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Hat er sich tatsächlich verändert?

19. Oktober 2008 um 23:22

Hallo ihr Lieben,

seit längerem lese ich in diesem Forum und habe nun den Mut gefasst, meine Situation zu schildern:
Ich bin 23 Jahre alt und seit einem Jahr verheiratet. Eigentlich habe ich mich immer sehr gut mit meinem Mann verstanden und wir können auch wirklich über fast alles reden. Er ist ein lieber Kerl, wirklich, auch wenn sich die folgenden Zeilen vielleicht nicht danach anhören werden:
Letztes Jahr im Dezember waren wir bei einer Freundin eingeladen. Er betrank sich maßlos und als wir uns dann auf den Weg zur Bahn machten, betitelte er mich plötzlich als Schlampe und gab mir eine Ohrfeige. Ich war total perplex und folgte ihm daraufhin wortlos in die Bahn, wo er mich weiterhin beschimpfte. Seine Augen flackerten und sein Gesichtsausdruck glich dem eines tollwütigen Hundes und ich bekam es mit der Angst zu tun, weswegen ich irgendwann einfach ausstieg. Da ich aber nicht wusste, wo ich hinsollte (es war schon sehr spät und es wäre mir peinlich gewesen, mich an eine Freundin zu wenden), stieg ich in die nächste Bahn ein und fuhr nach hause. Meine Hoffnung, dass er sich mittlerweile beruhigt haben könnte, wurde in dem Moment, in dem ich die Tür aufschloss, zerstört: Er warf mich zu Boden und schlug auf mich ein, bespuckte mich und zerrte mich an den Haaren durch die Wohnung. Irgendwann ließ er von mir ab und legte sich ins Bett. Ich verbrachte die Nacht in unserem Gästebett. Am nächsten Morgen tat er, als sei nichts gewesen, konnte sich aber noch an die Geschehenisse des Vorabends erinnern.
Derartige Gewaltausbrüche folgten noch 5 Mal und zwischendrin gab es immer wieder Ohrfeigen wegen kleinerer Streitereien.
Im August machten wir für drei Wochen Urlaub. Seitdem scheint er wie ausgewechselt: Er hat endlich Arbeit gefunden, zeigt sich mir gegenüber wieder respekt- und verständnisvoll und schlägt mich nicht mehr. Es wirkt, als habe unsere Beziehung wieder ein höheres Niveau erreicht.
Die Gründe für seine Übergriffe konnte er mir nie nennen, richtig entschuldigt hat er sich auch nie. Da ich nicht wusste, wo ich sein aggressives Verhalten einordnen sollte, habe ich diesbezüglich auch nie wirklich nachgehakt und bin einfach zur Tagesordnung übergegangen.
Was mich verunsichert ist, dass das, was ich erlebt habe irgendwie nicht wirklich in das Schema einer typischen Gewaltbeziehung passt: Mein Mann hat viele Freunde und ist nie wirklich eifersüchtig. Eigentlich versucht er auch, mir meine Freiheiten zu geben und er möchte auf gar keinen Fall, dass ich von ihm abhängig werde oder bin. Bezüglich meines Studiums unterstützt er mich sehr. Außerdem fragt er mich grundsätzlich nach meiner Meinung, wenn es um Entscheidungen geht, die uns beide betreffen.
Deshalb meine Fragen:
Hat jemand von euch ähnliche Erfahrungen gemacht?
Muss ich eurer Meinung nach mit weiteren Gewaltausbrüchen rechnen?
Vielen Dank für eure Antworten und entschuldigung, dass meine Ausführungen so lang geworden sind...
Liebe Grüße,
Marie

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23. Oktober 2008 um 23:35

Schlampe-
das muss doch irgendwo herkommen, dass er das zu Dir gesagt hat. Da würde ich mal nachhaken, das aus der Welt schaffen. Wenn das nicht geht- das schlummert immer in ihm, nicht nur wenn er wieder arbeitslos wird auch wenn er Frust im Job bekommt oder einfach nur wieder besoffen ist, kann das wieder passieren! Das sehe ich bei meinen Eltern, jedes Mal mit Alkohol sagt er Sachen die er sonst nie sagen würde... bei Euch ist das Problem, dass seine Hemmschwelle so weit unten ist und ich mir nicht vorstellen kann dass er wieder ausreichend Respekt Dir gegenüber bekommt um das nicht zu wiederholen.....

Wofür hast Du eigentlich eine Freundin? Sprich mit ihr, dass Du notfalls da unterkommen kannst. Wir wollen das mal nicht heraufbeschwören, aber für den Fall der Fälle solltest Du wissen was zu tun ist

viel Glück, LG

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24. Oktober 2008 um 16:21
In Antwort auf bas_12184810

Schlampe-
das muss doch irgendwo herkommen, dass er das zu Dir gesagt hat. Da würde ich mal nachhaken, das aus der Welt schaffen. Wenn das nicht geht- das schlummert immer in ihm, nicht nur wenn er wieder arbeitslos wird auch wenn er Frust im Job bekommt oder einfach nur wieder besoffen ist, kann das wieder passieren! Das sehe ich bei meinen Eltern, jedes Mal mit Alkohol sagt er Sachen die er sonst nie sagen würde... bei Euch ist das Problem, dass seine Hemmschwelle so weit unten ist und ich mir nicht vorstellen kann dass er wieder ausreichend Respekt Dir gegenüber bekommt um das nicht zu wiederholen.....

Wofür hast Du eigentlich eine Freundin? Sprich mit ihr, dass Du notfalls da unterkommen kannst. Wir wollen das mal nicht heraufbeschwören, aber für den Fall der Fälle solltest Du wissen was zu tun ist

viel Glück, LG

...
Vielen Dank für eure Antworten und eure wertvollen Tipps!
Er bezeichnete mich als "Schlampe", weil ich mich vom Freund meiner Freundin mit einer angedeuteten Umarmung verabschiedet hatte- zumindest vermutet er das. Genau kann er mir das aber auch nicht mehr sagen, da wir erst vor ein paar Tagen ansatzweise versuchten, darüber zu reden. Normalerweise spreche ich noch nicht einmal mit anderen Männern, weswegen ihm ein solches Verhalten von meiner Seite aus bis zu diesem Zeitpunkt komplett fremd war.
Momentan habe ich den Eindruck, dass sich sein Respekt mir gegenüber wieder aufbaut. Diese "Hochphase" werde ich nun dazu nutzen, um mit ihm über die unschönen Ereignisse der Vergangenheit zu reden. Vielleicht gelingt es uns ja, gemeinsam eine Strategie zu entwickeln, mit der sich seine aggressiven Ausflüchte zukünftig vermeiden lassen.
Für viele Frauen ist bereits nach einer Ohrfeige der Groschen gefallen- ich selbst hätte mich bis vor meiner Hochzeit ebenso eingeschätzt. Inzwischen verspüre ich jedoch das Bedürfnis danach, um meine Ehe zu kämpfen. Dass er Fehler gemacht hat, weiß er selbst. Und das ist die Basis für eine positive Veränderung in unserer Beziehung.
Mit meinen Freundinnen kann ich solche Dinge nicht besprechen. Es ist mir schon äußerst schwer gefallen, mich im anonymen Rahmen eines Forums mizuteilen...

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2. Januar 2009 um 10:19


Hallo ihr Lieben,

es ist mir schon fast peinlich, zuzugeben, dass meine Hoffnungen bezüglich meiner Ehe enttäuscht wurden.
Vor zwei Monaten sah alles danach aus, als würde Gewalt nie wieder eine Rolle in unserer Beziehung spielen. Nachdem ich mir ein Herz gefasst hatte und meinen Mann direkt darum bat, mich nicht mehr zu schlagen, versicherte mir dieser, dass er seinen Zorn zukünftig besser kontrollieren werde.
Leider verlor er kurz darauf wieder seine Arbeit und der Teufelskreis nahm seinen Lauf. Seine Übergriffe wurden noch brutaler: Er würgte mich und schlug mir mit der Faust so stark ins Gesicht, dass ich einen gebrochenen Kiefer befürchtete.
Irgendwann entwickelte mein Mann Wahnvorstellungen- inzwischen befindet er sich in einer psychiatrischen Tagesbetreuung und bei ihm wurde u.a. Schizophrenie diagnostiziert. In wieweit die Krankheit Auswirkungen auf seinen Alltag (und speziell auf sein aggressives Verhalten mir gegenüber) hat, weiß ich nicht- es verunsichert mich eher.
An Weihnachten fuhr ich zu meinen Eltern. Eine Stunde vor meiner Abreise stritten wir uns und er ging erneut auf mich los. Dieses Mal schlug ich reflexartig mit voller Wucht zurück und erschrak deswegen so sehr über mich selbst, dass ich unter Tränen zusammenbrach und mich mehrmals entschuldigte (Ich finde nicht, dass es einen Unterschied zwischen Männern, die Frauen schlagen und Frauen, die Männer schlagen gibt.). Mein Mann war ebenfalls perplex und verließ wortlos den Raum. Seitdem bin ich der Meinung, dass ich nicht viel besser bin als er, zumal er wegen seiner Krankheit eigentlich nicht in Stresssituationen geraten sollte.
Ob ich ihn verlassen will oder nicht, weiß ich nicht. Eigentlich weiß ich gar nichts mehr.
Wenn seine Krankheit die Ursache für seine ungezügelte Gewalt ist, dann kann ich darauf hoffen, dass er sich mir gegenüber wieder normal verhält, sobald die Wirkung der Medikamente, die ihm verabreicht werden, einsetzt.
Die Frage ist auch, ob ich ihn überhaupt verlassen kann, denn wegen seiner Krankheit würde er es alleine nicht schaffen.
Außerdem ist da noch mein Vater: Eigentlich ist er der toleranteste, verständnisvollste, liebste Mensch der Welt, aber wenn es um Scheidungen geht, lebt er noch im Mittelalter. Wenn ich ihm gegenüber andeute, Eheprobleme zu haben, betont er schon fast manisch, wie wichtig es ist, zusammen zu bleiben. Und das um jeden Preis.
So, jetzt habe ich genug geschrieben. Es tut mir leid, dass ich euch erneut mit meinen Problemen belästigt habe.
LG,
Marie

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2. Januar 2009 um 21:39

....
dazu kann ich nur sagen das hat niemand verdient !!

wer einmal so derartig gewaltätig bzw öfters ist....der weiß es war nicht korreckt abr kann die schwere seinen nennen wier es verbrechens nicht einschätzn...ist so meine meinung,.,,,, liebe ist vielleicht stark genung aber ist alles kopf sache und man lebt nur einmal..ob es es wert ist seine zukunft mit jemandem zu teilen wo man nicht weiß wann grieg ich wieder ein paar auf die schnute ist fraglich.....leben soll man genießen und wenn man nicht heute damit anfängt ist morgen vielleicht schon zu spät


.... ich wünsch dir glück !!

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