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" Hassgefühle" für den Ex

31. Januar 2006 um 10:16 Letzte Antwort: 31. Januar 2006 um 11:27

Mein Ex hat mich verlassen, als er erfuhr, dass ich schwanger bin. Das ist jetzt zwar schon einige Zeit her, aber ich kann das einfach nicht vergessen. Er hat sich wie das Letzte benommen. Ich bin damals durch die Hölle gegangen, denn für ihn gab es nur eine Lösung - eine ABtreibung. Er hat mit allen Mitteln versucht mich dahin zu drängen, doch ich bin standhaft geblieben und habe jetzt einen wunderbaren Sohn. Doch ich kann das Geschehene nicht verarbeiten und werde auch jedesmal wieder daran erinnert, denn nach der Geburt, war es auf einmal "sein" Sohn und er will natürlich alle Rechte. Da ich nicht möchte, dass der Kleine darunter leiden muss, dass wir damals Probleme hatten, lasse ich die Besuche auch zu. Aber ich leide dabei wie ein Hund.

Eigentlich sollte aber alles gut sein, denn in der Zwischenzeit bin ich glücklich verheiratet und habe noch ein Kind bekommen. Ich liebe meinen Mann über alles, doch die Vergangenheit belastet mich und auch unsere Beziehung. Mein Mann geht mit den Besuchen super um und akzeptiert das auch in vollem Umfang. Er meint, dass ich endlich die Vergangenheit vergessen sollte. Jeder habe eine 2. Chance verdient. Doch das kann ich nicht. Ich habe das Gefühl, dass mein Ex damals in mir und meiner Gefühlswelt sehr viel zerstört hat. Ich kann niemanden mehr recht vertrauen, da ich immer Angst habe, dass mir wieder versucht wird alles zu nehmen.


Mein Ex hat auch wieder eine neue Beziehung und lebt anscheinend unbesorgt und glücklich. Und das macht mich wütend. Ich habe das Gefühl, er hat mich zerstört und kann trotzdem weiterleben, als wäre nichts geschehen. Manchmal hasse ich ihn sogar dafür und wünschte, dass es ihm auch mal so geht.

Ich weiss, dass mir das auch nichts bringt, aber ich finde leider keinen Ausweg. Ich sitz sehr oft weinend irgendwo und weiss nicht mehr weiter.

Wer hat ähnliches erlebt und kann mir einen RAt geben, wie ich mich verhalten soll, bzw. wie ich wieder ein normales Leben führen kann, denn schon jetzt leidet meine Ehe darunter. Je glücklicher ich zu leben scheine, umso mehr zieh ich mich zurück, damit es mir keiner nehmen kann.

( Bereits in dem Forum Falimie gepostet, aber ich denk, dass es hier besser aufgehoben ist)

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31. Januar 2006 um 10:57

Ich kann...
...dich verstehen.
Diese Gefühle die du hast, entspringen deiner Angst, sowas nochmal erleben zu müssen. Du bist ganz einfach ein gebranntes Kind.
Ich kann dir eigentlich nur raten, einen Psychologen aufzusuchen, der mit dir gemeinsam das Geschehene aufarbeitet. Damit entlastest du dich selbst und auch deinen Mann, denn der Ärmste muss im Prinzip jetzt das ausbaden, was dein Ex hinterlassen hat - und das ist zugegebenermaßen ein ganzer Haufen Mist. Ich denke, dein Mann liebt dich und er hat es nicht verdient darunter zu leiden, was dein Ex fabriziert hat. Hilf dir und deinem Mann und suche dir Hilfe von außen, lerne zu verzeihen (nicht zu vergessen, das geht sowieso nicht), dann tust du dir und deiner Familie etwas gutes.
Was ich allerdings nicht verstehe: wenn er erst eine Abtreibung wollte, woher dann jetzt das Interesse an seinem Sohn? Wollte er das selbst oder hast du ihn dazu "verdonnert"?

LG Aimee

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31. Januar 2006 um 11:17
In Antwort auf aella_11855572

Ich kann...
...dich verstehen.
Diese Gefühle die du hast, entspringen deiner Angst, sowas nochmal erleben zu müssen. Du bist ganz einfach ein gebranntes Kind.
Ich kann dir eigentlich nur raten, einen Psychologen aufzusuchen, der mit dir gemeinsam das Geschehene aufarbeitet. Damit entlastest du dich selbst und auch deinen Mann, denn der Ärmste muss im Prinzip jetzt das ausbaden, was dein Ex hinterlassen hat - und das ist zugegebenermaßen ein ganzer Haufen Mist. Ich denke, dein Mann liebt dich und er hat es nicht verdient darunter zu leiden, was dein Ex fabriziert hat. Hilf dir und deinem Mann und suche dir Hilfe von außen, lerne zu verzeihen (nicht zu vergessen, das geht sowieso nicht), dann tust du dir und deiner Familie etwas gutes.
Was ich allerdings nicht verstehe: wenn er erst eine Abtreibung wollte, woher dann jetzt das Interesse an seinem Sohn? Wollte er das selbst oder hast du ihn dazu "verdonnert"?

LG Aimee

Ich hab...
ihn dazu nicht verdonnert. Mir wäre es lieber gewesen, wenn ich von dem nie wieder was gehört hätte. Aber er wollte das Kind dann doch sehen und ich wollte es meinem Soohn gegenüber nicht verantworten, den Vater zu verheimlichen. Irgendwann kommen die Fragen und das Kind soll ja nun unter der Ansicht des VAters nicht leiden.

Der Schritt zum sychologen ist doch sehr groß, denn eigentlich schäme ich mich für diese Gefühle. Und wenn mein Mann schon meine Gefühle nicht nachvollziehen kann, wie soll das dann ein Fremder können???

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31. Januar 2006 um 11:27
In Antwort auf fritzi_11887507

Ich hab...
ihn dazu nicht verdonnert. Mir wäre es lieber gewesen, wenn ich von dem nie wieder was gehört hätte. Aber er wollte das Kind dann doch sehen und ich wollte es meinem Soohn gegenüber nicht verantworten, den Vater zu verheimlichen. Irgendwann kommen die Fragen und das Kind soll ja nun unter der Ansicht des VAters nicht leiden.

Der Schritt zum sychologen ist doch sehr groß, denn eigentlich schäme ich mich für diese Gefühle. Und wenn mein Mann schon meine Gefühle nicht nachvollziehen kann, wie soll das dann ein Fremder können???

Dein Mann...
...ist erstens kein "Profi" im Umgang mit solchen Dingen und zweitens hat er Gefühle für dich - schon deshalb ist es sehr schwer für ihn, dich so zu verstehen wie du das bräuchtest.

Ein Psychologe ist auf diese Sachen spezialisiert, er steht dir offen und objektiv gegenüber und er weiß wie er dir helfen kann. Außerdem musst du dir keine Gedanken machen, dass du ihm auf den Keks gehst, denn er hat sich den Job ausgesucht und verdient damit sein Geld - also wäre er wohl fehlbesetzt, wenn du ihn nerven würdest, oder?

Und für einen Gang zum Psychologen darfst du dich nicht schämen, im Gegenteil, dieser Schritt ist wichtig und er wird dir und deiner Familie helfen.

Wenn du deinen Mann und deinen Sohn liebst, dann tu es (außer für dich selbst) auch für sie. Und für deine negativen Gefühle deinem Ex gegenüber musst du dich auch nicht schämen, denn die sind wie gesagt nachvollziehbar. Du musst aber daran arbeiten sie zu überwinden, und das wirst du in deiner Verfassung nur schaffen wenn du professionelle Hilfe in Anspruch nimmst!
Ich weiß selbst wovon ich spreche, ich bin 1999-2000 auch in Behandlung gewesen und erstens hat sich darüber niemand negativ geäußert, im Gegenteil, man sagte zu mir, man sei stolz auf mich, dass ich diesen Schritt mache, und zweitens hat es mich vor Schlimmerem bewahrt.

LG
Aimee

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