsten Tag in der Tür stehen und ein Thema SOFORT adressiert haben möchten.

Warum schreibe ich das alles?
Zum ersten, weil ich niemanden habe, mit dem ich drüber reden kann. Es macht ja nur Sinn, über so etwas mit jemandem zu Reden, der einem sehr nahe steht - und dann bleibt da ein Makel. Ich möchte diesen Makel, solange es geht, vermeiden, weil dann nichts mehr so ist wie vorher. Aber ich stand gestern schon mit Jacke in der Türe, um zu einem engen Freund oder meinem Bruder oder meinen Eltern zu gehen, bevor ich dann doch blieb und mit meiner Frau redete.
Zum zweiten, weil mir vielleicht jemand, der in einer ähnlichen Situation war, einen Rat geben kann. Bitte keine Häme und kurzgeschossene Ratschläge - ich weiß selbst, daß objektiv betrachtet das alles nach einer sofortigen Trennung aussieht. Die Wahrheit, die ich versucht habe hier zwischen den Zeilen zu transportieren, ist, daß ich sie noch zu sehr Liebe um alles aufzugeben und ich noch Hoffnung habe, daß wieder alles gut wird. Ich spüre ihre Wärme und weiß auch, daß sie noch Liebe für mich empfindet. Das Gespräch gestern hat mir hier viel Zuversicht gegeben.

Aber da sind immer noch diese Zweifel, wieder enttäuscht zu werden.

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25. September 2012 um 15:50

Ja
Sie hat noch eine Chance.

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26. September 2012 um 8:46

Hallo
Ich verstehe deine Frau so sehr und dich auch, möchte dir aber lieber eine Nachricht schreiben...

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26. September 2012 um 9:07

Selbstverständlich
ist das für dich eine schreckliche und enttäuschende Situation - aber kannst du sie nicht nach 20 Ehejahren verstehen, dass sie einmal "umkippt" und schwach wird? Kennst du "den Mensch" nicht?

Ich glaube weniger, dass sie an diesem Mann festhält, sondern an dem gesamten Rahmen.

Es mag einfach und blöd klingen, aber an deiner Stelle würde ich über die Arbeit, sowie über die Affäre keinen Ton mehr verlieren. Man kann die Dinge auch bis zur Ermüdung durchkauen.

So wie du schreibst, glaube ich, dass du Tendenzen dazu hast, Dinge immer wieder hochzuholen, durchzukauen und bis zur Erschöpfung zu diskutieren und zu analysieren.

Mach ein einmal anders - rede nicht. Ich meine nun aber nicht, dass du in vorwurfsvolles Schweigen verfallen solltest, sondern einfach "frohgemut" über diese Thematik nicht mehr sprechen solltest.

Außerdem solltest du dich etwas lösen und abgrenzen. Familie ist wichtig und schön, Arbeit ist notwendig, aber kümmere dich einmal NUR UM DICH und tue, was dir Spaß macht. Ich rede nun nicht von Affären, sondern vom bewußten Abgrenzen!

Ich habe das Gefühl, so wie du schreibst, dass du dich in der Hauptsache über dein Familienleben definierst. Du hast aber auch das REcht und die Pflicht, ein EIGENES LEBEN zu haben, sprich eigene Interessen, deine eigene Zeit und dich bis zu einem gewissen Grad auch abzugrenzen.

Deine Frau weiß, dass für dich NICHTS wichtiger ist, als sie und die Kinder. Das ist ja auch in Ordnung, aber deine Frau sollte NICHT dein Lebensmittelpunkt sein, sondern du selbst und die Frage, wie es dir geht.

Ich rate dir ehrlich zum Rückzug; fahr ein Wochenende in die Natur und denke darüber nach, ob es DIR selbst überhaupt gut geht und übe dich in der STILLE!
Deine Frau spielt erst einmal gar keine Rolle - kümmere dich mehr um DICH und das andere wird sich von selbst regeln bzw du wirst dich hinterfragen und vielleicht auch eine Antwort darauf finden, WARUM du so extrem reagiert hast.

Intuitiv glaube ich tatsächlich, dass die Geschichte mit deiner Frau dazu gut ist, dass du einmal hinterfragst, wer du bist und was du willst.

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26. September 2012 um 22:53

Kümmere Dich um Dich!
So wie ich das sehe wirst Du Deine alte Beziehung nicht wieder bekommen. Es wird etwas Neues kommen, vielleicht mit und vielleicht ohne Deine Frau. Anhand von dem was Du geschrieben hast, würde es mich sehr wundern, wenn Dein angetrautes Schmuckstück bereits von Ihrem Hormontrip runter wäre. So etwas dauert leider länger und Sie scheint nicht diejenige zu sein, welche es mit dem Einhalten von Regeln so ganz präzise nimmt.

Dein Spionieren kann ich zwar gut nachvollziehen, aber es ist denke ich auf Dauer selbstzerstörerisch. Das Du zum Wohle der Beziehung derzeit bereit bist die ein oder andere Demütigung zu schlucken ist zwar Ansichtssache, aber ich kann das durchaus verstehen. Der Nachteil ist, dass Dein Ego dabei auf Dauer Schaden nehmen kann.

Da Du Deine Frau nicht so ohne weiteres ändern kannst, solltest Du Deinen Fokus mehr auf Dich und nicht auf Deine Frau richten. Je unabhängiger Dein Leben ist, desto gelassener kannst Du auf Ihr Verhalten schauen.

Geh raus und triff neue Menschen und unternehme etwas ohne sie. Lerne im Umgang mit dem anderen Geschlecht hinzu. Es wird Deiner Frau nicht entgehen. Unter dem Hormoneinfluss glaube ich nicht, dass Sie Drohungen von Dir dauerhaft ernst nimmt. Wenn Du aber Dein Verhalten änderst und damit meine ich nicht, dass Du das machst was Sie sich wünscht, dann zupfst Du an dem Boden auf welchem Sie steht.


Achja, Du solltest Dir ein anderes Pseudonym suchen. Es wäre ein Anfang .

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26. September 2012 um 23:56

Du wirst wieder enttäuscht
werden. Natürlich hängt ihr sehr an einander. Ihr habe einen sehr großen Teil eures Lebens gemeinsam verbracht. Ihr habt ja irgendo ein überfamilieres Verhältnis.

Fakt ist, sie betrügt dich und du weist nur davon wenn du sie erwischst. Sie versucht es dir also zu verheimlichen und es gibt keine Basis mehr ihr zu vertrauen. Gleichermaßen hat sie keinen Grund mehr dir zu vertrauen.
Du nanntest IHN "Ratte". Er ist nur in eine Frau verknallt, an die er nicht so richtig ran kommt. Am Ende betrügt sie dich. Mit wem ist egal.
Auch wenn es unschön ist... eure Ehe ist am Ende. Ihr quält euch da durch. Sie findet jemand anderen Atraktiv oder ist sogar verliebt. Sie versucht dich im dunklen darüber zu lassen u sich selbst zu schützen oder optionen zu haben. Vieleicht möchte sie auch alles.

Ich würde empfehlen, die Ehe zu beenden. In Freundschaft auseinander gehen für die Kinder und nicht warten bis ihr euch im totalen Steit trennt. Is leicht zu sagen ich weis aber das hat so echt keinen Sinn.
Der Arbeit die Schuld zu geben ist übrigens auch nicht der Bringer. Das sind nur Entschuldigungen...

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27. September 2012 um 8:47

Analysen!
Ich verstehe dich und aus eigener, bitterer Erfahrung weiß ich wie schlimm so etwas ist! Man bleibt lange Zeit von Kummer und Sorgen verschont und dann kommt es wie ein Hammer und es hört einfach nicht auf weh zu tun!

ich weiß selbst nicht wie man mit so einer Situation um geht, ich kämpfe selbst noch jeden einzelnen Tag!

Nur in deiner Geschichte hab ich das Gefühl, dass ihr beide furchtbar viel analysiert und alles komplett systematisch angeht!
Ich denke das funktioniert nicht, miteinander sprechen ist natürlich der erste Schritt nach einer Krise, aber du solltest vielleicht auch mal wütend werden und traurig und sauer,...

Du musst und solltest nicht alles immer in Ruhe und mit Geduld klären, auch Zorn und Wut sollten ein Ventil bekommen!

Eure Ehe ist kein Geschäftsmodell, dass man auseinander nehmen kann!
Ich denke schon dass ihr noch eine Chance habt, aber dann solltet ihr vielleicht eure Probleme auch auf emotionaler Ebene verarbeiten!

So dumm es klingen mag:

Wo die Liebe beginnt, setzt die Logik meist aus!

Sei einfach mal wütend, verletzt, traurig und zornig, zeig deiner Frau wie es dir wirklich geht!
Sonst wird sie nicht verstehen, wie sehr sie dir damit weh getan hat!

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27. September 2012 um 16:45

Danke!
Hallo Leute,

danke für Eure Worte und Meinungen!
Viel Aufbauendes war nicht dabei aber ich habe ja auch nicht um Bestätigung gebeten.

Sicherlich analysieren/überanalysieren wir das Thema. Aber da ist natürlich auch die emotionale Seite, bei der wir uns gefragt haben: WOLLEN wir denn überhaupt noch?
Ich habe das zunächst - und vor allem ausschließlich emotional - mit JA beantwortet. Es wird sich zeigen, ob sich mein Vertrauen nun wieder aufbauen läßt.

Der Text hier war auch gemessen an dem, was vorgefallen ist, nur eine nüchterne Aufzählung. Ihr könnt Euch sicher sein, daß meine Frau die volle Bandbreite an Emotionen abbekommen hat. Da wollte ich gar nicht hinterm Berg halten.
Ich denke bei der ganzen Sache eigentlich fast ausschließlich an mich, da ich nicht glaube, daß es etwas bringen würde, die Beziehung für jemanden anderes - und seien es die Kinder - als Lüge oder unter Qualen weiterzuführen.

Über Meinungen würde ich mich weiterhin freuen! Gibt's denn keinen, der sowas erlebt hat und sich erfolgreich (nicht "irgendwie") wieder zusammengerauft hat?

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27. September 2012 um 17:27
In Antwort auf nuri_12930334

Danke!
Hallo Leute,

danke für Eure Worte und Meinungen!
Viel Aufbauendes war nicht dabei aber ich habe ja auch nicht um Bestätigung gebeten.

Sicherlich analysieren/überanalysieren wir das Thema. Aber da ist natürlich auch die emotionale Seite, bei der wir uns gefragt haben: WOLLEN wir denn überhaupt noch?
Ich habe das zunächst - und vor allem ausschließlich emotional - mit JA beantwortet. Es wird sich zeigen, ob sich mein Vertrauen nun wieder aufbauen läßt.

Der Text hier war auch gemessen an dem, was vorgefallen ist, nur eine nüchterne Aufzählung. Ihr könnt Euch sicher sein, daß meine Frau die volle Bandbreite an Emotionen abbekommen hat. Da wollte ich gar nicht hinterm Berg halten.
Ich denke bei der ganzen Sache eigentlich fast ausschließlich an mich, da ich nicht glaube, daß es etwas bringen würde, die Beziehung für jemanden anderes - und seien es die Kinder - als Lüge oder unter Qualen weiterzuführen.

Über Meinungen würde ich mich weiterhin freuen! Gibt's denn keinen, der sowas erlebt hat und sich erfolgreich (nicht "irgendwie") wieder zusammengerauft hat?

Wie
gesagt, wir kämpfen jeden Tag aufs neue!

Ich habe vor zwei Monaten erfahren, dass mich mein Mann betrogen hat! Ich kämpfe jeden Tag, ich bemühe mich (natürlich auch für meinen Sohn) nicht immer daran zu denken!

Es gibt kein Patentrezept, es gibt keine Lösung, die für alle Beziehungen anzuwenden ist!
Letztendlich trifft man diese Entscheidungen ganz alleine!

Wenn du deine Frau noch liebst und du das Gefühl hast, dass sie dich noch liebt, dann kriegt ihr das wieder hin!

Es ist natürlich so leicht gesagt, aber es ist sehr schwierig!
Und ich glaube mittlerweile, dass es bei den meisten Paaren erstmal ein "irgendwie zusammenraufen" ist! Alles andere bringt dann die Zeit!
Ich hoffe es zumindest!

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27. September 2012 um 23:05
In Antwort auf nuri_12930334

Danke!
Hallo Leute,

danke für Eure Worte und Meinungen!
Viel Aufbauendes war nicht dabei aber ich habe ja auch nicht um Bestätigung gebeten.

Sicherlich analysieren/überanalysieren wir das Thema. Aber da ist natürlich auch die emotionale Seite, bei der wir uns gefragt haben: WOLLEN wir denn überhaupt noch?
Ich habe das zunächst - und vor allem ausschließlich emotional - mit JA beantwortet. Es wird sich zeigen, ob sich mein Vertrauen nun wieder aufbauen läßt.

Der Text hier war auch gemessen an dem, was vorgefallen ist, nur eine nüchterne Aufzählung. Ihr könnt Euch sicher sein, daß meine Frau die volle Bandbreite an Emotionen abbekommen hat. Da wollte ich gar nicht hinterm Berg halten.
Ich denke bei der ganzen Sache eigentlich fast ausschließlich an mich, da ich nicht glaube, daß es etwas bringen würde, die Beziehung für jemanden anderes - und seien es die Kinder - als Lüge oder unter Qualen weiterzuführen.

Über Meinungen würde ich mich weiterhin freuen! Gibt's denn keinen, der sowas erlebt hat und sich erfolgreich (nicht "irgendwie") wieder zusammengerauft hat?

Das hier fällt glaube ich unter "irgendwie"
Das was weiter unten geschrieben hatte, basiert auf einer Erfahrung mit zweifelhaftem Genuss. Mit 37J. hatte es mich respektive meine Frau erwischt. Die ganzen Spielchen die Ihr derzeit spielt kommen mir ziemlich bekannt vor. Wobei ich jetzt nicht weiß ob ich lachen oder weinen soll. Rückblickend würde ich eines heute anders machen. Nach dem ersten "Rückfall" gäbe es eine räumliche Trennung und andere klare Botschaften. Den Zeitpunkt für derartiges, um die Ernsthaftigkeit deines Standpunktes zu verdeutlichen, den hast Du denke ich ebenfalls verpasst.

Jetzt zum wirklich Interessanten für Dich oder eben auch nicht. Mir geht es GUT! Ich bin noch mit meiner Frau zusammen und wenn mir kein Fehler* unterläuft, steht einer Fortsetzung meiner Ehe nichts im Wege. Unser Zusammenleben ist nicht super harmonisch aber OK. Probleme werden viel eher und besser angesprochen als früher. Bei der Lösung klemmt es mitunter etwas. Wir geben uns mehr Freiräume und respektieren den des anderen mehr. Soweit der positive Teil. Der folgende Teil ist hier denke ich nur begrenzt mehrheitsfähig.

Mein Selbstwertgefühl ist damals völlig unter die Räder gekommen. Vertrauen tue ich (m)einer Frau in Sachen Treue nicht und Sie mir im übrigen auch nicht. Andererseits sehe ich das mit der Treue nicht mehr so genau. Ob meine Frau noch Kontakt zu Ihm hat, weiß ich nicht - vermutlich nein. Er hat im Laufe der Zeit seinen Reiz verloren und ich decke inzwischen einen größeren Bereich an Bedürfnissen ab.

Was mich betrifft, so war ich früher ein Treue-Hardliner und glaube mir, ich passe so gar nicht ins allgemeine Untreue-Schema. Warum ich das schreibe? Ich wollte nur noch mal verdeutlichen, dass ich nicht glaube, dass Du Dein altes Leben wieder bekommen wirst. Ganz egal wie es weitergehen wird, diese Erfahrung wird große Spuren an Dir/Euch hinterlassen.

Etwas unangenehmes hätte ich noch. Auf dem Weg den Du beschreitest, solltest Du wenn es um spürbare Veränderungen geht, nicht in Wochen oder Monaten rechnen.


*meine Frau sollte manchmal nicht meinen genauen Standort (war eigentlich nicht so ganz wörtlich gemeint) wissen.

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28. September 2012 um 17:38

Richtig
Du hast vollkommen recht, so sehe ich das auch. Ich habe glaube ich auch deutlich geschrieben, daß - was auch immer ich getan habe oder getan haben soll - das keinerlei Rechtfertigung für eine Affaire ist. Dafür wird sie von mir keine Absolution bekommen - nie!

Dennoch ist die Welt nicht so einfach schwarz und weiß.

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28. September 2012 um 17:47

Nein, mir hilft das schon
... und erhärtet (wenn das überhaupt noch geht) mein Vorhaben, wenn das alles doch noch schief geht - sei es, weil sie wieder rückfällig wird oder weil ich die Zweifel nicht aushalte.

Aber - und das werden die "Hardliner" hier nicht verstehen: Es wäre einfach dumm von mir, diese gemeinsame Zeit und die Liebe zu Ihr, die ja nach wie vor sehr stark ist, aufs Spiel zu setzen für das, für was es im Moment ist: Eine Affaire im Anfangsstadium, die im Keim erstickt wurde. Und die "Zufälle" wurden mir teilweise von "ihm" unabhängig bestätigt. Paranoiker werden sagen, daß die sich abgestimmt haben. Das ist sehr unwahrscheinlich (zeitlich + logistisch in diesen Fällen) aber möglich. Das Risiko wäge ich ab und gehe es ein.

Bitte akzeptiert, daß auch wenn ich Euch um Rat gebeten habe, und manche fordern, mich sofort zu trennen, daß ich dies nicht tun werde. Ich unterscheide ganz klar zwischen dem, was ich direkt beobachte, kontrolliere und empfinde und jenem, was ich im Internet als Rat bekomme aufgrund eines Textes, den ich ins Internet gestellt habe. Beides zusammen wird wohl eine Wahrheit ergeben aber nie nur das eine.

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28. September 2012 um 19:26

Forderungen?
Welche Forderungen meinst Du abgesehen davon, ihn aufzugeben und mir treu zu sein?

Ich stand mit angezogener Jacke in der Tür. Ja und dann habe ich gezögert.

Denn eine Trennung - und sei es nur eine zeitliche, um ein "Signal" zu setzen - hat leider nicht nur Auswirkungen auf die Beziehung selbst sondern auf das gesamte Umfeld. Wir leben familiär eng zusammen und es hätten sofort meine Eltern, ihre Eltern, unsere Geschwister und Freunde gewußt. Danach ist nichts mehr wie früher auch in der Beziehung zu denen. Ich will nicht blöd angeguckt werden, nur weil ich mal sage, daß meine Frau bei einer Firmenfeier ist.
Das mag für manche kein Grund sein, zu zögern - für mich war es einer (von mehreren). Alles unter der Prämisse, daß da noch Hoffnung ist.

Und ich glaube bei allem was da war vieles, aber nicht, daß meine Frau einen dämlichen Macho will, "der ihr sagt wo's langgeht" - so sind wir nicht. Und "er" ist im übrigen genau das Gegenteil von entschlußfreudig und männlich. Er sieht nicht mal gut aus - das war recht enttäuschend für mich
DAS kann's also nicht sein, was ihr glaubte zu fehlen.

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28. September 2012 um 22:28

Plädoyer für Frau Verzweifelter
Hmmmm! Also irgendwie ist mir hier die Diskussion zu einseitig. Eigentlich bin ich dafür der Falsche, aber so ein kleines Plädoyer für Frau Verzweifelter möchte ich doch anbringen.

Vorweg sei erwähnt, dass ich Ihr Verhalten völlig inakzeptabel finde und das sie zweifelsohne sehenden Auges in das Schlamassel rein geschlittert ist.
Aber die Menschen sind verschieden und besonders suspekt sind mir in der Hinsicht die emotionaleren Menschen - vorallem wenn sie über 2 X-Chromosomen verfügen.
Hier wird davon ausgegangen, dass man es mit einem rational denkenden Menschen zu tun hat, welcher sein Handeln genau abwägt. Dem würde ich klar widersprechen!
Die Dame ist nach rund 20 Jahren Abstinenz zum zweiten mal in ihrem Leben verliebt und mit Hormonen geflutet. Vermutlich hat Sie keine Ahnung, wie Sie damit umgehen soll. Sie soll kurzfristig eine Entscheidung treffen zwischen ihrem bisherigen sicheren Leben, aus welchem die Luft raus ist und einem neuen Rausch bei dem Sie keine Ahnung hat wo er hinführt.
Manche Menschen haben genügend Willen um Versuchungen zu widerstehen, andere nicht. Raucher werden auf der Packung darauf hingewiesen, dass sie für dieses Laster vielleicht sterben müssen. Die Wirkung ist bei vielen Menschen trotzdem überschaubar.

Es gibt sicherlich beste Gründe die Dame in die Wüste zu schicken und zwar dorthin wo es am unwirtlichsten ist. Verzweifelter versucht eben Plan B. Ob das besonders clever ist weiß ich nicht.

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29. September 2012 um 0:21

Es war nicht meine Absicht ...
...die Angelegenheit besser zu machen als sie nun mal ist. Meine Gedanken gingen mehr in die Richtung des allgemeinen Tenors der recht einseitig ist. Mir scheint, es wird davon ausgegangen, dass seine Frau schon immer so war und sich immer genau so verhalten wird. Diese Annahme halte ich aber für falsch. Allerdings liegt nahe das in ähnlichen Situation auch wieder Ähnliches passieren kann. Das ist sicherlich ein sehr wunder Punkt. Allerdings wäre es aus meiner Sicht sehr optimistisch, wenn man annimmt, dass es mit einem anderen Partner derlei Probleme nicht geben kann.

Das mit dem Bereuen sehe ich für die Zukunft nicht so problematisch. Sie spielt ja bewusst oder unbewusst auf Bedenkzeit. Sie hatte denke ich durchaus Gelegenheit auch herauszufinden, dass er nicht Mr. Perfect ist, auch wenn er jetzt noch so schön rosarot aussieht. Wenn er das ganze frühzeitig und radikal beendet hätte, wäre das Risiko denke ich größer.

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29. September 2012 um 8:04

Krank
weil ich ich in der Medizin tätig bin, würde ich eure Situation folgendermaßen vergleichen:
ihr habt sozusagen einen bösartigen Tumor in eurer Beziehung....er kann aber bahandelt werden, es besteht sogar Hoffnung auf Heilung, der Weg dorthin ist aber sehr lang und kostet sehr viel Kraft....
auch wenn man wieder "gesund" sein sollte, wird man trotzdem immer Angst haben, daß die Krankheit wiederkommt....das positive ist daran, daß man das Leben dann bewußter lebt und sich auch mehr an "Kleinigkeiten" erfreut....

man kann aber auch an so einer Krankheit trotz eines Kampfes mit Therapie zerbrechen und es nicht überleben....

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30. September 2012 um 14:35

Wird schon wieder?!?
Hallo,

ich bin in einer ähnlichen Situation (wenn auch die Zeiträume komplett andere sind), meine Frau hat mein Vertrauen auf einer Skala von 0-10 von 11 auf -10 gebracht - auch mit so einer Affäre.

Ich habe das im Juni oder Juli (genauen Zeitpunkt hab ich mehr oder weniger vergessen) herausgefunden.

Wir sind noch zusammen und ich werde das auch nicht einfach so wegschmeißen - obwohl die wenigen Leute, denen ich die komplette Story erzählt habe auch alles andere verstanden hätten. Ich denke man sollte sich immer bewusst sein, dass jede Beziehung zerbrechlich ist und es sich auch immer um Interaktion handelt - es gibt immer zwei Parteien, die für einen Betrug verantwortlich sind. Das ändert nichts daran, dass der "Betrüger" die Entscheidungen trifft und dafür verantwortlich ist - aber trotzdem führen immer verschiedene Umstände zu solchen Dingen, die beidseitig bedingt sind.

Du scheinst du einen relativ klaren Kopf zu haben und nicht einfach weglaufen zu wollen - wenn du dich dafür in 2 Jahren bei einem eventuellen Scheitern nicht hasst, sondern nach wie vor dazu stehst ist das auf jeden Fall der richtige Weg!

Ich kann dir keine großen Ratschläge geben und vermute du wirst genauso wie ich extrem an dem Vertrauensbruch zu knabbern haben - wird wohl auch auf unbestimmte Zeit so bleiben.

Trotzdem möchte ich dich in deinem Weg bestärken - zumindest wenn du ein Scheitern einkalkulierst und trotzdem das Risiko eingehen willst! Ich mache es jedenfalls so.

Schöner Gruß und Kopf hoch!

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22. Oktober 2013 um 20:36

Ich wieder
Hallo,

ich dachte, dass ich 1 Jahr später einmal schreibe, wie es mir geht.

Das wichtigste: Wir sind noch zusammen und das ist gut so! Es ist genaugenommen so gut wie schon seit Ewigkeiten nicht mehr. Der Alltag macht einfach wieder Spaß. Wenn ich früh aus der Türe gehe freue ich mich schon drauf, meine Frau abends wieder zu sehen. Der Sex war schon "vorher" nicht schlecht - aktuell ist gigantisch. Aber das ist nicht das wichtigste.

Es ist fast, als wären wir frisch verliebt.

Wir können endlich wieder den Alltag bewältigen, ohne wahnsinnig zu werden. Unsere Kinder sind dafür dankbar, auch wenn sie von der ganzen Sache nichts mitbekommen haben. Außer dass wir sicherlich hier und da launisch waren.

Natürlich ging das alles nicht ohne Rückschläge ab. Gerade der Herbst 2012 war schlimm. Aber Stück für Stück haben wir die Sache gemeinsam verarbeitet. Über die Rückschläge gesprochen. Unsere Ehe in Frage gestellt.
Aber letztendlich sind wir uns weiterhin und immer mehr sicher, dass wir zusammengehören.

Was sicherlich anders ist und wahrscheinlich nie wieder so sein wird wie früher, ist das grenzenlose Vertrauen in meine Frau. Hier wird es immer einen Restzweifel geben, den ich so vorher nicht gekannt habe. Aber damit komme ich klar - es ist ganz und gar nicht mehr so dass es mich innerlich auffrisst wie noch vor ein paar Monaten.

Die Situation auf ihrer Arbeit hat sich deutlich verbessert. Ihre Arbeit war in unseren Augen einer der Auslöser für unsere Krise. Es ist nicht so, dass es noch nicht "gut" ist. Aber sie hat vor allem ein Team bekommen, an welches sie Arbeit delegieren kann. Das bedeutet nicht, dass sie sich langweilt. Es sind jetzt halt durch die erweiterte Verantwortung auch neue Dinge hinzugekommen. Aber unterm Strich ist es viel besser als letztes Jahr.


Vielleicht macht dieses Beispiel ja jemandem Mut, der in einer ähnlichen Situation ist. Was nicht heißen soll, dass unser Fall auf andere übertragbar ist. Manchmal ist es sicherlich besser, loszulassen. Das kann jeder nur für sich selbst beantworten und wer sich dann fragt: "Kann es überhaupt klappen? Ist das dann nicht nur ein Krampf? Wird es je so sein wie früher?" dem kann ich sagen dass es sich lohnt, gemeinsam zu kämpfen.

Der überhaupt nicht mehr Verzweifelte

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22. Oktober 2013 um 22:00
In Antwort auf nuri_12930334

Ich wieder
Hallo,

ich dachte, dass ich 1 Jahr später einmal schreibe, wie es mir geht.

Das wichtigste: Wir sind noch zusammen und das ist gut so! Es ist genaugenommen so gut wie schon seit Ewigkeiten nicht mehr. Der Alltag macht einfach wieder Spaß. Wenn ich früh aus der Türe gehe freue ich mich schon drauf, meine Frau abends wieder zu sehen. Der Sex war schon "vorher" nicht schlecht - aktuell ist gigantisch. Aber das ist nicht das wichtigste.

Es ist fast, als wären wir frisch verliebt.

Wir können endlich wieder den Alltag bewältigen, ohne wahnsinnig zu werden. Unsere Kinder sind dafür dankbar, auch wenn sie von der ganzen Sache nichts mitbekommen haben. Außer dass wir sicherlich hier und da launisch waren.

Natürlich ging das alles nicht ohne Rückschläge ab. Gerade der Herbst 2012 war schlimm. Aber Stück für Stück haben wir die Sache gemeinsam verarbeitet. Über die Rückschläge gesprochen. Unsere Ehe in Frage gestellt.
Aber letztendlich sind wir uns weiterhin und immer mehr sicher, dass wir zusammengehören.

Was sicherlich anders ist und wahrscheinlich nie wieder so sein wird wie früher, ist das grenzenlose Vertrauen in meine Frau. Hier wird es immer einen Restzweifel geben, den ich so vorher nicht gekannt habe. Aber damit komme ich klar - es ist ganz und gar nicht mehr so dass es mich innerlich auffrisst wie noch vor ein paar Monaten.

Die Situation auf ihrer Arbeit hat sich deutlich verbessert. Ihre Arbeit war in unseren Augen einer der Auslöser für unsere Krise. Es ist nicht so, dass es noch nicht "gut" ist. Aber sie hat vor allem ein Team bekommen, an welches sie Arbeit delegieren kann. Das bedeutet nicht, dass sie sich langweilt. Es sind jetzt halt durch die erweiterte Verantwortung auch neue Dinge hinzugekommen. Aber unterm Strich ist es viel besser als letztes Jahr.


Vielleicht macht dieses Beispiel ja jemandem Mut, der in einer ähnlichen Situation ist. Was nicht heißen soll, dass unser Fall auf andere übertragbar ist. Manchmal ist es sicherlich besser, loszulassen. Das kann jeder nur für sich selbst beantworten und wer sich dann fragt: "Kann es überhaupt klappen? Ist das dann nicht nur ein Krampf? Wird es je so sein wie früher?" dem kann ich sagen dass es sich lohnt, gemeinsam zu kämpfen.

Der überhaupt nicht mehr Verzweifelte

Freut mich zu hören!
Sehr schön, dass es bei dir so gut gelaufen ist! Ich kann von mir nur berichten, dass ich aktuell dabei bin mich zu trennen. Vom Gefühl her habe ich das unbewusst scheinbar schon das ganze letzte Jahr gemacht und bin vor allem aus Verantwortung geblieben. Wir haben verschiedene Versuche gemacht, aber irgendwie ist das alles gescheitert. Auch daran, dass ich die ganze Zeit das Gefühl hatte/habe, dass sie an die Probleme nicht wirklich heran will und weg läuft.

Ob das nun das Hauptproblem ist - keine Ahnung. Jedenfalls haben wir jetzt seit circa 2 Wochen einen "getrennt"-Status. Leben noch zusammen, schlafen in einem Bett und sitzen auch mal zusammen vor dem Fernseher. Aber ist eher ne WG - zumindest meinerseits. Sie kämpft jetzt natürlich...aber naja, ich sehe nicht mehr wirklich die Perspektive.

Sehr schade, hätte mir einen anderen Ausgang gewünscht. Mal sehen, was noch kommt...

Gruß!

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23. Oktober 2013 um 18:42

Kennst du...
...auch die Lottozahlen? Wahrsagerei scheint ja deine Spezialität zu sein

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24. Oktober 2013 um 20:10
In Antwort auf nuri_12930334

Ich wieder
Hallo,

ich dachte, dass ich 1 Jahr später einmal schreibe, wie es mir geht.

Das wichtigste: Wir sind noch zusammen und das ist gut so! Es ist genaugenommen so gut wie schon seit Ewigkeiten nicht mehr. Der Alltag macht einfach wieder Spaß. Wenn ich früh aus der Türe gehe freue ich mich schon drauf, meine Frau abends wieder zu sehen. Der Sex war schon "vorher" nicht schlecht - aktuell ist gigantisch. Aber das ist nicht das wichtigste.

Es ist fast, als wären wir frisch verliebt.

Wir können endlich wieder den Alltag bewältigen, ohne wahnsinnig zu werden. Unsere Kinder sind dafür dankbar, auch wenn sie von der ganzen Sache nichts mitbekommen haben. Außer dass wir sicherlich hier und da launisch waren.

Natürlich ging das alles nicht ohne Rückschläge ab. Gerade der Herbst 2012 war schlimm. Aber Stück für Stück haben wir die Sache gemeinsam verarbeitet. Über die Rückschläge gesprochen. Unsere Ehe in Frage gestellt.
Aber letztendlich sind wir uns weiterhin und immer mehr sicher, dass wir zusammengehören.

Was sicherlich anders ist und wahrscheinlich nie wieder so sein wird wie früher, ist das grenzenlose Vertrauen in meine Frau. Hier wird es immer einen Restzweifel geben, den ich so vorher nicht gekannt habe. Aber damit komme ich klar - es ist ganz und gar nicht mehr so dass es mich innerlich auffrisst wie noch vor ein paar Monaten.

Die Situation auf ihrer Arbeit hat sich deutlich verbessert. Ihre Arbeit war in unseren Augen einer der Auslöser für unsere Krise. Es ist nicht so, dass es noch nicht "gut" ist. Aber sie hat vor allem ein Team bekommen, an welches sie Arbeit delegieren kann. Das bedeutet nicht, dass sie sich langweilt. Es sind jetzt halt durch die erweiterte Verantwortung auch neue Dinge hinzugekommen. Aber unterm Strich ist es viel besser als letztes Jahr.


Vielleicht macht dieses Beispiel ja jemandem Mut, der in einer ähnlichen Situation ist. Was nicht heißen soll, dass unser Fall auf andere übertragbar ist. Manchmal ist es sicherlich besser, loszulassen. Das kann jeder nur für sich selbst beantworten und wer sich dann fragt: "Kann es überhaupt klappen? Ist das dann nicht nur ein Krampf? Wird es je so sein wie früher?" dem kann ich sagen dass es sich lohnt, gemeinsam zu kämpfen.

Der überhaupt nicht mehr Verzweifelte

Hallo nicht mehr Verzweifelter
Ich gratuliere Dir zu deinem Rückblick! Ich bzw. mein Mann und ich stehen gerade am Anfang dieses Weges und ich danke für deinen hoffnungsvollen Bericht. Mein Mann hat mich 6 Jahre lang betrogen und belogen und ich habe ihm dennoch die Hand gereicht und das nicht aus materiellen Gründen oder der Kinder wegen. Sondern allein darum, weil die Liebe stärker war, als die Vernunft, die tausendmal "nein" geschrien hat! Ich kann nicht vergessen, noch nicht verzeihen aber ich gebe mir alle Mühe ihm zu vergeben! Was daraus wird, zumal er sie jeden Tag bei der Arbeit sieht, kann ich nicht sagen, aber dank unserem ehrlichen Willen, unserer Liebe und einer Paartherapie stehen die Chancen gut. Mal schauen, mein Motto für jeden Tag ist: "Heute lebe und liebe ich!"
Ich wünsche Dir, dass Euer Weg weiter gemeinsam geht! glg

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Frühere Diskussionen
Kann aus einer Sexbeziehung mehr werden??
Von: artena_12133957
neu
24. Oktober 2013 um 19:01
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