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Hat die Beziehung noch einen Sinn?

22. Mai 2012 um 22:54

Hallo an alle Leidtragenden, möchte gern mal meine Geschichte erzählen, da ich schon einige interessante Beiträge zu dem Thema gefunden habe

Ich war mit meinem Partner zehn Jahre zusammen als er mir einen Antrag machte. Wir hatten eine sehr musikalische Zeit, da wir beide in einer Band spielten. So haben wir uns auch kennen gelernt. Angesagt waren Konzerte und anschließende Parties. Als er mir den Antrag machte, hatten wir schon unseren gemeinsamen Sohn, der damals zwei Jahre alt war. Wir zogen nach etwa fünf gemeinsamen Jahren zusammen. Alles war immer schön, aber nachdem wir heirateten nahm das Schicksal seinen Lauf. Ich muss dazu anmerken, dass wir eine super große Wohnung in dem Haus meines Vaters hatten. Hin und wieder bekamen wir die Miete wieder zurück, wovon Urlaub, Auto usw. finanziert wurde, und genossen einfach mal viel Grundstück mit Pool und Garten usw. Seine Mutter zerstörte unsere damalige Selbstständigkeit, da sie mit ihrem Leben nicht klar kam. Schon als mein Mann 16 war schrieb sie ihm einen Abschiedsbrief, da sie mit ihrem Leben nicht klar kam (Spielsucht). Seit der Hochzeit 2005 kamen auch die Probleme mit meiner Familie auf. Mein Vater hatte ständig an meinem Ehepartner was zu nörgeln. Mit der Zeit ist alles abgestumpft. Irgendwann saß man nur noch gemeinsam vor dem PC und hatte sich eigentlich nichts mehr zu sagen. Zu dem Zeitpunkt waren wir knappe 16 Jahre ein Paar. Unser Sohn entwickelte sich gut, war aber seit dem zweiten Lebensjahr das absolute Papakind, ich kam mir völlig überflüssig vor. Mein Mann und ich entfernten uns immer weiter voneinander. Ich erwischte hin ein paar Mal aktiv vor eindeutiger Pose und gewissen Frauen vor dem Rechner, obwohl ich nebenan lag. Wenn das nicht der Fall war, zog er sich wieder einen Joint rein, was er täglich drei- bis fünfmal tat, was auch immer wieder zu Streitigkeiten führte. Seine damalige Leidenschaft war stundenlanges recherchieren vor dem Rechner. Seiten wie Infokrieger oder NWO-Nachrichten, von denen er mir natürlich immer euphorisch berichtete. So etwas wie, Chamtrails zerstören uns, der dritte Weltkrieg steht bevor und und und. Seine Mutter war vom Erdboden verschluckt und lebte auf der Straße, was uns auch sehr belastete. Wir hörten über ein Jahr nichts von ihr, kein Lebenszeichen. Das Verhältnis zwischen einem Teil meiner Familie und ihm wurde immer schlechter. Meine Selbstständigkeit musste ich aufgeben und fand schnell eine neue Arbeitsstelle. Ich fand schnell eine neue Arbeit, die ich 2009 einging Er fand, zumindest die Kollegen, immer total daneben, verstand nicht, warum ich mich dort wohl fühle. Dann kam eins zum anderen und ich verliebte mich. Ich wollte das gar nicht, wehrte mich dagegen und wollte es selbst nicht wahrhaben, da ich ja sehr an meiner Familie hing. Ich muss gestehen, dass das Gefühl des Verliebtseins einfach unglaublich schön ist und ich gar nichts dagegen tun konnte. Schlussendlich kam es kurze Zeit später raus, ich hab mich aber nicht dazu bekannt, wollte dennoch diese Affäre beenden, was ich nicht schaffte, da es mein Chef war. Konnte mich nicht von meiner guten Position (die ich auch schon vor der Affäre hatte) und tollen Kollegen lösen. Ich durfte mir in der Folgezeit immer wieder Drohungen und sonst was von meinem Mann anhören und wurde gleichzeitig von meiner Affäre bedrängt, was schlussendlich dazu führte, dass ich nicht mehr konnte und dass mein Partner und ich uns nach einem dreiviertel Jahr räumlich trennten. Unser Sohn hat von alledem nichts mitbekommen und wir erklärten ihm die Trennung, dass wir uns nicht mehr verstehen. Die neue Wohnung ist nur eine Straße weiter, so dass unser Sohn regelmäßig bei beiden Elternteilen lebt, da mein Mann im Schichtdienst tätig ist.

Anfang des Jahres hatte ich endlich die Kraft und beendete die Affäre und mein Arbeitsverhältnis. Auf der Suche nach einer neuen Arbeit kämpfe ich schließlich um meinen Mann und erfuhr, dass er eine Neue hat. Eine neue Beziehung, bei der er und auch unser gemeinsamer Sohn übernachteten, was mir beiläufig von meinem Sohn berichtet wurde. Der frage mich anschließend, ob es für mich schlimm wäre, wenn Papa eine neue Freundin hat. Was sollte ich wohl dazu sagen, um unseren Sohn nicht in die Bedrängnis zu führen. Für mich brach eine Welt zusammen. Diese Partnerin hat er wohl über einen der bekannten Chats kennengelernt. Zu dem Zeitpunkt war ich ziemlich deprimiert, wusste natürlich, dass auch ich einen großen Fehler begangen habe, war aber von der Situation so enttäuscht, weil er unseren Sohn in die neue Beziehung mit einbezog, was ich niemals getan habe. Letztendlich kam er ein paar Monate später zu mir und meinte, dass er nur mich möchte, ich die Eine, seine Muse sei und wir noch eine zweite Chance verdient haben. Ich war etwas überrascht, da ich nicht davon ausging, dass er mir überhaupt jemals verzeiht, aber wollte ihn so gern wieder an meiner Seite haben. Also versuchten wir es. In dieser Phase erfuhr ich noch ganz andere Dinge von ihm: Er hatte kurz vor unserer Hochzeit eine Affäre und seine Beziehung von Anfang des Jahres schwängerte er, die aber abtrieb und von ihm nichts mehr wissen wollte. Letztendlich sah ich darüber hinweg, weil ich wollte, dass wir wieder zueinander finden, wollte mit ihm glücklich sein und dass wir von vorne anfangen. Der Neuanfang dauerte nur sechs Wochen, dann fühlte er sich eingeengt, wollte was für sich machen und ich war zutiefst enttäuscht. Er wollte mehr Zeit und bestätigte, dass sehr viel Vorgefallen ist und einiges auf der Strecke geblieben ist. Was ja klar ist. Es war auch nicht so, dass ich ihn belagerte. Er wollte sofort wieder zusammenziehen, ein gemeinsames Konto führen, was ich aber ablehnte, da ich der Meinung bin, dass wir dann nur an eine vergangene Beziehung anknüpfen und keinen Neustart beginnen. Wir hatten tolle sechs Wochen, feierten unsere 17 jährige Partnerschaft und verstanden uns gut. Aber klar, es stand einiges zwischen uns und wir kamen bei einem Gespräch zu dem Schluss, dass wir noch mehr Zeit bräuchten. Ich fragte ihn, ob er das schafft, ohne gleich jemand sexuell zu verfallen. Männer eben!!! Er bestätigte, dass er das nicht braucht und die anschließenden Tage war ich total hin und hergerissen. Seitdem haben wir seit drei Wochen Funkstille, in der ersten Woche hatte ich ziemlich gelitten, was ich ihm auch bei einem Telefonat rüberbrachte. Nun erfuhr ich am heutigen Tage, dass er schon wieder eine Neue hat. Ich weiß nun nicht mehr weiter. Habe mich seit unserem Telefonat vor zwei Wochen nicht mehr gemeldet und wir tauschen nur noch sms-Kontakt aus. Er simste, dass ihm unser wohlwollender Austausch fehlt. Ich möchte kein Freund von ihm sein, das reicht mir nicht. Ich bin hin und hergerissen, ob das ganze überhaupt noch etwas bringt, möchte ihn aber nicht verlieren. Wir haben uns geliebt und er fehlt mir wahnsinnig dolle. Dennoch genieße ich natürlich auch meine Freiheiten. Alleine eine Runde Inlinerfahren ohne ständig bedrängt zu werden, dass er mit möchte. Oder Treffen mit einer Freundin, ohne, dass er ständig nachfragt, wann ich wieder zurück bin. Er ist übrigens auch zu unserer Partnerschaft immer der Überzeugung gewesen, dass wir das Non-Plus-Ultra-Paar gewesen sind und er der Macher überhaupt ist. Kann man so egozentrisch sein???

Schlussendlich komme ich fast zu der Überzeugung, dass wir uns nichts mehr zu sagen haben und jeder seine eigene Wege gehen sollte. Aber dennoch fehlt er mir wahnsinnig doll.

Habt ihr einen Tipp für mich?

Claudia


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23. Mai 2012 um 10:17

Hi Claudia!
Ich werde Dir keinen Tipp geben können; Du hast Deine Partnerschaft ja schon reichlich seziert und Dir Deine eigenen (richtigen) Gedanken dazu gemacht.

Ich möchte Dich eigentlich nur ermutigen, den Weg konsequent weiter zu gehen. Klar, siebzehn Jahre sind eine lange Zeit, man gewöhnt sich an ein paar Dinge und hat natürlich auch Angst vor der Zukunft, die nicht mehr so berechenbar ist wie gewohnt.

Letztendlich ist es aber wichtig für Dich, den Schlußstrich zu ziehen. Du hast das Vertrauen zu Deinem Mann verloren, und er hat sich nicht gerade ein Bein ausgerissen um es sich wieder zu erarbeiten. Du solltest das nicht als Ende sondern eher als Anfang verstehen, nicht nur für Dich, sondern auch für Deinen Sohn. Auch er spürt ganz sicher, dass Du Dich nicht wohl fühlst und leidet mit Dir.

Wenn Du Dich allerdings für Deinen Mann entscheiden solltest dann rate ich Dir dringend, die dunklen Familiengeschichten aufzuarbeiten. Solche Dinge lauern immer im Hintergrund und belasten einen Menschen mehr als er zugeben mag!

Viel Glück!

Frank

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30. Mai 2012 um 21:03
In Antwort auf nordlichterhf

Hi Claudia!
Ich werde Dir keinen Tipp geben können; Du hast Deine Partnerschaft ja schon reichlich seziert und Dir Deine eigenen (richtigen) Gedanken dazu gemacht.

Ich möchte Dich eigentlich nur ermutigen, den Weg konsequent weiter zu gehen. Klar, siebzehn Jahre sind eine lange Zeit, man gewöhnt sich an ein paar Dinge und hat natürlich auch Angst vor der Zukunft, die nicht mehr so berechenbar ist wie gewohnt.

Letztendlich ist es aber wichtig für Dich, den Schlußstrich zu ziehen. Du hast das Vertrauen zu Deinem Mann verloren, und er hat sich nicht gerade ein Bein ausgerissen um es sich wieder zu erarbeiten. Du solltest das nicht als Ende sondern eher als Anfang verstehen, nicht nur für Dich, sondern auch für Deinen Sohn. Auch er spürt ganz sicher, dass Du Dich nicht wohl fühlst und leidet mit Dir.

Wenn Du Dich allerdings für Deinen Mann entscheiden solltest dann rate ich Dir dringend, die dunklen Familiengeschichten aufzuarbeiten. Solche Dinge lauern immer im Hintergrund und belasten einen Menschen mehr als er zugeben mag!

Viel Glück!

Frank

Danke ...
... für Deine Ermutigung.
Ich denke ich bin auf dem richtigen Weg. Der Kontakt beruht weiterhin auf sehr oberflächlichem Wege und wahrscheinlich sollte alles so sein. Ist zwar ein sehr unschöner Weg, den wir die letzte Zeit gegangen sind, aber manchmal ist es eben so.
Muss nun wieder zu mir selbst finden, um das Leben genießen können. Damit habe ich im Moment so meine Probleme. Mir fehlt die Lebensfreude. Aber wird schon

Vielen Dank noch mal und liebe Grüße
claudtscha

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