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Großer Altersunterschied & noch größere Unsicherheit...

Letzte Nachricht: 8. Oktober 2012 um 18:40
E
eliane_12971575
07.10.12 um 23:20

Hallo alle zusammen!
Ich hoffe, dass ihr das Thema nicht allzu häufig durchkauen müsst, wenn ja: es tut mir Leid, aber ich bin dermaßen durcheinander, dass mir die Meinungen Aussenstehender - zur Not auch als Kopfwäsche - ziemlich wichtig sind.

Kern des Problems:
1.) Ich bin dabei, mich in einen Mann zu verlieben, der 21 Jahre älter ist als ich. (25 - 46)
2.) Dies alles ist im Rahmen eines 10-wöchigen Praktikums geschehen, das nächste Woche endet.
3.) Ich bin nicht sicher, ob er diese sich anbahnenden Gefühle erwidert und wie ich mich von ihm verabschieden soll...

Die Story:
Es fing alles damit an, dass ich - soll nicht eingebildet klingen - eine ziemlich gute Praktikantin war. Ziemlich schnell wurde ich in alle Arbeitsprozesse mit eingebunden, übernahm ganze Arbeitsbereiche und wurde generell von ihm behandelt, als wäre ich gleichwertig, was ich natürlich aufgrund meines Ausbildungsstands gar nicht sein kann (sehe ich aber nicht als Zeichen seiner Zuneigung!).

Jedenfalls führte das dazu, dass wir recht eng zusammen arbeiteten, während des Arbeitstages viel miteinander kommunizierten, uns extra dafür Zeit frei schaufelten. Am Anfang fand dies auf einer lockeren, kollegialen Ebene statt. Nachdem ich ihm aber bei einem schwierigeren Projekt tatkräftig geholfen hatte, schlich sich recht schnell ein Flirtcharakter ein, ich nehme an, dass das durch dieses "Team-Gefühl" entstanden ist...wir haben das beide sehr genossen. Irgendwann versteckten wir noch nicht einmal unser Gegrinse, wenn wir miteinander redeten.

Es gab in den letzten Wochen dementsprechend viele kleine Dialoge und Verhaltensweisen, die - natürlich - mal mehr oder weniger eindeutig zu interpretieren waren. Parallel dazu stellte ich von seiner Seite immer mehr Stimmungsschwankungen fest, es wäre aber ignorant von mir, das komplett auf mich zurück zu führen... Die Arbeit hat bei all dem nicht darunter gelitten, das war mir sehr wichtig.

Irgendwann zwischendurch ging ich zu den Mittagspausen nicht mehr in die Kantine zu den anderen, zum einen, weil ich wirklich Zeit für mich brauchte, (ich wohne für die Zeit des Praktikums bei meinen Eltern und werde nach Feierabend weiter beansprucht, das ist aber ein anderes Thema), zum anderen, da ich Angst hatte, mehr von ihm zu erfahren, das ich toll finden könnte. Damit habe ich mir einerseits die Chance genommen, ihn noch besser kennen zu lernen und auch mich selbst öffnen, und andererseits ein realistischeres Bild von ihm zu bekommen, ebenfalls mit negativen Seiten.
Obwohl ich sagen muss, dass ich durch unsere enge Arbeit und unser Gespräche zwischendurch bereits sehr viel an positiven und negativen Eigenschaften an ihm festgestellt habe und er vermutlich bei mir auch. Ich denke nur, dass ich mir da eventuell etwas verbaut habe, vielleicht auch "Ablehnung" und Abstand vermittelt habe, indem ich nicht mehr hingegangen bin.

Nun, Ende vorletzter Woche bin ich doch wieder hin. Eine ältere Arbeitskollegin war auch mal wieder da, mit der ich mich gerne unterhalte und diese Gelegenheit wollte ich nicht verpassen. Ich bemerkte dabei, wie erstaunt er war, plötzlich auch sehr distanziert, von seinem sonstigen sprühenden Witz war nichts zu merken. Er beobachtete mich zwar, wie ich mich mit den anderen Damen unterhielt, er konnte dem direkten Blickkontakt aber nicht standhalten, ging auch auf keine meiner Äusserungen ein. Bei einem bestimmten Thema (für Männer typische/untypische Fähigkeiten), kloppte ich dann einen Spruch heraus, dass mein Freund ja dies und das könne. Obwohl es "mehr oder weniger" keinen gibt. Weiß gar nicht, weshalb ich das sagte, aus Trotz oder Verletzung, dass er mich nicht beachtet hat? Jedenfalls ziemlich kindisch. Provokation hin und her: Er reagierte geschockt und wollte dann mit etwas schärferen Unterton wissen, was er denn alles könne, etc.

Die Stimmung danach war zwischen uns auch während der Arbeit distanziert, er schenkte einer seiner Arbeitskolleginnen kurzfristig wieder mehr Aufmerksamkeit, der er ganz am Anfang zugewandt war, bzw. noch bevor ich überhaupt im Betrieb war, nehme ich an.
Also: Super gemacht. Gehe wochenlang nicht zum Mittagessen, zum "Höhepunkt" der Flirterei gehe ich aber doch hin, nur um ihm zu sagen, dass ich einen Freund habe, der so ungefähr alles kann. Ich hätte mich ohrfeigen können.

Durch vermehrte Initiative meinerseits stehen wir jetzt ungefähr wieder so da, wie vor dieser hirnrissigen Aktion... nur ändert dies gar nichts an meinen o.g. Problemen.

Das Thema Altersunterschied nehme ich zwischen uns gar nicht so gravierend wahr, im Gegenteil, ich muss eigentlich nur daran denken, wenn wir uns gerade nicht sehen. Allerdings ist dies eh nicht wirklich relevant, wenn er nicht dasselbe will...

Es ist auch manchmal schwierig seine Zuneigung zu kategorisieren. Er bekommt von anderen viel positive Rückmeldung für meine Arbeit, ich sehe, dass ihn das freut. Oft genug mischt sich das mit Flirts, ich bin mir dann nicht sicher, was nun Sache ist:
Nähern wir uns gerade auf der Ebene Mann-Frau an oder Betreuer-Praktikantin?

Ich bin nicht die Frau für große Offenbarungen und sentimentale Abschiede, allerdings weiß ich nun nicht, wie ich "gehen" soll. Je näher der Tag rückt, umso klarer wird mir, dass es mir nicht behagt, ihn nicht wieder zu sehen.
Wir machen auch schon dumme Witze darüber, wie er es ohne mich auf der Arbeit schaffen soll - durch seiner Initiative, leicht wehmütig. Na klar gut, er verliert eine billige Arbeitskraft. Vielleicht sollte ich mir nichts darauf einbilden.

Da er während der Fahrt wohl gerne Hörbücher hört, dachte ich, dass ich ihm eine CD bespreche, ohne kitschiges Geständnis...aber erst einmal Feedback bzgl. des Praktikums und auch unserer persönlichen Ebene?
Nur käme ich so - wie in diesem superlangen Beitrag auch, sorry! - nicht zum Punkt. :schüttel:

Kurz gesagt: Wie bringe ich es ihm bei ohne wie ein verliebter Teenie zu wirken, sondern wie eine Frau, die er ernst nehmen kann? Langsam verliere ich in seiner Gegenwart nämlich auch an Souveränität, stottern und Faden verlieren mit inbegriffen.

Vielen Dank fürs Lesen und noch einmal sorry für die Länge!

Merveille 1210
PS: Ja, er ist Vater, allerdings Familienstand unsicher (?). Auch ein Aspekt, der mir aufstößt, bzw. vielmehr sein Umgang damit und seine Äusserungen.

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C
cleena_12151486
07.10.12 um 23:56

Ich schließe mich jasieblume an,
stelle aber auch fest wie verkopft du an die Sache herangehst. Jedes Wort, jede Geste, jede Eventualitaet scheint eine Schachfigur in einem komplexen Spiel zu sein, die (vermeintlich?) sorgfaeltig platzieren musst.

Wenn es auf das Ende des Praktikums zugeht, kannst du ihn ja tatsaechlich einmal beiseite nehmen und ihn fragen, ob du mit ihm einmal etwas unternehmen kannst - ohne dabei zu vergessen, dass er wahrscheinlich nur eine Affaere moechte. Sollte er geschieden&single sein, kannst du ja immernoch mehr daraus werden lassen. Du hast doch jetzt nichts mehr zu verlieren! Viel Erfolg!

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py158
py158
08.10.12 um 0:12

Der Altersunterschied
ist kein Problem - alles andere schon. In Wahrheit kennst du ihn überhaupt nicht und hast bisher ihm gegenüber keine Silbe über deine Gefühle verloren. Du ergehst dich in die Interpretation von Andeutungen, Eindrücken udgl. Mein Rat an dich:

Sprich mit ihm zum Ende deines Praktikums über deine Gefühle! Sollte er sie erwidern, was ich dir gerne wünsche, könnt ihr euch außerhalb der Firma eine gemeinsame Zukunft aufbauen (sofern er nicht anderweitig gebunden ist). Sollte er sie nicht erwidern, ist der Abschied von deinem Praktikum auch die beste Gelegenheit für einen Abschied von ihm.

Also, kneif nicht und rede endlich mit ihm - und zwar nicht über das Wetter, sondern über die andere Sache, du weißt schon....

Freundliche Grüße,
Christoph

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E
eliane_12971575
08.10.12 um 4:49

Mir ist nicht wirklich
aufgefallen, wie verkopft das Ganze hier wirklich wirkt & dass es evtl. Menschen verwirren könnte.
Weder sehe ich jede Handlung als Schachzug in einem komplexen Spiel, noch habe ich unausgegorene Gefühle & charakterliche Vorstellungen von ihm. Vielleicht ist es aber richtig, dass ich nicht so viel über ihn weiß, wie ich wollte.

Der Grund,warum ich nicht über meine Gefühle & die Eigenschaften seinerseits schreibe,die ich sehr an ihm schätze, ist, dass ich dachte, dass niemandem hilft, zu wissen wie verliebt ich bin: DASS ich für ihn fühle hätte ausreichen sollen.

Mein Problem dabei ist, dass ich mir bis jetzt nie einen Gefallen getan habe, wenn ich Bei der Lösung eines Problems zu emotional mitgenommen war. Denn ich weiß natürlich auch, dass meine Gefühle gemessen an der Situation viel zu intensiv sind: deswegen meine vielleicht bizarren Interpretationen dessen, was zwischen mir und meinem Betreuer wirklich passiert o.auch nicht passiert. Und das bewirkt auch ein gewisses Schamgefuehl bei mir.

Aber vielen Dank für die bisherigen Äusserungen.

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E
eliane_12971575
08.10.12 um 17:35

Danke...
...für deine weitere Antwort.

Es sind bei mir tatsächlich die Alarmglocken angegangen, allerdings erst zur Mitte des Praktikums. Am Anfang - als er für mich nicht relevant war - dachte ich, die beiden würden miteinander zumindest flirten, auf einer sehr subtilen Ebene. Es hat mich aber nicht weiter berührt. Auch als ich zwischen uns eine deutliche sexuelle Spannung spürte,bzw.diese Phase begann, interessierte es mich nicht wirklich, dass sie, ich nehme an durch seine Nichtbeachtung bewirkt,
in kurzen Cocktailkleidern erschien. Nur als ich in diesen Verliebtheitsstrudel rutschte, wurde mir dieses Verhalten ein Dorn im Auge,auch wenn sie noch nicht wieder Mittelpunkt seines Interesses war. Dann war sie es, wie im Text geschildert, ganz kurzfristig wieder nach dieser bizarren albernen Aktion. Und auch fast demonstrativ. Aber ich will mich nicht in paranoiden Phantastereien verstricken.

Tja, wenn eine Freundin so etwas schriebe, würde ich ihr raten ihre Füße in die Hände zu nehmen und zu laufen.
Ich weiß nicht, ich glaube,dass ich fur sehr lange billigend in kauf genommen habe,dass ich nicht genau wusste,ob er nun getrennt ist, oder nicht.

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E
eliane_12971575
08.10.12 um 18:31

Hast nicht Unrecht...
mit dem was du sagst, er war nebenbei noch an einer anderen Dame interessiert, welche ihm beruflich (nicht seine Abteilung zwar) und altersmäßig (einigermaßen) ebenbürtig ist. D.h., er ist definitiv kein Perversling, der keinen Mumm hat, sich Frauen seines Alters und seiner Erfahrung zu nähern.

Aber dennoch hast du - wie die Überschrift sagt - nicht Unrecht. Natürlich findet er es attraktiv, dass ich so jung bin und er es in der Kommuniktion mit mir genießen kann, auf dieser Welle mitzuschwimmen. Allerdings ist aus seinem Verhalten ganz klar ablesbar, dass ich nicht nur deswegen interessant bin, was natürlich NICHT automatisch heißt, dass er deswegen ein ernsthaftes und nicht ausschließlich sexuells Interesse an mir hat. Darüber bin ich mir im Klaren.
Gerade heute hat es seinerseits einen etwas dominanteren Zug angenommen, spielerisch, so nach dem Motto:"ich weiß, du findest es geil." Wenn ich mich in dem Stadium vor meinr Verliebtheit befände - da wollte ich ihn definitiv nur mal verspeisen - wäre das jetzt Grund zur Vorfreude. Falls ich nicht wieder einmal alles komplett falsch interpretiert habe...
Nur in meinem jetzigen Zustand muss ich vorsichtig sein.

Was das berufliche Ausnutzen angeht: glaube ich kaum. Dies betreffend steht er voll hinter mir und ist sehr ernsthaft, wenn es um die Arbeit geht. Bin ich aber auch! Er freut sich sehr darüber, auch von anderen positives Feedback über mich zu erhalten. Außerdem geht es nur eine befristete Zeit, ab Ende der Woche bin ich weg, er hat keine Druckmittel wie in der klassischen Chef-Mitarbeiter-Konstellation.

Was ich damit sagen will: es mag zwar einiges nicht koscher sein an ihm und seinem Verhalten, aber er ist auch nicht so ein typisches ... als das du ihn darstellst.

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eliane_12971575
08.10.12 um 18:40

Wie ich selbst schon sagte:
sehr kindische Sache von mir. Wusste auch nicht, wie mir geschah. Dann war's aber draußen. Ganz gelogen war's dennoch nicht, da es wie im Text steht "mehr oder weniger" keinen gibt, d.h. dieser Mensch existiert wirklich und war bis vor einiger Zeit über mehrere Jahre hinweg mein Partner, der mir auch immer noch wichtig ist.

Hm, diese Geschichte ist vielleicht in ihrer "Schwere" d.h. in dieser jetzt "verliebten" Ausprägung tatächlich eine aus meiner Perspektive.
Was das Sexuelle angeht, bin ich mir der Gegenseitigkeit ziemlich sicher. Annäherungsversuche, mir körperlich näher zu kommen, gingen auch von ihm aus. Ich habe das im o.g. Text nicht weiter erwähnt, da ich eigentlich nur auf den Punkt wollte, wie ich mich mit meinen Gefühlen nun verhalten soll, bloß unter der Berücksichtigung wie es sich grob entwickelt hat.

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