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Habe meinen Geliebten verlassen und mir das Herz gebrochen

Letzte Nachricht: 9. Oktober 2013 um 0:21
H
hania_11852819
30.06.06 um 15:25

Ich (29) habe mir Anfang dieser Woche selbst das Herz gebrochen und vielleicht das meines Geliebten noch dazu. Und nun weichen dem anfänglichen Stolz über meine doch so heroische und selbstlose Tat langsam die Zweifel, ob ich damit nicht doch alles kaputt gemacht habe. Aber ich will von Anfang an erzählen.
Vor circa 8 Jahren lernte ich meinen jetzigen Mann kennen; er war um einiges älter als ich, zudem verheiratet und Vater zweier kleiner Kinder, ach und auch noch mein Dozent an der Uni. Wir verliebten uns sehr schnell ineinander und bald gab er seine Ehe auf und zog zu mir. Die ersten Jahre waren nicht leicht für uns beide, seine Zweifel an der auch moralischen Richtigkeit seiner Entscheidung nagten an ihm und auch ich musste die Tatsache, dass ich eine Ehe zerstört und zwei kleinen Kindern den Vater weggenommen hatte, verdauen. Doch unsere Liebe zueinander war stärker und nach etwa vier Jahren heirateten wir beide. Heute gibt es ein sehr gutes Verhältnis zu seiner ehemaligen Familie, die Kinder sind oft bei uns und hängen doch sehr an mir.
Im Sommer letzten Jahres lernte ich dann meinen S. bei einem Vorstellungsgespräch kennen. Wir beide bekamen dann auch die Stelle und arbeiteten zukünftig wenn auch an unterschiedlichen Standorten zusammen. S. flirtete ziemlich offensiv mit mir (er wusste nicht, dass ich verheiratet bin), was ich zunächst abwies. Doch irgendwann im letzten Winter verliebte ich in ihn und wir kamen dann auch recht schnell zusammen.
Ich hatte meinem Mann gegenüber zunächst keinerlei schlechtes Gewissen und wollte eh nur eine kleine Affäre, eigentlich nur etwas sexuelle Ablenkung. Nach all den Jahren mal einen andere Körper spüren, das Gefühl haben, begehrt zu werden, ja so in der Art. Doch meine Gefühle für S. wurden immer stärker je besser ich ihn kennen lernte. Mit meinem Mann lief es immer schlechter; er ahnte etwas, konnte mir allerdings nichts beweisen. Er versuchte, mich einzusperren und zu kontrollieren, was verständlich war, aber mich immer mehr abstieß. Ich weiß sehr genau, was ich meinem Mann und meiner Ehe angetan habe und kann mir schon lange nicht mehr in die Augen sehen. Lange Zeit dachte ich, dass es das Beste sei, der momentanen Verliebtheit zu S. nachzugeben und unsere Affäre dann aufzugeben, wenn diese Verliebtheit langsam verschwindet.
Ich kenne mich und weiß eigentlich, dass ich noch nie allzu lange verliebt war. Doch diesmal war irgendetwas anders; es ging einfach nicht weg. Wir trafen uns meist zweimal die Woche, ich lernte all seine Freunde kennen und war so was wie seine Freundin. Seine Gefühle mir gegenüber waren oftmals nicht sehr klar, jedenfalls konnte er die mir häufig nicht so zeigen, wie ich es eigentlich gewohnt bin. Ich glaube, dass er mich sehr mag und weiss, dass er sich immer stärker eine ganz normale Beziehung zu mir wünschte. Doch die kann ich ihm verständlicherweise nicht geben, solange ich noch bei meinem Mann bin. Und so bin ich seit Monaten hin und her gerissen zwischen dem tiefen Bedürfnis mit S. zusammen sein zu wollen und der Tatsache, dass ich meinem Mann diese Wahrheit einfach nicht antun kann. Ich denke, dass ich meinen Mann nicht mehr liebe, sondern vielmehr an all dem Vertrauten, der Sicherheit und der Geborgenheit in unserer Ehe hänge. Doch all dies ist mir eben auch sehr wichtig und ich weiß, dass ich dies bei S. nicht finden werde. Zudem denke ich, dass ich nicht so einfach eine Beziehung beenden darf, für die ich einst einer Frau ihren Mann und zwei kleinen Kindern den Vater genommen habe.

Und so schiebe ich seit Monaten die schwierigste Entscheidung meines Lebens vor mir her, habe sie zu oft verdrängt und gehe daran fast kaputt. Mich für eine ungewisse Zukunft mit S. von all dem trennen, was mir einst wichtig war und auch noch ist? Oder mich für meinen Mann und für meine Ehe von S. trennen und mein altes Leben weiterführen? Also das klassische Dilemma zwischen Herz und Verstand.
Diesen Montag hielt ich es nicht mehr aus und traf endlich eine Entscheidung: Ich schrieb meinem S., dass wir uns erstmal nicht bzw. vielleicht nie wieder sehen werden. Dass dies aber wohl der richtige Weg zu einer Entscheidung sei, die ich nicht mit ihm und schon gar nicht wegen ihm treffen kann.
Dass ich ihn aber dennoch unglaublich lieb habe und ihn sehr vermissen werde. Mein Plan war, dass ich schauen wollte, ob ich ohne S. leben und meine Ehe weiterführen kann. Ich glaubte, dass mein Leben einfacher wäre, wenn ich zusätzlich zu der o.g. Entscheidung, nicht mehr darüber nachdenken müsste, wann ich S. das nächste Mal sehen könnte bzw. darüber grübeln müsste, ob er mich auch so sehr liebt wie ich ihn. Zudem will ich mich unabhängig von S. von meiner Ehe trennen, schon allein um ihm die Verantwortung dafür zu ersparen. Ich weiß ja selbst am besten, wie das ist.
Schöner Plan!! So ein Quatsch natürlich würde ich mich nur wegen ihm von meinem Mann trennen!!
Ich vermisse ihn so sehr, möchte wissen wie es ihm geht und ob er mich noch liebt. Ich bin zutiefst traurig und kann nur noch an ihn denken. Er meldet sich verständlicherweise nicht bei mir, vielleicht ist er ja auch froh, dass all dies ein Ende hat. Und so wende ich all meine Kraft auf, ihn nicht anzurufen oder bei ihm vorbei zufahren.
Ich weiß so vieles nicht und habe solche Angst vor der Zukunft. Ich hasse mich für das, was ich getan habe. Ich habe meinen Mann, meine Freunde, meine Familie und meine Arbeitskollegen (die von all dem nichts wissen, auch wenn S. längst woanders arbeitet) und auch S. so oft angelogen, bloß um meine ureigensten Interessen nachzugehen.
Außer meine beste Freundin weiß keiner von meiner Affäre, deshalb suche ich Euren Rat .. .

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D
dareia_12066118
30.06.06 um 23:16

Senf
Schwierig. Hör auf dein Herz und versuche langfristig zu denken. Nicht auf kurz-andauernden Rausch und Befriedigung, immer wieder vor Augen halten was man möchte. Was tut dir gut? Was tut dir vielleicht langfristig gut?

Viel Glück

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B
bailee_12355177
03.07.06 um 23:04
In Antwort auf dareia_12066118

Senf
Schwierig. Hör auf dein Herz und versuche langfristig zu denken. Nicht auf kurz-andauernden Rausch und Befriedigung, immer wieder vor Augen halten was man möchte. Was tut dir gut? Was tut dir vielleicht langfristig gut?

Viel Glück

Ich
denke, genau das ist das Problem. Man weiß ja eben nicht, was einem langfristig gut tut! Vielleicht besteht diese Verliebtheit zu S. ja auch nur durch die Heimlichtuerei!? Ich bin im Moment in der gleichen Situation und weiß nicht was ich machen soll. Von seiner Affäre kennt man ja meist nur die guten Seiten oder verdrängt auch schon mal schlechteren, aber wie sähe das dann im Alltag aus? Vielleicht würde man sich dann genau die Eigenschaften wünschen, die der Ex-Partner hatte. In meinem Augen ist die Entscheidung für die Affäre, ein Sprung ins kalte Wasser. Wie bei jeder neuen Beziehung eigentlich, nur mit dem Risiko, daß man verdammt viel aufgibt. Das heißt es abzuwägen. Geh ich das Risiko ein und kann zur Not damit leben, daß die neue Beziehung u.U. nicht lange hält oder bleibe ich bei dem vertrauten, wo ich weiß was ich habe, aber auch weiß was mir fehlt? Ich hab im Moment für mich die Entscheidung getroffen, daß ich weiterhin, falls sich das mit meinem Mann wieder einrenkt, zweigleisig fahren werden.

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V
vasily_12890038
05.07.06 um 3:31

Dir fehlt eine Erfahrung....
und zwar die, wie es sich anfühlt, wenn ein anderer Mensch auf den eigenen Gefühlen rumtritt.
Was ich so von Dir lese hört sich richtig schön egoistisch an.
Ich will Dir nichts Böses wünschen, aber es wäre mal sehr hilfreich für Dich, wenn Dich mal einer so behandelt, wie Du andere Menschen behandelst.
Erst zerstörst Du eine Familie, dann verarscht Du Deinen Mann für ein bißchen auf große Liebe machen.
Mach Dir mal ernsthafte Gedanken über Dein Handeln, könnte nicht schaden, denke ich.

Gruß vom Tom

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J
jewell_11897865
05.07.06 um 5:40
In Antwort auf bailee_12355177

Ich
denke, genau das ist das Problem. Man weiß ja eben nicht, was einem langfristig gut tut! Vielleicht besteht diese Verliebtheit zu S. ja auch nur durch die Heimlichtuerei!? Ich bin im Moment in der gleichen Situation und weiß nicht was ich machen soll. Von seiner Affäre kennt man ja meist nur die guten Seiten oder verdrängt auch schon mal schlechteren, aber wie sähe das dann im Alltag aus? Vielleicht würde man sich dann genau die Eigenschaften wünschen, die der Ex-Partner hatte. In meinem Augen ist die Entscheidung für die Affäre, ein Sprung ins kalte Wasser. Wie bei jeder neuen Beziehung eigentlich, nur mit dem Risiko, daß man verdammt viel aufgibt. Das heißt es abzuwägen. Geh ich das Risiko ein und kann zur Not damit leben, daß die neue Beziehung u.U. nicht lange hält oder bleibe ich bei dem vertrauten, wo ich weiß was ich habe, aber auch weiß was mir fehlt? Ich hab im Moment für mich die Entscheidung getroffen, daß ich weiterhin, falls sich das mit meinem Mann wieder einrenkt, zweigleisig fahren werden.

Sei stark
Hermine, ich denke, Du hast das Richtige gemacht. Die beste Loesung ist nicht immer die einfachste, Du hast es Dir lange ueberlegt und dann entschieden. Vertraue Dir selbst, und dass Du allein am besten die Situation beurteilen kannst.
Dass es jetzt Trennungsschmerz gibt ist normal, es ist nicht einfach, sich aus einer Affaire zu loesen. Aber das wird vorbei gehen. Ich denke, Du hast Dir vorher genau ueberlegt, welcher Schmerz groesser waere, und nicht nur fuer Dich. Vertraue in Dich selbst und sei stark!

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C
cruz_12724901
06.07.06 um 11:45

Die Liebe des Lebens
gibt es die? DIE Liebe für die es sich lohnt alles hinter sich zu lassen? Man stellt sich vor, wie ein gemeinsames Leben mit dem Geliebten aussehen könnte, dass es besser sein wird, als das was man bereits hat. Auf der anderen Seite der Partner, der einem vertraut ist, der vieles aufgegeben hat um mit Dir zusammen zu sein. Deine Entscheidung Abstand zu suchen, ist sicher richtig. Es wird die Zeit zeigen, ob Eure/Deine Liebe stark genug ist die momentane Distanz zu überbrücken. Aber selbst wenn, ich bin davon überzeugt, dass in jeder Beziehung irgendwann der Alltag einkehrt und vielleicht wartet dann wieder die "grosse Liebe" an anderer Stelle. Sprich mit Deinem Mann ehrlich über Dein Gefühlschaos, aber nur, wenn Du vermutest, dass er damit umgehen kann. Eventuell schafft ihr es gemeinsam Eure Ehe auf eine neue Basis zu stellen. Viel Glück Sandra

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H
helmut_12550923
06.07.06 um 13:13

Ich will nur auf ein Detail ...
Deiner story eingehen, weil ich denke, dass Dir niemand bei diesem Abwägen helfen kann.

Du wirst Deine ureigene Entscheidung treffen und zwischen Sicherheitsbedürfnis und Sehnsucht so entscheiden wie Du glaubst, dass Du am besten damit leben kannst. Eine Garantie, dass es funktioniert, gibt es in keiner Richtung.

Aber wenn Du Dich trennst, dann zeig Deinem Freund, dass er keinerlei Verantwortung für diese Trennung trägt, sondern dass sie aus Deinem Willen heraus entstanden ist und er sicher sein kann, später niemals zu hören 'Das hab ich nur wegen Dir getan'.

LG

Larsen

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T
tyler_11900562
03.02.09 um 12:42

Tabu
Sehr geehrte Dame,

ich habe Ihren Beitrag gelesen, er hat mich sehr angerührt.
Ich bin übrigens eine 60-Jährige Frau, die sich intensiv mit solchen menschlichen Grenzsituationen beschäftigt.

Mögen Sie mich per mail anschreiben, ob Sie mit mir Kontakt aufnehmen möchten?

Ich würde mich sehr freuen, von ihnen zu hören.
Mit Liebem Gruß, anomere@aol.com

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G
gwynn_12893862
09.10.13 um 0:21

Liebe, Liebesentzug trotzdem oder deshalb die Geliebte heiraten
Es ist 4 1/2 Jahre her. Damals kam Katharina zum wiederholten Mal in meine Sprechstunde. Irgend etwas geschah in ihrem Kopf. Nach diesem Besuch kamen höfliche und dennoch interessierte Mails. Nach Kurzem waren wir zum Sport verabredet. Noch war ich ohne Schuld. Ich bin verheiratet und habe Kinder. Schon damals schlief ich aber alleine. Meine Frau und ich hatten uns im Kampf um die Kinder verloren.
Nach ein par Wochen war die Unschuld einer intensiven Liebesbeziehung zu Katharina gewichen. Sie lebte in Scheidung. Ihre Kinder sind viel älter als die meinen. Es dauerte ca ein halbes bis das Thema einer gemeinsamen Zukunft aufkam. Plötzlich war klar, dass unsere Liebe etwas großes war und nicht für ewig als Affäre Laufen könnte. Nur meine Kinder. Damals 8 und 13 Jahre alt. Ich wollte einfach nicht so kleine Kerle zurück lassen. Ich begann mich schäbig zu fühlen und zwar in alle Richtungen. Meine Frau, früher mal die große Liebe, heute das strenge Korrektiv und doch die anständigste Person in meinem Umfeld. Diesen Betrug hatte sie nicht verdient. Die Kinder, was würden Sie denken wenn sie wüsten wie ich (auf)lebte? Und natürlich Katharina. Inzwischen geschieden begann sie vehement auf das Unrecht meines Verhaltens zu pochen. Ein Leben als Geliebte wolle sie nicht. Schließlich legte ich mich fest: im November 2014 versprach ich Kinder und Heim zu verlassen. Doch plötzlich galt diese Aussage nichts mehr. Sie schien unter der Zeit bis zum Stichtag enorm zu leiden. Es kamen viele sehr unschöne Szenen bei welchen bitterböse Beschimpfungen über mich ausgegossen wurden. Meine Liebe war ungebrochen. Zwischendurch setzte ich mir Ultimaten und beschloss sie z.B. nach einem Urlaub mit ihr zu verlassen, nachdem ich erneut wegen meines Ehelebens, was nicht nachprüfbar aber dennoch eben aus getrennt schlafen und gemeinsamer Sorge um die Kinder bestand, mit allen möglichen unaussprechlichen Worten tituliert worden war. Auch meine Frau wurde in Abwesenheit zum letzten xy gestempelt. Ich verinnerlichte wie sehr ich Katharina durch die verzögerte Trennung verletzte und versprach deshalb im April 2013 dass ich bereits Ende 2013 aus ziehen würde. Das Merkwürdige war, dass das Jahr plötzlich keine Rolle mehr spielte . Wichtig war jetzt nur noch dass ich erst nach dem Sommer ausziehen wollte. So al. hätte ich sie betrogen flippte sie aus wenn ich z.b. Einen von ihr vorgeschlagenen Termin um 2 Stunden modifizieren wollte um meinen Großen Sohn zum Bahnhof begleiten zu können. Jedes Mal wurden außer körperlicher Gewalt alle Register gezogen.
Inzwischen bin ich ziemlich fertig. In der Arbeit muss ich oft in die Teeküche fliehen wenn ich wegen einer Flut von Vorwurfs SMS weinen muss. Ich habe eine Therapie begonnen um mit der Zerrissenheit zurecht zu kommen und um zu verstehen wie ich mit Katharina eine Partnerschaft aufbauen kann die besser als alles Bisherige wird. Aber auch um zu verstehen ob ich wirklich so schuldig bin, da ich nicht den Blitzabgang mit Umzug zu ihr gewählt hatte. Bis heute glaubt Katharina nicht, dass ich der Kinder wegen geblieben bin.
Ich bin unglücklich wie noch nie und bin ratlos. Niemals wollte ich Katharina hinhalten um sie kurz vor einem fingierten Auszug los zu werden. Und doch stellt sie es so hin. Jetzt hat sie mir angekündigt noch in dieser Woche einen geeigneten Mann zu finden der Sie im Bett so verwöhnt und alles alles vergessen macht was ich war.

Ich schreibe nicht aus versehen in diesem Forum. Ich suche keine Bestätigungsnachrichten affärengeiler Männer sondern den Rat von Affärenerfahrenen Frauen.
Danke vorab

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