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Habe Angst vor der Trennung

5. Oktober 2012 um 0:32 Letzte Antwort: 5. Oktober 2012 um 22:08

Hallo liebes Forum,

ich weiß einfach nicht mehr weiter und bin total verzweifelt. Wo soll ich anfangen? Es ist so viel passiert.

Mein Mann und ich sind seit 3 Jahren verheiratet und seit 5 Jahren zusammen. Nun stehen wir vor der Trennung und es tut total weh. Wir lieben uns sehr und dennoch können wir nicht miteinander

Mein Mann ist 5 Jahre jünger und kommt aus einem anderen Kulturkreis als ich.

Am Anfang unserer Beziehung war ich ein richtiges ... habe ihn oft gekränkt und fertig gemacht. Darauf bin ich auch in keinster Weise stolz. Ich muss auch zugeben, dass ich beziehungsgestört war. Leider! Zu viele Mistkerle haben mich misstrauisch gemacht.

Wie gesagt, war ich nicht immer nett zu ihm. Er lebte damals ca. 250 km von mir entfernt, sodass wir eine Fernbeziehung hatten. Er war damals Referendar und ich habe ihn immer unterstützt, wo immer ich konnte. Trotz allem schaffte er das 1. Examen nicht und ist durchgefallen.

2009 haben wir geheiratet und sind dann auch zusammengezogen. Zu diesem Zeitpunkt war unsere Beziehung von finanziellen Problemen gekennzeichnet. Ich stand mit beiden Beinen im Berufsleben und er hat sein Referendariat hier fortgesetzt.

Ich war einfach mit der Situation überfordert. Er hat eine andere Vorstellung von Sauberkeit. Ich war die Frau für alles. Habe gearbeitet, den Kredit für Hochzeit und Wohung aufgenommen, mich um den Haushalt gekümmert, hatte auch gekifft und kam nie zur Ruhe. So hatten wir jede Menge Zündstoff für Streitereien. Hinzu kam, dass er sehr spielte (PS3 und PC-Spiele) was mir überhaupt nicht passte, weil er Zeit und Raum beim Spielen vergaß.

Das alles nervte mich total, weil ihm die Einsicht fehlte. Jeden Streit erzählte er seiner Familie, sodass diese nichts Positives für mich übrig hatte. Aber auch ich lernte aus meinen Fehlern und übte mich in Geduld ein. Wir haben uns mit der Zeit weniger gestritten, aber die Art des Streitens wurde immer heftiger. Wir beide fühlten uns nicht verstanden! Mir fehlte auch die Wertschätzung.

Wie auch immer. Ich weiß echt nicht, wo ich hier den Punkt setzen soll.

Das Referendariat hat er letztes Jahr erfolgreich beendet und hat nun auch eine Festeinstellung. Eigentlich sollte alles bergauf gehen, aber leider sieht es anders aus. Wir streiten uns wegen Kleinigkeiten!!

Wir hatten es nicht immer einfach. Aber trotz alldem lieben wir uns und werden uns trennen. Er ist schon auf Wohnungssuche und wir haben die Kündigung für unsere jetzige Wohnung abgegeben.

Er liebt mich und möchte mich nicht vermissen. Den Kontakt möchte er zu mir aufrecht erhalten. Vielleicht wird uns die Trennung gut tun und uns wird bewusst, was wir voneinander haben. Der Gedanke ihn nicht mehr in der Wohnung zu sehen und ihn zu riechen, macht mich fertig. Ich weiß nicht, was die Zukunft uns bereit hält. Ich weiß nur, dass es total weh tut. Wir lieben uns doch noch sehr.

Habt ihr auch so eine Erfahrung gemacht?

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5. Oktober 2012 um 22:08

Antwort liegt in Dir
Hallo Sonnenschein.
Eine Trennung ist nie einfach. Auch schon deswegen, weil man sich an so viele Dinge gewöhnt hat.
Eine Beziehung heißt auch, auf den persönlichen Freiraum ein Stückchen verzichten zu müssen. Und wenn man das nicht kann? Wenn man öfters mal allein sein will. Oder noch viele Dinge erleben will, und man merkt, dass das mit diesem Menschen nicht geht?
In Wirklichkeit weiß jeder die Wahrheit. Sie ist nur von so vielen Dingen verschüttet. Man kommt nicht so einfach an sie ran.

Wenn ihr euch trennt und nach einer gewissen Zeit ihr euch nicht mehr zusammen findet, war die Trennung die Richtige Entscheidung. Es hat vielleicht so kommen müssen. Erzwingen kann man so etwas so wie so nicht.
Bei meiner letzten Trennung bin ich auch verlassen worden. Mit allem was dazu gehört. Neue Wohnung für mich. Kinder verloren usw.
Aber mit etwas Abstand (und das ist das, was Dir fehlt) ist es die beste Entscheidung gewesen, die ich nicht einmal getroffen habe, sondern meine Ex.

Beachtung bringt Verstärkung. Nicht Beachten bring Befreiung.

Die Zeit wird nicht leicht werden. Vor allem wenn Du ihn noch liebst, oder glaubst ihn noch zu lieben. Aber der einzige Weg, die Angst zu überwinden, ist der Weg durch die Angst hindurch.

mfg

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