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Habe ihn zum Sex gezwungen

25. Juli 2016 um 20:16

Hallo...



Im Kurzen: Ich brauche Hilfe. Ich würde mich auch selbst als psychischen Polytraumapatienten bezeichnen.

Das akute Problem: Am vergangenen Samstagabend war ich mal wieder in einem psychischen Ausnahmezustand (äußert sich bei mir in totaler Abwesenheit und Manifestation in Flashbacks, in nervösem, kleinkindartigem "Rumgezappel", Kratzen der Extremitäten...) Mein Freund kennt das durchaus bereits und teilt diesen Zustand in zwei Stufen ein - in der Ersten bin ich durchaus noch sporadisch in der Lage mit ihm eine Konversation zu führen, ich bin eher gefühlskalt, in einer "mir ist alles" - Attitüde gefangen und werde vollständig empathielos.
Die zweite Stufe zeichnet sich durch komplette Abwesenheit meinerseits aus - als wäre ich in einer gänzlich anderen Welt. In dieser Phase starre ich wohl nur noch leer vor mich hin.


Nach einem tollen Samstagabend wurde ich jedenfalls mal wieder durch irgendetwas getriggert und befand mich in Stufe 1. Mein Freund hat es natürlich sofort gemerkt, ist mit mir nachhause gefahren und wir haben uns ins Bett gelegt.
Er will dann immer mit mir reden, will wissen, was los ist und mir helfen.
Ab und an fehlt ihm das Feingefühl dabei und ich treibe ihn oft genug zur Verzweiflung, aber diesmal habe ich ihn wirklich verletzt...
Ich habe ihn quasi gezwungen, mit mir zu schlafen.

Wir haben ein tolles Sexleben - so toll wie es eben sein kann als gebranntmarktes Kind, aber er ist unglaublich zärtlich, achtet immer darauf, dass es mir gut geht und hört sofort auf, wenn er merkt, dass mich Flashbacks ereilen.

Dieses Mal war es aber anders. Ich wollte mich quasi selbst verletzen, durch ihn... Ich weiß nicht, wie ich das erklären soll. Ich verstehe selbst das Wie und Warum nicht. Wir hatten die Woche kaum Kontakt, ich hatte ein traumatisches Erlebnis und Angst, dass er mich abstoßend finden und mich verlassen würde.

Und obwohl ich es nicht wollte, habe ich ihm immer wieder gesagt, dass ich mit ihm schlafen wolle. Er wollte nicht - er wollte mir nicht weh tun. Ich weiß, dass er Lust gehabt hat, er hätte nur in meinem psychischen Zustand darauf verzichtet, wie er es immer tat.
Aber ich habe ihm immer wieder gesagt "Schlaf mit mir, du findest mich doch hässlich, und abstoßend, wenn du nicht mir schlafen willst, ich will mit dir schlafen...", dass er irgendwann nachgegeben hat, schon fast den Tränen nah vor Verzweiflung.
Und das war mir erschreckender weise in diesem Moment komplett egal.

Er hat mich die ganze Zeit dabei angesehen, ununterbrochen gefragt, ob alles in Ordnung sei. Ich habe genickt, ihn angelächelt, obwohl ich Schmerzen hatte, obwohl ich mich schrecklich gefühlt habe. Er hat aufgehört, als ich in Stufe 2 abdriftete.

Die ganze Nacht hat er mich im Arm gehalten, geweint und gesagt, er fühle sich wie ein Vergewaltiger, ich könne ihm nie verzeihen, er hätte alles zerstört. Ich habe nicht eine Träne vergossen, nicht ein Wort gesagt und ihn nicht mal angesehen.

Dabei bin ich diejenige, die ihn gedrängt hat, die ihn und sich selbst verletzt hat. Er war quasi nur mein "Mittel zum Zweck" in diesem Augenblick. Ich verspüre keine Abscheu, keine Angst vor ihm, aber seit Samstag ist er wie ausgewechselt.
Er achtet tunlichst darauf, mich nicht zu berühren, redet nicht mehr frei nach Schnauze, wie er sonst immer getan hat, sondern achtet in meiner Gegenwart auf jedes Wort.



Ich habe wohl unsere Beziehung zerstört und ich weiß nicht mehr weiter... Er ist mein Ruhepol, er hält mich fest, und nun denkt er, er hätte das gleiche getan mit mir wie mein Onkel. Sämtliche Beteuerungen, dass es nicht so ist, dass ich Schuld habe, blockt er komplett ab, er gibt sich die gesamte Schuld, hört nicht auf sich zu entschuldigen und macht sich schwere Vorwürfe.



Was soll ich nur tun? Warum habe ich ihn so verletzt? Ich bin ein schrecklicher Mensch...





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25. Juli 2016 um 20:54

Zusatzinformationen


Ich bin 20 Jahre alt, und seit Januar mit einem 30-Jährigen zusammen - seinetwegen habe ich mich von meinem Exfreund getrennt, mit dem ich fünf Jahre lang eine mehr oder weniger "sorgenfreie" Beziehung geführt habe. Für mein akutes Problem ist die Liebe zu meinem Ex allerdings irrelevant.

Mein Freund hat mich als gute Schauspielerin und Lügnerin kennengelernt - fröhlich, selbstbewusst, immer mit einem Lächeln auf den Lippen. Er selbst ist ein sehr extrovertierter, selbstsicherer, manchmal vielleicht etwas blasierter und prahlerischer, aber immer liebevoller Mensch.
Wir lernten uns bei meiner Nebentätigkeit im Rettungsdienst kennen und unsere ersten privaten Treffen waren hauptsächlich geprägt von sexuellen Annäherungsversuchen (seinerseits), was zunächst meinen (zugegeben pejorativen) Eindruck von ihm bestärkte.

Doch dann habe ich mich ihm geöffnet. Ich weiß nicht, warum, aber in einem Moment der Schwäche (vielleicht auch, weil ich mich so bedrängt gefühlt habe) ist die ganze Fassade von mir abgefallen. Ich habe in seinem Auto, mitten im Wald (wir mussten unsere Affäre vor den Kollegen, meinem Exfreund, seinen Eltern geheim halten und haben uns nie an öffentlichen Plätzen getroffen) angefangen jämmerlich zu weinen, wie ich es schon seit Jahren nicht mehr getan habe. Er hat schnell herausgefunden, warum und weshalb und hat eine 180 Wende vollführt.

Er hat mich seinen Eltern, seinen Freunden vorgestellt, wie er es mit noch keiner seiner zahlreichen Freundinnen gemacht hat. Er fährt regelmäßig etliche Kilometer zu mir in die Stadt, in der ich studiere (für manchmal nur 2-3 Stunden), obwohl wir beide Dorfmenschen sind und die Stadt hassen, vernachlässigt seine Hobbys, damit er mich zur Therapie begleiten kann, legt sich 24 Stunden mit zu mir ins Bett, wenn ich mal wieder meine depressiven Phasen habe, weint mit mir, kocht, putzt, baut Möbel auf für mich, tut wirklich ALLES für mich - und ich fühle mich viel zu oft schlecht dabei, als würde ich ihn ausnutzen. Er stellt sich ja sogar nachts Wecker, weil er weiß, dass mir das Schlafen schwer fällt und ruft mich dann an...

Er liebt mich. Und ich habe ihn einfach nur schrecklich verletzt...

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25. Juli 2016 um 20:54

Ja
Seit ich mit ihm zusammen bin, ja.

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25. Juli 2016 um 21:00

Leider
... weiß ich nicht wie ich das anstellen soll.

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25. Juli 2016 um 22:17

Das mag jetzt hartherzig
rüberkommen, aber so verkorkst wie du drauf bist solltest du erstmal mit dir selber klarkommen und nicht noch andere psychisch kaputt machen.

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25. Juli 2016 um 22:25
In Antwort auf sagmalsauresahne

Das mag jetzt hartherzig
rüberkommen, aber so verkorkst wie du drauf bist solltest du erstmal mit dir selber klarkommen und nicht noch andere psychisch kaputt machen.

Wenn es so einfach wäre
Das war das erste, was ich ihm gesagt habe und das, was ich ihm immer wieder sage: "ich mache dich kaputt, trenn dich von mir."

Aber er will unbedingt bei mir bleiben und wird teils richtig sauer, wenn ich mit "Schluss machen" bei ihm ankomme...

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25. Juli 2016 um 22:28

Danke
Danke, ich hatte bereits denselben Gedanken... Ich will ihn nicht verlieren und zeitgleich habe ich das Gefühl, dass es ihn auffrisst.

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25. Juli 2016 um 22:28

Danke
Danke, ich hatte bereits denselben Gedanken... Ich will ihn nicht verlieren und zeitgleich habe ich das Gefühl, dass es ihn auffrisst.

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26. Juli 2016 um 9:15
In Antwort auf baqir_12579954

Wenn es so einfach wäre
Das war das erste, was ich ihm gesagt habe und das, was ich ihm immer wieder sage: "ich mache dich kaputt, trenn dich von mir."

Aber er will unbedingt bei mir bleiben und wird teils richtig sauer, wenn ich mit "Schluss machen" bei ihm ankomme...

Du hättest dich gar nicht erst
auf ihn einlassen dürfen Du bist egoistisch, machst ihn vorsätzlich kaputt. wenn du diesen Mann wirklich liebst dann lässt du ihn gehen und sein Glück mit einer anderen Frau finden. du benutzt ihn doch nur um mit deiner Krankheit besser klarzukommen und deine Krankheit dient lediglich als Entschuldigung.

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26. Juli 2016 um 9:17
In Antwort auf baqir_12579954

Wenn es so einfach wäre
Das war das erste, was ich ihm gesagt habe und das, was ich ihm immer wieder sage: "ich mache dich kaputt, trenn dich von mir."

Aber er will unbedingt bei mir bleiben und wird teils richtig sauer, wenn ich mit "Schluss machen" bei ihm ankomme...

Du trägst die
Verantwortung, warum machst du nicht Schluss. Du machst es dir sehr einfach.

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26. Juli 2016 um 9:58
In Antwort auf baqir_12579954

Danke
Danke, ich hatte bereits denselben Gedanken... Ich will ihn nicht verlieren und zeitgleich habe ich das Gefühl, dass es ihn auffrisst.

Wie sollte es ihne denn nich auffressen
Wer will schon mit jemanden zusammen, der so ein riesen Problem hat.
Bei aller Liebe und so sehr mir eure ganzen Krankheiten leid tun, aber komm doch mal alleine klar. Es ist doch furzegal wie alt er ist. Du zerstört einfach mal das Leben von anderen Menschen für dein eigenes Wohl.
"Und wenn ich wieder flashbacks wärend des aktes kriege lässt er mich sofort in ruhe" "er ist nicht so liebevoll"
Jemand anderes hätte dich nach dem 3 mal aus dem Fenster geschmissen.

Du bis 20, geh in me klinik, komm heil nachhause, und wenn du deine ICH ICH ICH ICH Phase hinter dich gebracht hast, such dir einen Freund.

Es kann doch nicht wahr sein, dass alle nur an ihren eigenen hintern denken....


MrsBreakdown

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