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Habe ich wirklich zu hohe Erwartungen?

13. Juni 2016 um 10:55 Letzte Antwort: 13. Juni 2016 um 14:38

Hallo alle zusammen ,
als eigentlich immer stille Mitleserin, habe ich mir heut mal ein Herz gefasst, um vielleicht von Euch neutrale Meinungen zu bekommen.
Es geht um meinen Mann und mich und ich bin momentan sehr verzweifelt. Das wir sehr unterschiedliche Persönlichkeiten sind, dass wussten wir beide von Anfang an. Mein Schatz ist ein absoluter Kopfmensch und in meinen Augen ein großer Egoist und launisch. Er ist schon fleissig und tut alles für die Familie und die finanzielle Situation, aber ich bleibe mit meinen Wünschen und Bedürfnissen eigentlich immer auf der Strecke. Den Mund habe ich mir fusselig geredet, ihm gesagt, dass ich mir mehr Aumerksamkeit und auch mehr Liebe wünsche. Habe ihm sogar Beispiele genannt, worüber ich mich freuen würde ( und Nein, es sind keine Geschenke....einfach nur mal ein Liebes Wort würde mir reichen), so dass es ihm eigentlich total leicht fallen müsste. " Ich muss Dir doch nicht ständig Honig ums Maul schmieren" bekomme ich dann oft zur Antwort
Er macht ständig Witze auf meine Kosten, kann aber Konter schlecht wegstecken, er gibt keine Liebe, aber beschwert sich ich würde zu wenig geben, er nörgelt und kritisiert nur an mir herum. Ich erinnere mich nicht daran, wann er das letzte mal etwas nettes zu mir gesagt hat, ausser das er mich liebt. Bin ich traurig, dann scheint er genervt und sagt, was heulst Du denn jetzt schon wieder. Das er damit alles nur noch schlimmer macht sieht er anscheinend gar nicht. Dabei möchte ich nur in den Arm genommen und geknuddelt werden und das Gefühl von Verständnis und Liebe bekommen.
Ich bin sicher auch kein einfacher Mensch, ich bin sehr emotional und nah am Wasser gebaut, was ich dann oft nicht unterdrücken kann und er ist genervt.
Vielleicht habe ich auch einfach zu hohe Erwartungen an eine Partnerschaft bzw an den mann an meiner Seite? Ich weiss es leider gerade selber nicht...
So oft habe ich versucht ihm das Vorzuleben was ich mir Wünsche, kleine Post Its, Lieblings Süssigkeit mitgebracht vom Einkaufen, sein Lieblings Essen gekocht, ihn zu seinem Hobby begleitet und mich dafür interessiert, romantische Abende vorbereitet etc....
Da kam nie etwas zurück.
Nun haben wir übermorgen Jahrestag und ich bin hin und hergerissen, dass erste mal nichts zu machen.

Helfen könnt ihr mir wahrscheinlich auch nicht, aber es tat gut sich das mal von der seele zu Schreiben

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13. Juni 2016 um 12:23

Danke für deine Antwort
die Frage ob wir zueinander passen, habe ich mir auch oft gestellt und immer mit einem klaren Ja beantworten können. Wir sind uns eigentlich sogar trotzdem wir so unterschiedlich sind, auch sehr sehr ähnlich und sind ein tolles Team und der Alltag klappt prima. Es ist nur so, dass Dinge die ich mir zb Wünsche, fordert er quasi für sich selbst auch ein. Würde ich ihm das nicht geben, dann würde er es ebenfalls bemängeln. Bei mir hinterlässt es das Gefühl, dass er im Grunde das Gleiche sucht wie ich, dies auch haben möchte, aber nichts dafür tun will. Und ja natürlich, sollte man seinen Partner so akzeptieren wie das ist, manchmal funktuioniert das aber irgendwie nicht und das mag daran liegen, dass ich halt auch das Gefühl habe, dass ich nur funktionieren muss und zwar so, dass mein Verhalten ihm als angemessen erscheint...nämlich liebevoll, zärtlich und verständnisvoll.
Ich habe keine Ahnung, ich liebe ihn unfassbar doll und ich bin glücklich ihn an meiner Seite zu haben....mir fehlt einfach scheinbar nur das Verständnis dafür, dass er nicht nicht bemüht ist, mir den ein oder anderen Wunsch nach mehr Liebe zu erfüllen! Vielleicht ist das auch eine hoffnungslose Wunschvorstellung aus zu viel gesehenen Disney Filme
Wahrscheinlich liebt er einfach anders als ich

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13. Juni 2016 um 12:56

So oft habe ich versucht ihm das Vorzuleben was ich mir Wünsche
und wenn Du genau das mal aus der anderen Sicht betrachtest - dann hast Du ihm damit genau das "vorgelebt", was Du ihm vorwirfst.

Du hast mit ihm so kommuniziert, wie DU es Dir wünschst - machst Du sicher irgendwo die ganze Zeit, nur nicht so stark. Wie wünscht ER es sich denn? Bestimmt nicht als kleine PostIts, romantische Abende (auch nicht zum Jahrestag) und whatever.
Hast Du mal darüber nachgedacht, was denn für IHN die Bedeutung hätte, die die PostITs für Dich haben? Die Süssigkeiten und das Lieblingsessen vermutlich auch nicht.

Ja, Du hast ihm erklärt, was Du möchtest, dass er mit Dir in Deiner Sprache spricht - und dazu hast Du auch jedes Recht, das möchte ich keinesfalls in Zweifel ziehen.
Heisst aber: er hat genauso das das Recht, dass Du umgekehrt auch mal seine Sprache sprichst - insbesondere, wenn Du ihm mal eine Freude machen möchtest - dann sollte das auch etwas sein, was für ihn eine ist und nicht das, worüber Du Dich an seiner Stelle freuen würdest. Die PostIts sind da ein prima Beispiel. Darüber würdest Du Dich bestimmt total freuen so als "ein paar liebe Worte" und "kleine Aufmerksamkeit", die Dir eben das Gefühl gibt, dass Du ihm wichtig bist, ihm viel bedeutest.
Mir hingegen würde so etwas bestimmt nicht dieses Gefühl geben. Im Gegenteil, ich fände es albern und wäre teilweise genervt. Klar, wenn ich wüsste, dass das eben die Art von meinem Mann ist, würde ich versuchen, dahinter das zu sehen, was er "meint" und mich auch ehrlich bedanken. Fein. Das Gefühl, ihm wichtig zu sein, hätte ich damit aber dennoch nicht. Mal abgesehen davon, dass es immer wieder den einen oder anderen Tag gäbe, wo die innerlich hochgerollten Augen ganz einfach die Oberhand gewinnen.
Mit einem "romantischen Abend" kann man mich grundsätzlich meilenweit jagen. Meinem Partner zu Liebe würde ich das schon ab und an mit machen, wenn es denn sein muss und nicht überhand nimmt. Eine Freude macht er mir damit aber nicht. Ganz und gar nicht.

Wie ist das bei Dir und Deinem Mann - sprichst Du auch ab und an seine Sprache? Weisst Du, was IHM das Gefühl gibt, dass er für Dich der wichtigste Mensch der Welt ist?

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13. Juni 2016 um 13:06

Harte Worte.
aber ich stimme zu.

Frauen, die schnell weinen, kann ich gar nicht leiden.

Wer weint, jammert, sichtbar leidet, steht nämilich sofort im Mittelpunkt, das ist schon im Kindergarten so.
Viele Frauen setzen Tränen zudem einfach als emotionale Erpressung ein.
Noch schlimmer finde ich diejenigen, die ständig weinen, dann aber nicht sagen wollen, was los ist.

Und übrigens, so romantisch kann eine Langzeitbeziehung gar nicht jeden Tag sein.
Mal gibt es solche Momente, aber nicht in Dauerschleife. Frage mich (als Frau!) eh, wozu viele Frauen nach romantischen Gesten verlangen. Wozu braucht man ein Candlelightdinner??


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13. Juni 2016 um 13:23
In Antwort auf avarrassterne1

So oft habe ich versucht ihm das Vorzuleben was ich mir Wünsche
und wenn Du genau das mal aus der anderen Sicht betrachtest - dann hast Du ihm damit genau das "vorgelebt", was Du ihm vorwirfst.

Du hast mit ihm so kommuniziert, wie DU es Dir wünschst - machst Du sicher irgendwo die ganze Zeit, nur nicht so stark. Wie wünscht ER es sich denn? Bestimmt nicht als kleine PostIts, romantische Abende (auch nicht zum Jahrestag) und whatever.
Hast Du mal darüber nachgedacht, was denn für IHN die Bedeutung hätte, die die PostITs für Dich haben? Die Süssigkeiten und das Lieblingsessen vermutlich auch nicht.

Ja, Du hast ihm erklärt, was Du möchtest, dass er mit Dir in Deiner Sprache spricht - und dazu hast Du auch jedes Recht, das möchte ich keinesfalls in Zweifel ziehen.
Heisst aber: er hat genauso das das Recht, dass Du umgekehrt auch mal seine Sprache sprichst - insbesondere, wenn Du ihm mal eine Freude machen möchtest - dann sollte das auch etwas sein, was für ihn eine ist und nicht das, worüber Du Dich an seiner Stelle freuen würdest. Die PostIts sind da ein prima Beispiel. Darüber würdest Du Dich bestimmt total freuen so als "ein paar liebe Worte" und "kleine Aufmerksamkeit", die Dir eben das Gefühl gibt, dass Du ihm wichtig bist, ihm viel bedeutest.
Mir hingegen würde so etwas bestimmt nicht dieses Gefühl geben. Im Gegenteil, ich fände es albern und wäre teilweise genervt. Klar, wenn ich wüsste, dass das eben die Art von meinem Mann ist, würde ich versuchen, dahinter das zu sehen, was er "meint" und mich auch ehrlich bedanken. Fein. Das Gefühl, ihm wichtig zu sein, hätte ich damit aber dennoch nicht. Mal abgesehen davon, dass es immer wieder den einen oder anderen Tag gäbe, wo die innerlich hochgerollten Augen ganz einfach die Oberhand gewinnen.
Mit einem "romantischen Abend" kann man mich grundsätzlich meilenweit jagen. Meinem Partner zu Liebe würde ich das schon ab und an mit machen, wenn es denn sein muss und nicht überhand nimmt. Eine Freude macht er mir damit aber nicht. Ganz und gar nicht.

Wie ist das bei Dir und Deinem Mann - sprichst Du auch ab und an seine Sprache? Weisst Du, was IHM das Gefühl gibt, dass er für Dich der wichtigste Mensch der Welt ist?

Ja natürlich
Habe ich ihn das schonmal gefragt, aber ehrlich gesagt ist es schon lange her...
Für ihn sind es diese Dinge, dass er zb Abends gerne in meinem Arm liegt und sich kraulen lässt und das tue ich auch und das ich mit ihm an seinem Angelsee sitze...aber Du hast Recht, vielleicht hat sich da auch etwas verändert und ich meine nur ihm alles zu geben und mache letztlich nichts für ihn bedeutsames. Werde da nochmal nachhaken...Danke für dem Anstoß

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13. Juni 2016 um 13:26
In Antwort auf heartsease

Harte Worte.
aber ich stimme zu.

Frauen, die schnell weinen, kann ich gar nicht leiden.

Wer weint, jammert, sichtbar leidet, steht nämilich sofort im Mittelpunkt, das ist schon im Kindergarten so.
Viele Frauen setzen Tränen zudem einfach als emotionale Erpressung ein.
Noch schlimmer finde ich diejenigen, die ständig weinen, dann aber nicht sagen wollen, was los ist.

Und übrigens, so romantisch kann eine Langzeitbeziehung gar nicht jeden Tag sein.
Mal gibt es solche Momente, aber nicht in Dauerschleife. Frage mich (als Frau!) eh, wozu viele Frauen nach romantischen Gesten verlangen. Wozu braucht man ein Candlelightdinner??


Ich weine
Ja nicht aus Spass, oder damit er sich schlecht fühlt. Es kommt einfach, kann das nicht kontrollieren und ärger mich ja dann auch über mich selbst.
Bin ungewollt total sensibel...leider. Mich nervt das selbst und ich gehe deswegen auch schon zu einer Therapeutin.
Aber definitiv weine ich nicht, um Aufmerksamkeit zu bekommen ...im Gegenteil ich hasse diese Eigenschaft an mir und arbeite hart daran.

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13. Juni 2016 um 14:38

Oder...
sie sind *beide* "egoistisch und launisch" geworden und könnten sich auch mal wieder aufeinander zu bewegen, statt immer nur den eigenen Nörgelkreis zu betrachten oder gleich alles für gescheitert zu erklären.

Es ist völlig normal, dass einem nur das Negative auffällt und zwar enorm verstärkt, wenn man gerade nicht glücklich ist und man das positive gar nicht sieht. Heisst nicht, dass es nicht da ist und schon gar nicht, dass es nicht wieder da sein kann.

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