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Habe ich einen Fehler gemacht? (lang)

28. Juni 2002 um 11:49

Hallo,

Vor 2,5 Jahren ist mein Freund für seinen ersten Job nach dem Studium 400km weit weg gezogen und er wohnt immernoch dort. Es hätte nicht seinmüssen. Er hätte auch hier ein Angebot, aber ich hab keinen Aufstand gemacht und das ganze akzeptiert, vielleicht auch weil ich ihn vorher wegen meiner 2 Auslandssemester auch alleine gelassen hatte und das Gefühle hatte, ihm was schuldig zu sein.
Ich bin nach Beendigung meines Studiums hiergeblieben, zum einen, weil er meinte sowieso bald die Firma wechseln zu müssen (so in 2Jahren) und weil ich auch ein Angebot zur Promotion an meiner Uni bekam, welches ich auf keinen Fall ausschlagen wollte. Ausserdem könnte ich mir nicht vorstellen, dort wo er jetzt ist zu leben. Er wohnt in einer süddeutschen Kleinstadt, ich in einer norddeutschen Grosstadt.
Unser Vorsatz war eigentlich erst in 4 Jahren, wenn meine Promotion fertig ist an Zusammenziehen und so zu denken.
In letzter Zeit habe ich festgestellt, dass ich dich Situation so wie sie jetzt ist auf keinen Fall noch 4Jahre durchhalten kann und habe ihm das auch gesagt.
Für mich gibt es kaum adäquate Jobmöglichkeiten dort, für ihn hier schon
Er kommt auch aus der Ecke hier, hat hier studiert, also sind ein grosser Teil seiner Familie und Freunde hier.
An seinem jetzigen Wohnort hat er kaum Freunde lebt eigentlich nur für den Job. Sehr oft wenn er hier es, wird er melancholisch, sagt mir wie schön es hier doch war und dass er mich drum beneidet hier zu wohnen.
Da in seiner Firma für ihn im Moment keine Aufstiegsmöglichkeiten bestehen müsste er sowieso bald wechseln. Also entschieden wir nach einem läöngeren Gespräch, dass er versucht, im nächsten Jahr hierherzukommen.
Sn diversen äusserungen seinerseits merke ich aber, dass er es nicht wirklich will. Auf einer Party fragte ihn z.B. neulich ein Freund, ob er wechseln woll, warauf der Satz kam "Ich muss, aus privaten Gründen". Solche Bemerkungen machen mich stutzig.
Er ist da wo er ist nicht glücklich, aber hängt wohl übermässig stark an seinem Job
Habe ich ihn zu sehr unter Druck gesetzt?

LG

tigermau

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28. Juni 2002 um 12:40

...nein, Du hast keinen Fehler gemacht!
Hallo Tigermau,

ich denke nicht, dass Du ihn zu sehr unter Druck gesetzt hast. Du hast DEINE Gefühle und Wünsche - Lebensvorstellungen - geäussert und das ist richtig so. Du hast ihm damit lediglich die Möglichkeit gegeben, für Eure Beziehung zu "kämpfen". Denn, wenn Du stillschweigend weiterhin so gelebt hättest, wäre Deine Unzufriedenheit weiter gewachsen und Eure Beziehung sicher irgendwann stark gefährdet gewesen. Du warst also nur fair, offen und ehrlich - und sehr sensibel für EUCH!

Er zeigt mit seiner Entscheidung den Job zu wechseln und sich neu bei Dir zu orientieren, dass DU ihm wichtig bist (die Reaktionen der Männer sind manchmal interpretationsbedürftig ;o) ), auch wenn er einem Bekannten gegenüber eine für sensible Seelen verletzende Wortwahl genutzt hat.

Ich würde Dir raten, auch Deine jetzigen Gedanken und Zweifel mit ihm zu besprechen - damit nimmst Du Dir das Gefühl, ihn unter Druck zu setzen und bekräftigst, dass es DEIN Gefühl und Wunsch wäre, DU nicht noch vier Jahre so leben KANNST aber ihn liebst - Lieben heisst auch loslassen zu können... Frag´ihn, was ihn dort hält? Wird er in seinem Job (auch wenn es keine Weiterentwicklungsmöglichkeiten gibt) derart geschätzt, motiviert und anerkannt (das findet sich heutzutage leider nur selten...), dass er Bedenken hat sich in einem grösseren, anomymeren Unternehmen wieder "beweisen" zu müssen?

Ich habe in meinem Leben eine Lebensentscheidung getroffen: Leben, um zu arbeiten oder arbeiten, um zu leben.... Was ist im Leben wichtig...?! Das musst Du für Dich und er für sich und ihr für Euch entscheiden.

Liebe Grüsse

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28. Juni 2002 um 12:59
In Antwort auf kirsi_12891951

...nein, Du hast keinen Fehler gemacht!
Hallo Tigermau,

ich denke nicht, dass Du ihn zu sehr unter Druck gesetzt hast. Du hast DEINE Gefühle und Wünsche - Lebensvorstellungen - geäussert und das ist richtig so. Du hast ihm damit lediglich die Möglichkeit gegeben, für Eure Beziehung zu "kämpfen". Denn, wenn Du stillschweigend weiterhin so gelebt hättest, wäre Deine Unzufriedenheit weiter gewachsen und Eure Beziehung sicher irgendwann stark gefährdet gewesen. Du warst also nur fair, offen und ehrlich - und sehr sensibel für EUCH!

Er zeigt mit seiner Entscheidung den Job zu wechseln und sich neu bei Dir zu orientieren, dass DU ihm wichtig bist (die Reaktionen der Männer sind manchmal interpretationsbedürftig ;o) ), auch wenn er einem Bekannten gegenüber eine für sensible Seelen verletzende Wortwahl genutzt hat.

Ich würde Dir raten, auch Deine jetzigen Gedanken und Zweifel mit ihm zu besprechen - damit nimmst Du Dir das Gefühl, ihn unter Druck zu setzen und bekräftigst, dass es DEIN Gefühl und Wunsch wäre, DU nicht noch vier Jahre so leben KANNST aber ihn liebst - Lieben heisst auch loslassen zu können... Frag´ihn, was ihn dort hält? Wird er in seinem Job (auch wenn es keine Weiterentwicklungsmöglichkeiten gibt) derart geschätzt, motiviert und anerkannt (das findet sich heutzutage leider nur selten...), dass er Bedenken hat sich in einem grösseren, anomymeren Unternehmen wieder "beweisen" zu müssen?

Ich habe in meinem Leben eine Lebensentscheidung getroffen: Leben, um zu arbeiten oder arbeiten, um zu leben.... Was ist im Leben wichtig...?! Das musst Du für Dich und er für sich und ihr für Euch entscheiden.

Liebe Grüsse

Ich glaube das ist das Hauptproblem..
Ihm macht sein jetziger Job Spass und er hat Ansgt vor einer Veränderung.
Ich bin in diesem Punkt im Moment sehr hellhörig und ungeduldig, am liebsten wüsste ich lieber heute als morgen, woran ich bin.
Ich verstehe ja das er Zweifel hat, ab typisch man redet er nicht darüber.
Von unseren 5Jahren Beziehung waren insgesamt 3,5 Jahre Entfernungsbeziehung.
Auch wenn wir das sehr gut gemeistert haben möchte ich endlich wissen wir auch mit "Normalität" klarkommen.
Wo andere Probleme mit Eifersucht bezüglich anderer Personen haben, sind wir auf unsere Jobs eifersüchtig. Er meinte bei unserer Diskussion nämlich zu mir, was ist wenn ich mit der Promotion fertig bin und dann vielleicht woanders hin muss. Man weiss nie was kommt, aber ich würde dann schon im jeden Preis versuchen bei ihm zu bleiben.
Meine Meinung ist im Moment, wenn wir es jetzt nicht hinkriegen, kriegen wir es auch in 4 Jahren nicht hin.

LG tigermau

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28. Juni 2002 um 14:10
In Antwort auf afia_12898498

Ich glaube das ist das Hauptproblem..
Ihm macht sein jetziger Job Spass und er hat Ansgt vor einer Veränderung.
Ich bin in diesem Punkt im Moment sehr hellhörig und ungeduldig, am liebsten wüsste ich lieber heute als morgen, woran ich bin.
Ich verstehe ja das er Zweifel hat, ab typisch man redet er nicht darüber.
Von unseren 5Jahren Beziehung waren insgesamt 3,5 Jahre Entfernungsbeziehung.
Auch wenn wir das sehr gut gemeistert haben möchte ich endlich wissen wir auch mit "Normalität" klarkommen.
Wo andere Probleme mit Eifersucht bezüglich anderer Personen haben, sind wir auf unsere Jobs eifersüchtig. Er meinte bei unserer Diskussion nämlich zu mir, was ist wenn ich mit der Promotion fertig bin und dann vielleicht woanders hin muss. Man weiss nie was kommt, aber ich würde dann schon im jeden Preis versuchen bei ihm zu bleiben.
Meine Meinung ist im Moment, wenn wir es jetzt nicht hinkriegen, kriegen wir es auch in 4 Jahren nicht hin.

LG tigermau

Schwierig...
Für Euch scheint die Arbeit vorrangig wichtig zu sein und die Beziehung ist eher der ruhende Pol - zum Kraft tanken, sich anlehnen, entspannnen. Auch schön, weil Ihr Euch da ähnlich zu sein scheint.

Nach 1 1/2 Jahren "normaler" Beziehung eine Fernbeziehung zu führen, die dann 3 1/2 Jahre ohne nennenswerte Probleme weiterläuft, ist sehr ungewöhnlich und zeigt, wie wichtig Ihr einander seid, wie tolerant und wie vertrauensvoll Eure Beziehung ist. Das ist ein Status Quo, den wenige in "normalen" Beziehungen erreichen... Er ist schützenswert!

Du schreibst, dass Du JETZT das Gefühl hast, feststellen zu wollen (müssen???), ob Ihr auch den Alltag leben könnt und was Ihr jetzt nicht hinkriegt, würdet ihr auch in vier Jahren nicht schaffen... warum? Ist es Dein Problem, dass er nicht in Deiner Nähe ist, Du die Zweisamkeit intensiver erleben möchtest, ihn vermehrt vermisst usw. oder willst Du "nur" jetzt feststellen, ob Eure Beziehung noch alltagstauglich und zukunftsorientiert ist? Hast Du Angst, wenn Du das nicht kurzfristig feststellst, etwas zu verpassen?

Du hast ihm sozusagen aus einem Gerechtigkeitssinn heraus, den zeitlichen Ortswechsel damals zugestanden, der leider weit länger andauert. Dass Du "irgendwann" wieder eine normale Beziehung führen wolltest und willst, verstehe ich gut. Er hat einen guten Job gefunden, der ihn erfüllt und ihm Spaß macht. In dieser Position, fällt es ihm natürlich nicht leicht, die Gefahr eines Wechsels einzugehen... Er wird es für Dich tun, aber gibt zu bedenken, dass es nach Deiner Promotion auch sein kann, dass Du den Ort wechseln musst... und dann?! Männer sind einfach geduldiger und mit "weniger" zufrieden (nicht abwertend gemeint) als wir, er sieht für sich eigentlich keinen Anlass, jetzt schon zu wechseln und dann später eventuell noch einmal, er würde abwarten bis Du fertig bist und dann gemeinsam mit Dir "umsiedeln" oder zu Dir kommen. Für DICH aber wird er auch jetzt wechseln, denn Du scheinst ihm doch wichtiger zu sein, als dieser Job...

Ich glaube, er sollte sich unverbindlich bei Dir umschauen, ob er eine adäquate Stellung in Deiner Nähe findet, in der das Betriebsklima stimmt und er sich wohlfühlen könnte. Wenn sich das ergibt, sollte er jetzt wechseln. Wenn er zuviele "faule" Kompromisse eingehen müsste, wäre es besser, Du würdest noch warten können. Bedenke auch, dass Du das Gefühl haben könntest, durch seinen Wechsel eine Verantwortung zu übernehmen bzw. das Gefühl bekommen könntest, an irgendetwas "Schuld" zu sein.

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28. Juni 2002 um 14:47
In Antwort auf kirsi_12891951

Schwierig...
Für Euch scheint die Arbeit vorrangig wichtig zu sein und die Beziehung ist eher der ruhende Pol - zum Kraft tanken, sich anlehnen, entspannnen. Auch schön, weil Ihr Euch da ähnlich zu sein scheint.

Nach 1 1/2 Jahren "normaler" Beziehung eine Fernbeziehung zu führen, die dann 3 1/2 Jahre ohne nennenswerte Probleme weiterläuft, ist sehr ungewöhnlich und zeigt, wie wichtig Ihr einander seid, wie tolerant und wie vertrauensvoll Eure Beziehung ist. Das ist ein Status Quo, den wenige in "normalen" Beziehungen erreichen... Er ist schützenswert!

Du schreibst, dass Du JETZT das Gefühl hast, feststellen zu wollen (müssen???), ob Ihr auch den Alltag leben könnt und was Ihr jetzt nicht hinkriegt, würdet ihr auch in vier Jahren nicht schaffen... warum? Ist es Dein Problem, dass er nicht in Deiner Nähe ist, Du die Zweisamkeit intensiver erleben möchtest, ihn vermehrt vermisst usw. oder willst Du "nur" jetzt feststellen, ob Eure Beziehung noch alltagstauglich und zukunftsorientiert ist? Hast Du Angst, wenn Du das nicht kurzfristig feststellst, etwas zu verpassen?

Du hast ihm sozusagen aus einem Gerechtigkeitssinn heraus, den zeitlichen Ortswechsel damals zugestanden, der leider weit länger andauert. Dass Du "irgendwann" wieder eine normale Beziehung führen wolltest und willst, verstehe ich gut. Er hat einen guten Job gefunden, der ihn erfüllt und ihm Spaß macht. In dieser Position, fällt es ihm natürlich nicht leicht, die Gefahr eines Wechsels einzugehen... Er wird es für Dich tun, aber gibt zu bedenken, dass es nach Deiner Promotion auch sein kann, dass Du den Ort wechseln musst... und dann?! Männer sind einfach geduldiger und mit "weniger" zufrieden (nicht abwertend gemeint) als wir, er sieht für sich eigentlich keinen Anlass, jetzt schon zu wechseln und dann später eventuell noch einmal, er würde abwarten bis Du fertig bist und dann gemeinsam mit Dir "umsiedeln" oder zu Dir kommen. Für DICH aber wird er auch jetzt wechseln, denn Du scheinst ihm doch wichtiger zu sein, als dieser Job...

Ich glaube, er sollte sich unverbindlich bei Dir umschauen, ob er eine adäquate Stellung in Deiner Nähe findet, in der das Betriebsklima stimmt und er sich wohlfühlen könnte. Wenn sich das ergibt, sollte er jetzt wechseln. Wenn er zuviele "faule" Kompromisse eingehen müsste, wäre es besser, Du würdest noch warten können. Bedenke auch, dass Du das Gefühl haben könntest, durch seinen Wechsel eine Verantwortung zu übernehmen bzw. das Gefühl bekommen könntest, an irgendetwas "Schuld" zu sein.

Bedenken
Hallo nic,

Du hast meine Bedenken schon sehr gut in Worte gefasst. Zum Teil richtig erschreckend.

Es ist ja nicht so , dass ich plötzlich von heute auf Morgen entschieden hab, dass es mir so nicht nur gefällt. Es ist nur so ein Zustand der unzufriedenheit, der sich in letzter Zeit breitgemacht hat.
Vielleicht sucht man sich auch neue Probleme, wenn die alten gelöst sind. Gerade in der Endphase meines Studiums hatte ich sehr viel Stress, da wäre ich nie auf die Iddee gekommen, auch noch über meine beziehung rumzugrübeln.

Zum einen ist es wirklich so, dass ich jetzt vielleicht wissen möchte, ob unsere Beziehung altagstauglich ist. Wenn es das nicht ist würde ich das lieber jetzt wissen als in 4Jahren. Geduld war noch nie meine starke Seite.

Ich merke allerdings dass ich mit dem Zustand weder Fisch noch Fleisch zu sein, sozusagen in der Woche ein halber Single, am Wochenende ein Paar immer schlechter klar. Ich weiss nicht warum, aber ich werde langsam müde.
wenn man gerade während der Woche ein Problem hat ist der andere nicht dar und bis zum Wochenende kann man seine Gefühle nicht konservieren.
Es ist manchmal ein ziemlich mieses Gefühl wenn es Dir schlecht geht und der andere ist nur am Telefon oder fast noch schlimmer wenn es ihm schlecht geht und du kannst ihn nicht in den Arm nehmen.
Ich möchte halt irgendwann auch mal den ganz normalen Alltag mit ihm teilen.
Ich glaube ich habe auch Angst, dass wir uns langsam entfremden.
Die riesengrosse Sehnsucht am Freitag abend und der Schmerz am Sonntag Abend sind nicht mehr so intensiv. Vielleicht liegt es auch nur daran, dass es für uns inzwischen normal ist so wie es ist.

Ich erwarte auch nicht, dass er irgendeinen schlechten Job meinetwegen hier annimmt. Das hab ich ihm auch gesagt.
Wenn es nicht klappt würde ich auch noch weiter warten, aber ich weiss halt nicht genau wie lange ich das noch kann und das macht mir Angst.

Aber wenn er hier was gutes findet wäre es doch viel besser für uns.

Du hast übrigends recht. Er arangiert sich mit der Situation besser als ich es tue.

Lg

tigermau

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11. Juli 2002 um 14:37

Ich versteh Dich nicht
Wenn Du ihn angeblich so sehr liebst, dann zeihe doch zu ihm, statt ihn unter Druck zu setzen, damit er tut, was Du willst
Die Grosse Liebe ist doch wichtiger als irgendein Job.

topfdeckel

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