Home / Forum / Liebe & Beziehung / Habt ihr Angst vor dem (hohen) Alter?

Habt ihr Angst vor dem (hohen) Alter?

24. Januar 2011 um 12:14

Hallo,
mich beschäftigt dieses Thema seit gestern.. ich habe einen Bericht über Altenheime in DE gesehen und darin wurden AlternpflegerInnen in verschiedenen Heimen in ihrem Alltag begleitet. Primär ging es eigentlich um diesen sehr harten, unterbezahlten Job, aber man hat eben auch die BewohnerInnen in den jeweiligen Heim gesehen und als ich das sah, kam in mir ein ganz ungutes Gefühl hoch. Viele von ihnen haben keine Familie, keine Freunde,.. sitzen ihren letzten Lebensabschnitt in einem Heim ab, in dem sie sich nicht besonders wohl fühlen. Mich beschlich dabei eine gewisse Zukunftsangst, wenn ich ehrlich bin.. wird es mir mal genauso gehen? In vielen Fällen haben z.B. auch die Kinder ihre Eltern/Großeltern in das Heim gebracht, da die Pflege daheim nicht mehr schaffbar war, weder von der Zeit noch von der Belastung her. Viele ältere Menschen waren verwirrt/senil und furchtbar traurig, da sie einfach nicht verstehen konnten, dass sie nun kein eigenes zu Hause mehr hatten.

Im Pflegeheim meiner Oma z.B. war die Atmosphäre irgendwie anders.. viel freundlicher und "wohnlicher", dennoch hat sich meine Oma nie eingelebt und starb dann nach 2 Jahren intensiver Betreuung (auch durch uns Kinder und Enkelkinder). Sie hat sich aufgegeben, weil sie so nicht leben wollte.. eine Pflege zu Hause wäre aber nicht möglich gewesen, da sie auf die medizinische Betreuung angewiesen war.

Ich weiß nicht,.. mir jagen solche Bilder eine tiefsitzende Angst ein.. wer weiß, ob ich jemals eigene Kinder haben werde, die dann (auch) für mich da wären.. wie gehts euch mit der Vorstellung vor dem hohen Alter oder beschäftigt ihr euch erst gar nicht damit?

Mehr lesen

24. Januar 2011 um 13:56

Das mit den Kindern..
.. hatte ich eher so gemeint, dass ich mich eher frage, ob es überhaupt eigene Kinder geben wird. Ich bin jetzt 30 Jahre alt und habe nach wie vor keinen Kinderwunsch. Im Moment wäre es mir immer noch zuviel Verantwortung, aber gut, das kann sich ja noch ändern.

Im Grunde lässt sich das alles schwer planen, aber irgendwie gab mir die gestrige Sendung einen gewissen Denkanstoß.. vermutlich kann man es nur auf sich zukommen lassen.. niemand weiß, was in 50, 60, 70 Jahren sein wird, was ja einerseits gut ist, andererseits macht mir das Thema aber eben auch ein leicht ungutes Gefühl..

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

24. Januar 2011 um 15:43

Heikles Thema, ja..
.. ein weiterer wichtiger Aspekt daran ist ja auch, dass den Heimen das Personal ausgeht. Die Pflegepersonen in den Heimen berichteten davon, dass sie sich einfach keine Zeit mehr für die Leute nehmen können, da es in jedem Heim einen akuten Personalmangel gibt (wer wählt diesen Beruf unter diesen schlechten Bedingungen noch?).. da saß eine alte Frau auf ihrem Bett und weinte und die Angestellte hatte einfach nicht die Zeit, sich zu kümmern.

Ich bin jetzt 30, wenn ich mal alt bin, dann wird die Situation vermutlich nur noch brisanter sein.. kein schöner Gedanke. Man kann nur hoffen - und entsprechend leben - dass mal Personen da sein werden, die sich dann zumindest noch in der Art um mich kümmern, dass es mir auch in den letzten Jahren noch gut gehen wird.
Ich denke einfach jetzt schon daran, ob es nicht notwendig ist, bereits JETZT schon für diese Jahre vorzusorgen.. es ist sehr viel von den finanziellen Mitteln abhängig und wenn, dann sollte man sich vielleicht schon früh genug mit diesen Gedanken beschäftigen.. darum hat mich auch eure Meinung zu dem Thema interessiert.

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

24. Januar 2011 um 16:08

Ich freue mich auf's alt werden
Ich freue mich auf's alt werden, denn ich hab' gehört, dass dann das Kind in einem wieder etwas durchkommt und man wieder ein wenig so wird, wie man eigentlich ist.

Im Berufsleben kann und muss man sich ständig beweisen. Das hat sein Gutes, doch fehlt mir ein wenig meine Einfältigkeit von früher.

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

24. Januar 2011 um 16:19
In Antwort auf lean_12240789

Ich freue mich auf's alt werden
Ich freue mich auf's alt werden, denn ich hab' gehört, dass dann das Kind in einem wieder etwas durchkommt und man wieder ein wenig so wird, wie man eigentlich ist.

Im Berufsleben kann und muss man sich ständig beweisen. Das hat sein Gutes, doch fehlt mir ein wenig meine Einfältigkeit von früher.

.. mit dem Unterschied..
.. dass genau dieses Verhalten dann nicht mehr als süß und niedlich empfunden wird, sondern als nervig, anstrengend und schrullig.

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

24. Januar 2011 um 22:57

Ja natürlich
und ebenso natürlich verdränge ich diese Angst so gut und so lange es geht. Und die Option früh sterben ist auch keine, die mir schmeckt. Bis 90/95 relativ rüstig und selbständig bleiben, dann schnell aber gemütlich sterben, wäre schon eine äußerst optimischte Variante, aber selbst die törnt mich nicht wirklich an. Das Leben mit 90 ist anders als mit 30, bin ich mir sicher, und ich glaube nicht besser...

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

25. Januar 2011 um 14:49

Meine Prognose ist, dass wenn wir so weit sind...
... werden wir bereits auf der Straße folgendermassen angesprochen:

"Ai Alde, wat machst'nt hier noch, ai? Mach ma Rente frei und nen Abgang..."

Ich könnte mir vorstellen, dass bis dahin überall Euthanasie-Buden stehen (wahrscheinlich genau da, wo heute die Döner-Buden sind) und wir öffentlich aufgefordert werden, den Suizid einzluleiten.

So stelle ich mir unser Alter vor.

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

25. Januar 2011 um 16:32

Ich wollte es ja nicht so direkt schreiben...
... aber das ist der Nach-Gedanke meines Postings weiter unten. Ich habe das nämlich selbst auch vor...

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

25. Januar 2011 um 16:49

Interessant, Dein Posting...
auch dass es ja doch schon einige 'junge' Menschen gibt, die das bereits vorhaben... und planen...

Ich möchte Dir nicht zu nahe treten, aber Roter See, Waldlichtung... ok, aber wie übergibt man den Körper, damit der Geist davonfliegt. Ich meine, es muss dann ja auch 'über die Bühne' gebracht werden.

Also meine Frage ganz unverblümt: Wie hast Du es vor?

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

25. Januar 2011 um 17:28

Das will ich auch können, Unigost
Ob das dann so hinhaut, naja... ist jedenfalls ein sehr interessantes Thema.

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

25. Januar 2011 um 17:42

Momentan
setze ich mich auch sehr intensiv mit dem Alter auseinander.

Meine Oma (85) hatte im November einen Schlaganfall. Sie wohnt 250 km von uns weg, in einer Altbauwohnung ohne anständiges Bad und Heizung. Aus der Wohnung war sie übrigens nicht rauszubringen, wir hatten schon mehrere Ansätze, sie in ein komfotableres Appartment umzuquartieren, aber es scheiterte an ihrem Widerstand (einen alten Baum verpflanzt man nicht) und an den...FINANZEN.

Omchen hat ja einen Krieg mitgemacht, 3 Kinder großgezogen, war immer für die ganze Verwandtschaft da. Hatte einen saufenden Ehemann und diesen noch 10 Jahre nach dessen eigenem Schlaganfall gepflegt. Jetzt hat sie knapp 800 Euro Rente und lebt von der Hand in den Mund.

Wie auch immer, im November dann ein Schlaganfall. Ihr Sohn, vor Ort, im eigenen Haus lebend, Hartz4-Empfänger, seit Jahren ihr Konto plündernd, hat sie nach KH und REHA ins nächstgelegene Altenheim gebracht, ihre Wohnung aufgelöst, alles verkauft, und das Beste: uns nichts davon gesagt. Wir haben erst davon erfahren, als wir den Bescheid vom Versorgungsamt bekamen, da meine Mutter als Tochter ja herangezogen wird, beim Unterhalt. Das sollte man auch immer schön bedenken! Kinder sind auch für ihre Eltern Unterhaltspflichtig!

So würde ich NIE leben wollen. Wissend, dass es die allerletze Station ist. Danach kommt nichts mehr, nur der Tod.

Was natürlich hilft, ist GELD. Sich eine schöne Rente ansparen, damit man im eigenen Haus oder Wohnung versorgt werde kann, das gibt es alles, no problem. Ich kenne Senioren, die bis zuletzt in den eigenen 4 Wänden gelebt haben. Hast Du Geld, kannst Du Dir alles kaufen! Pflege, jemand der einkauft, jemand der vorliest, jemand der koch. Null problemo.

Die andere Seite der Medaille: Auch WENN das Geld da wäre, WER wird uns den Hintern abwischen? Was wird an Bevölkerung noch da sein, in 30, 40, 50 Jahren?
Wir sind mittlerweile ein Volk von Auswanderern, und ich bezweifle, dass mein eigener Sohn mal bereit sein wird, seine alte Mutti zu pflegen.

Also: entweder rechtzeitig die Pille besorgen, oder sehr sehr viel Geld für die Versorgung beseite schaffen.

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

Frühere Diskussionen
Diskussionen dieses Nutzers
Wir machen deinen Tag bunter!
instagram