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Grundlose Angst macht mich wahnsinnig...

16. April 2009 um 17:13

Hallo
bestimmt haltet ihr mich für wahnsinnig, aber ich habe ständig absolut riesige Angst, meinen Partner zu verlieren, obwohl es rational gesehen keinerlei Gründe dafür gibt.

Wir führen wirklich eine Bilderbuchbeziehung. Er sagt mir, dass er mich lieb hat, bringt mir Blumen, umarmt und küsst mich, freut sich, wenn wir uns sehen... es ist alles wie zu Beginn unserer Beziehung. Ich frage ihn oft, ob er glücklich mit mir ist und stets bejaht er es, er nimmt immer meine Hand, wenn wir irgendwo laufen, er bringt mich zum Lachen, alles. Er schreibt einfach so furchtbar liebe SMS, sagt mir, dass er mich vermisst, wir treffen uns eigentlich häufig und haben viel zu reden.

Und trotzdem. Früher rief er jeden Abend an, war teils traurig, wenn ich einmal nicht reden wollte und deshalb früher ins Bett ging, in letzter Zeit, wenn er abends bei mir ist und bis morgens bleibt, ruft er am Abend nicht mehr an. Einmal wollte er einfach einen Tag für sich haben und meldete sich gar nicht, trotz dass wir ausgemacht hatten, dass wir uns sehen würden. Und gestern war eben einer jener Tage, an denen er morgens ging und abends nicht anrief, ich wusste, er war sehr müde, da wir lange Filme geschaut haben und erst gegen drei ins Bett gingen, er aber um 9 aufstehen musste, und vermutete, er sei früher ins Bett gegangen.

Mir ging total die Flatter. Auf der einen Seite finde ich mich total albern, weil ich nunmal weiß, dass sich eine Beziehung verändert, weil er halt auch mal Tage für sich braucht, weil das einer Beziehung auch gut tun kann und TROTZDEM habe ich riesige Angst, verlassen zu werden.

In meiner Vergangenheit geschah es viermal, dass ich einfach sitzengelassen wurde, ohne Ankündigung, ohne Gespräch, ohne Angabe eines Grundes. Es handelte sich zwar nur um Freundschaften, aber um sehr tiefe und enge... ich merkte einfach nichts, alles war wie immer und dann waren alle vier von heute auf morgen weg.

Und nun bohrt sich diese Angst, die ich für einige Monate vergessen hatte, wieder in mein Bewusstsein, ich habe einfach panische Angst, dass er Schluss macht und ich alleine bin. Ich bin jahrelang Single gewesen und weiß, dass ich das auch wieder schaffen werde, aber trotzdem. Es frisst mich auf, ich bin manchmal nur am Heulen, ganz grundlos. Ich kann nicht mehr richtig essen, mir wird speiübel, wenn ich nur daran denke, und habs auch nicht geschafft, meinen Vorsatz, mich nicht mehr selbst zu verletzen, einzuhalten.

Ich versteh es irgendwie einfach nicht. Ich hab so viele Gründe, die dagegen sprechen, dass er an so etwas auch nur im Entferntesten denkt und trotzdem mache ich mich wahnsinnig vor Angst.

Könnt ihr mir helfen? Bitte? Ich drehe hier sonst komplett durch.

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16. April 2009 um 17:33

Also Deine Angst...
ist sehr verständlich. Aber ist sie Deinem Freund auch so vertraut? Hast Du ihm Deine Geschichte auch mal so deutlich erzählt wie uns hier jetzt? Ich finde Deine Situation ganz schön schwierig, weil man nicht so ohne weiteres aus seiner Haut kann.

Mein Rat wäre ihm auf jeden Fall seinen Freiraum zu geben. Auch wenn das bestimmt sehr hart für Dich ist. Versuche am besten mit ihm darüber zu reden, damit er Dich so verstehen kann, wie ich jetzt. Vielleicht weiß er das ja auch alles schon.

Frage Dich doch mal selbst was er an Dir liebt und wie Du behandelt werden möchtest. Vielleicht solltest Du dann Schritt für Schritt diesen Weg gehen. Das Leben ist leider voller holpriger Wege und ich wünsche Dir, dass Du nicht mehr enttäuscht wirst. Aber jeder Mensch den man im Leben trifft ist anders. Das ist ein Fluch und ein Segen Aber eine Chance hat erst mal jeder verdient oder?

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16. April 2009 um 17:41
In Antwort auf fido_12487274

Also Deine Angst...
ist sehr verständlich. Aber ist sie Deinem Freund auch so vertraut? Hast Du ihm Deine Geschichte auch mal so deutlich erzählt wie uns hier jetzt? Ich finde Deine Situation ganz schön schwierig, weil man nicht so ohne weiteres aus seiner Haut kann.

Mein Rat wäre ihm auf jeden Fall seinen Freiraum zu geben. Auch wenn das bestimmt sehr hart für Dich ist. Versuche am besten mit ihm darüber zu reden, damit er Dich so verstehen kann, wie ich jetzt. Vielleicht weiß er das ja auch alles schon.

Frage Dich doch mal selbst was er an Dir liebt und wie Du behandelt werden möchtest. Vielleicht solltest Du dann Schritt für Schritt diesen Weg gehen. Das Leben ist leider voller holpriger Wege und ich wünsche Dir, dass Du nicht mehr enttäuscht wirst. Aber jeder Mensch den man im Leben trifft ist anders. Das ist ein Fluch und ein Segen Aber eine Chance hat erst mal jeder verdient oder?

...
hallo euneek, danke für die ernsthafte Antwort. Er weiß, dass ich viermal so verlassen wurde, war einmal auch hautnah dabei (wir sind jetzt bald ein Jahr zusammen, also schon eine Zeit) und hat erlebt, wie es mir ging und wegen einer länger zurückliegenden Trennung auch immer noch geht. Ich habe Angst, dass ich ihn einenge, wenn ich ihm von meiner Angst erzähle... dass ich ihn damit vielleicht unter Druck setze.
Wie ich behandelt werden möchte, weiß ich. Ich bin ein Mensch, der es braucht, dass man ihm jeden Tag sagt oder zeigt, dass man ihn lieb hat und/oder braucht. Ich fühle mich sonst ganz ganz schnell ungeliebt und traurig und falle da irrsinnig schnell in ein ganz tiefes Loch. Das ist furchtbar anstrengend für jeden Menschen, ich weiß es, aber ich komm irgendwie nicht klar.
Lange war ich ganz allein und hatte niemanden, es ging mir nicht gut, aber ich litt auch nur so... als Grundzustand, nicht so peu a peu wie jetzt. Damals konnte ich mich praktisch an den Schmerz gewöhnen, heute triffts mich immer wieder, aber dann heftig.
Was er an mir liebt, weiß ich nicht, ich selbst hätte es nicht so lange mit mir ausgehalten.
Ich merke, dass ich irgendwie Sicherheit suche. Nachdem er, trotz dass er sagte, er riefe an und käme her, einfach nichts tat, bin ich nun dabei, immer, wenn er sagt "Ich rufe dich an" zu fragen "versprochen?"... so wie heute, er versprach vorhin, heute noch anzurufen. Und ich sitze einfach auf glühenden Kohlen, bis er es tut.
Ich weiß nicht, wie ich klarkommen soll, ich weiß es einfach nicht. Er gibt mir doch schon so viel, mit welchem Recht kann ich noch mehr verlangen?

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16. April 2009 um 17:54
In Antwort auf momoka_12456925

...
hallo euneek, danke für die ernsthafte Antwort. Er weiß, dass ich viermal so verlassen wurde, war einmal auch hautnah dabei (wir sind jetzt bald ein Jahr zusammen, also schon eine Zeit) und hat erlebt, wie es mir ging und wegen einer länger zurückliegenden Trennung auch immer noch geht. Ich habe Angst, dass ich ihn einenge, wenn ich ihm von meiner Angst erzähle... dass ich ihn damit vielleicht unter Druck setze.
Wie ich behandelt werden möchte, weiß ich. Ich bin ein Mensch, der es braucht, dass man ihm jeden Tag sagt oder zeigt, dass man ihn lieb hat und/oder braucht. Ich fühle mich sonst ganz ganz schnell ungeliebt und traurig und falle da irrsinnig schnell in ein ganz tiefes Loch. Das ist furchtbar anstrengend für jeden Menschen, ich weiß es, aber ich komm irgendwie nicht klar.
Lange war ich ganz allein und hatte niemanden, es ging mir nicht gut, aber ich litt auch nur so... als Grundzustand, nicht so peu a peu wie jetzt. Damals konnte ich mich praktisch an den Schmerz gewöhnen, heute triffts mich immer wieder, aber dann heftig.
Was er an mir liebt, weiß ich nicht, ich selbst hätte es nicht so lange mit mir ausgehalten.
Ich merke, dass ich irgendwie Sicherheit suche. Nachdem er, trotz dass er sagte, er riefe an und käme her, einfach nichts tat, bin ich nun dabei, immer, wenn er sagt "Ich rufe dich an" zu fragen "versprochen?"... so wie heute, er versprach vorhin, heute noch anzurufen. Und ich sitze einfach auf glühenden Kohlen, bis er es tut.
Ich weiß nicht, wie ich klarkommen soll, ich weiß es einfach nicht. Er gibt mir doch schon so viel, mit welchem Recht kann ich noch mehr verlangen?

Hui...
ich glaube bei Dir ist das echt nicht so einfach mal mit einem Beitrag abgetan.

Psychologisch betrachtet tun wir alles was wir tun und wie wir es tun, um irgendetwas an uns zu behandeln. Das heißt nicht, dass es immer gut für uns ist so wie wir es tun, aber zumindest funktioniert es irgendwie, sonst würden wir uns andere Umgangsformen suchen.

Du schreibst nun folgendes: "Ich fühle mich sonst ganz ganz schnell ungeliebt und traurig und falle da irrsinnig schnell in ein ganz tiefes Loch." Und mit diesem Muster bedienst Du etwas das ziemlich tief sitzt und scheinbar ganz schön problematisch für Dich ist. Diese vier gescheiterten Beziehungen sind da wichtig aber da ist noch etwas wo ich nicht genau den Finger drauf halten kann.

Sorry, ich muss an dieser Stelle erst mal passen. Aber es gibt bestimmt noch Leute hier die Dir besseren Rat geben können als ich. Ich schau mal später noch mal rein.

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16. April 2009 um 19:37
In Antwort auf fido_12487274

Hui...
ich glaube bei Dir ist das echt nicht so einfach mal mit einem Beitrag abgetan.

Psychologisch betrachtet tun wir alles was wir tun und wie wir es tun, um irgendetwas an uns zu behandeln. Das heißt nicht, dass es immer gut für uns ist so wie wir es tun, aber zumindest funktioniert es irgendwie, sonst würden wir uns andere Umgangsformen suchen.

Du schreibst nun folgendes: "Ich fühle mich sonst ganz ganz schnell ungeliebt und traurig und falle da irrsinnig schnell in ein ganz tiefes Loch." Und mit diesem Muster bedienst Du etwas das ziemlich tief sitzt und scheinbar ganz schön problematisch für Dich ist. Diese vier gescheiterten Beziehungen sind da wichtig aber da ist noch etwas wo ich nicht genau den Finger drauf halten kann.

Sorry, ich muss an dieser Stelle erst mal passen. Aber es gibt bestimmt noch Leute hier die Dir besseren Rat geben können als ich. Ich schau mal später noch mal rein.

...
stimmt, vielleicht ist das für eine larifari-Internetberatung einfach zu viel. Gäbe es jemanden, mit dem ich da professionell reden kann, sei's auch über das Internet, müsste ich das hier nicht in Anspruch nehmen. ist auch egal.

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16. April 2009 um 19:38
In Antwort auf momoka_12456925

...
stimmt, vielleicht ist das für eine larifari-Internetberatung einfach zu viel. Gäbe es jemanden, mit dem ich da professionell reden kann, sei's auch über das Internet, müsste ich das hier nicht in Anspruch nehmen. ist auch egal.

...
das soll nicht unfreundlich klingen. Ich bin trotzdem dankbar für die Antworten und das Lesen meines Textes. Wirklich. Nur... ist schon gut. Ja.

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16. April 2009 um 19:51
In Antwort auf momoka_12456925

...
stimmt, vielleicht ist das für eine larifari-Internetberatung einfach zu viel. Gäbe es jemanden, mit dem ich da professionell reden kann, sei's auch über das Internet, müsste ich das hier nicht in Anspruch nehmen. ist auch egal.

Naja...
... mit ist ja auch egal würde ich das an Deiner Stelle aber nicht abtun.

Zumindest solltest Du anfangen, Dich mit Deinen Ängsten zu beschäftigen und Ursachenforschung zu betreiben. Dann solltest Du daran denken, mal ganz langsam Dein Verhalten zu ändern. Denn es reicht nicht einfach zu sagen, ich weiß, warum ich so bin. Und dann Deinem Freund das Aufpolieren Deines Selbstwertgefühls zu überlassen. Denn das tust Du im Moment. Dein Selbstbewusstsein steht und fällt mit der Quantität, mit der Dein Freund sich um Dich kümmert und Dich umsorgt und umhegt. Du bist von ihm abhängig wie ein kleines Kind von seiner Mutter. Einen Augenblick alleingelassen, schon schreit es nach Aufmerksamkeit und fühlt sich von Gott und der Welt verlassen...

Du bist aber erwachsen, so eine Abhängigkeit ist unangemessen und unattraktiv. Indem Du Dich an Deinen Freund klammerst aus Angst, verlassen zu werden, leitest Du eine sich selbsterfüllende Prophezeiung ein, denn möglicherweise wirst Du dieses Klammerspiel aus der Furcht heraus, verlassen zu werden, so weit treiben, dass Dein Freund irgendwann nicht mehr kann und Dich tatsächlich verlässt. Als Ursache wirst Du allerdings nicht sehen, dass Du ihn mit Deinem Verhalten so weit gebracht hast, sondern dass Du persönlich nicht gut genug für ihn warst.

Ich würde Dir raten: Besorg Dir einfach mal Literatur zu dem Thema, informiere Dich über die Möglichkeiten einer Verhaltenstherapie und fange einfach mal in kleinen Schritten an, Dein Handlungsweise zu ändern. Fang mit dem Satz an: Mein Freund liebt mich, auch wenn er mal Zeit für sich braucht. Das ist normal und okay. Stell Dir die Frage, wie Du umgekehrt reagieren würdest, wenn Dein Freund sich wie Du verhalten und denken würde... Was würdest Du tun, wenn Dir das irgendwann zu viel wäre?

LG

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17. April 2009 um 0:52
In Antwort auf momoka_12456925

...
das soll nicht unfreundlich klingen. Ich bin trotzdem dankbar für die Antworten und das Lesen meines Textes. Wirklich. Nur... ist schon gut. Ja.

Kenn ich
Ich kann Dir auch dazu raten, nach der Möglichkeit einer Verhaltenstherapie Ausschau zu halten. Schau auf der Seite der Kassenärztlichen Vereinigung, da findest Du die richtige Adressen in Deiner Umgebung.
Solch Ängste hängen sehr stark mit mangelndem Selbstwertgefühl zusammen. Und sich selbst anfangen zu lieben und zu respektieren kann man lernen und - ich spreche aus eigener Erfahrung - das ist zwar teilweise anstrengend, aber die Erfolgerlebnisse sind sehr, sehr schön.
Und auch wenn es abgedroschen klingt, schaff Dir ein Hobby an! Wenn Du abends etwas vorhast, beispielsweise eine Vereinssitzung - dann wartest Du auch nicht mehr auf irgendwelche Anrufe. Der angenehme Nebeneffekt dabei - man lernt Leute kennen, die die selben Interessen haben. Und mit denen telefonierts sich auch ganz gut, wenn man abends allein zuhause sitzt.
Gruß

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17. April 2009 um 9:45

Hi,
ich habe am Anfang meiner Beziehung (und dieser "Anfang" dauerte auch bestimmt ein Jahr) das Gleiche durchgemacht. Ich war das reinste Nervenbündel, wenn ich abends auf eine sms von ihm wartete. Ich drehte völlig durch, wenn sie nicht kam und war sofort wieder der glücklichste Mensch auf Erden, wenn sie kam.
Du hast hier ja schon sehr gute Antworten bekommen.
Ich kann dir noch ergänzend sagen, dass das Vertrauen eigentlich von alleine wächst. So wie du es schilderst, hast du eigentlich eine gute Beziehung und einen lieben Freund. Mit jedem Mal, das er sich erst nicht meldet, aber dann lieb zu dir ist, wenn ihr wieder Kontakt habt, wirst du lernen, dass es nicht dramatisch ist, wenn er mal nicht simst. Anfangs denkt man noch 'Hilfe, er hat sich nicht gemeldet, bestimmt ist jetzt Schluss'. Irgendwann wirst du kapiert haben 'Schade, er meldet sich nicht. Aber ich weiß, dass das nichts bedeutet, ich werde sehen, morgen ist alles noch in Ordnung. Es ist also kein schlimmes Zeichen, dass er sich nicht gemeldet hat.'
Vielleicht hilft es dir, diese üblen Tage als Übung zu sehen. Als Übung, Situationen erst mal auszuhalten und abzuwarten. Du wirst sicherlich dafür belohnt werden. Damit, dass du selbst irgendwann ruhiger bist.
Ich weiß, dass man sich, wenn man in dieser Gedankenspirale ist, kaum ablenken kann. Wenn du kannst, versuche es dennoch, indem du z.B. zum Sport gehst. Ich habe damals auch seitenweise tagebuch geschrieben. Und meistens war es dann so, dass er sich just in dem Moment gemeldet hatte, als ich gerade mal kurz nicht mehr über ihn nachgedacht habe oder nachdem ich gerade seitenweise aufgeschrieben hatte, dass wir sicher von ihm aus schon getrennt sind.

Gruß, ihds

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