Home / Forum / Liebe & Beziehung / Hat er noch eine Chance verdient?

Hat er noch eine Chance verdient?

25. Februar 2013 um 17:35 Letzte Antwort: 25. Februar 2013 um 17:49

Ich war 6 Monate in einer Beziehung mit einem alleinerziehenden Vater. Ich habe selber ein Kind und bin von seinem Vater getrennt - er war sehr aufbrausend, oft beleidigend und ging auch mit unserem Sohn sehr unschön um. An jeden Fehlverhalten war meine Beziehung schuld, und obwohl ich absolutes Normalgewicht habe und sportlich bin, mäkelte er oft an meiner Figur herum.

Als ich meinen neuen Freund kennenlernte, schien er komplett anders zu sein, und in vielerlei Hinsicht ist er das auch. Er würde nie mein Aussehen kritisieren und findet mich perfekt so wie ich bin. Mit den beiden Kindern (gleichaltrig) war es oft schwierig, doch das war nicht das Hauptproblem.

Zu Beginn der Beziehung sprachen wir mal über unser Verhalten beim Weggehen - ich gehe so gut wie nie weg. Wenn ich mich mal mit Freunden treffe, dann gehts um 20 Uhr los und Mitternacht bin ich daheim - meist mit niedrigem Alkoholpegel. Das heißt nicht dass ich es nicht auch mal krachen lasse, aber mit fast Mitte 30 übertreibe ich es halt nicht mehr. Mein Freund meinte, das sehe er genauso. Doch während unserer 6monatigen Beziehung ging er durchschnittlich einmal pro Monat aus. Das ist jedoch nicth das Problem! Er meinte immer, er sei dann und dann zurück, hielt sich jedoch nicht daran, sondern kam um 5 Uhr früh total besoffen heim. Einmal hatte er eine Telefonnummer eingesteckt und rief die Frau auch noch an - weil er so viel Restalkohol hatte, stellte er sich dabei so blöd an dass ich ihn auch erwischte. Ich erwischte ihn auch daheim heimlich mehrmals beim Trinken von hartem Alkohol. Zur Trennung führte dann eine folgenschwere Nacht. Er wurde gegen Mitternacht noch von einem Kumpel angerufen, ob er auch mitkommt. Gegen drei Uhr früh wurde seine Tochter wach und fragte nach ihm. Ich rief ihn an und es hieß, er käme jetzt heim. Dann war er zwei Stunden nicht erreichbar. Kam um fünf Uhr sturzbetrunken heim, behauptete, überfallen worden zu sein, in seiner Tasche fand ich Dollars von der örtlichen Stangenbar. Hinterher redete er sich heraus, die hätten ihn ausgetrickst und ihn nicht aus dem Taxi gelassen daheim, sondern ihn dorthin mitgeschleppt und er sei so betrunken gewesen, dass er sich nicht hätte wehren können. Aber er hätte nichts angestellt. Sein Kumpel erzählte mir hinterher, dass er volltrunken einer Stripperin angeboten habe, ihr die F... zu lecken. Er sei eigentlich ein Fall fürs Krankenhaus gewesen. Ich habe mich sofort getrennt.

Nun bettelt und heult er, kann ohne mich nicht leben, will nie mehr weggehen, nie mehr Schnaps trinken, hat sich Hausverbot in diversen Lokalen erteilt und seinen Kumpels gesagt dass er nie mehr mit ihnen weggeht, und dass sie ihn gar nicht fragen sollen. Angeblich hat sich das alles erst so entwickelt seit er von seiner Frau getrennt war, vorher ist er selten weggegangen und ich hätte ja nie so wirklich gesagt, dass ich was dagegen habe. Er wisse selber was er mir zugemutet habe, und ist jetzt sogar beim Psychologen.

Aber ich weiß nicht was ich davon noch glauben soll. Meist folgten so viele Lügen auf so eine Nacht. Sein Kumpel hat mir gesagt dass er zwar nie eine Frau angegraben hat wenn sie zusammen weg waren, aber sich eben unmöglich aufführt, nicht mit Saufen aufhören kann und alle in Schwierigkeiten bringt.

Sein Psychologe sagt angeblich dass 2 Bier am Tag kein Problem sind und dass es nur Rückfälle provoziert wenn er gar nichts mehr trinkt - kann ich ja schlecht überprüfen, diese Aussage. Ich persönlich glaube, dass er seine Versprechen schon ehrlich meint (er hat schon viel unternommen in der Hinsicht), aber seine Sucht unterschätzt und mich als Rettungsanker überschätzt. Er hat familiäre Probleme, die auch mit Gewalt und Alkoholismus zu tun haben (seine Eltern) und er leidet sehr darunter dass er oftmals keine andere Betreuung für seine Tochter hat als seine Eltern, die vor ihr mitunter lautstark streiten, was sie sehr verstört. Dazu kommt starke Arbeitsbelastung, finanzielle Probleme durch die Trennung... es ist nicht leicht für ihn. Er hat auch von Beginn an immer wieder gefragt ob ich mal bei ihm einziehen würde und versucht die Sache voranzutreiben - mir ging das zu schnell, er klammerte einfach auch zu stark, ist labil. Andererseits ist er ein unglaublich liebevoller und warmherziger Mensch, die Anziehung ist immer noch sehr stark und ich habe ihn auch sehr gern, möchte ihn ungern im Stich lassen.

Mein Sohn und ich haben aber auch viel durchgemacht, ich will nicht über die Maßen belastet werden. Auf die Trennung reagierte er mit blanker Verzweiflung, weinte viel, drohte mit Selbstmord - allerdings wie er sagte nicht um mich unter Druck zu setzen, sondern weil er ohne mich in seinem Leben keinen Sinn mehr sieht.

Ich weiß im Moment nicht weiter. Wie gesagt, ich glaube ihm dass er es ernst meint, argwöhne aber auch Manipulation und dass es letztlich doch wieder zu solchen Vorfällen kommt.

Mehr lesen

25. Februar 2013 um 17:49

Sorry...
im ersten Abschnitt meinte ich natürlich, meine Erziehung war an jedem Fehlverhalten unseres Sohnes schuld.

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !
Lust auf mehr Farbe in deinem Leben?
wallpaper