Home / Forum / Liebe & Beziehung / Hand aufs Herz. Welche Frau ist/war auch so?

Hand aufs Herz. Welche Frau ist/war auch so?

7. Mai um 16:28

Hallo Mädels. Diese Frage geht an Euch. Ich habe seit Jahren wiederkehrend dasselbe Problem. Ich habe hier auch dazu schon geschrieben und Hilfe oder Lösungsvorschläge bekommen. Aber, wie gesagt, es kommt immer wieder zurück.
Es geht um die Beziehung zu meiner Frau. Ich liebe sie. Sie liebt mich (beteuert sie; weiter unten mehr dazu). Wir sind seit weit mehr als zehn Jahren zusammen, seit 4 Jahren verheiratet, 2 wunderbare Kinder.
Es ist, wie bei vielen - auch in unserem Freundeskreis - der Sex lässt nach, fällt weg, ist langweilig. Es ist nicht so wie es war oder wie es sein sollte (zumindest für mich). Nicht falsch verstehen, dass das Sexleben zumeist abflacht oder Routine wird nach so einem langen gemeinsamen Weg, ist mir klar.
Was mich aber total stört, ist, dass da gar keine Geilheit mehr da ist. Wir haben vielleicht einmal oder höchstens zweimal im Jahr richtig geile leidenschaftlichen Sex. Der Rest besteht nur aus Druckabbau. Ehrlicherweise für mich. Das Gefühl habe ich und gibt meine Frau mir auch. Nicht dass sie keinen Spaß dabei hätte. Aber lange und wirklich gut ist das alles nicht. Ich denke an meine Frau wenn sie nicht da ist, sehe sie und die Gedanken gehen mir durch. Oft ist es auch so, dass sie in dem Moment willig ist. Aber dann abends, Ihr kennt es, die Kinder sind im Bett. Puff. Alles weg. Ich bin total heiß - sie nicht. Nichtmal ein bisschen. Da kann ich machen was ich will. Sie hat keine Lust. Gespräche bringen nichts oder nur kurzzeitig Besserung.
Vorgestern war es wieder soweit. Ich hätte platzen können. Ich begehre meine Frau. Wirklich. Sie ist für mich alles andere als nun ja, eine W...svorlage oder Puppe. Aber das Gefühl wird mir gegeben von ihrer Seite.
Also habe ich sie wieder angesprochen. Ich habe gesagt, dass mich das verletzt, dass mir das größte an einer Beziehung fehlt, dass ich mich unausgeglichen fühle und dass es so immer automatisch auch zu anderen Problemen kommen wird. Ihre Antwort war, dass sie keinen Sex braucht. Dass sie mich aber wirklich liebt. Dass sie abends immer müde ist und lieber morgens Sex hatte usw. usf.
Wenn es so wäre... Ich weiß nicht, wann ich das letzte Mal das Gefühl hatte, so richtig begehrt zu werden. Dass ich der Grund bin, dass sie ihre Sinne verliert. Ist das nicht so, wenn man zusammen ist? Ich für mich zumindest kenne das nur so.
Mir geht es überhaupt nicht gut bei alledem, denn ich habe nicht das Gefühl, dass sie mich liebt. Das ganze wichtige Drumherum mache ich natürlich. Ich versuche ihr alles zu geben. Wir teilen uns so gut es geht die Hausarbeit, wir kümmern uns gemeinsam um die Kinder und sind bei allen wichtigen Fragen immer sofort einer Meinung. Ich arbeite Vollzeit, sie In Teilzeit. Allerdings so, dass sie mit dem Älterwerden der Kinder auch immer mehr Stunden macht. Uns geht es gut. Aber wir sind nicht reich. Ich bin, wie der Name verrät, Handwerker, sie ist Krankenschwester. In der Woche kocht sie, am WE ich. Wie gesagt, wir teilen uns die Aufgaben.
Zurück zum Körperlichen. Wenn ich sie verführen will oder wenn wir dann doch endlich mal wieder zur Sache kommen, dann darf ich sie kaum berühren. Nicht am Bauch, kaum an den Brüsten und nur sehr selten im Intimbereich. Oral darf ich sie sowieso nicht verwöhnen. Oft sind Berührungen auch zu "kitzlig", so dass sie sich weg dreht. Ich weiß nicht mehr, ob ich sie zärtlich berühren soll oder auch mal hart oder grob sein darf. Also gemäßigt, im Sinne von fest packen. Mehr nicht. Ich weiß es nicht. Auch im Gespräch ist nichts herauszufinden.
Einen Orgasmus hat sie nicht oder nur äußerst selten. Danach fragen, um zu wissen, was ich machen soll/darf, darf ich nicht. Ganz schlechtes Thema.
Der langen Rede folgt nun endlich meine Frage: Gibt es das wirklich Liebe Frauen. Kann die Sexualität in einer Beziehung dermaßen verstummen? Denn so habe ich das vorher nicht erlebt. Das war immer anders. Lässt man die erste ein/zwei Jahre, die immer anders sind, weg, haben wir immer regelmäßig unsere Zweisamkeit genossen und ausgelebt. Nun braucht sie es nicht mehr, ich verhungere. Und obendrein - und das ist beinahe das Schlimmste für mich - verliere ich die ultimative Nähe zu meiner Frau. Das, was uns von normaler Freundschaft unterscheidet. Die nächste Nähe, die man zu einem anderen Menschen haben kann, sich komplett einer Person hinzugeben oder einfach nur diese am nächsten stehende Person in seinem Leben glücklich zu machen. Weg, nicht da. So schlimm. Sie sagt, sie braucht es nicht mehr. Ich verrecke.
Gibt es das? Gibt es einen Ausweg? Kann man sowas wieder hinbiegen oder muss ich tatsächlich mit diesem unausgefüllt sein den Rest meines Lebens umgehen?

Sorry für den Roman...

Mehr lesen